Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Arctic Monkeys, Köln, Kulturkriche, 20. August 2009

Als eine der ersten Bands gehörten Anfang 2006 die Arctic Monkeys zu den Entdeckungen, die ohne Plattformen wie MySpace bis heute nicht denkbar wären. Eine regelrechte Hysterie gab es um die 4 Sheffielder Jungs, wie sie es seit den Beatles nicht mehr gab. Sie wurden als die neuen Superhelden gefeiert. Ein Titel, den die 4 Jungs selber nicht so annehmen wollte. Nun ist das neue Album “Humbug” (hier zur Review) erschienen und eine zwei Finger Breite Deutschland Tour gab es dazu. Zum Einem auf dem Highfield Festival, zum Anderen als Gast beim 1Live Radio Konzert in der Kölner Kulturkirche. Bei Letzterem durften wir Gast sein und bestaunen, wie erwachsen sie doch geworden sind.
So manchem Geweihten dürfte der Zorn im Gesicht geschrieben stehen, wenn er sieht wie viele Jugendliche an diesem Tag in der Kirche waren. Bis zum letzten Platz gefüllt, was sicherlich nicht nur an dem freien Eintritt lag. Viele warten gespannt auf die neuen Töne aus dem Hause der Monkeys. Die haben jedoch Stilbruch betrieben. Nichts ist mehr da von den ehemals 4 U-20 Burschen die die Indietanzflächen im Rund um Drehen füllten.
Die Haare sind lang geworden, das Gesicht ragt nur selten unter diesen Mähne her und vor allem ist es dunkel geworden. Die Arctic Monkeys erinnern ein wenig an The Doors. Die Musik ist nicht mehr so spritzig, die Handbremse ein wenig angezogen, aber dafür immer noch kraftvoll und intensiv. Man merkt schon bei dem Konzert das die Jungs alles aus einer düsteren Sicht betrachten. Eine Weiterentwicklung. “My Proppeler” gab den Start und eine gemischte Setlist mit einem Großteil von “Humbug”, aber auch den alten Indiefüllern. Während es bei den neueren Songs mehr darum ging, ein Ohr darauf zu haben, so wurden die alten Songs wesentlich abgefeiert. Szenen, die es selten zuvor in einer Kirche gab.
Ruhig und zurückhaltend sind sie auf der Bühne, auch wenn sie in der Musik aufgehen, so halten sie sich bei den Ansagen rar. Manchmal nuschelt Sänger Alex was ins Mikro, so wirklich verstehen tut man es nicht. Problematisch ist an einigen Punkten der Sound in der Kirche, so hallt das Schlagzeug und der Bass sehr nach, der Sound geht in diesem Brei dann schon gerne mal unter. An und für sich war es jedoch klar und verständlich mit kleinen Ausnahmen. Viel schlimmer war die unangenehme Hitze in der Kirche, die so manch tanzwütigem Konzertbesucher mehr als nur ein verschwitztes Shirt brachte. Während die Hörer am Radio nur knapp eine Stunde des Konzertes miterleben durften, gab es für die Fans vor Ort eine kleine Zugabe in dem Songs wie “Fluorescent Adolescent”, “Secret Door” und “Do me a Favor” gespielt worden sind. Nach knapp 80 Minuten war auch schon Schluss. Für alle, die nicht dabei sein durften, sei gesagt, dass die Arctic Monkeys im Herbst die Deutschen Hallen beglücken, mit niemand anderem als die Eagles of Death Metal als Support. Lohnen wird es sich allemal.
Fotos: Steffi, mehr hier
Eine Bildergalerie, sowie zwei Videos findet ihr auf EinsLive.de und hier
Setlist:
My Propeller
Red Right Hand @Cover[Nick Cave & The Bad Seeds]
If You Were There, Beware
Crying Lightning
Potion Approaching
Pretty Visitors
Still Take You Home
I Bet You Look Good On The Dancefloor
Only Ones Who Know
Brianstorm
This House Is A Circus
Dangerous Animals
The View From The Afternoon
Cornerstone
Fluorescent Adolescent
Secret Door
Do Me A Favour
505
The Rascals – nun ohne Miles Kane

Im letzten Jahr machten The Rascals mehr durch die Kollaboration von Frontmann Miles Kane mit Arctic Monkeys Frontmann Alex Turner als The Last Shadow Puppets von sich Reden, als mit ihrem eigenen Debüt-Album “Rascalise”. Dieser größere Soloerfolg mag nun vielleicht auch der Grund sein, warum für The Rascals nun nach nur einem Album bereits Schluss ist und Miles Kane sich auf seine Solokarriere stürzt. So berichtete der NME heute: “We can confirm that The Rascals have parted ways,” sagte ein Sprecher NME.com. “Miles Kane is currently writing new material and has been in the studio recording some tracks by himself. Greg Mighall and Joe Edwards are working on a film project with ‘Awaydays’ star Liam Boyle.” Die Liste der Bandtrennungen erweitert sich dadurch dennoch nicht, denn der Rest der Band macht wahrscheinlich als The Rascals weiter, wir halten euch auf dem Laufenden.
Video zu “I’ll Give You Sympathy”
Arctic Monkeys – Radiokonzert bei 1Live, Videos von der Webtransmission

Letzte Woche Donnerstag war es so weit, cool und lässig präsentierten die Arctic Monkeys ihr drittes Album “Humbug” live über das Internet. Ab sofort heißt es nun also warten auf “Humbug”. Zeit, in der man sich aber mit Zerstreuung verschaffen kann, zum Einen gibt es ab nächster Woche natürlich die Vorab-Single “Crying Lightning” käuflich zu erwerben, dann kann man sich noch ein paar Videos von der Webtransmission hier (auch mit einem Blick hinter die Kulissen), oder weiter unten im Post anschauen. Live gibt es die Arctic Monkeys nun, 1Live sei Dank, auch zu sehen, am 20. August geben die Jungs um Alex Turner nämlich ein exklusives Konzert in der Kölner Kulturkirche, das natürlich auch auf 1Live und vielen anderen Stationen übertragen wird. Tickets dafür kann man nur gewinnen, los geht’s am Montag bei 1Live und um eure Chancen zu erhöhen, könnt ihr auch noch auf arcticmonkeys.de an der Verlosung von 5×2 Karten teilnehmen.
Black Kids – Partie Traumatic
Reggie Youngblood, was für ein Name. Das klingt doch gleich nach Hipness, guter Laune und fröhlichen Melodien. So etwa, wie der coole klischeehafte dunkelhäutige Basketballspieler aus dem unsäglichen High-School-Musical. Typisch amerikanisch dann auch, dass Reggie in der Sunday-School Drummer Kevin Snow und Bassist Owen Holmes traf und mit ihnen eine Band gründete. MIt seiner Schwester Ali und Keyboardspielerin Dawn Watley machte er dann seine Vorstellung einer Indiedrockkapelle komplett. Klingt jetzt natürlich nach einer schrecklichen Christenrockkonstellation aus braven Südstaatenteens.
Dieses Klischee wollen Black Kids dann aber doch nicht erfüllen. Die kreieren lieber einen gut gelaunten, fröhlichen, fast naiven Indierocksound mit smarten Lyrics. Eine Kombi, mit der die Black Kids im letzten Jahr die Ohren der Myspace-Jünger eroberten und sich so einen Plattenvertrag mit einem Major-Label erspielten. Auch nichts Neues in Zeiten des Web 2.0, wo der User die A&R Manager ersetzt. Der Sound der Black Kids wird dann sogar dem Hype gerecht. Reggie und Co. sind nicht eine weitere “Sesamstraßenindierockband”, wie die Arctic Monkeys oder The Rascals, sondern spielen erfrischenden Indierock, der nicht weniger will, als jeden Muskel im Körper in Tanzlaune zu versetzen. Damit dass mit dem Tanzen auch funktioniert, haben die Black Kids eine große Portion Beat gefrühstückt und mischen den Humor eines Jarvis Cocker mit dem Synthie-Sound von The Cure und machen aus Beach Boys-Sounds stampfende Discorocker. Das alles jedoch nie ohne eigene Elemente und so schleicht sich statt langweiliger wiedergekäuter Retrosounds eine erfrischend jugendliche Mischung in die Ohren und Hirnwindungen, um sich dort über Tage parasitär als Ohrwurm festzusetzen. So sind die Black Kids eher so etwas wie die Muppets unter den Sesamstraßenindierockbands. Ob sie das Potential für mehr als einen Sommer haben, müssen sie nun selbst beweisen, aber für diesen Sommer dürfen sie sich feiern lassen.
Video zu “Look At Me When I Rock Wichoo”
httpv://www.youtube.com/watch?v=rrcx2q_Ru8Y&feature=channel_page


















