Texas scheint ein guter Ort für den Indie und auch …
The Dead Weather – Horehound
Ruhelosigkeit scheint eine weit verbreitete Tugend einiger amerikanischer Musiker zu sein. Beispiele dafür sind etwa Ryan Adams, der in stetiger Folge Solo-Alben und Alben mit den Cardinals veröffentlichte und nun auch trotz Pause fleißig Videos und Songs seines Metal-Projekts Werewolph in den Äther fließen lässt. Auch Conor Oberst scheint es mit Pausen nicht so zu haben, nach zwei Alben mit der Mystic Valley Band steht sein nächstes Album mit Mike Mogis, Jim James und M. Ward als Monsters Of Folk unmittelbar bevor. Auch der Meister des neuen amerikanischen Blue-Rock, Jack White hält nicht viel von Freizeit. Jedenfalls nicht im Sinne von Pause. Für ihn scheint Freizeit zu bedeuten, sich mit neuen musikalischen Projekten auszutoben und so gründete er nach dem letzten Raconteurs Album “Consolers Of The Lonely” mit ein paar befreundeten Musikern das Projekt The Dead Weather, schrieb neue Songs für das White Stripes Nachfolge-Album zu “Icky Thump” und laut Gerüchten sogar noch ein Solo-Album.
Als erstes sind aber The Dead Weather an der Reihe. Gegründet hat er die Band in Nashville zusammen mit Alison Mosshart (The Kills) als Gitarristin und Sängerin, mit seinem The Raconteurs Mitstreiter und Greenhornes Mitglied Jack Lawrence am Bass und Dean Fertita von den Queens Of The Stone Age an der Gitarre. Jack selbst nimmt hinter dem Schlagzeug Platz, eine ungewohnte Rolle, die er aber natürlich bravouröser meistert, als seine “Schwester” Meg, deren Schlagzeug-Spiel häufig belächelt wird. Eine Supergroup also im Besten Sinne, die daraus entstand, das Sängerin Alison Mosshart bei einigen Shows für Jack White einsprang. The Dead Weather debütieren nun also mit ihrem Album “Horehound”. Stilistisch bewegt sich die Band da wie erwartet irgendwo zwischen Blues-, Roots- und Psych-Rock. Das gestaltet sich im Opener “60 Feet Tall” noch relativ ruhig mit groovendem Blues-Rhythmus und der croonenden Mosshart, die sich lässig in knappen fünfeinhalb Minuten Blues stimmlich hin und her windet. Wie schon bei den The Raconteurs Alben wohnt dem Song die typische Jack White Coolness inne. So hat man beinahe den Eindruck, hier geht es mehr um einen stylischen Retro-Rocksound, als um Musik mit Substanz. Auch das rockigere “Hang You From The Heavens” geht als absolut cooler und bluesiger White-Rocker durch. Ein Song allerdings, den man so irgendwie auch schon von den White Stripes und The Raconteurs kennt. Handwerklich perfekt spielen sich The Dead Weather auch in der Folge quer durch die genannten Genres, mal triftt White da bei “I Cut Like A Buffalo” mit Sprechgesang auf eine Hammond-Orgel, um dann wieder Mosshart in “Treat Me Like Your Mother” ordentlich zu verzerrten Gitarren croonen zu lassen. Das wirkt manchmal wie eine moderne Version von Led Zeppelin, oder Deep Purple, ist alles enorm stilbewusst und cool, aber sonnt sich auch so sehr in seinem Style, dass die Songs fast schon konzipiert wirken. “Horehound” ist natürlich alles andere als ein schlechtes Album, der letzte Funke möchte dennoch nicht wirklich überspringen, was den Gedanken nahe legt, das White sich neben seiner Arbeitswut vielleicht etwas mehr mit seinem Output beschäftigen sollte, statt ihn mit einem Projekt nach dem nächsten so schnell wie möglich ans Tageslicht zu fördern.










The Dead Weather
Gratis-Download: “Treat Me Like Your Mother” (über den Link für den Newsletter registrieren und downloaden)
Bei Facebook gibt’s das Album im Stream
Video zu “Will There Be Enough Water”
Horehound – bei Amazon.de kaufen















[...] “Horehound”, das erste Album von The Dead Weather überzeugte uns zwar nicht auf ganzer Linie, für ein paar Hits ist das Album aber dennoch gut. “Treat Me Like Your Mother” ist einer davon. Nach einem episch anmutenden Trailer zum Video feierte dieses nun am Freitag Premiere und steht nun auch zum Bestaunen durch die Öffentlichkeit auf allen Video-Portalen bereit. Den Song “Treat Me Like Your Mother” gibt es übrigens auch als Gratis-Download, einfach über den Link für den Newsletter registrieren und downloaden. Nun viel Spaß mit dem Video. [...]
[...] Ende 2004 war Conor Oberst gerade einmal wieder auf ausgedehnter Tour mit seinen Bright Eyes. Dabei hatte er unterschiedlichste Supportbands, an ein paar speziellen Abenden traf er dann aber mit den Folk- / Songwriter-Größen M. Ward und Jim James (My Morning Jacket) zusammen. Angekündigt wurden die Abende als “An Evening with: Bright Eyes, Jim James (My Morning Jacket) and M.Ward”, unter den Musikern entwickelte sich daraus zunächst im Scherz der Arbeitstitel “Monsters Of Folk” und die Idee diesen Namen vielleicht wirklich einmal in einer gemeinsamen Zusammenarbeit zu nutzen. Bis zu der sollte es dann noch einmal fünf Jahre dauern, aber nun ist das Monsters Of Folk Album Wirklichkeit geworden. Bei Supergroups gibt es im Prinzip drei Arten, es gibt den Typus, bei dem die gebündelten Talente für ein wahres kreatives Feuerwerk sorgen, wie etwa bei The Good The Bad and The Queen unter der Feder von Damon Albarn, den Typus, bei dem der Initialzünder das Zepter in die Hand nimmt und dem Rest der Truppe sein Korsett überstülpt, was zumeist wenig originell wird, wie etwa bei The Dead Weather. [...]