Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Wild Flag – Wild Flag (s/t)
Ich hatte bisher noch nie eine Lieblingsband, die ich schon eine solche nannte, bevor ich jemals einen Ton von ihr gehört hatte. Seit Carrie Brownstein vor etwas über einem Jahr verkündete, dass sie eine neue Band hat, habe ich wenn ich nicht gerade gegessen oder geschlafen habe, der Veröffentlichung des Wild Flag Albums entgegengefiebert. Übertreibungen nicht ausgeschlossen.
Brownstein selber hat früher in Sleater-Kinney gespielt, genau wie Janet Weiss, die außerdem noch die Drumsticks bei Quasi und Pavement in den Händen hält – hat man die 90er nicht völlig verschlafen, kennt man Mary Timony von Helium, Rebbeca Cole hat schon bei The Minders gespielt und wenn sie noch einmal das Wort Supergroup hören, rollen sie wahrscheinlich mit den … Continue Reading
Dum Dum Girls – Interview
Sie nennt sich lieber Dee Dee. Wer das Debütalbum von Kristin Gundred im letzten Jahr verpasst hat, hatte seinen Kopf entweder unter einem Stein begraben oder konnte vor lauter Reverb die Songs nicht finden. Zwar ließ der Name Dum Dum Girls damals schon auf ein Bandprojekt schließen, doch machte Dee Dee vom Songwriting bis zur Aufnahme alles komplett im Alleingang, einzig mit dem Beistand ihrer Gitarre.
Erst in diesem Jahr soll das s im Bandnamen seine Berechtigung erhalten: Auf der neuen Platte “Only in dreams” hat Dee Dee zum ersten Mal ihre Bandmitglieder mit ins Studio rekrutiert und klingt tatsächlich so als wäre sie die Sängerin einer poppigen Vintage-Girlgroup. Abgenutzt klingt hier allerdings nichts, im Gegenteil: so sauber poliert klang Dee Dee selten. Mit uns sprach sie über Soundveränderungen, ihr Kult Label Sub Pop, Lyrik-Inspirationen und Tagträume.
Taking a closer look at the lyrics on the new record, I thought the title „Only in dreams“ was meant like escaping into dreams avoiding having to face reality. Would you agree to that?
Yes, very true. It was a rough year and there was a lot of stuff going on that was hard to deal with. A lot of the songs have to do with wishing things were different or longing to … Continue Reading
Death by Pop Opening Party, White Trash, Berlin, 01. Juli 2011
Death by Pop. Tod durch Pop. Zuckersüße Indie-Pop-Refrains die langsam die Atemwege verkleben und zu langsamen Herzstillstand auf der Tanzfläche führen, Gitarrenriffs, die eben dieses direkt angreifen und es wie Messer durchlöchern oder einfach nur Tanzen bis zum Umfallen. Die Indie-Institution Death by Pop ist für all das seit Jahren bekannt. War sie früher im Bang Bang Club (mittlerweile Leeve) beheimatet, so nennt sie seit der Eröffnungsparty am 01. Juli … Continue Reading
Warpaint, Kulturkirche, Köln, 28. Juni 2011
Warpaint zelebrieren ihren träumerischen Psychedelic-Pop in der Kulturkirche – haben leider nicht ihr bestes, jedoch ein sehr professionelles Paar Shoegaze im Gepäck.
Das LA-Quartett ist derzeit eher auf Open-Air Festival Bühnen anzutreffen. Ausgerechnet ihr einziges deutsches Club Konzert in diesem Sommer, findet jedoch am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres statt.
In Köln sind es 37 Grad und eine Vorgruppe mit dem Namen Heat soll den Abend einläuten. Anstatt sie zu vermehren, entscheiden sich die meisten Konzertbesucher dazu ihre Schweißperlen lieber im Hof der Kulturkirche zu pflegen und die Vorband alleine schwitzen zu lassen. … Continue Reading
Kaki King, Admiralspalast (Studio), Berlin, 15. Mai 2011

Hey Katherine Elizabeth King. Es gibt viele Schlagwörter, die man Dir immer wieder an den Kopf wirft: Du seist eine Ausnahmegitarristin, gar eine Gitarren-Göttin. Auch mit Gastspielen bei den Foo Fighters und Tegan and Sara und mit der Filmmusik zu „Into The Wild“ könntest du prahlen. Tust du aber nicht. Vielmehr machst du Musik für niemand anderen als dich selber und auf deinem letzten Werk „Junior“ verzichtest du (bis auf zwei Sekunden) sogar komplett auf deine Finger-Tapping Technik, die dich bekannt gemacht hat.
Heute spielst du also im Studio des Admiralspalast. Auf deiner Tour im letzten Jahr, hattest du deine Band dabei und die Setlist war um dein damals gerade erschienenes letztes Album- was zum ersten Mal auch mehr wie ein Bandalbum, als wie das einer Solokünstlerin klang – ausgerichtet. Diesmal sitzt nur du auf der Bühne, zwischen einer ansehnlichen Auswahl an Akustik-Gitarren, die eine Art Stuhlkreis um dich zu bilden scheinen. Man könnte glauben du seist genau dort geboren und bei dem was du tust, müsstest du dich garnicht anstrengen. So einfach geht dir alles, im wahrsten Sinne des Wortes, von den Fingern. Die Songauswahl heute abend besteht hauptsächlich aus frühen und daher auch vermehrt instrumentalen Stücken, gespickt mit halb-fertigen Songs, die du während du auf Tour bist, hast angefangen zu schreiben („this song is actually still being written“) und deinen eigenen Interpretationen von klassischen Gitarrenstücken. Was letztes Jahr eine Rockshow war, lässt du in diesem Jahr einem intimen Wohnzimmerkonzert weichen. Immer wieder spickst du die Pausen zwischen den Songs mit kleinen Anekdoten und ziehst damit alle auf deine Seite. Man kann sich auch einfach nicht so gut wehren, wenn das Zwerchfell vor Lachen schmerzt. Und nein, auch wenn ich die Komplexität der Situation natürlich vollkommen verstehe, weiß ich leider auch nicht, wie du deine Nachbarin In New York am Besten fragst, ob sie mal Baseball mit dir spielen geht. Aber finde es sehr lobenswert, dass du nun italienisch lernst. („I wanna learn it, because it’s slutty, you know?“) „Playing with Pink Noise“, „Life Being What it is“ und „Sunnyside“ als letzte Zugabe zählen zu den Highlights des Sets – nicht zu unterschlagen die fantastische Version von „Zeitgeist“ mit Dan Brantigan an der Trompete.
Kaki, der Rolling Stone hat ausnahmsweise mal recht: Du bist eine Gitarrengöttin. Auch ich muss dir leider diesen Stempel aufdrücken. Zum Glück bist du es ohne die dazugehörige Arroganz. Entertainerin bist du noch dazu. Um diesen Punkt muss die Liste der Schlagwörter auf jeden Fall erweitert werden. Ich übernehme das hiermit.
Deine Kristina
Handsome Furs, West Germany, Berlin, 9. Mai 2011

Dan Boeckner und Alexei Perry wohnen jetzt in Sound Kapital. Dort tanzt man vermehrt zu Synthies.
Handsome Furs dürften Europa mittlerweile sogut wie ihre Westentasche kennen. Viel größer als eine solche, ist das West Germany auch nicht, und heute abend erscheint es besonders klein. Trotz starker Konzertkonkurrenz in der Stadt, scheint sich ganz Kreuzberg genau hier gegenseitig auf die Füße treten zu wollen. Beim dritten Song ist es bereits derartig heiß, dass ich sicher bin, mehr Schweiß von anderen Leuten als von mir selber am Körper zu haben. Während manche noch Stoßgebete nach Frischluft gen Decke schicken, entledigen sich Dan und Alexei kurzerhand ihrer Klamotten. Teilweise zumindest. Obenrum nur noch mit Körperbemalungen und BH bekleidet, spielt es sich eindeutig besser und auch Alexeis gymnastische Verrenkungen hinter ihrem Ar(t)beitstisch voller Synthie/Keyboard-Tasten, Drum Machine und Effektkram, werden immer spektakulärer. Ihre Füße befinden sich öfters an den Wänden des Clubs als auf dem Boden und nach jedem Song lässt sie sich schwer atmend nach hinten fallen, wie eine Marathonläuferin, die gerade die Zielgerade durchquert hat. „I’m always so nervous about playing here, because i really wanna impress Berlin. I love it here so much!“ spricht sie, und man möchte ihr das genau so glauben.
Ihr Band- und Lebenspartner Dan trägt seine Vocals gewohnt eindringlich, mehr rufend als singend, vor. Euphorisch wird jede Geste der Beiden beklatscht, jeder Song, ob neu ob alt, begeistert bejubelt. Mit jedem weiteren Akkord aus Dans Gitarre, mit jedem neuen Beat aus Alexeis Fingern, scheint die Temperatur im Raum zu steigen.
Die Hits von Plague Park und Face Control sollen heute abend nur am Rande stattfinden, die eigentlichen Stars sind die Songs des im Sommer erscheinenden neuen Albums „Sound Kapital“. Und zur Sound Kapital des Elektro/Synth Pop wollen Handsome Furs scheinbar auch werden. Die Gitarre wird Dan wohl in Zukunft eher mit seinen Band-Kollegen von Wolf Parade spielen, denn Tracks wie „What about us“, „When I Get Back“ und „Memories Of The Future“ klingen fokusierter, tanzbarer und vor allem synth-lastiger als alles, was Handsome Furs bisher gemacht haben. Doch wer hier an kühle Elektro/ Synthie Klänge denkt, liegt nur halb richtig, denn kalt ist hier garnichts. Handsome Furs‘ Beats sind so heiß wie ihre Bühnenshow. Bei „What about us“ steigt Dan von der Bühne, tanzt mit der Menge und singt seine Frau Alexei mit den Worten „..go on and brake my heart, go on and brake my heart!“ direkt an. Alexis zerfließt vor Rührung, das Publikum immer noch vor Hitze. Die Handsome Lovers aus Montreal kommen aus ihrem Dankes- und Freudentaumel garnicht mehr heraus. Wenn das alles nur ein Fiebertraum war, dann war es ein verdammt guter.
Gratis Download von What about us
Warpaint – The Fool
Ein Debüt, das an den Shoegaze Sound der frühen Lush oder Ride erinnert, 80er Goth psychedelisch neu interpretiert und dem Dreampop von Mazzy Star Tribut zollt.
Mit den hyptnotisierenden, elfenartigen, mehrstimmigen Gesängen in „Stars“, den kosmisch aber gleichzeitig eindringlichen Gitarren von „Elephants“ und der großartigen Halb-Cover-Halb-Eigenkreation Billie Holiday (die sich im Vorbeigehen kurz das Beste vom Motown Klassiker „My Guy“ klaut), hatten Warpaint schon mit der EP „Exquisite Corpse“ mehr als überzeugt.
Nachdem ursprünglich Schauspielerin Shannyn Sossamon hinter den Drums saß, sowie nach ihr Josh Klinghoffer, der dann als Gitarrist von den Red Hot Chilli Peppers abgeworben wurde, hält seit Herbst 2009 Stella Mozgawa bei Warpaint die Drumsticks in den Händen. In der LA-Szene schon seit allerspätestens 2008 bekannt, als sie „Exqusite Corpse“ bereits selbst veröffentlichen, bevor Manymal Vinyl sich 2009 der Sache annahm, sollte der Rest der Welt erst 2010 auf Warpaint aufmerksam werden:
Zwei Jahre, einen Rough Trade Plattenvertrag und ein NME Cover später steht „The Fool“ in den Läden und mit ihrem Debüt fordern Warpaint nicht nur einen Stück vom Kuchen, sondern gleich die gesamte Bäckerei. Was mit „Set Your Arms Down“ und „Warpain“ noch relativ zahm eingeleitet wird, findet mit Undertow seinen ersten Höhepunkt. „Now I’ve got you in the undertow“ sorgt dafür dass die seit Sekunde 1 bestehende Gänsehaut nochmal um mindestens 2cm anwächst.
Warpaint entführen in eine Welt in der alles sphärisch und schwebend scheint. Die Stimmen von Emily Kokal und Theresa Wayman wirken so schwerelos wie ihr Gitarrenspiel, die Basslinien von Jenny Lee Lindbergh, die manchmal mehr wie Melodie als Rhythmus scheinen, fließen mühelos in den Klangteppich mit ein, der von Stella Mozgawas präzisem Schlagzeugspiel zusammengehalten wird.
Dieses Album läuft mit Dir durch den Wald und flüstert Dir Geheimnisse ins Ohr.
Warpaint haben mit „The Fool“ ein Album gemacht, das über hippe Elektro Acts oder bärtige Genie-Singer/Songwriter Trends nur lächeln kann und sich durch seine eigene Atmosphäre und Klanglandschaft vermutlich in vielen Jahresbestenlisten 2010 wiederfinden wird.
Um mit einer Zeile aus der Vorab EP zu schließen: „Oh wonderful one, why are you like that?“ Oh Warpaint, zum Glück seid ihr so!










Warpaint
Allo Darlin’, Indie-Pop-Days, Berlin, 5. September 2010

„You want us to cover a song? They all sound like covers anyway!“ ruft Elizabeth Morris während dem Auftritt ihrer Band Allo Darlin’ auf dem Indie Pop Days Festival in Berlin ins Publikum, und ich bin froh dass sie es selber aussspricht. Denn genau das ist der Grund warum ich Allo Darlin’ bisher ungefähr garkeine Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Ich wollte diese Band wirklich nicht mögen. Und sie haben es mir einfach gemacht. Überfröhliche Twee-Popmusik, die zum Schunkeln einlädt, lässt sich einfach ignorieren. Auch die Tatsache, dass Allo Darlin’ auf dem gleichen Label wie The Pains Of Being Pure At Heart veröffentlichen, konnte mich wenig beeindrucken. Doch plötzlich finde ich mich in einem Raum mit unzähligen zufrieden aussehenden Menschen, die ihre selig lächelnden Lippen zu den Texten von Elizabeth Morris bewegen, und ich kann nicht anders als es ihnen gleichzutun.
„Everybody I know wants to be your friend, but I just wanna hold you when the music ends.“
Elizabeth ist gebürtige Australierin, fiel in London aus dem Flugzeug, stolperte in einen Laden in der Brick Lane, wo sie ihre Ukulele kaufte, auf der sie seitdem Songs schreibt. Soweit die Geschichte von Allo Darlin. Dass Elisabeth auch noch in Amelia „Twee“ Fletcher’s aktueller Band Tender Trap spielt, ist genauso erwähnenswert die zahllosen Zitate und Referenzen, mit denen das Debüt-Album von Allo Darlin’ gespickt ist. Es sind so viele, dass es nicht überraschen wurde, wenn die komplette letzte Seite des Booklets als Quellenverzeichnis herhalten müsste.
„ It’s like The Just Joans said: „You’re oh so sensitive“ “
So wird für die Küchen-Romanze „Heartbeats Chili“ bei Johnny Cash abgeschrieben, in What Will Be (zugegebermaßen unnötigerweise) Que Cera Cera angesungen, My Heart is A Drummer klingt im Refrain wie Cindy Laupers Girls Just Wanna have Fun, macht aber trotzdem oder gerade deswegen Spaß und I Kissed Your Lips zelebriert in bester Grease-Manier den Boy/Girl Wechselgesang.
Auf dem Höhepunkt des Album „Let’s Go Swimming“ beschreibt Elizabeth gekonnt einen perfekten Tag an einem See in Schweden, den die Bänker in Moorgate sich nicht hätten erkaufen können, und die Hipsterkids in Shoreditch nicht besser hätten stylen können. („All of the hipsters in Shoreditch could never style it, and all of the bankers in Moorgate could never buy it for you.“) Als Australierin fühlt es sich natürlich „brandnew“ an „to go swimming where nothing can eat you“. Im Zusammenhang mit diesem Song findet sie auch gleich die perfekte Beschreibung für ihre eigene Musik „This is simple and it’s true.“, wer braucht also noch dieses Review.
Ihr ahnt es schon: Hier wird nicht das Twee- oder ein anderes Rad neu erfunden, aber wer seinen Ohren eine Herausforderung bieten will, greift ohnehin nicht zum Album von Allo Darlin’. Bis dahin versüßen wir uns die Herbsttage mit Elizabeths bittersüßen Twee Pop Songs und freuen uns dass sie es schafft ihre Songs so charmant klingen zu lassen, wie sie selber ist.
Berlin Festival. Ready for Take Off.

Mittlerweile fünf Kerzen hat das Berlin Festival auf seiner Torte stehen. Doch anstatt Topfschlagen und Blinde Kuh, spielen die Gäste der Party am 10ten und 11ten September, lieber die Indie-Hits des Jahres.
18 Tage sind im Grunde keine lange Zeit. Doch im Falle des Berlin Festivals wünscht man sich zur Abwechslung den in Berlin meist vorherrschenden Ostwind herbei, damit er die einzelnen Kalenderblätter noch schneller abreißen lässt oder die Uhrzeiger zusätzlich unauffällig anstößt.
Genau, es sind nur noch 18 Tage bis sich das Who Is Who der Indie/Elektro Szene auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhofs wieder die Klinken in die Hand gibt. Die wohl geschichtsträchtigste und gleichermaßen spannendste (Halb-)Open-Air Location, die man sich für ein Festival wünschen kann. Aber was wäre die, ohne das passende Line Up? Richtig.
Doch worauf am Meisten freuen, wenn die Auswahl so endlos scheint? Die Checkliste der Festival-Knaller liest sich wie folgt:
Der einzige Auftritt vom Indie-Urgestein Gang Of Four auf deutschem Boden 2010. Check.
Atari Teenage Riot frisch nach ihrer Wiedervereinigung. Check.
Synthie-Meisterin Zola Jesus schon vorab, bevor man sie im November gemeinsam mit Xiu Xiu und Former Ghosts in Berlin zu sehen bekommt. Check.
The Knife-Heldin Karin Dreijer’s Projekt Fever Ray, das die Festivalsaison schon im letzten Jahr nachhaltig beeindruckt hat. Einziger Deutschland Auftritt 2010. Check.
LCD Soundsystems erster Festivalauftritt 2010. Check.
Eigene City Slang Bühne zum 20. Geburtstags des Kult Indie-Labels mit Auftritten von u.a. Caribou und Junip. Check.
Kein Berlin Festival ohne Peaches. Es gilt 10 Jahre Teaches Of Peaches zu feiern. Wie sie ihre Dildo-Tänzerinnen Show vom letzten Jahr toppen will? Das Schlüsselwort lautet „Lasershow“. Check.
Fatboy Slim. Genug gesagt. Check.
Fang Island. Der (halbe) Indie Rock Geheimtipp aus Brooklyn, der spätestens nach dem Berlin Festival keiner mehr sein wird. Check.
Amiina, die bisher nur Sigur Ros Anhängern ein Begriff sein dürften, in deren Vorprogramm die Isländerinnen ihren Elfen-Streicher-Folk-Pop bereits in Deutschland zum Besten gaben. Check.
The Wedding Present spielen exklusiv ihr Kult-Album „Bizarro“ aus dem Jahr 1989. Check.
Exklusive Premiere der mysteriösen 2manyDJs Audio/Video Performance. Check.
Atmen nicht vergessen. Check. Check.
Wer seine Vorfreude noch mehr steigern möchte, ist von www.putpat.tv eingeladen, sein Herz mit Videos der Festival Acts schneller schlagen zu lassen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich jetzt schon seine persönliche Running Order mit allen Lieblingsacts zusammenzustellen. Das gibt es, genau wie das komplette Line Up auf www.berlinfestival.de.
Berlin Festival, ready when you are! Check.
Quasi – American Gong
Es ist schon verwunderlich, wie manche seit Jahren als Nebenprojekt geschimpfte Konstellation sich klammheimlich zum Hauptprojekt aller Beteiligten entwickeln kann. Noch verwunderlicher ist es, dass eine Band wie Quasi nie so wirklich den verdienten (Indie)-Durchbruch geschafft hat.
Auch wenn es mittlerweile eine Besetzungserweiterung gab, die aus dem Duo ein Trio macht, haben Quasi aus Portland seit mittlerweile 8 Alben den Titel „Vorreiter amerikanischen Indie-Rocks“ in ihre Stirn geritzt. Falls hier und da noch ein Blutstropfen hinabfließen sollte, bleibt eh keine Zeit ihn wegzuwischen. Wer soll bei so vielen Haupt- Neben- und Unterprojekten der Bandmitglieder auch noch Zeit zum wischen, schlafen oder gar atmen finden. Immerhin hat Janet Weiss seit 2006 eine Bandprobe weniger auf ihrem Stundenplan: Sleater-Kinney verkünden auf unbegrenzte Zeit zu pausieren, nachdem Janet sie jahrelang an- und schließlich zur Riot Grrrl Kultband getrommelt hatte. Doch (k)ein Grund zur Trauer: So bleibt ihr mehr Zeit um für Quasi, Conor Oberst und als Stephen Malkmus‘ Jick auf ihr Schlagzeug einzudreschen.
Es ist nicht zu überhören, dass Sam Coomes, ihr Ex-Mann, und bisher Hauptsongwriter in Quasi, sich auf diesem Album mehr von Janet und mittlerweile Vollzeit-Bassistin Joanna hat beeinflussen lassen. Klangen Quasi Alben zuvor, als bestünden sie allein aus Songs, die der ehemalige Bandkollege Elliot Smith’s (in Heatmiser) und nach wie vor Pink Mountain Mitstreiter, in seinem Schlafzimmer geschrieben hat um ihnen anschließend von Janet nur noch den letzten Schlagzeugschliff verpassen zu lassen, klingt „American Gong“ erstmalig wie ein Bandalbum, dazu noch fröhlicher als alles, was Quasi jemals veröffentlicht haben und außerdem getrieben von einer deutlichen Trio-Energie. Das dürfte nicht zuletzt an der dritten im Bunde liegen.
Auch Joanna Bolme dürfte sich in der Vergangenheit nicht über Langeweile beklagt haben können. Ihre Referenz-Liste sollte sie sich eingerahmt an jede Wand hängen – schließlich kann nicht jede von sich behaupten in Stephen Malkmus‘ Band Bass zu spielen und als seine Ex-Freundin, Elliot Smiths‘ letztes Album „From a Basement on a Hill“ nach seinem Tode noch mit-fertiggestellt zu haben. Die Basslinien, die sie auf „American Gong“ zum Leben erweckt, sind so stabil, dass sie wahrscheinlich sogar eine Horde galoppierender Pferde tragen könnten. Samt Reiter.
Diese Veröffentlichung ist spannender und zeitloser als fast jedes andere Album, das derzeit mit unter der Decke der hübschen Indie-Jünglinge steckt, und trotzdem werden Quasi wohl wieder in deren Fahrwasser nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Vielleicht klappt es ja mit Album Nummer 9. Ich drücke beide Daumen. Bis sie bluten.










Quasi
Quasi auf Tour:
17. Mai, Köln, Tsunami
19. Mai, Berlin, C-Halle w/ Pavement
20. Mai, Offenbach, Hafen 2
21. Mai, München, 59:1














