Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Arcade Fire – Video zu “The Suburbs”

Okay, ganz schnell, dann herrscht hier Stille bis morgen. Also, die Kanadier von Arcade Fire veröffentlichten bekanntlich dieses Jahr ihr famoses drittes Album “The Suburbs”. Daraus haben sie nun eine neue Single ausgewählt, nämlich den Titel-Track. Darin zu sehen, Kids die durch einen Vorort radeln, dazu kritische Bilder zu Kriegs-, Gewalt- und Terrorszenarien, alles von toller Musik untermalt.
Arcade Fire – zwei Gratis-Downloads von “The Suburbs”

Am Freitag erscheint mit “The Suburbs” das von vielen sehnlich erwartete dritte Album der Kanadier von Arcade Fire. Unsere Einschätzung dazu konntet ihr ja bereits hier nachlesen. Kurz vor so einem Release gehört es natürlich dazu die Band noch einmal kräftig ins Gerede zu bringen. Da sind Arcade Fire im Moment mehr als fleißig. Neben der baldigen Web-Übertragung eines Konzerts (das wohl in Deutschland nicht zu sehen sein wird), gibt es nun bei The Fader die beiden Stücke “Month Of May” und “The Suburbs” zum Gratis-Download. Und wer noch mehr möchte, der kann sich ein Interview der Band mit dem NME anschauen.
Arcade Fire – The Suburbs
Eigentlich lässt sich nach einem Tag, den man damit verbracht hat, ein Album zu hören noch gar kein umfassendes Urteil bilden. Aber die Kanadier von Arcade Fire waren da schon immer ein Ausnahmefall. Zumindest, was ein Urteil betrifft, ein umfassendes braucht es nicht, um ihre Musik zu beschreiben. Die war auf ihrem 2004er Debüt “Funeral” berauschend, erhebend und anders, als das, was Indie anno 2004 war. Kein Wunder, dass der Rolling Stone das Werk zum wichtigsten Album des vergangenen Jahrzehnts gewählt hat. Mit “Neon Bible” entwickelte sich die Band 2007 noch ein Stück weiter und konnte den Erfolg des Debüts mindestens wiederholen. Mit Orgelsounds und etwas düsterer Stimmung fand sich die Band auch weltweit in den Albumcharts wieder. So heftet dem dritten Album des Kollektivs natürlich auch gleich das Etikett “wichtig” an und die Erwartungen stiegen vielerorts ins Unermessliche. Aber mal ehrlich, wie klingt ein wichtiges Album? Was macht es wichtig? Dass viele Menschen drauf warten? Oder, dass es viele Menschen kaufen? Dass Kritiker es mögen?
Zumindest unter dem ersten Gesichtspunkt ist das Album wichtig, die anderen beiden müssen sich noch erfüllen. Sind aber für die persönliche Wahrnehmung so egal, wie der sprichwörtliche Sack Reis. Seit gestern rotiert “The Suburbs” nun also schon in unserem MP3-Spieler. “The Suburbs”, das sind 16 Stücke, die den üblichen Arcade Fire Effekt ausüben. Der Hörer wird von Beginn an in den Bann gezogen und förmlich berauscht. Die schweren Orgeln des Vorgängers sind einem leichten Klavier gewichen. Die Band hat ein Album über ihre Jugend aufgenommen. Genau genommen darüber, wie sie die Orte ihrer Jugend heute kaum noch wieder erkennen und welche Gefühle sie damals damit verbanden und heute damit verbinden. Der Opener, der auch gleichzeitig Titeltrack ist, fängt das ganz gut ein. Die Melodie zeigt sich beschwingt und trippelt fröhlich vor sich hin. Der Gesang von Win Butler erzählt dazu leicht sentimental, so wirkt es. “Ready To Start” wird viele Arcade Fire Fans das bieten, was sie von Hits, wie “Keep The Car Running”, oder “Rebellion (Lies)” gewohnt sind. Eine druckvolle Melodie, angezogenes Tempo und der leicht abgehackte Gesang von Win Butler, unterstützt von Régine Chassagne machden den Song zum ersten großen Highlight von “The Suburbs”. Man könnte der Band vorwerfen auf ihr altes Erfolgsrezept zurückzugreifen, fatal wäre es allerdings, wenn es die Band nicht tun würde, denn seit 2002 haben Arcade Fire ihren ganz eigenen Sound kreiert und auf “Neon Bible” perfektioniert. “The Suburbs” demonstriert nun, wie sich dieser Sound auch variieren und immer noch spannend halten lässt. Das machen Arcade Fire mit einer beinahe fröhlichen Note und der üblichen Erhabenheit, die den Hörer wieder in einen gewohnten Hörrausch abdriften lassen wird. Ob das Album hierdurch wichtig ist, wollen wir als Fazit gar nicht ziehen, können aber jetzt schon die erschreckende Feststellung machen, dass Arcade Fire mit jedem Album besser werden und so zurecht wieder große Aufmerksamkeit und Anerkennung ernten werden.










Arcade Fire
Arcade Fire – go Cinema!?

Also so mehr oder weniger, denn mit einer überarbeiteten Version von “Wake Up” steuern Arcade Fire zumindest schon einmal einen Song zum Soundtrack des neuen Spike Jonze Films “Where The Wild Things Are” (“Wo die wilden Kerle wohnen”) bei. Außerdem noch mit dabei Karen O (Yeah Yeah Yeahs) und Bradford Cox von Deerhunter. Der Trailer verspricht zudem schon einmal einen großartigen Film für Augen und Ohren. Wir freuen uns drauf, insbesondere auch, da wir große Fans des gleichnamigen Kinderbuchs von Maurice Sendak sind. Heute erscheint übrigens auch der Arcade Fire Tour-Film “Mirror Noir”, der es mit seinen intensiven Bildern, dem glasklaren Ton und der trickreichen, überraschenden Schnitttechnik auch mehr als verdient hätte im Kino zu laufen.
httpv://www.youtube.com/watch?v=n495Tn7jn-w
Ra Ra Riot – The Rhumb Line
Zu sagen, 2007 war ein sehr durchwachsenes Jahr für Ra Ra Riot wäre wohl ein ziemlicher Euphemismus. Die Band schwebte nämlich wortwörtlich zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Im Frühjahr 2007 veröffentlichten sie ihre erste, selbst betitelte EP, die sie quasi über Nacht zu den vielversprechendsten Newcomern der amerikanischen Indieszene machte. Der Schicksalsschlag folgte leider auf dem Fuße. Im Juli 2007 ertrank Drummer und Co-Songwriter John Pike nach einer Show in Massachusetts. Die Aufnahmen am Debütalbum waren da für die Band verständlicherweise erst einmal Nebensache.
Wie das Jahr 2007 für die Band war, so auch das Endprodukt “The Rhumb Line”, das wechselt nämlich auch zwischen gut gelaunten und schwermütigen Indiepopsongs. Ein Verlust, wie der des Drummers will natürlich verarbeitet werden, das tut die Band dann auch im Song “Winter 05″, der auch der traurigste Song des Albums ist. Die Band beschränkt sich aber nicht aufs traurig sein, sondern beweist auch, dass sie feiern kann, etwas im Song “Too Too Too Fast”, der wie der gelungene Versuch klingt, Razorlight mit 80er Jahre Synthies zu spielen. 80er Jahre Synthiepop dürfte auch einer der größten Einflüsse für die Band gewesen sein. Da wundert es dann auch nicht, dass sich mit “Suspended In Gaffa” sogar ein Kate Bush Cover auf dem Album wiederfindet. Zu den britischen Einflüssen gesellt sich dann noch ein gehöriger Schuss Arcade Fire, denn die Geigen, die zum Einsatz kommen, erzeugen eine ähnlich treibende Kraft, wie bei Arcade Fire Songs. Diese Vermischung der Stile gelingt der Band am Besten im Track “Dying Is Fine”, ein Song, der zwischen Discohit und Indieballade hin und her wabert und der stärkste des Albums sein dürfte. Zugleich sogar noch der Beweis, dass die Band mit dem Tod eben so cool umgehen kann, wie etwa ein Morrissey.
Parenthetical Girls – Entanglements
Die Parenthetical Girls als Newcomer zu bezeichnen ist faktisch eigentlich falsch, dennoch veröffentlichen sie mit ihrem neuen Album “Entanglements” erstmals ein Album in Deutschland, nachdem sie kürzlich ganz neu von Tomlab unter Vertrag genommen wurden. Auch wenn zwei Alben vorangingen ist “Entanglements” auch eine Art Debüt für Frontmann Zac Pennington, denn es ist das erste Album der Parenthetical Girls als Quartett, nachdem ihm in der Vergangenheit verschiedenste Musiker zur Seite standen, scheint er nun eine feste Formation gefunden zu haben, mit der er seine Idee von Popmusik verwirklichen möchte.
Wer die Signings bei Tomlab kennt wird wissen, was Pop in diesem Zusammenhang bedeutet, wenn man zum Beispiel Patrick Wolf als Musterbeispiel des Tomlab’schen Popverständnisses nimmt. So überrascht es dann auch nicht, dass die Parenthetical Girls Pop abseits der ausgetretenen Pfade spielen. Ihr Pop siedelt irgendwo zwischen Kammermusik, Avantgarde, Zirkus und orchestralen Klängen. Eine schräge Mischung aus The Arcade Fire und Patrick Wolf mit fröhlichem Unterton. Schon der Opener “Four Words” mit seinem wilden Streicherarrangement und dem verspielten Xylophon gallopiert förmlich in die Gehörgänge. Ähnlich gestaltet sich der Großteil des Albums, stimmig durchkomponierte Kleinode treffen auf Zac Penningtons Hang zur Extravaganz und schrammen ganz eng am Kitsch vorbei. Man spürt förmlich, die Hingabe mit der sich Zac jedem Song bis ins kleinste Detail gewidmet haben muss. Man möchte ihm fast vorwerfen, dass die Songs stellenweise überambitioniert wirken, kann es aber nicht, da genau in diesem Moment wieder ein Detail im Song auftaucht, dass einen beim Hören einfach zu sehr verzückt und sei es auch nur durch die Lyrics, die immer zwischen juvenil verrückt, albern, entrückt und pervers tändeln. Ein herrlich schräges Album also, mit viel songwriterischem Geschick und einer Prise jugendlichem Größenwahn.
Video zu “A Song For Ellie Greenwich”:
httpv://www.youtube.com/watch?v=h19KnjDqS5M
Myspace der Band mit Hörproben
Homepage des Labels Tomlab
Final Fantasy – 2 EPs und ein Album
Nachdem Owen Pallett in letzter Zeit vor allem durch Kollaborationen mit den Last Shadow Puppets, Zach Condon (Beirut) und The Arcade Fire von sich reden machte, plauderte er nun in einem Interview mit Misshapes.com über sein eigenes Projekt, Final Fantasy. So hat zwei Jahre nach dem Release seines letzten Studioalbums “He Poos Clouds” einiges vor. Am 27. August sollen mit “Spectrum” und “Plays To Please” gleich zwei EPs gleichzeitig erscheinen. Eine der EPs hat er in der freien Natur aufgenommen, die andere im Studio mit einer Band. Auch seinem schon lang angekündigtem Album “Heartland” plant er nun im September den letzten Schliff zu verleihen.
Final Fantasy – Video zu “He Poos Clouds”
Foto: Pressefreigabe
Ariane WhiteTapes
Wolf Parade – At Mount Zoomer
Dass sich Kanada in den letzten Jahren zu einer Brutstätte begnadeter Indie-Folk-Rocker entwickelt hat ist spätestens seit The Arcade Fire niemandem neu. Das Faszinierendste an der Musiklandschaft ist wohl, dass sich offensichtlich all diese Bands unter einander kennen und in verschiedenen Besetzungen mal bei der ein oder anderen Band auch Mitglied waren, so hat auch beispielsweise der Drummer von Wolf Parade vorher auf dem The Arcade Fire Debüt beim Song “Wake Up” getrommelt – Gitarrist und Keyboarder waren zuvor Mitglieder der Frog Eyes. So war der Erfolg des 2005er Wolf Parade Debütalbums “Apologies to the Queen Mary” eigentlich auch vorprogrammiert.
Wölfe sind bekanntlich Rudeltiere, so machen Wolf Parade wie das zu erwarten ist auch sehr gesellige Musik. Auf dem Debütalbum warteten sie mit einer sehr gelungenen Interpretation von The Arcade Fire vermischt mit allerlei Keyboard / Synthie Spielereien auf, die Erwartungen an den Nachfolger da natürlich groß. So haben sich Wolf Parade auch drei Jahre Zeit mit dem Release ihres zweiten Albums gelassen, um als Ergebnis ein Album zu veröffentlichen, auf das sie gleichermaßen stolz sein können und das in der Lage ist den Erfolg des Debüts zu wiederholen. Das Ergebnis kann sich nun auch sehen lassen. Das ist wieder gut gelaunter Indie-Folk-Rock im Windschatten von The Arcade Fire aber eigentlich völlig anders. The Arcade Fire drängt sich einfach förmlich als Vergleich auf, die haben nämlich die gleiche treibende Energie, bei der man einfach mit muss – hinzu kommt noch, dass “At Mount Zoomer” in der Kirche aufgenommen wurde, in der auch The Aracade Fire ihr Zweitwerk “Neon Bible” aufgenommen haben. Das Album ist wieder ein bunter Mix aus verspielten Gitarren, Keyboard- und Synthie-Spielereien und zackigen Indieklängen – in wenigen Worten: kanadischer Indierock mit Chorgesang. Das Album macht einfach Spaß und bietet viele Hits, die im Sommer zum Dauerbrenner in Indiediscos zu werden könnten, z.B. “Language City”, ein Britpop-Hit der so ähnlich auch von Razorlight hätte veröffentlicht werden können, toll auch das fröhlich quietschende “The Grey Estates” mit gut gelauntem Keyboard. Wenn Wolf Parade live das halten, was das Album verspricht sollte man sich die anstehenden Tourtermine auf jeden Fall fett im Kalender markieren.
Video zu “I’ll Believe in Anything”
httpv://www.youtube.com/view_play_list?p=3CC0C81EB31DB9CB&playnext=1&v=VZgwW-RzD30
Port O’Brien – All We Could Do Was Sing
Kaum eine Band hatte in den letzten Jahren wohl einen so interessanten, weil ungewöhnlichen Background vorzuweisen, wie M Ward’s neue Lieblingsband Port O’Brien. Sänger Van Pierszalowski arbeitet nämlich in Alaska, in jeder Lachssaison ca. 100 Tage auf dem Fischkutter seines Vaters mit dem die Familie ihren Lebensunterhalt bestreitet. Ein Job, den die amerikanische Regierung durch statistische Auswertungen jüngst zum gefährlichsten Job Amerikas ernannt hat, stürzen doch immer wieder vom 20 Stunden-Tag übermüdete Fischer in die See und ertrinken, oder verletzen sich lebensgefährlich, weil sie unvorsichtig waren. Wer seine Brötchen also auf diese Art verdient hat also viel zu erzählen.
So ist auch schnell klar, das es für das Verständnis des Albums essentiel ist über die Lebensumstände der Musiker Bescheid zu wissen. So sind auf “All We Could Do Was Sing” wie das zu erwarten ist viele Lieder über die Ereignisse auf See, das Fischen und das Leben in Alaska. Die Geschichten sind verpackt in stimmige Indie- / Folkrocksongs, mal Uptempo, wie in “Pigeonhold”, mal langsamer, wie in “Alive For Nothing”. Songwriterisch ist das nicht immer wirklich innovativ, oder überraschend, aber dennoch besitzt “All We Could Do Was Sing” einige Aspekte, die das Album in den Jahresbestenlisten zu hohen Plätzen führen wird und vor allem dafür sorgen dürfte, dass Van bald weniger Zeit für das Fischen haben wird. Ein Hit ist mit dem Opener “I Woke Up Today” auch schnell ausgemacht, zwar mit spärlichen Lyrics, dafür mit vielen Ooohs und Aaaahs und einen extrem tanzbaren Rhythmus. Wir freuen uns nun auf den Oktober, um zu überprüfen, ob Port O’Brien live das halten können, was das Album verspricht.
Video zu “Stuck On A Boat”
Final Fantasy – He Poos Clouds
Final Fantasy – bei dem Namen denken ganze Nationen als erstes an das PC-Spiel. Schade eigentlich, denn der Junge Musiker, der hinter dem Projekt mit diesem zugegebenermaßen in die Irre führenden Namen steht, hat alle Aufmerksamkeit verdient! Mit “He Poos Clouds” hat der Kanadier Owen Pallett im Frühjahr 2006 nach nur einem Jahr nachdem sein Debut “Has A Good Home” erschienen war, sein zweites Album auf den Markt geschmissen und mindestens ebenso sehr damit verzaubert. Manch einem, der schon mal in die Arcade Fire Booklets geschaut hat, mag der Name Pallett bekannt vorkommen. Auch Freundes der Hidden Cameras sollte er ein Begriff sein.
Mit Arcade Fire hat er zusammen an den Stringarrangements für “Neon Bible” gearbeitet, auch an “Funeral” war er maßgeblich beteiligt und wenn die Zeit vorhanden ist und die Möglichkeit besteht, dann sollte man sich auch nicht wundern Owen Pallett als zweiten Violinisten auf einer Bühne mit Arcade Fire zu sehen. Das Wort “Violinist” schreckt viele Menschen ab. Aber genau das ist er und zwar ein guter! Von Klassik ist weder auf “Has A Good Home” noch auf “He Poos Clouds” etwas zu hören. Auf der Bühne mag er ein junger Mann mit einer Geige, manchmal einem Schlagzeuger und neuerdings sogar Keyboard sein. Auf den Alben werden jedoch schwere Geschütze aufgefahren. Würde man versuchen wollen Platte gegen Liveperformance zu stellen, würde man jedoch scheitern. Beides ist ein Erlebnis für sich, dass man sich gönnen sollte! Ein wenig könnte man seine Musik vielleicht doch mit dem PC-Spiel vergleichen. Beides zieht einen gleichermaßen in seinen Bann und man taucht für eine Zeit, die man selber bestimmen kann, in eine art Traumwelt ein.Sex ist Thema. Es wird aber auch Kritik an der Gesellschaft geübt.
“Gotta fulfill the seven prophecies!
Gotta be a friend to grandmother!
Gotta rescue Michael from the White Witch!
Gotta find and kill my shadow self
Gotta dig up every secret seashell
You may have been made for love…
But I’m just made.”
- heißt es in dem Song “He Poos Clouds” und zu recht schreien hier nun wieder die Computerspielliebhaber auf. Owen Pallett spielt ganz bewusst damit. Wer aber mal daran vorbeischaut und sich bewusst macht, was diese Zeilen eigentlich bedeuten, und zwar, dass nur noch erwartet wird, ohne zu wissen, ob es Sinn hat oder möglich ist. Der Druck steigt stetig und niemand ist dem gewachsen. Was bleibt, ist der Versuch alles zu schaffen, allem und jedem gerecht zu werden ohne sich selbst zu verlieren. “We’ll press what is left into new”, ja auch “Song Song Song” beschäftigt sich mit dieser Thematik. Da gibt es das Mädchen, dieses Verlangen (“Arctic Circle”), der Mann, der auf eigenen Beinen steht, stehen muss, aber nicht weiß wie und sich daran erinnert, wie es war einen Vater zu haben, ein Kind zu sein (“Many Lives -> 49mp”). Nein, Owen Pallett mag sich gerne hinter der Fassade des Nerds verstecken. Desjenigen, der Songs über Computerspiele schreibt (dies auch gerne mal den Journalisten erzählt), oder sich in einem Zelda-anmutenden Kostüm ablichten lässt. In Interviews weiß man nicht, ob er die Journalisten nun ernst nimmt, oder nicht. Wahrscheinlich eher nicht. Noch weniger weiß man, ob er sich ernst nimmt. Auf Nachfrage ist die Antwort zu dieser Frage in den meisten Fällen ‘nein’. Doch wenn jemand mit geschlossenen Augen auf der Bühne steht, sein Instrument mit soviel Andacht und Vorsicht hält und trotz der (eigenen Aussage nach) dünnen Stimme mit einer Leidenschaft singt, die weit und breit vergeblich ihres Gleichen sucht, und ab und an sogar in das geliebte Instrument schreit…bei standing ovations ja sogar rot wird…das ist ernst. Das ist Liebe zur Musik in purer Form. Im Mai 2007 hat Owen Pallett begonnen an seinem neuen Album “Heartland” zu arbeiten, das zwar für den Herbst geplant war, aber sicherlich nicht vor Herbst 2008 in den Läden stehen wird. Wer soll es ihm verübeln? 2006 hat er den kanadisch Polaris Price gewonnen, danach war er mit Beirut auf Tour, wobei es zu spontanen Kollaborationen innerhalb Owen Palletts Sets, aber auch dem von Beirut gekommen ist. Man verstand sich so gut, dass der Großteil von Beirut an der neuen Single von Final Fantasy “Hey Dad”mitgearbeitet hat (Veröffentlichungsdatum noch nicht bekannt). Owen Pallett scheinen alle Türen offen zu stehen, doch er rennt nicht. Er öffnet eine nach der anderen. Und wenn ihm nicht gefällt was er sieht, schließt er sie wieder, und öffnet eine andere. So frei und, vielleicht auch unzuverlässig, sollten mehr Künstler heutzutage sein. Man wartet vielleicht ein wenig länger, aber mal ehrlich, möchte man eine Platte, bei der sich der Musiker gehetzt gefühlt hat und im Endeffekt nicht mal sagen kann, ob er 100%ig zufrieden ist? Man wartet gerne, wenn man weiß, dass das Endprodukt ehrlich sein wird.
Video zu “This Is The Dream Of Win And Regine” (vom Album “Has A Good Home”)














