Wir schlagen das nächste Kapitel unseres Jahresrückblicks auf. Nächstes Thema: Die Newcomer des Jahres. Wie bestimmt man eigentlich einen Newcomer? Schwere Frage, denn viele Bands sind zum Zeitpunkt ihres Durchbruchs bereits eine Weile aktiv und haben auch schon eine Reihe von EP’s und Singles veröffentlicht. Wir machen es uns deshalb ganz einfach und stellen folgende Formel als Grundlage. Debütalbum in 2009 = Newcomer 2009. Also, auf in unseren Rückblick.
1. Hatcham Social
Diese Band begleitet uns schon seit ein paar Jahren mit tollen Singles und EP’s. Das Debüt-Album “You Dig The Tunnel, I’ll Hide The Soil” mit verspielten 80ies Sounds und düsterer Grundstimmung war da in diesem Jahr nur das Tüpfelchen auf dem i. Live ist die Band zudem eine wahre Freude, da auch noch ganz anders, als auf dem Album (= schrammeliger und garagiger, eben wie die ursprünglichen Demos) und auch im Interview sind sie tierisch sympathisch. Deshalb bei uns auf der 1.
2. The Pains Of Being Pure At Heart
Über die New Yorker ließe sich eigentlich das gleiche sagen, wie über Hatcham Social. Das Debüt-Album war ebenfalls großartig, mit dem Unterschied, dass die Band erstklassig verspielten Shoegaze mit zuckersüßen Melodien spielt. Live und im Interview auch absolut sympathisch.
3. Sky Larkin
Auch dieses Trio hatten wir bereits früh ins Herz geschlossen und so warteten wir dann auch voller Vorfreude auf das im Februar erscheinende Debüt “The Golden Spike”, das gut gelaunten Indie-Rock mit amerikanischer Note und britischem Charme lieferte. Wie sympathisch die Band im Interview ist, konntet ihr ja bei uns bereits zwei Mal erfahren.
4. We Were Promised Jetpacks
Mit dem Debüt-Album dieser Schotten kam zwar alles andere als eine Innovation des Indie-Rock, aber dennoch vielschichtige Songs mit großem Ideenreichtum und herrlichem schottischen Akzent. Live waren sie zwar etwas enttäuschend, im Interview dennoch sympathisch.
5. Dear Reader
Ja, langsam wird’s fast langweilig. Auch Dear Reader kamen in diesem Jahr alles andere als überraschend. Wie bisher auch die meisten anderen Alben dieser Liste kam auch “Replace Why With Funny” sehr früh in diesem Jahr und verzauberte uns mit dem wunderschönen Folk-Pop von Anfang an. Live und im Interview herrlich sympathisch.
6. Slow Club
Dieses Duo hatte ich am Anfang des Jahres nun wirklich nicht auf der Rechnung und dann liefern sie mit “Yeah, So” das britische Folk-Album des Jahres. Humorvoll, ironisch und absolut zum Verlieben präsentieren sie sich mit einer Spielfreude, dass einem das Herz aufgeht. Wahrscheinlich auch deshalb von den Kollegen auf den überraschenden fünften Platz in den Top Of The Blogs 2009 gelandet.
7. There Will Be Fireworks
Und noch einmal Schotten. Das Debüt von There Will Be Fireworks war zwar im ersten Moment ein wenig vertrackt, offenbarte sich dann aber als absolut vielschichtig und treuer Begleiter für dunkle Herbstabende.
8. The XX
Dieses Quartett (inzwischen Trio) wurde in diesem Jahr an allen Ecken für ihr selbstbetiteltes Debüt-Album abgefeiert. Zu recht. Die Songs sind absolut infektiös und bei allen Anleihen in den 80ern so modern, wie kaum eine andere Band in diesem Jahr. So klang 2009, deshalb auch bei den Top Of The Blogs auf der 1.
9. Emmy The Great
Eigentlich auch kein Newcomer, aber trotzdem veröffentlichte Emma Lee-Moss, die Frau hinter Emmy The Great erst in diesem Jahr ihr Debüt “First Love”. Darauf präsentierte sie Folk-Pop voller Herz und mit tollen Melodien.
10. Official Secrets Act
Noch mehr Briten, die am Anfang des Jahres wohl keiner auf der Rechnung hatte. Mit “Understanding Electricity” spielten sie sich dann jedoch in unser Indie-Rock-Herz.
11. Neil’s Children
Dieses Trio hat zwar schon vor langer Zeit ein Demo-Album veröffentlicht, das Debüt “X.Enc” folgte trotzdem erst in diesem Jahr. Das war zwar nicht so famos, wie die Demo-Variante, das machte aber nichts, denn die Band schien nun eindeutig auf dem Weg, Die Deutschland-Tour musste aber dennoch ausfallen, bald soll aber Band-Mitglied Brandon Jacobs bald mit seinem Projekt Goodnight And I Wish auf große Tour gehen.
12. Now Now Every Children
Noch ein paar Children, die kommen nun aber aus Amerika und präsentierten auf “Cars” eine beherzte Mischung aus Shoegaze und Twee.
13. Codes In The Clouds
Auch das großartige Label Erased Tapes hatte dieses Jahr seine Newcomer zu bieten. Im Post-Rock Sektor boten Codes In The Clouds dabei mit “Paper Canyon” ein herrlich träumerisches Werk für den kommenden Winter.
14. The Late Call
Noch einmal Tapete Records. Johannes Mayer machte sich 2008 auf nach Schweden, um sein Dasein als Solo-Songwriter zu begehen. Sein Debüt veröffentlichte er dann nun trotzdem auf einem Hamburger Label. Darauf ganz viel Gefühl und noch mehr Herz.
15. Black Rust
Noch einmal ein paar Deutsche. Die kommen aus Ahlen, Westfalen und zeigten auf ihrem Debüt, dass auch Westfalen wissen wo der Folk-Hammer hängt.
We Were Promised Jetpacks “waren live zwar etwas enttäuschend”???? Warum das denn? Ihr schreibt selber: “So war das Live-Debüt von We Were Promised Jetpacks in Münster zwar insgesamt höchst gelungen, allerdings mit 45 Minuten etwas kurz.” Wegen einem kurzen Set den ganzen Auftritt als enttäuschend darzustellen, finde ich albern! Schönen Gruß und guten Rutsch!
verstehe, was du meinst, aber ariane empfand die jetpacks live als nicht sehr energiegeladen und etwas dröge. der bericht, auf den du dich beziehst stammte seinerzeit von mir, deshalb die leichte diskrepanz zwischen aussage hier und im artikel
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