Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Poolstar* – 4
Poolstar* haben ihre ganz eigene Sorte Humor, so benannte sich die Band bei Gründung nach dem in einem Pool ertrunkenen Rolling Stone Brian Jones. Dieser leicht makabere Humor ist vielleicht auch der Grund, warum Die Ärzte Mitglied Rodrigo González sich der Produzentenrolle für das mittlerweile dritte Album der Band annahm. Das nannten die Berliner dann passenderweise “4″. Na gut, ganz so pasend ist das nicht, passender aber dennoch, dass sie aus Berlin stammen, der einzigen deutschen Stadt, der Heimat von Die Ärzte und den Beatsteaks.
Ganz genau zwischen diesen beiden positionieren sich Poolstar* auch, sie mischen Rock, der simpel geradeaus marschiert mit Punk-Tendenzen, dazu Texte mal mit einem Augenzwinkern und auch mal mit ernsthaftem Hintergrund. Gut, solche Bands gibt es natürlich zu hunderten in Deutschland, manche davon füllen Clubs, die meisten amüsieren sich dann aber höchstens am frühen nachmittag auf Stadtfesten überall in der Republik. Was hebt Poolstar* also ab? Nicht wirklich viel, die Riffs werden rausgeballert, der Gesang ist hübsch melodiös und die Songstruktur immer eingängig und manchmal auch etwas vorhersehbar. Diese Portion zuätzliche Coolness, die das Quartett jedoch in seine Musik legt führt dann doch dazu, dass man den Jungs auch gern weiter zuhört und sich gern den ein oder anderen Ohrwurm reinprügeln lässt. Das ist natürlich alles nicht wirklich anspruchsvoll, aber einfach mal schön, um auf einer Party ein wenig abzurocken und die Faust in die Luft zu strecken.










Poolstar
Video zu “Something In Your Eye”
POOLSTAR – Something In Your Eyes – reloaded by Rod Gonzalez
Area4, Lüdinghausen, Alter Flugplatz Borkenberge, 21. – 23. August 2009

Drei Tage mit immer wiederkehrendem Sonnenschein und 20.000 Besuchern in Lüdinghausen im Kreis Coesfeld sorgten für eine ausgelassene Stimmung beim Area4 Festival. Von den Besucherzahlen so groß wie noch nie, etabliert sich das Festival im Westen des Landes. Letztes Wochenende spielten knapp 30 Bands auf lediglich einer Bühne. Geschrumpft ist das Festival jedoch in der Hinsicht der Bandanzahl. Das hübsche Musikzelt des Vorjahres, wo immerhin Bands wie die Futureheads, Bloodlights und die Blood Red Shoes ihr musikalisches Können darboten ist wie in Luft aufgelöst. Ein trauriger Minuspunkt, für dieses kleine, sympatische Festival im feinen Münsterland. Doch an Höhepunkten fehlte es dieses Jahr dem Festival trotz allem nicht.
Schon der Freitag begann denkwürdig. Mit dem peinlichsten Überbleibsel der Ramones. CJ Ramone. Leider steht der Name nicht für Qualität, sondern eher für den Versuch noch ein paar müde Euros basierend auf den Mythos aufzubauen. Gänzlich unansehlich und leider den Namen einer Legende in den Dreck ziehend! Unsere Lieblinge aus dem Norden sorgten im Anschluss jedoch wieder für ein Lächeln auf unseren Lippen. Turbostaat spielten seit über einem Jahr mal wieder im Westen und waren dementsprechend gut drauf und sorgten für ausgelassene Stimmung. Alte Songs der ersten drei Alben, sowie eine Appetitanreger für das hoffentlich bald erscheinende vierte Album sorgten für einen ordentlichen Mix und machten Spaß. “Are you gonna be my girl” war ihr Hit, auf dem sie sich seit Jahren aufbauen. Jet ist der Name der Band, der sich ähnlich wie Jahre zuvor eine Band Namens Liquido auf diesen Hit profiliert. Vielmehr ist seitdem nicht gekommen, obwohl inzwischen Album Nummer Drei geworfen wird. Die Menschen vor der Bühne nahmen es mit wohlwollen hin, feierten ein wenig mehr bei besagtem Hit und ließen einen unspektakulären Auftritt zu Ende gehen. Als Co-Headliner dienten am Freitag Abend die Altpunks von The Offspring. Seit Jahren zeugt die Band davon Stilbrüche zu begehen und sich der jeweiligen Zeit mit der Musik anzupassen. Was die 5 alten Herren auf der Bühne anrichteten grenzte an eine riesengroße Frechheit. Kein Elan, keine Spielfreude, Nichts. Unmotiviert eine Bühne betreten und eben ein Set in 60 Minuten runterspielen, das eigentlich für 75 Minuten angesetzt wurde. Die großen Songs werden euphorisch bejubelt, die Band scheint es nicht zu Interessieren. Auch unverständlich sich einfach während des Konzertes mal eben zurückzuziehen und schlimme Choreographen die Bühne betreten zu lassen, die ein Punkkonzert in eine alberne Show umwandelten. Schlimmer konnte es nicht werden. Und sie setzten trotzdem noch einen oben drauf. So manchen Fan oder Zuhörer an diesem Abend überkam der Verdacht, das so manche Stellen Playback liefen. Viele fraglose Gesichter werden wohl nie eine ehrliche Antwort bekommen. Eine Reunion also, die man sich hätte sparen können. Der Stimmungspfeil konnte nur noch nach oben tendieren als endlich die guten, ehrwürdigen, alten Toten Hosen die Bühne betreten. Seit mehr als nun 25 Jahren mit ganz oben dabei und das zu recht. Merkt man auf den letzten Alben einen leichten Qualitätsverlust zu früheren Platten, so kann man das live nicht behaupten. Sie wissen, wie sie das Publikum in Griff kriegen.
Und es geht auch einen kletternden Campino, der die Bühne erklimmt. 90 Minuten, inkl. Gänsehaut. Alles aus Liebe, Liebeslied, Opelgang. Alles nur ein kleiner Auszug aus der langen und gut gefüllten Setlist. So schwach der Start am Freitag so manch einem vorgekommen ist, so schlimm war es nicht. Ein guter Anfang mit Potenzial Richtung Oben.
Samstag, ein neuer Tag, das Wetter hält sich tapfer trocken, die Sonne blinzelt hin und wieder durch und der Festivalalltag nimmt seinen gewöhnlichen Lauf. Rival Schools um die Hardcore Legende Walter Schreifel (ehemals Gorilla Buiscuits) hatten es schwer bei dem im Großen und Ganzen recht jungem Publikum, legten jedoch ein ordentliches Set hin. Laut und staubig wurde es dann bei der ehemaligen OI – und inzwischen zum Gröhlpop tendierenden Broilers. Es wurde getanzt und gesungen und das Bier floss in der Zeit schneller in manche Kehlen als zu anderen Zeitpunkten. Heiß wurde es, als Jesse Hughes, Frontmann und Frauenschwarm der Eagles of Death Metal, die Bühne betrat. Den Charme dieses Mannes zieht jeden in seinen Bann. Die Frauen liegen ihm zu Füssen, während die Männer ihn um seinen Sexappeal beneiden. Ein Mann der durch sein einzigartiges Auftreten Menschen in Ekstase versetzt. Musik haben die 4 Jungs aus Kalifornien auch gemacht. Und das sehr gut. Die erste richtige wilde Rock and Roll Party an dem Wochenende. Das mit den Co-Headliner passt bei diesem Festival leider immer noch nicht so. AFI durften zweifelhaft den Platz als vorletzte Band am Samstag übernehmen. Auch hier eher ein schwaches Grinsen und ein fragenden Blick als gelöste Freude. Über den Auftritt wird an dieser Stelle lieber geschwiegen. Rise Against waren Headliner am Samstag. Energiegeladen und voller Schwung holten sie alles aus dem Publikum raus und luden mit ihrem mitreißendem Set zum Mitsingen ein. Leider war der Auftritt nach lediglich einer Stunde vorbei und so manch einer fühlte sich ein wenig veräppelt nach diesem viel zu kurzen Auftritt.

Sonntag, ein Tag der Resignation. Ein Großteil zollt dem Alkohol Tribut, einige wiederum packen ihre Sachen zusammen um in den Abendstunden den Heimweg anzutreten und alle genießen die letzten Töne an diesem Tag. Mit dabei zum Genießen sind Life of Agony. Um Frontmann Keith Caputo, der stark an die historischen 90er erinnert durch sein Erscheinungsbild. Eine Stimme hat dieser Mensch jedoch, die man mögen kann und muss. Life of Agony lassen sich schwer in eine Stilrichtung einpacken, zu vielseitig ist die Musik. Aber sie funktioniert, wenn auch nicht mehr so stark wie in den 90ern, aber sie funktioniert. Anti-Flag sind eine politisch engagierte Band. Sie stehen gegen Kapitalismus, Sexismus, Faschismus und und und. Ob es ein Großteil des recht jungen Publikums versteht, mag man bezweifel, aber eine Riesen Party sind die Konzerte allemal. Auch wenn der aufgewirbelte Staub so manch einem den Appetit verdorben hat, so tat es der Stimmung keinen Abbruch. Da drehte sich der Circle Pit, die Wall of Death wurde zelebriert und alles unter einem Motto: Fuck War – Let’s Party! Als Dichterlesung angekündigt und definitiv ruhiger und besinnlicher, aber mindestens genauso schön war der Auftritt von Kettcar um Markus Wiebusch. Man mag sich oft bei Bands beklagen, dass auf Festivals die alten Songs in der Setlist keinen Platz finden, so ist bei Kettcar der Augenvermerk gerade auf diese Songs gelegt. Vor allem Stücke vom ersten Album “Du und wieviel von deinen Freunden” fanden den Weg in die Setlist. Eine Stunde dauerte der Auftritt und wurde mit dem Song “Balu” beendet. So schön kann eine Dichterlesung sein. Für Viele der eigentliche Headliner war Farin Urlaub mit seinem Racing Team. Die Mischung aus Ska, Punk und guten deutschem Pop mit einer Prise Reggae und Dancehall fand einen unheimlichen Anklang und nicht nur beim Song Zehn wurde deshalb wild gesprungen und getanzt. Farin Urlaub weiß halt wie es geht. Nach endlich hat die Ansetzung mit dem Headliner funktioniert. Der wahre Headliner am Sonntag jedoch waren die großartigen Faith No More um Genie Mike Patton. 90 Minuten wurde zum Abschluss noch einmal ein Schwenk aus den besten Faith No More Jahren geboten und fand einen würdevollen Abschluss eines tollen Festivals.
Fotos: Pressefreigabe FKP Scorpio
Arctic Monkeys, Köln, Kulturkriche, 20. August 2009

Als eine der ersten Bands gehörten Anfang 2006 die Arctic Monkeys zu den Entdeckungen, die ohne Plattformen wie MySpace bis heute nicht denkbar wären. Eine regelrechte Hysterie gab es um die 4 Sheffielder Jungs, wie sie es seit den Beatles nicht mehr gab. Sie wurden als die neuen Superhelden gefeiert. Ein Titel, den die 4 Jungs selber nicht so annehmen wollte. Nun ist das neue Album “Humbug” (hier zur Review) erschienen und eine zwei Finger Breite Deutschland Tour gab es dazu. Zum Einem auf dem Highfield Festival, zum Anderen als Gast beim 1Live Radio Konzert in der Kölner Kulturkirche. Bei Letzterem durften wir Gast sein und bestaunen, wie erwachsen sie doch geworden sind.
So manchem Geweihten dürfte der Zorn im Gesicht geschrieben stehen, wenn er sieht wie viele Jugendliche an diesem Tag in der Kirche waren. Bis zum letzten Platz gefüllt, was sicherlich nicht nur an dem freien Eintritt lag. Viele warten gespannt auf die neuen Töne aus dem Hause der Monkeys. Die haben jedoch Stilbruch betrieben. Nichts ist mehr da von den ehemals 4 U-20 Burschen die die Indietanzflächen im Rund um Drehen füllten.
Die Haare sind lang geworden, das Gesicht ragt nur selten unter diesen Mähne her und vor allem ist es dunkel geworden. Die Arctic Monkeys erinnern ein wenig an The Doors. Die Musik ist nicht mehr so spritzig, die Handbremse ein wenig angezogen, aber dafür immer noch kraftvoll und intensiv. Man merkt schon bei dem Konzert das die Jungs alles aus einer düsteren Sicht betrachten. Eine Weiterentwicklung. “My Proppeler” gab den Start und eine gemischte Setlist mit einem Großteil von “Humbug”, aber auch den alten Indiefüllern. Während es bei den neueren Songs mehr darum ging, ein Ohr darauf zu haben, so wurden die alten Songs wesentlich abgefeiert. Szenen, die es selten zuvor in einer Kirche gab.
Ruhig und zurückhaltend sind sie auf der Bühne, auch wenn sie in der Musik aufgehen, so halten sie sich bei den Ansagen rar. Manchmal nuschelt Sänger Alex was ins Mikro, so wirklich verstehen tut man es nicht. Problematisch ist an einigen Punkten der Sound in der Kirche, so hallt das Schlagzeug und der Bass sehr nach, der Sound geht in diesem Brei dann schon gerne mal unter. An und für sich war es jedoch klar und verständlich mit kleinen Ausnahmen. Viel schlimmer war die unangenehme Hitze in der Kirche, die so manch tanzwütigem Konzertbesucher mehr als nur ein verschwitztes Shirt brachte. Während die Hörer am Radio nur knapp eine Stunde des Konzertes miterleben durften, gab es für die Fans vor Ort eine kleine Zugabe in dem Songs wie “Fluorescent Adolescent”, “Secret Door” und “Do me a Favor” gespielt worden sind. Nach knapp 80 Minuten war auch schon Schluss. Für alle, die nicht dabei sein durften, sei gesagt, dass die Arctic Monkeys im Herbst die Deutschen Hallen beglücken, mit niemand anderem als die Eagles of Death Metal als Support. Lohnen wird es sich allemal.
Fotos: Steffi, mehr hier
Eine Bildergalerie, sowie zwei Videos findet ihr auf EinsLive.de und hier
Setlist:
My Propeller
Red Right Hand @Cover[Nick Cave & The Bad Seeds]
If You Were There, Beware
Crying Lightning
Potion Approaching
Pretty Visitors
Still Take You Home
I Bet You Look Good On The Dancefloor
Only Ones Who Know
Brianstorm
This House Is A Circus
Dangerous Animals
The View From The Afternoon
Cornerstone
Fluorescent Adolescent
Secret Door
Do Me A Favour
505
Bela B – Video zu “Altes Arschloch Liebe”
Nach Farin Urlaub, der mitsamt Racing Team im November letzten Jahres sein neues Soloalbum “Die Wahrheit über’s lügen” veröffentlichte zieht nun auch Die Ärzte Mitglied Bela B (nun ohne Punkt) nach. Neben Produzententätigkeiten unter anderem für Poolstar nahm der auch sein neues Soloalbum “Code B” auf, das im Oktober erscheinen soll. Erste Singleauskopplung ist das Stück “Altes Arschloch Liebe”, das mit hübschem Kasperle-Theater daher kommt. Das Stück selbst präsentiert sich auch in typischer Bela B Manier. Eine Tour zum Album gibt’s auch, alle Daten unter dem Video.
Bela B – Altes Arschloch Liebe
12.11.2009 Magdeburg – AMO
13.11.2009 Dresden – Alter Schlachthof
14.11.2009 Giessen – Halle 4
15.11.2009 Köln – E-Werk
17.11.2009 Bremen – Aladin
18.11.2009 Dortmund – FZW
20.11.2009 Karlsruhe – Festhalle
21.11.2009 München – Backstage
22.11.2009 A-Wien – Arena
25.11.2009 Ulm – Roxy
26.11.2009 Freiburg – Güterbahnhofshalle
28.11.2009 CH-Zürich – Börse
29.11.2009 Stuttgart – LKALonghorn
01.12.2009 Offenbach – Capitol
02.12.2009 Braunschweig – JollyJoker
03.12.2009 Bielefeld – Ringlokschuppen
04.12.2009 Erfurt – Stadtgarten
06.12.2009 Hamburg – GroßeFreiheit
08.12.2009 Leipzig – HausAuensee
09.12.2009 Berlin – ColumbiaHalle
Riverboat Gamblers – ab morgen auf Tour

Die Riverboat Gamblers veröffentlichten im Mai unter großer Resonanz ihr neues Album “Underneath The Owl”, nach Tourneen mit Rancid und Rise Against machen sich die Jungs nun auf, Deutschland mit einer eigenen Headlining-Tour zu betouren. Laut amerikanischem Spin Magazin sind “die Liveshows der Riverboat Gamblers [...] wie ein geplantes Zugunglück, dem man gerade zuschaut!”. Man darf also gespannt sein, Tour-Start ist übrigens im schönen Münster, alle Tourdaten weiter unten.
15. August, Münster – Sputnikhalle
16. August, Hanover – Bei Chez HEinz
17. August, Munchen – EgoFM Studiobesuch / Gast-DJ 18-19h
18. August, Munchen – 59:1
19. August, Wien – Chelsea
20. August, Zürich – Dynamo
21. August, Stuttgart – 1210
22. August, Erfurt – Highfield Festival
23. August, Berlin – Ramones Museum (16h, Akkustik Konzert)
23. August, Berlin – Tommy Weissbecker Haus
24. August, Berlin – MotorFM Studiobesuch / Gast-DJ 12h
25. August, Hamburg – Hafenklang
26. August, Amsterdam – Melkweg +The Bouncing Souls
27. August, Köln – Underground +The Bouncing Souls
28. August, Reading – Reading Festival
29. August, Brighton – Freebut
30. August, Leeds – Leeds Festival
01. September, Paris – La Peche +The Bouncing Souls
02. September, Brugge – Entreport +The Bouncing Souls
03. September, Groningen – Vera
04. September, Vlieland – Great Wide Open Air
Muff Potter – lösen Band auf

Vor nicht einmal drei Monaten veröffentlichten Muff Potter mit “Gute Aussicht” ihr neues Album auf dem eigens dafür reaktivierten eigenen Label “Huck’s Plattenkiste”. Nun heißt es aber scheinbar nach 16 Jahren Bandgeschichte “Kiste zu”, trotz guter Aussichten auf weitere erfolgreiche Jahre als Muff Potter. Die Gründe dafür nennen sie euch über ihre Homepage:
“liebe freunde von muff potter,
vor fast zehn jahren sangen wir in dem “siegerlied”:
“tapferkeit ist nicht gottgegeben, wer will schon lernen wie man sowas macht.”
und weil wir nie gelernt haben wie man sowas macht machen wir es kurz:
WIR LÖSEN UNSERE BAND AUF!
wir glauben, daß wir nach gut 16 jahren an einem schlusspunkt angekommen sind. wir glauben, daß wir dieses jahr mit “gute aussicht” eine der besten randale platten des ganzen jahrzehnts abgeliefert haben. wir glauben, daß wir in all den jahren, nicht zuletzt 2008/2009, phänomenal viel energie in diese band gesteckt haben.
muff potter, ein monster, larger than life. manche von uns spielen jetzt seit der hälfte ihres lebens in dieser band. das muss man sich mal vorstellen!
irgendwann ist auch mal schluss.
der besiegte sieger macht platz für etwas neues.
alle angekündigten konzerte werden gespielt, und im dezember sagen wir nochmal eine woche lang tschüs. die termine werden in wenigen wochen bekannt gegeben.
danke an alle die uns in den letzten 16 jahren unterstützt haben.
danke am allermeisten an uns selbst für 16 jahre fahrtwind.
wir gehen erhobenen hauptes, in demut und stolz. besser können wir uns einen abgang nicht vorstellen.
muff potter forever.
auf wiedersehen,
sagen nagel, shredder, dennis und brami.”
Hoffen wir, dass nach Muff Potter, Pale, Tiger Lou und vielen anderen das Bandsterben in diesem Jahr endlich ein Ende hat und freuen uns auf die letzten Konzerte mit Muff Potter.
Gratis-Download:
“Blitzkredit Bop”
Julian Plenti – …is Skyscraper
Bereits Mitte bis Ende der 1990er Jahre tingelte Julian Plenti durch kleine Clubs und Bars und trug seine düsteren, unter die Haut gehenden Songs dem Publikum vor und wurde somit zu einem kleinen, netten Insidertipp in und um Manhattan. Doch erst 2009 veröffentlicht Plenti sein erstes Album, dass auf den Titel “…is Skyscraper” hört. Ein ganz so großes Monstrum ist dieses Album vielleicht nicht, aber dennoch eins, das ansehen verdient. Vorweg. Julian Plenti heißt eigentlich Paul Banks und ist Frontmann von Interpol. Drei mal umkurvte er die Welt mit Interpol und ließ sein Alter-Ego ein wenig bei Seite ohne es je wirklich von der Bildfläche verschwinden zu lassen. In 2006 wurde Julian Plenti aus dem Winterschlaf erweckt und seitdem schrieb er Songs, die stilistisch nicht zu Interpol passten. Nun ist es soweit und die elf Songs erblicken Ende Juli das Licht der Welt, wenn “…is Skyscraper” erhältlich sein wird.
Es ist ja so. Soloausritte eines Künstler können bei den Fans immer einige Bedenken hervorrufen. Fallbeispiel Nummer Eins: Der Sound erinnert zu sehr an die eigentliche Hauptband. Man hätte was anderes erwartet und die Enttäuschung ist groß. Fallbeispiel: Nummer Zwei. Der Soloausflug betritt ein komplett neues Genre. Die Enttäuschung der Fans ist auch hier vorhanden, da es sich stilistisch zu sehr abwendet und man ist erschrocken. Ideal wäre also, einen Mittelweg zu finden. Den hat Julian Plenti erwischt. Es ist ein Album, dass diesen Mittelweg betritt. Man muss nicht auf Interpol Momente verzichten, entdeckt hier aber auch neue Ufer. Ein großer Unterschied zum eigentlichen Schaffen von Paul Banks ist das Songwriting, das hier doch ein wenig in den Hintergrund rückt. Die Melodien haben einen größeren Stellenwert und eingebaute Beats am Computer komplettieren das Ganze. Dazu sorgt der wohl tiefgehendste Bariton seit Joy Divisions Ian Curtis für so manchen Gänsehaut-Moment. Eine klare Empfehlung also an jeden, sich bis zum nächsten Interpol Album, für das die Band gerade im Studio ist, die Zeit mit Julian Plenti zu versüßen.










Julian Plenti
Fest Van Cleef, Essen, Delta Park, 12. Juli 2009

Wenn ein Label aus Festivaltournee geht, hört sich das nach jeder Menge Alkohol, vielen Frauen und wilder Party an. Stellt man sich vor, dass das Fest van Cleef auf Tour geht, passen diese Bilder nicht so richtig in den Kopf. Der erste Blick mag täuschen, ein Feuerwerk, wenn auch ein etwas Anderes wurde trotz alledem abgefeuert. Essen war der letzte Halt nach drei Tagen und der Delta Park wurde endlich mal zu einem guten Indieclub umfunktioniert.
Das Wetter ist bekanntlich immer für einen guten Scherz zu haben. Auch an diesem Tag spielt es gerne Streiche. Bei den Killians trägt so manch einer die Sonnencreme auf, bei Why? Wird man leider nicht von der Musik weggespült. Wer Unterschlupf sucht, der findet ihn auch im Weiten des Delta Parks. Aber übers Wetter reden ist so ziemlich das Langweiligste, wird Thees an diesem Abend noch sagen, über das Wetter schreiben übrigens auch. Nun also zu den einzelnen Auftritten.
Gyspert zu Knypshausen betrat als erster Künstler die Bühne. Eine verspätete Anfahrt machte es uns unmöglich, den Auftritt zu verfolgen. War bestimmt gut.
Dann, nach herrlichem Gedicht, dass Thees Uhlmann vorgetragen hat, betraten Muff Potter die Bühne. Wohl das härteste und ruppigste was je ein “Fest van Cleef” Publikum vorgetragen bekommen hat. In den seltensten Fällen liegt es an der Band, aber oftmals bestimmt es ihren Auftritt: Der Sound. An einigen Stellen ein wenig schwächelnd, aber man wusste ja, was sie wollen. Kurz gebunden waren sie leider, 40 Minuten Spielzeit ließen wenig Platz für Fantasie, brachten dennoch einen guten Mix aus allen Alben. “Wir sitzen so vorm Molotov”, “Alles nur geklaut” und “Die Guten” sind nur ein kleiner Auszug aus den Nettigkeiten. Lediglich zwei Songs vom aktuellen Longplayer “Gute Aussicht” wurden gespielt. Neben dem Titelsong fand auch die neue virtuelle Single “Niemand will den Hund begraben” den Weg ins Set.

Die Killians hatten Quasi-Heimspiel. Und waren wohl am Meisten auf das Medium Festival eingestellt. Sie forderten Leute zum Tanzen, Springen und Klatschen auf. Schade, dass die Meisten nicht so wirklich mit machen wollten. Der Sound erinnert stark an The Strokes, auch Sänger Simon den Haartog tut sei übriges mit seiner Stimme hinzu. Ein wenig schmeckt es hier noch nach Schülerband, aber dass die Kilians ihren Weg machen werden, da lege ich mich hier fest.
Why? Waren die einzige Band aus dem Ausland. Ein starker Regensturm während des Auftrittes machte das Konzert für viele zum reinen Hörvergnügen, da sie lieber Unterschlupf suchten, als vor der Bühne zu stehen. Aber irgendwie passte das Wetter zur Band. So wirklich verstehen muss man Why? nicht. Entweder man fühlt es und genießt es oder man erhält keinen Zugang zu dieser Musik. Man nehme Mars Volta und lege eine Schippe Hip Hop und “Durchgeknalltheit” drauf und bitteschön: Why?

Tomte sind mit Kettcar zusammen die Dinos des Van Cleef Labels. Und schon zum dritten Mal spielen sie auf der hauseigenen Tour. Wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal. Eine Stunde Thees Uhlmann, es heisst soviel wie eine Stunde Lachen, Trauern, Weinen, sich wohl fühlen und Dinge aus einem Winkel betrachten, der so alltäglich ist und dennoch so verborgen. Thees Uhlmann nimmt alle mit. Selten schafft es ein Sänger mit soviel Charme die Leute zu begeistern. “Die Schönheit der Chance” mit vorher angestimmten “Human”-Cover (The Killers), “New York”, “Korn und Sprite” und “Ich sang die ganze Zeit von dir” waren Teil des schönen Auftrittes, der, wenn es noch geregnet hätte, spätestens dann die Sonne wieder hervorgelockt hätte.
Element of Crime zum Abschluss des Tages. Sven Regener, der Herr mit der wunderschön herrlichen rauen und ehrlichen Stimme versetzte alle noch einmal am Ende des Tages in eine wundervolle Atmosphäre. Es war weder wild, noch laut, noch gab es Unmengen an Rock and Roll, aber es war einfach die Dinge, die einem Gerne im Kopf bleibt und an die man noch in Jahren gerne zurück denkt.
Wenn das im nächsten Jahr die deutsche Version der “Warped Tour” wieder seine Kreise zieht, so werden wir sicherlich wieder dabei sein.
Fest Van Cleef – Start am Freitag

Nur noch vier Mal schlafen, dann ist es so weit, dann verlässt der Hamburger Wanderzirkus vom Grand Hotel van Cleef die Hansestadt und unterrichtet drei ausgewählte deutsche Städte auf dem Fest van Cleef in Sachen Hamburger Schule. Die Karten werden langsam knapp, also am Besten jetzt noch zum Kartendealer eures Vertrauens und eine sichern. Denn ein Line-Up aus Element of Crime, Tomte, Muff Potter, Gisbert zu Knyphausen, den Kilians und den großartigen Anticon Rappern Why? bekommt ihr nicht so schnell wieder zu sehen. Ihr könnt auch versuchen auf euer Glück zu vertrauen und bei Ticketmaster am Gewinnspiel teilnehmen, um 1×2 Karten je Stadt zu ergattern.
Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, wir werden auf jeden Fall in Essen dabei sein und wünschen euch auch schon einmal viel Spaß!
Hier auch noch druckfrisch die Running-Order:
Und hier auch endlich die Running Order
Northeim:
15:00 Einlass
16:30 Gisbert zu Knyphausen
17:20 Muff Potter
18:20 Kilians
19:30 Why?
20:45 Tomte
22:15 Element of Crime
Freiburg:
16:00 Einlass
17:00 Gisbert zu Knyphausen
17:45 Muff Potter
18:40 Kilians
19:45 Why?
20:45 Tomte
21:55 Element of Crime
Essen:
13:00 Einlass
15:00 Gisbert zu Knyphausen
15:50 Muff Potter
16:50 Kilians
18:00 Why?
19:15 Tomte
20:40 Element of Crime














