Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Junius – Interview

Momentan sind die Amerikaner Junius gemeinsam mit God Is An Astronaut auf Tour durch Europa. Einen großen Teil der Reise haben sie in Deutschland verbracht und machten Stopp in Siegen, der Heimat ihres Fahrers Maik, der dort einen Club besitzt und in dessen Geburtstag sie reinfeiern wollten. Freundschaften sind der Band sehr wichtig und Quelle für ihre bisherigen Erfolge. Ich redete mit ihnen über ihr aktuelles Album und sein komplexes Thema – Das Leben des Psychonanalysten und Arztes Immanuel Velikowsky, der eine wichtige Figur des Katastrophismus war.
Euer erstes Album ist von dem Leben Immanuel Velikowskys inspiriert. Wie kamt ihr auf diese Idee?
Joseph E. Martinez: Ich laß eine Sammlung von Essays in dem Magazin “The Atlantis Rising” und stieß auf einen Text von Immanuel Velikowsky. Er war total faszinierend, vor allem der letzte Satz: „Als unsere Götter uns verließen, begann die Gewalt der Menschheit.“ Der ganze Gedanke von der Anbetung von Planeten und wie sie sich von uns Menschen distanzieren, unsere Angst über den Verlust unserer Götter. Ob ich daran glaube oder nicht, spielt keine Rolle hier…seine Schriften waren einfach so interessant, dass ich alle seine Bücher las und dann über ihn selbst. Sein Leben gewann mit der Zeit mehr Faszination für mich. Er musste stets um Respekt und Anerkennung kämpfen. Wir fühlten uns mit seinem Schicksal verbunden.
Hört sich nach einem großen Thema für ein Album an. Ihr habt drei Jahre gebraucht um es zustande zu bringen. Warum?
Wir haben nie geplant, uns so viel Zeit zu nehmen. Ein Teil des Schreibprozesses passierte während einer Tour. Wir sind jede Menge gereist. Zwischen den Touren stoppten wir irgendwo – manchmal ein paar Wochen, um zu schreiben. Ein paar Leute, die uns ein paar Jahre vorher gesehen hatten, kamen zufällig aus ihrem Studio, in dem schon The Police, Michael Jackson, U2 und Soundgarden arbeiteten, zu unserer Show in LA. Sie sagten: „Wir mögen euch! Wenn ihr wollt, könnt ihr in unserem Studio aufnehmen.“ Wir haben uns nichts dabei gedacht, schließlich hören wir solche Dinge oft. Wir glauben sie nicht, bis sie wirklich passieren. Auf einer weiteren Tour gingen wir dann in das besagte Studio und nahmen ein paar Demoversionen auf. Sie hörten sich toll an, also boten sie uns an, das ganze Album dort aufzunehmen. Erst dachten wir, es würde nur einen Monat dauern. Aber dann tourten wir wieder und als wir zurückkehrten, war das Studio oft besetzt. Pearl Jam waren am Aufnehmen und Akon hatte auch gebucht. Wir durften dort für umsonst arbeiten, also konnten wir nur dort sein, wenn das Studio nicht von anderen Künstlern benutzt wurde.
Wie stressig! Warum habt ihr kein anderes Studio gewählt?
Stimmt, aber es war ein sehr lohnender Prozess. Die eigentlichen Gründe für unsere Entscheidung waren, weil wir es toll fanden dort zu arbeiten und zum anderen, weil es gratis war. Ein anderes Studio wäre in Anbetracht des Geldes, das wir für Flugtickets ausgaben, günstiger gewesen. Es war Schicksal, aber wir werden so etwas nie wieder tun.
Dana Filloon: Das Schreiben an dem Album dauerte sehr lange, irgendwas ging immer schief… Wir hatten ein Label, das uns in letzter Sekunde im Stick ließ…Es war extrem nervig…
Was waren denn die Schwierigkeiten beim Schreiben des Albums?
Joseph: Das Album basiert auf Immanuel Velikowskys Leben. Der erste Song beschreibt seine Geburt, der letzte seinen Tod. Zwischen beiden stehen jede Menge anderer Aspekte: Das Alte Testament, Feuer und ihre mythologische Faszination für ihn, was untypisch ist für einen Wissenschaftler. Die freien Stellen habe ich mit eigenen Ideen gefüllt, die falsch sein könnten. Das Album besitzt eine Zeitachse. Wir begannen mit „Birth Rites By Torchlight“, „The Andeluvian Fire“ und „Letters From Saint Angelica“, die wir schrieben, bevor wir wussten, dass ein Konzeptalbum entstehen würde. An diesen Songs orientierten wir uns und schrieben den Rest des Albums. Es war ein logischer Prozess.
Mike Repasch-Nieves: In dieser Zeit schrieben wir jede Menge Zeug, das es nicht auf das Album schaffte. Ein Stück schaffte es aber auf die Split-Single mit Juarez, die gerade herausgekommen ist und in dem es um Velikowskys Theorien geht.
Mike, du hast viel zu dem Artwork der Band beigetragen und bist Kopf des Musiklabels Radar Recordings, wie bekommst du soviel Arbeit unter einen Hut?
Das Label startete ich mit Will (Benoit, Anm. d. Red.) von der Band Constants. Wir nennen es manchmal Label, aber es ist eher eine Gemeinschaft. Ich traf dann Joseph und Dana und wir starteten Junius. Will und ich hatten jede Menge Freunde in anderen Bands und hatten genug Erfahrung, da wir vorher für verschiedene Plattenfirmen gearbeitet haben. Außerdem dachten wir, es würde unseren Bands helfen. Das Label expandierte, wir tourten und lernten Musiker mit der gleichen Mentalität kennen und nahmen so mehr Bands unter Vertrag. Jetzt sind wir eine große Familie, aber das Label ist momentan in den Hintergrund gerückt, da wir mit unseren Bands beschäftigt sind.
Mit dem Artwork war es ähnlich. Wir haben es einfach selbst gemacht, da wir es brauchten und keinen anderen hatten, der es tun konnte. Also konzentrierte sich Will mehr auf Albumaufnahmen und ich auf die grafische Seite. So läuft es immer bei uns: Wenn etwas getan werden muss, dann versuchen wir herauszufinden wie und tun es. Jetzt erstelle ich Grafiken auch für andere Bands, was cool ist.
„The Martyrdom Of A Catastrophist“ ist nicht auf Radar Recordings veröffentlicht. Warum?
Mike: Es wurde einfach zu viel Arbeit, zu viel Druck. Ich wollte mich nicht um das alles kümmern, da ich auch in einer Band spiele. Unsere jetzigen Labels sind aber toll zu uns. Wir haben mittlerweile auch viele unserer befreundeten Bands auf diese Labels geholt.
Dana: Es ist Do It Yourself. Wir wollen unsere Freunde nah haben und den Weg gehen, den sie gehen.

Seid ihr mit den Reaktionen des europäischen Publikums zufrieden?
Ja. Wir wollen, dass jeder total abgeht. Mehr als andere. Wir sind aber eine komische Band. Die Leute tanzen nicht wie verrückt zu unserer Musik. Sie sitzen nur da und beobachten.
Dana: Da ist generell immer ein Typ, der total abgeht.
Was sind eure Wünsche und Pläne für die Zukunft?
Joseph: Wir haben mit den Arbeiten an unserem neuen Album begonnen, haben bereits ein paar Demos. Gerade versuchen wir eine Richtung zu finden. „The Martyrdom Of A Catastrophist“ ist sehr konzeptionell. Die nächste Veröffentlichung wird wahrscheinlich viel gelassener. Ich sage das jetzt, aber kann für nichts garantieren. Wenn wir einmal anfangen, entwickelt sich die Arbeit zu einem großen Prozess.
Mike: Unser Ziel ist es, dieses Album zu beenden und nächstes Jahr wieder auf Tour zu gehen. Wir haben jede Menge Songs, die wir für andere Dinge verwenden können.
Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen. Die kommende Platte wird wahrscheinlich etwas härter.
Dieses Album ist bereits dunkler und härter als die Vorgänger-EPs. Also geht dieser Prozess mit der nächsten Platte weiter?
Joseph: Es soll härter sein, aber ich bin mir nicht sicher, ob es auch dunkler werden soll. Aber…ich möchte nicht zu viel verraten.
Habt ihr gesehen, dass God Is An Astronaut (mit denen Junius auf Tour sind, Anm. d. Red.) den ersten Track auf ihrem Album “Worlds In Collision” genannt haben, so wie Velikowskys erstes Buch?
Joseph: Ja, ich habe das gesehen und dachte nur Wow! Wir haben nicht einmal mit ihnen drüber gesprochen. Diese Tour war bisher so hektisch und verrückt, dass wir selten mit den Jungs von God Is An Astronaut abhängen konnten. Hoffentlich wird das in den kommenden Wochen möglich sein.
Fotos: Homepage und Myspace der Band
Junius – “The Martyrdom Of Immanuel”
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God Is An Astronaut – Interview

Am Dienstag spielten die Iren God Is An Astronaut im Wiesbadener Schlachthof. Die Bestreiter der sphärischen Instrumentalmusik geben sich beim Interview höchst charmant und gesprächig, versäumen aber nicht ordentlich Dampf über die Musiklandschaft, vor allem die Post – Rock-Sparte abzulassen. Die Brüder Kinsella sprechen sogar ein paar Happen Deutsch, da sie ihre Mutter Deutsche ist. „Ich verstehe besser als sprechen“, klärt mich Torsten Kinsella auf. Ich führe das Gespräch doch lieber auf Englisch.
In einem Interview von 2008 habt ihr gesagt, dass Irland euch nicht die gleiche Aufmerksamkeit schenkt wie andere Länder. Ist dies immer noch der Fall?
Die Situation hat sich definitiv geändert. Mittlerweile haben die dortigen Medien erkannt, dass man uns nicht mehr ignorieren kann. Wir haben sogar ein Feature in der Sunday Times bekommen. Das hat uns einem breiteren Publikum näher gebracht. Außerdem haben uns zwei der wichtigsten irischen Radiostationen gespielt und Radiomoderator Dave Fanning, der sich sonst nie für uns interessierte, hat uns in seine Show integriert.
Die Songtitel von „The Age Of The Fifth Sun“ klingen gewohnt lautmalerisch. Was drücken eure Songs aus?
Unsere Musik ist wie ein Film. „Worlds in Collision“ zum Beispiel beschreibt die Endzeit. Bei „Paradise Remains“ ist es ähnlich; da geht es um das Verschwinden der Menschheit, mit einem bleibenden Schimmer Hoffnung, während uns die Idee für „Golden Sky“ bei einem Essen im Garten unserer Großeltern (der Kinsella – Großeltern) kam, als die Sonne schien und wir das Gefühl genossen, die Familie beisammen zu haben.
Wie seht ihr eure musikalische Entwicklung auf dem neuen Album? Es klingt viel strukturierter und heller als die Vorgänger.
Das neue Album ist viel zugänglicher. Mehr Mainstream und bodenständiger. Wir wollten damit ein breiteres Publikum ansprechen und den Fokus von den typischen Post-Rock-Anhängern nehmen. Sie sind unserer Meinung nach zu verbohrt. Sie beurteilen Musik nicht nach ihren musikalischen Kriterien, sondern nach dem Style. Es ist eine typische Hipster – Szene geworden, wie damals die Grunge-Szene in den 90ern. Wir wollen nichts als Musik machen und uns dabei treu bleiben. Nicht jede unserer Veröffentlichungen soll etwas Bahnbrechendes und Neues schaffen. Wir sind schließlich nicht Aphex Twin. Unser Anliegen sind langlebige Songs mit denen der Hörer sich näher beschäftigen muss. Wir wollen uns aber auch weiterentwickeln und zeigen auf dem aktuellen Album erwachsene Popstrukturen.
Laut zahlreichen Medien fallt ihr unter die Kategorie Post-Rock. Ich denke mal, dass ihr das nicht sehr toll findet.
Torsten Kinsella (mit weit geöffneten Augen): Ich weiß ja nicht einmal was Post-Rock heißen soll! Das Bild davon wird eher von dem, was die Jugend darin sieht bestimmt und das sind simple Akkorde und generell sehr einfach gehaltene, vorhersehbare Strukturen. Einfach faules Songwriting. Unsere Musik ist viel komplizierter und vielschichtiger. Wenn jemand die Stücke auf einem Piano nachspielen würde, wäre es klar. Leider machen sich viele Rezensenten nicht mehr die Mühe sich näher mit Alben zu beschäftigen. Man sollte ein Album sehr oft anhören, um sich eine Meinung zu bilden. Die Musiklandschaft ist eben viel zu Schwarz-Weiß. Zu viele Songs sind für Schnellhörer geschaffen, die sich nicht genauer mit dem Inhalt beschäftigen.
Heutzutage kann ja jeder innerhalb kurzer Zeit einen Musik-Blog kreieren und seine Meinung kund geben. Was haltet ihr davon?
Es ist gut, dass sich die Leute ausdrücken können. Es nervt nur, wenn sie dann auch glauben, alles was sie sagen sei Fakt. Da ist definitiv ein Unterschied zwischen einem Blogger und professionellem Journalisten, der generell viel mehr Hintergrundwissen besitzt. In englischen Medien ist Musik meist nur eine Mode. Nicht alles, was da über uns geschrieben wird interessiert uns.
Ist es denn nicht widersprüchlich, wenn ihr einerseits ein breiteres Publikum ansprechen wollt und andererseits die englische Presse nicht ernst nehmt?
Der englische Musikmarkt ist sehr hart. Aber sie interessiert uns nicht so sehr. Für uns ist wichtig, dass unsere Musik für die Hörer zugänglicher ist.
Ihr seid nur drei Musiker und erschafft neben der Musik nicht nur die Visuals für die Bühnenshow, sondern betreibt auch euer eigenes Label Revive Records, auf dem ihr veröffentlicht und auch anderen Bands eine Plattform bietet. Wie geht ihr mit so viel Arbeit um?
Es kann sehr anstrengend sein. Mittlerweile benutzen wir keine Visuals mehr, sondern eine Light-Show. Die Projektionen passten gut zu unseren früheren Ambient-Stücken, aber jetzt haben wir direktere Rockstücke, von denen so was nur ablenken würde. Außerdem wollten wir es den Leuten beweisen, die immer sagten, dass unsere Musik ohne die Visuals nichts wäre. Ideal wäre aber eine Mischung aus Visuals und Light-Show, je nachdem ob wir Ambient oder rockigere Songs spielen.
Habt ihr denn schon daran gedacht, einen weiteren Musiker in die Band aufzunehmen?
Ja, haben wir öfter. Jedoch hat bisher niemand unseren Vorstellungen entsprochen. Wir wollen ein Multitalent. Mittlerweile sehen wir unseren Soundtechniker Zac (Anm. d. Red: Zachary Dutton-Hanney) als unser viertes Mitglied.
Gab es denn Angebote von größeren Labels?
Klar gab es die. Warner Bros haben uns einen Vertrag angeboten, aber das Risiko bei einem Major zu unterschreiben wollten wir nicht eingehen. Du musst so viel von dir weggeben. Sie erheben viel zu große Ansprüche. Beispielsweise musst du 50 % der Veröffentlichungsrechte an sie abgeben, damit sie abgesichert sind, falls sich die Band auflöst. Schließlich stecken sie viel Geld in die Bands rein. Dein Name wird dadurch vielleicht bekannt, aber du gibst einfach viel zu viel ab. Die Labels sind sowieso eine aussterbende Spezies. Musik ist heutzutage wie Luft. Sie ist leicht zu beschaffen. Es ist schwer Geld durch den Verkauf von Platten zu verdienen.
Wie soll es dann mit der Musikindustrie weitergehen?
Liveshows sind die Zukunft. Das Live-Erlebnis kann man nicht klauen. Aber auch hier ist es schwieriger geworden. Viele haben mittlerweile sehr gute Sound-Anlagen zu Hause – die besten Technologien um Musik zu hören. Deswegen versuchen wir unseren Live-Sound so gut wie möglich hinzubekommen. Darüber hinaus sind wir sehr penibel was die Qualität unserer Veröffentlichungen angeht. Die erste Pressung unseres Albums haben wir verworfen, weil sie unserer Meinung nach viel zu billig aussah.
Momentan finanzieren viele Bands ihre Alben durch Spenden, für die sie Gegenleistungen wie ein Dinner anbieten. Was haltet ihr davon?
So etwas wäre eher etwas für größere Bands, die damit sehr viele Leute erreichten. Aber für kleinere Bands sehe ich da keine Zukunft drin. Wir beispielsweise könnten mit so einer Aktion vielleicht 4000 Euro machen und davon kann man gerade mal das Abmischen einer Platte bezahlen.
Fotos: Myspace der Band
Frightened Rabbit – Interview

Noch ein Frightened Rabbit Interview? Ja klar. Der Plan war eigentlich folgender. Erst einmal haben wir angeregt durch und zusammen mit Nicorola ein wenig vorgebohrt und einige Fragen an die Schotten gerichtet. Nun wollten wir noch etwas umfangreicher nachbohren. So ganz schien aber der Verkehr am Tag des Frightened Rabbit Auftritts im Kölner Luxor nicht wirklich auf unserer Seite, so dass wir die Location eine ganze Weile zu spät erreichten und uns nur zehn Minuten mit Grant von Frightened Rabbit blieben. Wir entschieden uns wegen der Kürze der Zeit also für ein paar schnelle Fragen. Aber genug der Vorrede, auf zum Interview.
Hi Grant, danke, dass du dir Zeit nimmst. Vorweg die Frage, warum mögt ihr Deutschland nicht?
Grant (schaut irritiert): Warum wir Deutschland nicht mögen?
Ja, schließlich habt ihr doch die letzte Deutschland-Tour Ende 2008 komplett abgesagt.
Grant (lacht): Ach das. Ja, die mussten wir absagen, um unsere Visa für die Amerika-Tour zu bekommen. Das war echt schade. Wir lieben Deutschland, die Death Cab For Cutie Tour war toll und wir freuen uns natürlich wieder hier zu sein. Wir werden auch bald wieder zurück sein.
Für Festivals?
Grant: Ja, wobei ich nicht weiß, wie das in Deutschland heißt.
Haldern-Pop?
Grant (schaut etwas irritiert): Ah, wisst ihr das etwa schon? Eigentlich weiß ich den Namen gar nicht und wenn, dann dürfte ich das auch noch nicht sagen. (blickt uns verschwörerisch an) Da steckt viel Politik drin und so. Aber Festivals sind immer ein toller Weg, dich mal neuen Leuten vorzustellen, die vielleicht nicht wegen dir da sind. Da haben wir bisher immer gute Erfahrungen gemacht.
Vor einem Monat erschien „The Winter Of Mixed Drinks“. Wart ihr soweit zufrieden mit dem Ergebnis und der Reaktion von Fans und Presse?
Grant: Ja, das war alles eigentlich sehr gut. Wir haben das so Juni / Juli 2009 aufgenommen und wussten daher natürlich, was uns beim finalen Produkt erwartet. Wir hatten es eine Weile und sind auch immer noch stolz darauf. Ich glaube, wir haben das erreicht, was wir wollten. Beim letzten Album gab es Momente, die besser hätten sein können. Auch die Reviews in England und Europa haben es größtenteils positiv aufgenommen. In den USA hatten wir einige nicht so gute Reviews, aber der überwiegende Teil war insgesamt gut. Manche störte wohl, dass die Themen sich sehr vom zweiten Album unterscheiden. Die Songs seien nicht so emotional. Klar waren sie auf „The Midnight Organ Fight“ emotionaler, das würde ich auch sagen. Schließlich hatte Scott damals mit einer Trennung zu kämpfen. Ich verstehe nur nicht, warum die Menschen wollen, dass Scott nicht darüber hinweg kommt und weiterhin traurig bleibt. Vielleicht gönnen sie ihm das nicht.
Du spielst auf Pitchfork an, oder? Fühltet ihr euch ein wenig fallen gelassen von ihnen?
Grant: Ja, du hast Recht. Auf die Review gab es sehr vielfältige Response im Internet. Jemand hat sich sogar die Mühe gemacht und die Reviews der Autorin mit anderen verglichen um sagen zu können, wo ihr persönliches Problem mit der Platte lag. Musikalisch war das gar nicht zu begründen. Das war natürlich witzig zu lesen. Aber ganz ehrlich, Pitchfork war immer gut zu uns und ich habe auch kein Problem mit Rezensenten, die sich die Mühe gemacht haben, das Album anzuhören. Nur bei dieser speziellen Review hatte ich den Eindruck, dass die Autorin nicht wirklich in das Album reingehört hat. Die hat sich angeschaut, was andere geschrieben haben, um dann zu merken, dass sie es nicht so gern mag, wie das zweite Album. Hätte sie sich diese Mühe gemacht, wäre es ihr vielleicht wie anderen gegangen. Die sagten nämlich, dass sie nach dem ersten Hören noch etwas kritisch waren, sie aber mit jedem Durchlauf begeisterter waren. Also, ich fand die Review etwas ungerecht. Aber, ich glaube auch, wir sind Pitchfork vielleicht mittlerweile entwachsen.
Ja, die sind nun auf We Were Promised Jetpacks umgesattelt.
Grant: Haha, ja stimmt. Aber wir müssen das Feld natürlich auch den jüngeren Menschen überlassen. Die haben es aber auch verdient. Wir merken ja auch, dass wir trotzdem Erfolg in Amerika haben. Wir haben trotz dieser Review die Webster Hall in New York ausverkauft und auch in Chicago, wo Pitchfork sitzt, lief es noch nie so gut, wie bei unserem letzten Besuch.

Von Amerika mal nach Australien. Da habt ihr Echo & The Bunnymen supportet. Passt ja namentlich schon mal sehr gut. Wie war denn das für euch?
Grant: Also, die beiden Shows waren gut. Aber ganz offen, der Sänger ist ein Arsch. Der hat einige echte Probleme mit seinem Ego. Uns wurde gesagt, wir dürften nicht mit ihm sprechen, ihn nicht anschauen und sollten auch bloß nicht in der Nähe der Bühne sein, wenn die Band sie besteigt. Während der Show mussten wir tatsächlich die ganze Zeit in unserem Backstage-Raum bleiben. Also, Konzert gucken war auch nicht. Die haben sogar nur vor halb vollen Venues gespielt. Ein Konzert wurde sogar in eine kleinere Halle verlegt und die war dann immer noch nur halb gefüllt. Es war aber natürlich alles in allem eine tolle Erfahrung, weil wir uns einigen vorstellen konnten, die noch nie von uns gehört haben.
Im ersten Interview mit uns hast du gesagt, ihr hättet zwar keine Rituale vor der Show, aber welche nach der Show, die es interessant machen. Gibt es da noch welche, abgesehen vom trinken?
Grant: Eigentlich nicht, darauf hatte ich nämlich angespielt. Also, betrunken werden. Wir hatten nie echte Rituale, sind auch nicht abergläubisch oder so. Wir trinken dann einfach ein wenig Bier.
Was ist denn dein liebstes Mischgetränk, um mal auf den Album-Titel anzuspielen?
Grant: Ich hab da eigentlich keines. Scott trinkt im Moment häufig einen Drink, den er aus einer amerikanischen Fernseh-Serie hat. Der heißt „Old Fashioned“. Die Gründe dürften auf der Hand liegen. Ich würde dann einfach Gin Tonic nehmen. Gestern in München war es Cider, dann Bier, dann Whiskey, dann Vodka. Halt alles, was mir in den Weg kommt.
Ok, die Zeit ist leider auch schon um. Also, zum Abschluss, was wäre die Frage, die du schon immer in einem Interview gestellt bekommen wolltest und was wäre die passende Antwort?
Grant: Hmm. Ah, da wüsste ich was. Die Frage wäre: Kann ich dir einen Drink ausgeben? Die Antwort: Ja, einen Cider bitte.
The Kays Lavelle – Interview

Kommenden Montag veröffentlichen The Kays Lavelle aus Edinburgh ihr Debüt-Album “Be Still This Gentle Morning”, mit dem sich die Sechs nun endlich auch über ihre Heimat einen Namen machen. Am vergangenen Wochenende spielten sie gleich zwei Album-Release-Gigs, um das Album zu feiern. Wie das lief und, was man vom ersten Longplayer der Band erwarten kann, erläuterte uns Frontmann Euan McMeeken in einem kleinen Interview.
Would you mind introducing yourself and the band?
My name is Euan McMeeken and I am the singer/piano player in The Kays Lavelle. We are an Edinburgh based 6 piece. The other band members are Graeme Anderson on guitar/banjo; Chris Alderson on electric guitar; Michael Lambert on bass; Chris Lee-Marr on drums and percussion and Russell Kostulin on violin/viola.
Your debut album “Be Still This Gentle Morning” will be released in two weeks. How did you come up with the title and what does it mean to you?
The album title, along with a number of the songs on the record, was inspired by a morning I spent alone on Portobello beach, near my home in Edinburgh. It was very early in the morning and it was one of the most peaceful days you can imagine. The water was still and it felt like nobody was awake a part from me. It was so silent. It was just me and the world and it was the most beautiful, calm feeling. It means a lot to me because it was just one of those moments I’ll never forget.
You played two record release shows now. What were the reactions like?
The shows were amazing. Glasgow was really great, but Edinburgh was one of my favourite gigs we have ever done. It was really busy and a bit intimidating, given some of the people who were in attendance. We had such a good time though and I think the reaction was positive overall. It’s hard to gauge at the moment as we’ve only had a couple of reviews for the record. I also try not to worry too much about these things as I am extremely proud of the record we’ve produced. If people like it then they like it. If they don’t like it, then that’s ok. Obviously the music press can have an influence on whether people choose to buy a record, but ultimately it’s just one person’s opinion and I don’t doubt that people are more than capable of making up their own minds on whether they like something or not. I hope people like it, but I won’t lose sleep worrying about those who don’t. I think it’s a very good debut record.
Is there something of a main theme to the record?
Well it’s ultimately about society I guess. There are a lot of personal moments on it but it tends to be more observational. I guess the underlying theme is that of hope. I think if you listen to the words there’s a huge degree of hopefulness and positivity there.
I’m also under the impression most of the songs tell stories from a rather objective point of view. Are you trying to avoid too much subjectivity?
I guess so. As I mentioned, a lot of the record is observational. So it’s not necessarily specific to me. However, there are a few songs on there such as ‘Thinking of Strangers’ and ‘The Life and Death of a Moment,’ which are very personal. And ‘Scars from the City’ is as close to a love song as I’ve ever written, without actually being about a woman.
How would you describe the mood of the record? What can people expect from it?
I think there’s a nice mix on the record. Somebody recently described it as midnight music and I love that. It definitely
should be listened to with the lights down low and a glass of red wine. I do think it’s one of those records that will require the listener to be in the right place and mindset but if/when they are I think it will be very rewarding. It’s sparse at times but there’s a lot going on, if that makes sense?!
On the last song “Portobello Sands” you are speaking instead of singing, why is that? Did you name the song after the caostal town? If so, again, why?
Well I’d written the words before the music, which is not something I normally do, and I loved the words. I tried to add music myself but didn’t like anything I came up with. Our drummer Chris added some atmospheric bells and backing music to it but when Fraser (Small Town Boredom) did the vocal he sent me both the version with the music backing and one with just his voice. Graeme and I immediately loved his voice on its own. It feels like somebody dictating their thoughts or leaving a message for somebody on their answer phone. It completes the record in my head and had to be on the album, at the end. And yes, Portobello beach is in Edinburgh. I just liked the word sands better than beach.
You gave your two singles “The Hours” and “Ten Times” away for free. Why did you choose to? Do you think it helped to get people’s attention?
I guess that was the main reason. What you have to remember is that we’ve been pretty well under the radar until now, and on a grander scale we still are. We’ve not had the media attention others have received as we’ve not had anything to promote or release. All this is new to us so we saw no harm in giving away free download singles to try and help get us a bit of attention. I think it’s a nice gesture and I think it worked. I guess time will tell.
You recorded “Be Still This Gentle Morning” with Neil Pennycook of Meursault. How did you get together?
Neil and I were friends before we started working together. Back in 2008 I was desperate to start work on the record but couldn’t afford the options on the table. One night, after a gig we did together, he said he’d do it for us and that was that. It was great working with him as I am a massive fan of his music and I learned a lot from the process.
The album leaked good three weeks ago. How did you feel about it? Have you already got any reactions from people who learned about your band this way?
I felt a little upset to begin with, simply because the album had not been released and I felt that nobody had the right to put it out there other than ourselves. However, putting it in perspective, it has definitely helped get us out there to people who would otherwise probably not have taken a gamble on us. And yes, I’ve had contact from people who have downloaded the record and who have spread the word to their friends. I don’t view illegal downloading as completely negative at all and I am not so hypocritical as to judge those who use those sites. I also remain hopeful that those who truly love the record will want to own a physical copy too. I guess we’ll find out soon enough.
You run your own record label “mini50″ now, how is this going? Are there any releases planned yet?
Yes, we have two albums planned for release in 2010. The first is the debut album by Mammoeth entitled ‘Nascent’. Russell is the violin player in the Kays but has produced a stunning piece of pop music, which I think will be very well received. The second record is a joint release with Leeds label Gizeh Records and is the debut album from Conquering Animal Sound. Very different from Mammoeth in sound and tone, but equally brilliant. So it’s an exciting start to the label’s roster. I feel very lucky to have these artists onboard.
Dupec – Interview
Am Dienstag spielten Dupec aus Edinburgh ein starkes Set im Vorprogramm von We Were Promised Jetpacks, denen sie in Sachen Bühnenpräsenz beinahe die Show gestohlen haben. Zuvor trafen wir das Trio um Sänger James Yuill zu einem kleinen Interview. Dafür haben wir uns einmal überlegt, auf das übliche Frage-, Antwort-Spiel zu verzichten, ein paar nicht ganz ernst gemeinte Fragen auf Zettel zu schreiben und den Zufall über die Reihenfolge bestimmen zu lassen. Um es euch (und auch uns) noch leichter zu machen, haben Dupec dann auch gleich die Antworten in ihrer schönsten Sonntagsschrift auf die Zettel geschrieben. Also, viel Spaß mit einem etwas anderen Interview hier.






















Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr davon hier
Frightened Rabbit – Interview
Es gab einmal eine Zeit in den Anfängen der Blogosphäre, da wurde jeder Neuankömmling herzlich begrüßt und in der Mitte der Szene aufgenommen. Seit einiger Zeit ist es allerdings eher so, dass Neuankömmlinge, die sich um ein ähnliches Themenfeld, wie man selbst kümmern, eher argwöhnisch beäugt werden. Da muss man schon ein wenig kämpfen und sich durch ausgesuchten Content empfehlen, um sich Aufmerksamkeit bei den Altforderen zu erhaschen. Die Kooperation kommt dabei vor allem bei denen ein wenig kurz, die sich mit Musik beschäftigen. Um es mit Hape Kerkeling zu sagen, “ich möchte das nicht”. Das gemeinsam mit Tom von der Blogpartei durchgeführte Top Of The Blogs, die schöne Aktion “Ein Herz Für Blogs” von Kai Stylespion Müller, oder auch unser nun Dank Tape.tv gestarteter eigener Channel für Musikvideos sind da schon tolle Aktionen, die zeigen, dass Kooperation doch möglich ist. Das wollen wir in Zukunft auch noch weiter stärken, vor allem auch über redaktionelle Zusammenarbeiten mit anderen Blogs. Da kam uns die Frage von Nicorola, ob wir nicht mit ihm zusammen ein Interview mit Frightened Rabbit vorbereiten möchten gerade recht. Da sich bei uns beiden auch häufig Themenüberschneidungen finden macht eine Zusammenarbeit absolut Sinn und deshalb freuen wir uns auf den Auftakt zu hoffentlich noch vielen weiteren Zusammenarbeiten mit von uns sehr geschätzten Bloggern in der Nation:

nicorola: Hallo! Danke das du dir die Zeit nimmst, mir einige Fragen zu beantworten. Kannst du dich bitte kurz vorstellen?
Grant: Hallo, hier ist Grant von Frightened Rabbit.
nicorola: Vor ein paar Tagen ist euer neues Album erschienen. Wie fühlst du dich?
Grant: Ich bin sehr stolz auf dieses Album. Von “The Midnight Organ Fight” aus gesehen haben wir einen großen Schritt vorwärts gemacht. Ich persönlich bin zum Beispiel sehr viel glücklicher mit den Drums auf dem Album.
nicorola: Ihr habt die Demos für die neuen Songs im schottischen Küstenstädtchen Crail aufgenommen. Inwieweit hatte der Ort Einfluss auf die Songs?
Grant: Der Ort hatte einen sehr großen Einfluss auf die Songs. Eine Menge von ihnen haben direkt oder indirekt mit dem Meer zu tun, und die generelle Idee der Einsamkeit ist von Crail beeinflusst. Neben Strandspaziergängen und dem reinen Naturgenuss gibt es dort eigentlich nicht viel zu erleben. Crail ist ein schöner Ort.
nicorola: Während der Aufnahmen zum neuen Album hattet ihr diesmal etwas mehr Zeit und außerdem ein paar neue Bandmitglieder – welchen Einfluss hatten diese Faktoren auf das Endergebnis?
Grant: Die zusätzliche Zeit hat es uns ermöglicht, eine Menge Sachen in den Songs auszuprobieren, ohne uns darum zu sorgen, ob es am Ende passt oder nicht. Wir hatten eine Pause zwischen den reinen Aufnahmen und dem Abmischen, so konnten wir mit einigem Abstand nochmal rangehen, und Peter Katis war beim Mischen mit seinen unverbrauchten Ohren eine große Hilfe. Wir hatten natürlich auch nicht unendlich viel Zeit, den Druck einer Deadline spürten wir schon… was ich eigentlich immer ganz gut finde.
nicorola: Euer neues Album klingt ein wenig optimistischer als “The Midnight Organ Fight”. Was ist deiner Meinung nach der Hauptunterschied zwischen den beiden Alben?
Grant: Grundsätzlich gibt es diesmal keine Trennung zu verarbeiten. Scott hat momentan ein sehr geregeltes Leben, was natürlich einen positiveren Blick aufs Leben ermöglicht. Obwohl es sehr viel positiver ist, haben wir trotzdem unseren melancholischen Touch nicht verloren, den wir so lieben.
nicorola: In der Pressemitteilung zu “The Winter Of Mixed Dreams” werdet ihr mit folgenden Worten zitiert: “the theme I’m going for is pushing yourself out to the edge of things and being alone, feeling lost and not knowing where you are, which is how I’ve felt recently.” Klingt ziemlich depressiv. Heißt das vielleicht, das euch die Aufregung um eure Band ein wenig zu viel wird und ihr das Gefühl habt, euch abkapseln zu wollen?
Grant: Es ging nicht so sehr um die Aufregung als vielmehr um dieses ständige Unterwegssein, dieses Gefühl, von der Welt abgeschnitten zu sein, obwohl du ja eigentlich die ganze Zeit in ihr unterwegs bist. Ich habe übrigens nie das Gefühl, das wir eine In-Band sind oder es jemals sein werden. Wir haben einen längerfristigen Plan.
nicorola: Seit eurem letzten Album seit ihr recht erfolgreich geworden. Habt ihr während der Aufnahmen eigentlich Erfolgsdruck verspürt? Erhöht dieser Druck eventuell die Produktivität?
Grant: Eigentlich ging es nicht so sehr um Druck als vielmehr um das Bewußtsein, das es ein großes Publikum für unsere Musik gibt. Es gab auf jeden Fall eine Erwartungshaltung, die es beim Vorgänger so nicht gab, und ich denke, das hat im uns Endeffekt eher geholfen. Es ist immer gut, ein wenig Druck zu verspüren und gefordert zu sein, wie sollten wir uns sonst auch erfolgreich weiterentwickeln?
nicorola: Wer kam eigentlich auf den Titel “The Winter Of Mixed Drinks”. Was steckt dahinter?
Grant: Scott kam damit an. Es handelt sich um eine Textphrase aus einem der Songs und es bringt unsere letzten Winter ganz gut auf den Punkt. So viel unterwegs zu sein endet unvermeidlich in einer Menge Drinks und den damit verbundenen Zwischenfällen.
nicorola: In einem Interview mit der BBC sagtet ihr, das ihr nochmal ins Studio wolltet um einige Songs umzuschreiben. Wie sind die Ergebnisse und wofür werdet ihr sie verwenden?
Grant: Wir waren im Studio, um von einigen Songs alternative Versionen aufzunehmen bzw. neu abzumischen. Sie werden für B-Seiten verwendet und als Special Extra Tracks für Rabbit-Fans.
nicorola: Ihr habt im Rahmen der Edinburgh Hogmanay Feierlichkeiten vor 80.000 Menschen gespielt. Ein verdammt großes Publikum. War das ein magischer Moment oder hattet ihr weiche Knie?
Grant: Es war wirklich ein ziemlich magischer Moment, obwohl wir ehrlicherweise nicht unseren besten Gig gespielt haben. Ich war vorher ziemlich nervös, aber als wir die Bühne betraten, merkten wir, das alle ziemlich angetrunken waren, also war es ziemlich egal, wie gut wir spielten. Es war großartig für uns, dort zu spielen, ich bin dort geboren und offensichtlich ist es die beste Neujahrsparty der Welt!
nicorola: Habt ihr eigentlich irgendwelche Rituale, bevor ihr auf die Bühne geht?
Grant: Nicht wirklich. Es sind eher die Aftershow-Rituale, die uns Spaß machen!
nicorola: Ihr habt Fans auf der ganzen Welt. Was denkst du: warum funktioniert eure Musik in so vielen unterschiedlichen Ländern?
Grant: Obwohl unsere Musik eine sehr starke Verbindung zu Schottland hat, sind die Texte sehr universell. Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, ich denke jeder kann etwas mit den Inhalten der Songs anfangen.
nicorola: Eine MySpace-Seite, ein Twitter-Account und Facebook. Wie wichtig ist die moderne Kommunikation für einen Künstler?
Grant: Ich finde es großartig, das die Fans so nah an der Band sein können. Wir alle twittern und nehmen das nicht zu ernst mit all diesen offizielen Updates. Es muss interessant bleiben und das Persönliche ist uns immer sehr wichtig, und das wird auch in Zukunft so bleiben.
nicorola: Ihr benutzt auf dem Album einige Samples. Wie ist euer Standpunkt in Bezug auf Urheberrecht?
Grant: Wie mit allem finde ich es falsch, zu stehlen, aber ich denke auch, das jede Art von Kunst geteilt werden sollte, solange man fair bleibt. Jeder, der auf diesem Album gesampled wurde, weiß, das er gesampled wurde, und alle sind damit einverstanden. Aber wir sind nicht Owl City und werden auch in naher Zukunft keine frechen Rip-Offs abliefern.
nicorola: Denkst du, es könnte eure Popularität erhöhen, wenn ihr eure Musik gratis anbietet?
Grant: Natürlich kann es das, aber um ehrlich zu sein macht es keinen großen Unterschied, denn sobald die Musik veröffentlicht ist, gibt es immer Wege, umsonst an die Musik zu kommen. Die Musiker sind nicht diejenigen, die mit dem Verkauf von Musik Geld verdienen. Es würde für unser Einkommen keinen großen Unterscheid machen, wenn wir unsere Musik umsonst weggeben würden.
nicorola: Ihr habt gerade zwei Videos zu “Nothing Like You” veröffentlicht. Warum zwei? Wer hatte die Ideen?
Grant: Das erste Video wurde vom Label bezahlt, aber mit dem Ergebnis waren wir nicht zufrieden. Wir hatten das Gefühl, der Clip rückte uns in ein falsches Licht. Also haben wir uns entschlossen, unser eigenes Video zu drehen und wir hatten damit eine Menge Spaß. Ich finde unseres besser, und ich hoffe, das das die Meinung der Allgemeinheit ist.
Fat Cat Version:
Band-Version:
nicorola: Adam von We Were Promised Jetpacks hat euer letztes Album “The Midnight Organ Fight” als das besete Album der letzten Dekade bezeichnet, wie findest du ihre Platte?
Grant: Ich liebe ihr Album und kann es kaum erwarten, neues Material von ihnen zu hören. Ich denke, sie sind momentan die beste Liveband und werden noch auf Jahre hinaus für Begeisterung sorgen.
nicorola: Die Medien versuchen, aus We Were Promised Jetpacks, The Twilight Sad und euch so eine Art Triumvirat zu machen. Denkst du, ihr gehört zu einer Art Szene?
Grant: Szene ist ein schreckliches Wort. Für mich sind wir eher eine Gruppe von Freunden mit einer gemeinsamen Liebe für gute Musik und einer Abneigung gegen den Schwachsinn auf dieser Welt. Wir werden immer in einen Topf geworfen, da wir alle aus Glasgow kommen und bei FatCat unter Vertrag sind und ich habe kein Problem damit, da es sich um zwei großartige Bands handelt.
nicorola: Nenn uns bitte eine schottische Band, die du magst und die mehr Leute hören sollten?
Grant: John Knox Sex Club sind momentan die beste schottische Band.
nicorola: Vielen Dank für das Interview.
Frightened Rabbit auf Tour:
7. April, Berlin, Magnet
9. April, München, Atomic Café
10. April, Köln, Luxor
Karten gibt es ab 12 EUR unter der bundesweiten Tickethotline 01805 – 570 000 (14ct/min, Mobilfunkpreise können abweichen) bei Eventim, oder auch an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Fotos: Myspace der Band
Just Us And Jonas – Interview

Gerade befinden sich die Münsteraner von Just us and Jonas auf einer ihrer bisher größten Touren durch Deutschland. Seit einer Woche durchqueren sie nun schon die Nation von Nord nach Süd und West nach Ost, schafften es aber dennoch uns während eines kurzen Zwischenstopps einige Fragen per Email zu beantworten, damit wir euch die Band, die inzwischen in ihr sechstes Jahr als Just us and Jonas startet, einmal noch näher bringen können. Und bevor wir loslegen noch der Hinweis, dass Just us and Jonas am Samstag 13. März zusammen mit den großartigen Black Rust im Münsteraner AMP spielen werden.
Euch gibt es nun bereits fünf Jahre, was recht lang für eine lokale Band ist, wie habt ihr es so lange als Just us and Jonas ausgehalten?
Es war eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Unser Debüt spielten wir im Gleis22 mit „The 101“ aus den USA. Später gingen wir dann auf Tour durch Deutschland mit „Rainer Maria“, auch aus den USA. Nach zwei Jahren kam die Phase des Umbruchs. Zwei Leute stiegen aus und wir hatten Mühe Ersatz zu finden. 2008 ging es dann wieder richtig los… mit neuer Besetzung und einigen neuen Songs. Aus zwei wurden drei… und letztendlich vier. Im Juni 2008 spielten wir quasi wieder ein Debüt (der Neubesetzung) mit „The Gaslight Anthem“ im Gleis. Ich glaube, wir haben uns einfach gefunden. Es wird nie langweilig! Ich denke das macht uns einfach aus… und es ist toll zu merken, dass sich Just us and Jonas verändern. Wir entwickeln uns weiter.
Letztes Jahr habt ihr eure neue EP mit dem Titel “Where Do We Go From Here” veröffentlicht, wo geht’s denn jetzt mit Just us an Jonas hin? Also, was hält das Jahr für euch und eure Fans bereit?
Gute Frage. Ich denke die Antwort und das Ziel liegt verborgen im Titel der ersten EP. Wir wissen es nicht. Ich mag keine Prognose abgeben, wenn Mensch nicht weiß was der nächste Tag bringt. Was ich weiß ist, dass neue Ideen warten. Sie mögen noch sehr durcheinander scheinen, aber sie können etwas Besonderes werden.
In Münster gibt es eine sehr fruchtbare Bandszene, aus der in den letzten Jahren mit Press Gang, Ghost Of Tom Joad und Miyagi auch Bands Alben mit großem nationalen Potential veröffentlicht haben. Auch Videoclub nehmen gerade ihr Album auf und eroberten letztes Jahr mit Coca Cola die deutschen Festivalbühnen, wann wird es bei euch ein Album geben?
Erst einmal find ich es klasse, dass es so gute Bands hier in Münster und Umgebung gibt. Videoclub und die Ghosts kennen wir sehr gut und sind eng befreundet. Ich bin sehr gerne auf deren Konzerten und ich bin mir sicher, dass sie definitiv Potential fürs Internationale haben!
Bis wir ein ganzes Album herausbringen wird es wohl noch ein bisschen dauern. Ich denke, dass wir im Sommer oder Herbst ins Studio gehen. Es kommt natürlich darauf an, wann die neuen, noch „durcheinander klingenden Songs“ fertig sind. Ich hoffe bald!
Aus der lokalen Szene, welche noch nicht genannte Band würdet ihr empfehlen?
Da wir schon mit „Play and Rewind“ auf dem Eurocityfest gespielt haben und sie jetzt wieder auf der Tour getroffen haben, hab ich mich mehr und mehr durch ihre Musik gefressen. Ich ertappe mich immer wieder ihre Songs im Hintergrund laufen zu lassen. Außerdem, obwohl es eigentlich nicht ganz meine Musik ist, bin ich gerne auf den Konzerten von Toolylooly and The McBobbies. Die Stimmung dort einfach nur super und macht automatisch gute Laune. Ska Punk, der echt Spaß macht und zum Feiern einlädt!
Denkt ihr, die Studentenszene in Münster, mit regelmäßig neuen und stetig wechselnden Leuten ist hilfreich dabei, euch immer wieder neuen Menschen vorzustellen, oder hindert sie eher, da ihr euch immer wieder neu vorstellen müsst?
Ich habe das Gefühl, dass sich der Name alleine schon gut verbreitet. Ich weiß nicht wie es passiert, aber ich denke das viele Studis (genau wie wir) auch „Die Drei Fragezeichen“ hören und sich deshalb an die Band oder zumindest den Namen erinnern. Es ist irgendwie Kult… Unser Bandname ist die Hommage an Justus Jonas.
Viele Bands nutzen immer stärker alle möglichen Social Networks, wie Twitter, Facebook, oder Last.fm, was hält euch davon ab, euch da stärker zu engagieren und zu vernetzen?
Hmm. Ja, Ich weiß nicht. Wir sind auch bei Twitter und Facebook und bei MySpace ja sowieso. Ehrlich gesagt weiß ich bei Facebook gar nicht weiß wer diese Fan-Seite gemacht hat.
Ich finds okay, aber ich mag meinen Freunden nicht andauernd damit auf dem Geist gehen, ständig irgendwas zu posten damit sie merken, dass es uns gibt und wir tatsächlich noch Musik machen. Na ja, einige mögen es, andere nicht. Ich poste auf diesen Plattformen ja auch von Zeit zu Zeit…
Wir haben euch das erste Mal mit Cargo City gesehen, der euch zuvor auch im Interview sehr lobend erwähnte. Ihr habt auch bereits mit einer Reihe anderer namhafter deutscher Bands gespielt, denkt ihr, die deutsche Indie-Szene ist so langsam dabei, sich von den britischen Vorbildern zu emanzipieren und kann inzwischen wirklich ernst genommen werden?
Ja, mit Simon von Cargo City war’s echt schon etwas sehr, sehr Cooles. Nicht nur, weil ich seine Musik sehr mag. Es hat einfach „gepasst“ zwischen uns. Den ehemaligen Drummer Max kannten wir noch von unserem Konzert mit Days and Grief. Müsste 2006 gewesen sein. Eine Band die Mensch sehr gerne als Freund hat. Auch als Freunde im StudiVZ! Um noch mal auf die letzte Frage zurück zu kommen.
Ich denke, dass es jede Menge großartiger Bands gibt, die durch MySpace dümpeln, aber eigentlich schon mehr verdienen und durchaus den Großen international Paroli bieten können! Und kleine Clubkonzerte haben doch einfach mehr Atmosphäre… finde ich. Die deutsche Indie-Szene kann es absolut mit der britischen aufnehmen.
Zu einer Größe der deutschen Szene, Get Well Soon. Konstantin Gropper sagte in einem Interview, er würde es ernster nehmen, wenn in der Kunst eine klare Trennung zwischen Autor und Werk statt findet. Ihr scheint da genau anders ranzugehen und schreibt sehr biographische Texte. Ist es euch wichtig, euch in euren Stücken wieder zu finden?
Es ist mir manchmal unheimlich etwas in Songs mitzuteilen, was sowieso jeder denkt. Ich schreibe fast nur „Insider“ in Texten, die es Vielen ermöglicht sich persönlich darin wieder zu finden. Es ist die Erfahrung, die ich selber gemacht habe, aber nicht genau ins Detail ausgeschmückt! Jeder darf selbst darüber entscheiden wie er/sie das verarbeitet und kennt!! Ich will eigentlich keine Geschichten erzählen mit Musik im Hintergrund! Na gut, manchmal schon. Das ist dann aber eine Ausnahme.
Wie kommt es zu dieser persönlicheren, biographischeren Note eurer Songs?
Hmm… „Hass“ manchen Menschen gegenüber. Viel erlebt… und ich muss ja nicht jeden mögen. Wobei es ja irgendwie nicht soooo zu der „guten Laune-Musik“ passt. Vielleicht ist das der Schlüssel zu dem Wirrwarr in unserer Musik. Mensch weiß es nicht…

Nun abschließend noch zu unserer Kategorie “6 Richtige”, 6 kurze Fragen, auf die wir 6 spontane Antworten suchen:
1. Wenn du dir eine legendäre Bands aussuchen könntest, in welcher hättest du gern gespielt?
Ganz ehrlich? – Led Zeppelin!
2. Welches Album war der Soundtrack deiner Teenager-Zeit, bzw. welche CD kommt dir zuerst in den Sinn, wenn du an diese Zeit zurück denkst?
Tocotronic – Hamburger Schule
3. Die letzte Platte / CD, die du gekauft hast?
Muff Potter – Gute Aussicht (Eins der genialsten Werke!!!)
4. Die beste Stadt, in der du je gespielt hast?
Die Nummer 1 ist definitiv Münster!
5. Was packst du als erstes in deine Tasche, wenn du dich auf eine Tour vorbereitest?
Meinen MP3 Player und ein gutes Buch mit mehr als 500 Seiten.
6. Was wolltet ihr schon immer einmal in einem Interview gefragt werden und was wäre die Antwort darauf?
Wieso gewinnt ihr vor jedem Konzert das Kickern mit anderen Bands?
- Weil wir die Bälle ins Tor gucken! Ganz einfach!
Zusatzzahl: Warum sollten die Leute zu euren Konzerten kommen und eure Platten kaufen?
Weil Sie und wir einen Mords Spaß haben werden! (…um auch mal an die Kalauer zwischen den Songs zu denken)
Luke Leighfield – “Have You Got Heart” Track by Track
Mitte November und damit direkt am Anschluss an seine Deutschland-Tour veröffentlichte die Königin des Piano Pop, Luke Leighfield, sein drittes Album “Have You Got Heart?” quasi zum Nulltarif. Den Preis dafür kann man nämlich selbst bestimmen, ohne Mindestbetrag. Natürlich wäre es auch den vollen Preis wert, aber das Ersparte kann man dann ja in die anderen beiden Alben investieren. “Have You Got Heart?” habt ihr sicherlich bereits runter geladen, in der Zwischenzeit hat sich Luke nun auch die Mühe gemacht einmal zu erläutern, was er sich bei den einzelnen Songs gedacht hat:
1. By My Side
This song is about doubt and uncertainty, and not knowing what to do in life. It talks about struggling with motivation and stuff like that, and about how life can be extremely difficult. Then the chorus is all about how life becomes a lot easier if you have love, and how love makes all these other issues fade away because love is more important. Musically, this is one of the most overblown songs that I’ve ever recorded. There is layered guitar tapping, triple guitar harmonies, and huge string and brass parts. A worthy album opener!
2. Have You Got Heart?
I wrote this song in spring 2008 when I was getting annoyed at the state of the UK music scene. I kept seeing bands get signed who had stupid images and fake lyrics. Basically, their music was written to conform to current trends and was based on what would sell, lyrically and image-wise. The chorus is just imploring people to be true to themselves and to be real, because fake images don’t last, and being honest is just far more interesting and compelling. My favourite bit in this song is the middle eight where there’s an amazing guitar solo and some cool drum parts. This song kind of sums up the album, which is about integrity, truth, and being real.

3. Every Day
This song is all about motivation, productivity, stuff like that. I really hate days where you intend to get loads of stuff done, and then when you go to bed you realise that you’ve wasted your whole day doing stupid stuff. The verses are about disciplining yourself to do the things that you need to do, because it will be good for you and help you to move on in life, and it will also make the people around you, your parents or whoever, proud of what you’re doing. The chorus is about making “every day count” because it feels great when you get to the end of a day and you’ve really achieved something. I really love the groove in the verses, the shuffly drum thing, the epic guitars in the chorus, and the huge string breakdown at the end of the song. This is one of my favourite string arrangements that I’ve ever had on a song.
4. I Won’t Look Back
I wrote this song when I started going out with my now ex-girlfriend. It’s about being really excited about falling in love, but also about feeling the weight of previous relationships, and how those have affected you and damaged you or whatever. The chorus and middle eight talk about how this new relationship surpasses all of the old ones and renders them insignificant. Lyrically, this is one of the most intimate and personal songs that I’ve ever written, and I’m really proud of it. I wanted it to be a big, romantic ballad, and I used The Fray’s first album as a reference point for the sound of it. Again, I really love the strings on this one.
5. If You So Much As Smile
This song is about saying goodbye to an old relationship that isn’t healthy, and how that can be hard sometimes if you’re not mature about it. It’s a pretty sad song, so we put a nice blues-y guitar solo in it.
6. 60,000 Miles
60,000 Miles is the most rock song I’ve ever recorded. The guitars are more dominant here than the piano, which is pretty unusual for my music. Lyrically, the song is about touring and all the miles you have to drive and all the other work that’s involved, which can sometimes be pretty hard. But it also says that all the hard work is made up for by the inspiring people you get to meet, and all the great places you get to visit. It’s also similar lyrically to ‘Have You Got Heart?’ because it’s sort of about all the people that sell out and write rubbish music in an effort to get signed. I’m saying that I’m going to keep touring, keep driving stupid distances, and keep trying because good music will prevail in the end. This song also has the best guitar solos of the whole album. Balls to the wall.
7. King and Queen
This song is another love song, but it’s not a ballad! No sir! It starts off with a huge guitar solo, which was inspired by the guitar solo and dialogue at the start of Michael Jackson’s ‘Black or White’. Everyone else hated the guitar solo when we were recording, but I loved it so it went on the record. It’s my record! The main riff in this song is the cheesiest on the record. It’s really poppy and bouncy. There’s also a really cool middle eight which sounds all atmospheric and massive. We layered loads of drum tracks up to get that really big sound, and I played loads of different piano lines. It sounds pretty cool. The lyrics are just about how you don’t need to worry about life if you have love. You can build your own universe around your relationship, and everything else that goes on doesn’t matter. I’m a romantic at heart.
8. When You’ve Reached Your Limit
This song is about the power of music and religion. Lyrically, it’s about how whenever I’m burnt out I rely on God to pick me up because I can’t do it by myself. The song is also about how music can really affect you, and completely alter your mood and mindset. An uplifting song can make you feel so much better, which is pretty incredible. The verse has a really cool groove between the bass guitar and the kick drum, which I particularly enjoy. It’s funky.
9. On To Something
A ballad! A love song! I wrote this song as soon as I started going out with my ex, back in December 2008. I was just about to go on tour to Germany, Russia and China, and was completely missing my Christmas holidays in the UK. The song is about how it’s cool to go travelling and do fun things, but about how what I really wanted to do was stay at home with her and just enjoy each others’ company. I love touring, and I was really excited about visiting some great countries, but I love love even more. It’s about how this relationship felt completely different to the ones I’d been in before, and how I thought it would last forever. The song is pretty simple, but it’s one of my favourites on the album.
10. Lullaby
This song is again kind of a love song. I called it ‘Lullaby’ because musically, at the start, it’s quite relaxing and chilled out. The lyrics are about forgetting about the past and all the mistakes that have happened, and instead looking to the future and all the good things that will happen. The line “make your mistakes with me” is saying that if we’re going to make mistakes, then we’ll make them together and work it out together. It’s all relaxed and fine until you reach the end of the song where I put a ridiculous rock ending on it. I’m not sure why I did it, I just thought it would be awesome. And it is awesome. There are huge guitars, massive drum fills, epic, epic strings and brass, and it basically sounds like the end of the world. I love rocking out to it while I’m driving my car.
Blood Red Shoes – Interview

Small People. Big Sound.
Kaum zu glauben, dass Blood Red Shoes im Jahre 2009 keine einzige Veröffentlichung zu verzeichnen hatten. Wenn am 22.2. diesen Jahres die Single Light It Up als Vorbote des neuen Albums “Fire Like This” in den Läden steht, wird diese tatsächlich der erste Release seit Dezember 2008 für das Duo aus Brighton sein. Dank fleißigem Touren und wiederholten Supportslots im Vorprogramm von Maxïmo Park scheint es, als hätten Laura-Mary Carter und Steven Ansell sich nur kurz draußen einen neuen Drink geholt um nun schon wieder in den ersten Reihen mit zu tanzen, als wären sie nie weg gewesen.
Im Interview erzählen sie, warum sie ihre eigenen Platten nicht verstehen, Stevens Soloalbum wie Prince klingen wird und Laura-Mary als Riot Grrl Anhängerin auf Macho-Bands steht.
Es gilt übrigens zu erwähnen, dass dies ein stark editiertes Script ist. Denn neben ihren Fähigkeiten an Gitarre und Schlagzeug, sowie ihrem gemeinsamen Wechselsgesang, haben Blood Red Shoes noch mindestens ein weiteres Talent: Reden. Viel Reden.
Im Vorfeld war zu hören, dass die atmosphärische, dunkle Stimmung auf “Fire Like This” daher kommt, dass ihr große Twin Peaks Fans seid und die Serie einen großen Einfluss auf das Album genommen hat.
S:”Es ist nicht so, dass das Album hauptsächlich von Twin Peaks beeinflusst ist. Ich habe sogar gelesen, das Ganze sei als eine Art Konzeptalbum zu verstehen. So ist das keinesfalls gemeint. Aber ja, wir gucken sehr viel Twin Peaks und es sind auch einige Referenzen auf Fire Like This zu finden.”
L-M:“It Is Happening Again ist beispielsweise der Titel einer Folge aus Twin Peaks, aber der Song hat ansonsten nichts mit der Serie zu tun. Wir hielten das nur für einen guten Songtitel.”
S: “Laura Palmer, deren Mord in Twin Peaks aufgeklärt werden soll, kommt aus dieser dunklen, psychotischen Welt und an einer Stelle gibt es diese Zeile: „When this kind of fire starts it’s very hard to put out“ und der Satz hat auf irgendeine Art und Weise mit unsere Band geklickt. Die anderen lyrischen Anspielungen auf Feuer waren nicht geplant, die sind einfach so passiert. Wenn man eine gewisse Verbindung in seiner Band hat, ist das machmal schwierig anzuhalten. Das ist wie eine Energie, über die man keine Macht hat, ein Zwang, den man nicht kontrollieren kann, ein Feuer, das kaum zu löschen ist. In dem Sinne hat Twin Peaks unser neues Album und auch dessen Titel beeinflusst.”
Könnt ihr für Euch selber ausmachen, inwieweit ihr bei Fire Like This andere Einflüsse hattet, als bei Box Of Secrets?
S:”Wir hören seitdem wir das erste Album gemacht haben, deutlich mehr Classic Rock. AC/DC zum Beispiel.”
L-M:”Ja, aber abgesehen davon, mögen wir nach wie vor die gleiche Musik. Wir haben mittlerweile einfach einen ganz anderen Blickwinkel, als wie zu der Zeit, zu der wir das erste Album geschrieben haben. In den letzten zwei Jahren, haben wir gefühlt jeden Fleck auf dieser Erde besucht. In Wahrheit natürlich nicht. Aber einfach durch das ganze Reisen und die ganze Erfahrung, die man mit nimmt und Eindrücke, die verarbeitet werden wollen, wird eine Album einfach beeinflusst. Ob man will oder nicht.”
S:”Die Sache ist ja so, im Grunde verstehen wir unsere Alben selber nicht. Wir denken nicht wirklich viel nach, über die Musik, die wir machen. Wir wissen einfach, wenn sich etwas richtig und wenn sich etwas falsch anfühlt und lassen uns davon mehr leiten, als von allem anderen. Man fängt im Grunde erst dann an, über die Songs nachzudenken, wenn man Interviews gibt und nach Details gefragt wird, was auf der einen Seite unglaublich verwirrend ist, weil du anfängst Sachen zu erklären, über die du gar nicht nachgedacht hast, als du sie gespielt hast, aber dir anderseits die großartige Möglichkeit gibt, etwas über deine eigene Platte zu lernen.”
Während bei Box Of Secrets jeder Song relativ schnell zum Punkt kommt, ist Fire Like This eher ein Album, das am Stück gehört werden muss, damit es seine Wirkung am besten entfaltet. Inwieweit war es einfach ein natürlicher Prozess, dass die Songs epischer, sphärischer und härter klingen und inwieweit war das beabsichtigt?
L-M:”Bis zu einem gewissen Punkt war das schon beabsichtigt. Wie gesagt, wir denken oder beabsichtigen nicht allzuviel, wenn wir Musik schreiben, aber wir wollten definitiv ein härteres Album machen und wir wollten definitiv, dass es sich von Box Of Secrets unterscheidet. Wir wollten, wie du schon richtig gesagt hast, diesmal eher ein Album, ein Gesamtwerk haben, als eine Sammlung von Singles. Wir wollten, dass das Ganze sich wie eine Art Reise gestaltet.”
S:”Box Of Secrets bestand im Grunde einfach nur aus unserem damaligen Live Set und zwei Songs, die wir geschrieben haben, kurz bevor wir ins Studio gegangen sind. Bei diesem Album hatten wir einfach mehr Zeit, was uns auch die Möglichkeit gab, kritischer zu sein und manche Songs doch nicht mit aufs Album zu nehmen.”
L-M: “Manche Songs passten einfach nicht zu der Stimmung des Albums. Und dass dieses Album härter klingt hat auch damit zu tun, dass wir bemerkt haben, dass das ein wichtiges Element von uns ist, dass wir bisher nicht geschafft haben auf unseren Aufnahmen einzufangen. Live waren wir schon immer sehr viel härter. Man könnte sagen, dass Fire Like This vom Sound her, näher an unserer Live-Show ist, als alles, was wir jemals zuvor aufgenommen haben.”
Habt ihr festgestellt ob und in inwiefern sich euer gemeinsames Songwriting entwickelt hat? Damit spreche ich nicht unbedingt von der Qualität sondern eher vom Schreiben an sich, vom Prozess sozusagen, der zwischen Euch stattfindet.

S:”Es ist auf jeden Fall so, dass wir da sehr hineingewachsen sind. Dadurch, dass wir nur zu zweit sind und soviel getourt haben, hat das auf jeden Fall dazu beigetragen, dass wir den jeweils anderen deutlich besser verstehen.”
L-M: “Wir haben mittlerweile eine bessere Vorstellung davon, wie wir das Beste auseinander rausholen.”
S: “Der grundlegende Prozess ist der Gleiche. Es fängt immer mit Improvisation an, aber wir sind nachdenklicher geworden, was unsere Songs angeht. Vorher war es so, dass es uns hauptsächlich um diese instante, augenblickliche Energie ging. Sobald ein Song diese hatte, war das für uns schon mehr als die halbe Miete. Jetzt ist es so, dass wir die Songs mehr auseinander nehmen, mehr auf Details achten und sie gegebenenfalls überarbeiten. Aber zwischen uns hat sich nichts gravierendes verändert, außer vielleicht, dass wir nicht mehr versuchen alles gemeinsam zur gleichen Zeit zu spielen, sondern auch mal einer von uns einen Song anführt, wenn man das so sagen möchte und der andere folgt. Somit hat dieses Album gleichzeitig mehr von einem Band-Album, als auch mehr von uns selbst jeweils. Wenn das Sinn macht.”
L-M: “Steven möchte seit diesem Album übrigens bevorzugt Pophits schreiben!” (lacht)
S: “Ich kann mir das selber nicht erklären! Wie schreibt ein Schlagzeuger Pophits? Eigentlich will ein Schlagzeuger doch einfach nur auf seine Drums eindreschen, aber irgendwie war ich derjenige, der versucht hat, aus jedem Song einen Pophit zu machen und Laura diejenige, die mich andauernd bremsen und erstmal einen zwei-minütigen Gitarren-Noise-Part zum Ausgleich einstreuen musste. Eines Tages wird Laura eine instrumentale Platte machen – voller Gitarrenkrach – und ich mache ein Album wie….Prince!”
Steven, du hast über euer neues Album gesagt, es sei “a rock record with real heart – no macho crap”. Warum glaub ihr, gehen Rockmusik und “Macho Crap” so oft einher?
S: “Ich weiß es auch nicht! Es muss einfach irgendwann geschehen sein, dass harte Gitarrenklänge assoziert wurden mit Musik….”
L-M:”….die ausschließlich von ‘echten Männern’ stammt!”
S: “Ich finde zum Beispiel nicht, dass Black Sabbath sehr macho ist. Dann eher so Sachen wie Pearl Jam. Seit den 80ern und dem sogenannten Cock Rock ging es plötzlich nur noch um das männliche Ego und Prahlerei, und das ist echt eine Schande!”
L-M: “Das sehe ich ganz genauso. Aber komischerweise mag ich Guns n Roses. Und Queens Of The Stone Age sind eine meiner absoluten Lieblingsbands. Eigentich bin ich eher in Riot Grrrl Sachen verwurzelt – Babes In Toyland, Hole – aber seit ein paar Jahren höre ich plötzlich auch wieder Männer-dominierte Musik, ich weiß nicht genau, wie das passiert ist.”
S:”Was ich mit dem Zitat, das du angeführt hast, sagen wollte, war dass es bei Rockmusik zu oft darum geht, bloß keine Verletzlichkeit, Unsicherheit oder generell irgendeine Emotion zu zeigen, denn leider leben wir in einer Gesellschaft, die das als wenig männlich, sondern im Gegenteil als weiblich und somit natürlich schwach bezeichnen würde. Es geht nur darum zu zeigen, wie toll man selber ist – Ego-Rock. Und um sowas scheren wir uns auf Fire Like This nicht.”
Werden denn, in euren Augen, aktuell überhaupt noch gute Rock-Alben veröffentlicht?
L-M: “Selten. Ich mag aber zum Beispiel Them Crooked Vultures. Die habe ich auch gestern Abend zum Einschlafen gehört.”
S: “Du hörst Dir Them Crooked Vultures an, wenn du einschlafen willst? Du bist doch total verrückt.”
Get Well Soon – Interview

Am Freitag war es so weit, dann erschien mit “Vexations” (hier zu unserer Besprechung) beinahe genau zwei Jahre nach Konstanin Gropper’s Debüt-Album als Get Well Soon “Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon”, endlich das zweite Get Well Soon Album. Viel hat sich seit dem Release geändert, Get Well Soon steht mittlerweile als Musterbeispiel deutschen Indie-Pops und Konstantin Gropper kann sich vor Anfragen kaum mehr retten. Zeit also, ihn pünktlich, wenn “Vexations” in den Läden steht einmal zum Interview zu bitten und zu klären, ob trotz vieler Ablenkungen die Fokussierung auf das Zweitwerk dennoch gelungen ist.
Erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst. Jetzt erscheint “Vexations”, dein zweites Album. Was uns rein äußerlich auffiel ist, dass nicht nur der Album-Titel, aber auch die Songtitel nun deutlich kürzer sind. Ist das eine gewollte Verknappung, einfach die kürzere Arbeitszeit, oder purer Zufall?
Konstantin: Also mit der kürzeren Arbeitszeit hat es jetzt natürlich nichts zu tun. Zufall auch nicht wirklich. Die Texte und Songs sind ganz anders entstanden, als auf meinem ersten Album. Die Herangehensweise war eine ganz andere.
Also auch keine gewollte Verknappung?
Konstantin: Nein, kann man so nicht sagen. Das kam irgendwie, äh, natürlich.
“Vexations” wirkt als Gesamtwerk noch geschlossener und dichter als “Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon”, dafür stechen auch weniger Songs auf den ersten Blick heraus. Würdest du sagen, dir ist das Gesamtkunstwerk wichtiger als der einzelne Song?
Konstantin: Ja, das liegt jetzt wirklich an der kürzeren Entstehungsphase. Ich habe in einem geschlossenen Arbeitsgang dran gearbeitet. Das letzte Album war ja eher nur eine Zusammenstellung von Songs, an denen ich über Jahre gearbeitet hab. Da ist es auch klar, dass die in verschiedene Richtungen gingen. Dieses Mal war es ein kompakter Zeitraum und ich finde, es ist dadurch deutlich runder geworden und ja, wirklich geschlossener.
Was war denn für dich schwieriger, einmal mit der Arbeit am Nachfolger zu “Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon” zu beginnen, oder der Schreibprozess an sich?
Konstantin: Das Anfangen war schwieriger. Es war natürlich wahnsinnig schwierig nun auch nicht und ich hab mir ganz klar auch meine Gedanken dazu gemacht über die Erwartungshaltung und so was. Das erste Album wurde ja so positiv wahrgenommen, da schaut man schon, was hat man richtig gemacht und was kann man trotzdem anders machen. Aber als ich dann angefangen habe, ging es dann auch sehr schnell und auch ganz ohne irgend einen Druck.
Du hast ja in der Zwischenzeit auch jeder Menge anderer Projekte mitgearbeitet, hast du manche davon vielleicht auch vorgeschoben, um nicht anfangen zu müssen?
Konstantin: Äh, nein. Das waren Projekte, die boten sich einfach an, also Filmmusik und all das. Da haben sich dann auch einmal größere und längere Projekte ergeben und mehr als ich dachte und dadurch hat sich natürlich auch der Zeitraum verkürzt, den ich für das Album dann noch übrig habe. Aber das fand ich sogar gut. Hat ja letztendlich auch gereicht, denke ich.
Und eure Limited Edition kommt trotzdem wieder zu spät?
Konstantin: (lacht) Ja, ich weiß auch nicht.
Auf den Fotos zu “Vexations” stehst du meist recht isoliert und verloren rum, ist also die “Entfremdung” auch als Thema von “Vexations” sehen?
Konstantin: Ja, also zumindest die Frage nach dem dabei sein oder nicht. Aber gut, zu Fotos, ich bin jetzt auch nicht der allerbeste, oder coolste Charakterdarsteller, ich habe da nur ein begrenztes Spektrum. Da ist dann vieles Zufall, weil ich nicht besonders versiert bin in meiner Mimik. Deshalb sagen auch immer viele Leute ich gucke immer so böse, das ist aber gar nicht so, ich kann nur nicht anders. lacht Aber deshalb mache ich ja auch Musik und model nicht.
In der wirfst ja jetzt etwas übertrieben gesagt mit Einflüssen und Referenzen dieses Mal ja nur so um dich, von Homer über Seneca und Sartre ist ja alles dabei. Ist dir eine gewisse intellektuelle Herangehensweise an deine Musik besonders wichtig?
Konstantin: Wichtig daran ist mir natürlich nicht, dass es jetzt besonders intellektuell ist, schon aber, dass auf diesem Album eine gewisse Note von intertextueller Arbeit stattfindet, die von mir persönlich weg führt. Diese Idee von Trennung zwischen Autor und Werk ist mir eben besonders wichtig. Klar, ist das im Pop extrem schwierig, versuchen wollte ich es aber trotzdem mal. Intellektuell ist es vielleicht nicht, aber es behandelt eben Themen, die mich schon jetzt interessieren.
Dein Label beschreibt “Vexations” in der Presseinfo als Konzeptalbum über Stoizismus, würdest du es ähnlich umschreiben?
Konstantin: Nein. Also, Konzeptalbum ja. Aber eher halt, was die Herangehensweise angeht, über Seneca kam ich dazu, da hatte ich dieses Buch vor mir und dieses Thema, das er behandelt hat zum Inhalt von “Vexations” gemacht. Aber das hat “Stoa” und den Stoizismus jetzt nicht zum Grundthema von Vexations gemacht.
Du trennst ja, wie du auch schon gesagt hast stark zwischen dir persönlich und deinem Ausdruck mit Get Well Soon. Hast du nicht manchmal Angst, dass dir eine gewisse Glaubwürdigkeit abgesprochen werden könnte, wenn du über große philosophische Themen sprichst und sie dann nur mit Zitaten anderer belegst?
Konstantin: Ja, nein, ich versuche ja diese Glaubwürdigkeit dadurch zu hinterfragen. Als Pop-Autor wird man ja immer nach dieser Glaubwürdigkeit gefragt, aber gleichzeitig ist es der unglaubwürdigste Job, den du machen kannst. Es gibt keinen anderen Bereich in der Kunst, der so wenig Authentizität besitzt. Klar ist das im Indie viel beschrien, aber wirklich authentisch kannst du nie sein, weil du schon, wenn du die Bühne betrittst nicht mehr du selbst bist. Also, ich denke, ich versuche das zu hinterfragen. Andere erfinden sich, wie David Bowie, selbst als Kunstfigur und ich habe versucht das durch diese Referenzen zu relativieren und von mir abzulenken.
In einem früheren Interview mit uns zu “Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon” hast du gesagt, bei deinen Songs würdest du je nach Thema auch einmal ein wenig Recherchearbeit hinein stecken. Hat sich die Recherchearbeit nun ein wenig erhöht, um das Grundthema geschlossener zu halten und Zitate im richtigen Kontext zu nutzen?
Konstantin: Definitiv. Die Recherche war der Hauptteil der Arbeit am Album. Die Stoffsammlung war der Großteil. Ich hatte die Themen für die Songs und die Assoziationen, aber die Recherche war dann schon nicht ohne.

Du hast bereits im November auf dem Visions Geburtstag einige neue Songs gespielt. Verglichen mit dem Album schien die Umsetzung recht dicht dran zu sein. Beachtest du beim Schreibprozess gleich auch mit, wie du einen Song auch live umsetzen könntest, oder lässt du dich damit erst konfrontieren, wenn es dann an die Umsetzung geht?
Konstantin: Genau, ich lass das einfach kommen. Ich denke überhaupt gar nicht an die Umsetzung live. Wir haben jetzt auf einem Releasekonzert alle Songs des Albums gespielt und ich habe gedacht, das gibt größere Probleme.
Im Mai spielst du ein Unplugged im Dortmunder Konzerthaus, wirst du deine Songs da mit einem kleinen Orchester umsetzen?
Konstantin: Orchester ist natürlich zu viel gesagt ,wir planen so mit mindestens 15 Leuten auf der Bühne, das ist dann auch mein Versuch das so umzusetzen, wie es auf dem Album klingt.
Du hast dir inzwischen auch im Ausland einen gewissen Namen erarbeitet, ist dir ein internationaler Aspekt in deiner Musik wichtig, oder ist das eher Zufall?
Konstantin: Nein, meine Einflüsse sind sehr international. Das war auch immer die Idee von Get Well Soon, das es keine geographischen Grenzen da gibt. Dabei ist mir aber auch recht egal, ob das nach einem bestimmten Land klingt. Ich habe ein wenig versucht deutsche Folklore mit einfließen zu lassen, da spiele ich dann ein wenig Reißbrett und Zitter, aber das war’s dann auch.
Hast du eigentlich die Idee, ein Album zusammen mit vielen anderen Bands einzuspielen, einmal weiter gedacht?
Konstantin: Äh, bisher nicht. Also ich habe zwischendurch einmal dran gedacht, so an das Album heran zu gehen, aber dafür fehlt ein wenig die Zeit. Es war auch nie so konkret. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das logistisch in einem Zeitraum handeln sollte.
Dann musst du das einfach machen, wie Brent Knopf, der hat sich ja für Ramona Falls über eine längere Zeit knapp 30 Gastmusiker kommen lassen.
Konstantin: Echt, hat er das getan?
Ja, auf dem Album “Inuit”, da ist auch Chery von Dear Reader drauf.
Konstantin: Ah, klar, das hab ich auch, da hat er so viele Gäste? Vielleicht ist es deshalb ja so gut, eines meiner Lieblingsalben aus dem letzten Jahr. Also, ich weiß auch noch gar nicht, wen ich so fragen würde. Christoph von City Slang meinte zu mir, ein Live-Album sei so ein Ding, das man irgendwann mal im Leben macht, also vielleicht sollte ich noch ein wenig warten.
Ah, super, wir freuen uns drauf. Danke noch einmal für das nette Gespräch.
Konstantin: Danke euch.
Fotos: Myspace Get Well Soon














