Gestern war es soweit. Also zumindest in England. Da erschien …
Glen Hansard & Markéta Irglová – The Swell Season
Was ist da los? Ich komme aus dem Kino und habe mich wieder in Songs eines irischen Songwriters verliebt. Der Film hieß “Once”, der Musiker Glen Hansard, Frontmann der Frames. Die Geschichte erinnert an Damien Rice, der vor seiner Solokarriere auch bereits mit einer Band (Juniper) großen Erfolg hatte und durch den Film Closer, der wohl erst durch seine Songs so überwältigend wurde, zu einem Weltstar wurde. Jetzt also Glen Hansard, nachdem es mir lange gelungen ist, seiner Band The Frames aus dem Wege zu gehen.
Kurz vor dem Kinostart von “Once”, in dem Glen Hansard auch die männliche Hauptrolle spielt wurde Anfang 2007 dieses Soloalbum zusammen mit seiner Schauspiel- / Sängerkollegin Markéta Irglová veröffentlicht. Die Songs sind für den Film entstanden, wurden aber nicht alle im Film genutzt, es handelt sich auch nicht um einen Soundtrack, sondern um den ernst zu nehmenden Versuch, die Songs, die aus einem Filmprojekt geboren wurden als normal “gewachsenes” Album zu veröffentlichen. Das funktioniert, das Album ist völlig eigenständig und sorgen auch ohne Filmvorlage für schönstes “Kopfkino”. Der Opener “This Low” (im Original von Glen’s Hauptband The Frames) erinnert dann auch in dieser Interpretation gleich an das Vorbild Damien Rice, im Duett mit Markéta Irglová entwickelt sich eine wunderschöne Ballade mit spärlicher Instrumentierung, die so auch nicht besser von Damien Rice und seiner ehemaligen Duettpartnerin Lisa Hannigan vorgetragen werden könnte. Dieser Stil zieht sich durch das gesamte Album, einfach schöner Songwriter-Pop, mal singt Glen ganz allein, auf einem Song auch Markéta solo, größtenteils sind es aber Duette. So ebenfalls der vielleicht größte Song des Albums “Falling Slowly”, der kürzlich verdientermaßen mit einem Oscar für den besten Filmsong ausgezeichnet wurde. Das Einzige, was man dem Album vielleicht vorwerfen kann – wenn man unbedingt etwas negatives sucht – ist, dass es sich stellenweise nicht deutlich genug von Damien Rice abgrenzt, dessen Musik hörbaren Einfluss auf das Songwriting hatte. Ein Ähnliches Problem haben im Übrigen auch The Frames, die sich seit ihrem Karrierebeginn mit U2-Vergleichen rumplagen. Insgesamt aber ein sehr schönes Album zu einem sehr schönen Film (seit Anfang des Jahres auch in hiesigen Kinos) und ideal für Damien Rice Fans, um die Wartezeit auf ein eventuelles drittes Album zu überbrücken.
Youtube-Video mit Szenen aus “Once” unterlegt mit dem Oscar-Prämierten Song “Falling Slowly”:
httpv://www.youtube.com/watch?v=CoSL_qayMCc&feature=related















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