7

Dear Reader – Replace Why With Funny

dearreaderreplacewhywithfunnyBuschtrommeln und Weltmusik-Einflüsse waren im verganenen Jahr einer der Hypes in der Indieszene. Da ist klar, was der Hörer erwartet, wenn jetzt eine Indie-Band aus Südafrika daher kommt. Eben auf diese Einflüsse bauen Dear Reader aber nicht, Buschtrommeln und Weltmusik haben mit dem Sound der Band in etwa so viel zu tun, wie Howard Carpendale mit guter Musik. Die klanglichen Referenzen des Duos bestehend aus Sängerin Cherilyn McNeil und Bassist / Keyboarder (und Grammy-Gewinner) Darryl Torr finden sich eher im kanadischen Indie-Folk, bei The Arcade Fire, oder beim Amerikaner Sufjan Stevens und in der englischen Pop-Musik. Ein Gegensatz in Klang und Herkunft, der perfekt zu Dear Reader passt. In ihrer Heimat sind sie zwar Bestandteil der dominierenden weißen Minderheit, gehören dieser als Nachfahren von Engländern aber dennoch nicht an. Kein Wunder also, dass sich Dear Reader als Fremde in ihrer eigenen Heimat fühlen.

Aufgenommen haben sie ihr Debüt zusammen mit dem Labelkollegen Brent Knopf von Menomena, mit dem sie sich zwei Wochen in einem ehemaligen Hochsicherheitstrakt verschanzten, um an ausgefeilten Arrangements in einfachen Popsongs zu arbeiten. Wieder ein Gegensatz? Ja, aber einer, der sich im Hören erschließt, denn von Beginn an schillert und funkelt “Replace Why With Funny”. Schon im Opener “Way Of The World”, der ruhig beginnt und sich, wie die meisten Stücke zu einem Stück wunderschönem Pop mit leicht schrägen Geigen und eingängiger Melodie entwickelt. Dabei immer im Vordergrund Cherylin’s markante Stimme, in die sich der Hörer von der ersten Silbe an verliebt. Eine Stimme, die sie mal sanft und zart in die Songs haucht, mit der sie aber auch lautstark lamentiert. So gestalten sich auch die stärksten Songs des Albums, wie “Great White Bear”, oder “What We Wanted”, die ruhig beginnen und sich zu orchestral, bombastischen Indie-Pop-Meisterwerken hochschaukeln, letzteres sogar mit einem mehrstimmigen Chor verbunden. Ähnlich wie die Songs entwickelt sich auch das Album vom sanften Folk zu Beginn zu immer bombastischeren, orchestraleren Klängen. Immer zwischen poppig schillernd und verschroben knarzend wächst das Album in die Höhe, bis zum finalen Knall im Hidden Track am Ende des Albums, in dem sich die Instrumente druckvoll, eins nach dem anderen auftürmen und sich mit einem Chor zum versönlichen Showdown treffen. Danach bleibt nur eins, Repeat drücken und weiterhören, zu fesselnd sind die Dramatik und das Gesamtarrangement des Albums, als dass man sich mit 10 Stücken begnügen möchte. Für uns schon jetzt eines der Alben des Jahres und eines, dass auch nach dem 10ten Durchlauf einfach nicht langweilig werden will.

Myspace // Label

  1. [...] Musiker über Einflüsse oder Mit-Sing-Qualitäten der Songs. Das hat zum Beispiel Ariane von den “White Tapes” schon stilbewusst gemacht. Mehr braucht’s dann eigentlich ja auch nicht. Außer, jawoll, die [...]

  2. [...] Pop-Song mit umschmeichelndem Streicherarrangement, der sich am ehesten als eine Mischung aus Dear Reader und Norah Jones beschreiben lassen könnte. Zwischen die Songs werden immer wieder auch reine [...]

  3. [...] knapp acht Wochen erschien mit “Replace Why With Funny” das bezaubernde Debüt-Album des Duos Dear Reader aus dem südafrikanischen Johannesburg. Neben [...]

  4. [...] im November 2008 in die Herzen vieler Musikfreunde, uns nicht ausgeschlossen, gespielt. Ihr Debüt “Replace Why With Funny” rotiert noch immer stark in unseren CD-Playern und auch im angesprochenen Interview zeigten sich [...]

  5. [...] seiner Arbeit als Produzent an u.a. dem Dear Reader Album “Replace Why With Funny” und seiner Hauptband Menomena ist Brent Knopf auch solo aktiv. So veröffentlicht er am 21. August [...]

  6. [...] war und eben Brent Knopf, der neben seiner Produzententätigkeit auf dem Dear Reader Album “Replace Why With Funny” nun mit dem Album “Intuit” seinen ersten Solo-Versuch als Ramona Falls wagt. Benannt [...]

  7. [...] und Darryl Torr mit “IDEALISTIC ANIMALS” im September den Nachfolger zum famosen “Replace Why With Funny”. Als ersten Vorgeschmack darauf gibt es ab sofort den Song “MONKEY (You Can Go Home)” [...]