Mit “Foruteen Autumns And Fifteen Winters” legten The Twilight Sad 2007 nicht nur ein schier beeindruckendes Debüt-Album, sondern auch eines der Alben des Jahres vor. Die düstere Grundstimmung, verzerrte Gitarren, der sehr schottische Akzent und eine Prise Folk erzeugten ein großartiges Album, das leider in Deutschland eher unbeachtet blieb. In England und Amerika dagegen spielten sie seitdem ausverkaufte Tourneen und wurden auch von Mogwai zur Wunsch-Vorgruppe für die Amerika-Tour erkoren. So befanden sich The Twilight Sad seit dem Release ihres Debüts denn auch unentwegt auf Tour, was sie auch dazu anregte im letzten Herbst ein Live-Album, das sie zunächst nur auf Konzerten verkauften auch über Online-Shops dem Rest der Welt zugänglich zu machen. Auf den Live-Aufnahmen zeigten sich The Twilight Sad dann noch eine Spur rauer und düsterer. Was seinerzeit als kleines Tour-Gimmick gedacht war sollte unter heutiger Betrachtung auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf das zweite Album bieten.
Zum einen natürlich, weil sich die beiden Songs, die als “Untitled” auf dem Live-Album genannt waren, nun ausgearbeitet und mit richtigen Titeln auf “Forget The Night Ahead” wiederfinden. Aber auch deshalb, weil der düstere, verzerrte Live-Sound Einzug in die Studioarbeit gefunden hat. Vielleicht hat da auch unterbewusst die Tour mit Mogwai einen gewissen Einfluss ausgeübt. Bereits im Opener “Reflection On The Television” hallen die Drums schön, der Bass dröhnt bedrohlich und es wird eine dichte Gitarrenwand aufgebaut, durch die nur James Graham’s Stimme dringt. Richtig laut und druckvoll wird es dann erstmals mit dem Song “I Became A Prostitute”, mit dröhnenden Gitarren und einem kraftvoll heraus geschrieenen Refrain. Zusammen mit einem geschickt erzeugtem Spannungsbogen ergibt das ein intensives Hörerlebnis, dem man sich kaum entziehen kann. Da stört es auch gar nicht, dass die organischen Momente in Form akustischer Instrumente, die noch auf dem Debüt zu hören waren beinahe vollends verschwunden sind. Einzig eine Geige von My Latest Novel Mitglied Laura McFarlane bringt etwas Licht in das bedrohliche Dunkel aus Shoegaze, Wave und Post-Rock. Ein Dunkel so herbstlich und verregnet, wie Schottland, aber doch auch voller Schönheit und trotz aller Melancholie und Traurigkeit auch mit diesem Hoffnungsschimmer am Horizont. Das alles macht “Forget The Night Ahead” zu einem mitreißenden Hörerlebnis, das die Band hoffentlich auch bald in Deutschland nicht nur Kenner schwelgen lässt.










The Twilight Sad
Mehr zum Album auch in unserem Interview mit Sänger James Graham,
Das Album im Stream bei FatCat
The Twilight Sad auf Tour
03. November, Köln, Luxor
06. November, Hamburg, Molotow
07. November, Berlin, Bang Bang Club
09. November, Frankfurt, Nachtleben
15. November, München, Atomic Cafe
17. November, Schorndorf, Manufktur
18. November, Heidelberg, Karlstorbahnhof
19. November, Münster, Gleis 22
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