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Iain Archer – To The Pine Roots

iainarchertothepinerootsIain Archer hat nicht nur einen tollen Namen, sondern machte sich auch bereits in den 90er Jahren in Kennerkreisen einen Namen als Singer-Songwriter, spielte eine Weile mit Gary Lightbody in einer Band namens Snow Patrol, um 2004 wieder mit dem Album “Flood The Tanks” seine Solo-Karriere voran zu treiben. Nebenbei griff er Snow Patrol noch einmal für das Album “Final Straw” unter die Arme, mit dem sie dann ihren großen Durchbruch in England feierten, unterstützte Fionn Regan in seiner Tour-Band und betreibt mit Gary Lightbody aktiv das Projekt The Reindeer Section (bekannt u.a. aus Grey’s Anatomy, hier wurde das Stück “You Are My Joy” gefeatured).

Größere Aufmerksamkeit erfuhr er mit seinem 2007er Album “Magnetic North”, unter anderem auch, weil das Stück “Canal Song” in Grey’s Anatomy gefeatured wurde (vermutlich auch, weil die Produzenten ihn und Herrn Lightbody sehr mögen). Mit großer Myspace-Gefolgschaft und dem Glauben an die vielfältigen Möglichkeiten eines erfolgreichen Selbstvertriebs in Zeiten des Web2.0 hat er nun das Album “To The Pine Roots” bereits auf eigene Faust veröffentlicht, sein Label hat das Nachsehen und darf erst im März mit dem offiziellen Release ran. Auf “The Pine Roots” zeigt sich Iain noch reduzierter, als auf seinen ersten beiden Alben. Die elektrische Gitarre hat er in die Ecke seines Studios verbannt, seine tiefgründigen Geschichten erzählt er nur begleitet von einer akustischen Gitarre und dem spärlichen Einsatz von Schlagzeug, teils auch noch einer Flöte und einer Background-Sängerin / eines Background-Chors. Auch wenn der Instrumenten-Einsatz reduzierter ist, ist die Stimmung des Albums noch dichter als auf den Vorgängern, was vor allem auch darin bedingt ist, dass Iain’s fragiler Gesang noch mehr in den Vordergrund gerückt ist. Auch die Schwere, die weiten Teilen seiner Vorgängeralben innewohnte ist einem zum Tagträumen einladenden, erhebendem Optimismus gewichen. Dabei sind Stücke, wie “The Acrobat”, oder “Everest” so schön, dass sie schon beim ersten Albumdurchlauf zum Repeat drücken einladen.

Video zu “Minus Ten” (Album “Magnetic North”)

httpv://www.youtube.com/watch?v=3gcKJupgTdw&NR=1

kostenloser Download von “Boy Boy Boy” (right click) vom Album “Flood The Tanks”.

Iain Archer’s Homepage
Iain Archer’s Myspace

Iain WhiteTapes

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Mercy Arms – Mercy Arms (s/t)

mercyarmsMercy Arms aus Sidney gehören wahrscheinlich wie Cut Off Your Hands in die Kategorie hoffnungsvoller Newcomer 2009, auch wenn beide ihr Debütalbum schon 2008 in Australien veröffentlicht haben. Gerade Mercy Arms blicken bereits auf eine steile Karriere zurück, sie durften The Strokes, The Horrors, Cut/Copy und die Editors supporten, bekamen Mitte 2007 einen Vertrag mit einem Majorlabel und wurden auf Tournee quer durch Australien geschickt. Danach hatten das Quartett genug vom Leben mit dem Major, schaffte es sich aus dem Vertrag zu winden, suchte sich ein Independent-Label und nahm das selbstbetitelte Debüt-Album zusammen mit Produzent Tony Cohen (Nick Cave) auf.

Dabei hatten sie das Glück, dass sich der Hype um sie nach knapp 2 Jahren immer noch nicht abgenutzt hat, so dass sie bald ein neuer australischer Exportschlager werden dürften. Zu wünschen wäre es ihnen, denn gleich mit ihrem Debüt präsentieren sie Songs, die eher auf 10 und nicht auf 2 Jahre Banderfahrung hindeuten. Am meisten haben Mercy Arms wohl von der lebhaften Indie-Szene in Sydney profitiert, von der sie viel gelernt und sicherlich auch abgeschaut haben. Sänger Thom Moore trägt die Stücke mit einer derartigen Coolness vor, dass englische Jungs wie Miles Kane und Alex Turner, die im gleichen Alter sind, wie Chorknaben wirken. Musikalisch mischen Mercy Arms bunt Shoegaze, Post-Rock, 90er Jahre Indie-Rock à la Pavement und etwas 80′s Pop à la The Cure. Das klingt dabei allerdings nicht nach einem langweiligen Abklatsch, sondern durchaus spannend und vor allem erfrischend, denn im Gegensatz zu dem, was 2008 heiß war, kommen Mercy Arms ganz ohne Weltmusik und Buschtrommeln aus. Gerade diese Bodenständigkeit im Sound macht die Musik dieser Vier verdammt sympathisch und zu einem echten Hör-Erlebnis und eben zu einer Band, die man dieses Jahr auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

Video zu “Half Right”

httpv://www.youtube.com/watch?v=n7pIbjVJb6k

Myspace der Band

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Isobel Campbell & Mark Lanegan – Keep Me In Mind Sweetheart EP

isobelcampbellmarklanegankeepmeinmindsweetheartWeihnachten ist nun schon ein paar Tage vorbei und damit auch das nachträgliche Resteessen überstanden, da ist es dann auch nicht mehr schlimm, wenn Künstler mit einer EP noch einen Nachschlag veröffentlichen. Einen Nachschlag, der sich dadurch auszeichnet aus sechs Tracks zu bestehen, die keinen Platz mehr auf dem Album gefunden haben. Wer jetzt schon wieder Bauchweh bekommt, der kann beruhigt sein, bei dieser Resteverwertungs-EP von Belle & Sebastian Sängerin Isobel Campbell und Screaming Trees Frontmann Mark Lanegan handelt es sich nicht um aufgewärmte Bockwürste, sondern um durchaus schmackhafte Entenbrust.

Oder einfacher ausgedrückt, alle sechs Tracks hätten es auch verdient auf dem gemeinsamen Album “Sunday At Devil Dirt”. Mark Lanegan croont sich gewohnt cool durch die sanften Folksongs und lässt sich dabei sanft von Isobel Campbell umschmeicheln. Die Stärke der beiden so gegensätzlichen Stimmen liegt dabei darin, dass die Stücke auch ohne das Zusammenspiel wunderbar funktionieren würden, sie aber durch die geschickte Kombination noch mehr an Tiefe gewinnen. Einzig der Sinn des “Violin Tango” möchte sich nicht so ganz erschließen, ein eigentlich ganz nettes 90-sekündiges Violinensolo, das allerdings völlig deplatziert zwischen der sanften Lanegan Solo-Nummer “Asleep On A Sixpence” und dem countryesken Duett “Rambling Rose” dahin fiedelt. Ein solcher Song ist eher ein EP-Abschluss. Der größte Vorteil der EP ist zudem die Beschränkung auf sechs Tracks, auf Albumlänge haben die Songs dieses ungleichen Paares nämlich durchaus ihre Längen.

“Keep Me In Mind Sweetheart” (live im BBC)

httpv://www.youtube.com/watch?v=qyHkOnMDtrM

Myspace Isobel Campbell
Myspace Mark Lanegan

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Tulp – Metronom

tulpmetronomBocholt ist nicht gerade eine Stadt von Weltruf, schon gar nicht von musikalischem. Immerhin ist sie mit knapp 73.000 Einwohnern eine der größeren Städte im Münsterland, nach Düsseldorf und zum Haldern-Pop Festival ist es auch nicht sehr weit. Gute Chancen also auf eine gute musikalische Sozialisation, die zumindest drei Einwohner genutzt haben, bekannt unter dem Namen Tulp. Ob die Namenswahl in der Nähe zu den Niederlanden begründet liegt ist leider nicht bekannt, wohl aber, dass die Bocholter Tulpen nach den Alben “Sonderbar” und “Wieder Sex” im Eigenvertrieb nun als Quintett “Metronom”, das dritte Album und zugleich das erste mit Labelunterstützung veröffentlichen.

Seit der Gründung hat es die Mitglieder nach Bremen und andere deutsche Städte verschlagen, zum Willen sich musikalisch auszutoben gesellt sich nun also auch noch Lebenserfahrung, oder zumindest die Tatsache, dass die Jungs durch unterschiedliche Wohnorte auch unterschiedliche Erfahrungen machen, die Einflüsse sich also immer vielfältiger gestalten. Sänger und Songwriter Kay Lehmkuhl scheint dabei viel Kettcar gehört zu haben, nicht aus musikalischer, aber aus textlicher Sicht drängt sich dieser Vergleich gerade zu auf. Denn wie bei Markus Wiebusch, weiß wohl nur Kay Lehmkuhl selbst, was er uns da sagen will, aber das ist auch das schöne an Texten, wenn die Interpretation dem Hörer selbst überlassen bleibt. Musikalisch lassen sich die fünf Tulpen als eine entspannte Mischung aus Jeff Buckley, Blumfeld und Hamburger Schule bezeichnen. Besonders der Song “Reise” wirkt auch gerade wegen der Stimmexperimente von Sänger Lehmkuhl wie ein Buckley-Gedächtnis-Song. Auch wenn “Metronom” teilweise eine Spur zu entspannt daher kommt ist es durchaus ein Album mit einigen Momenten, die so gelungen sind, dass andere deutsche Bands dafür vermutlich sogar ihre Seele an Dieter Bohlen verkaufen würden. Wobei eine Kettcar / Bohlen Kollabo ja durchaus auch mal interessant wäre.

Video zu “Hier Draußen” (2006)

httpv://www.youtube.com/watch?v=xnuc13wY5PM

Myspace der Band
Homepage der Band
Homepage des Labels

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Pavement – Brighten The Corners: Nicene Creedence Ed.

pavementbrightenthecorners2009 steht vor der Tür und damit für Pavement so etwas wie gleich zwei Jubiläen, denn zum 20ten Mal jährt sich die Gründung der Band und zum 10ten Mal die Trennung, beides ein Grund für Fans über eine Reunion der Band zu spekulieren und sei es nur für ein paar Konzerte. Keine Spekulation mehr ist, dass Matador Records und Domino Records ihre Pavement ReRelease Reihe forsetzen und nun mit der “Brighten The Corners: Nicene Creedence Ed.” die Deluxe-Edition des vierten Albums der Band in den Läden steht und die Erinnerung an die Band noch einmal gestärkt wird.

Dass es sich bei den Deluxe-Fassungen der Pavement-Alben um mehr als schnöde Geldmacherei handelt dürfte inzwischen bewiesen sein und so bekommt man neben der remasterten Albumversion von “Brighten The Corners” bereits auf CD 1 eine Sammlung 10 rarer B-Seiten zum Album. Auf CD 2 versammeln sich noch 21 Live-Versionen aus dem Jahr 1997, unter anderem aus Sessions für die BBC und KCRW. Preis-Leistung also 1+ mit Sternchen. Die Qualität der Tracks steht dabei wohl auch außer Frage. Das Album allein zeigt Pavement in Bestform, klanglich irgendwo zwischen Grunge mit Melodieverliebtheit und Brit-Pop ohne Pop-Bombast – Indie-Rock eben, den haben Pavement schließlich wie kaum eine Band in den 90er Jahren geprägt. Die Sammlung von B-Seiten und Live-Versionen ist für den Pavement-Neuling eine zusätzliche Hilfe die Band gleich beim Einstieg umfassend kennen lernen zu können. Eine tolle Sache also dieser ReRelease und so darf man gespannt sein, was das Jahr 2009 noch so für Pavement-Fans bereit hält.

Video zu “Stereo”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=AnrM4UjaQmY

Brighten The Corners bei Domino Records
Pavement bei Matador Records

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The Bronx – The Bronx III

thebronx2007 im Vorprogramm von Rise Against in Deutschland machte sich The Bronx zum ersten Mal einen Namen in Deutschland. Jetzt Ende 2008 Veröffentlichen sie nun ihr drittes Album. Titel wie bei den ersten Beiden – The Bronx. Sie mischen Punk und Hardcore auf eine wilde Art und Weise, bei ihnen zischt das Dosenbier und die Party kann losgehen.

The Bronx brauchen keine Umschweife und gehen nur eine Richtung: Gerade aus! Hier wird geknüppelt, aber die Herren um Kugelsänger Matt Caughtran klotzen anstatt zu kleckern. Roh, geladen und voller Energie steckt auch Album Nummer Drei. Die Single “Knifeman” mag beim ersten Hören einen recht poppigen Eindruck wecken, aber man freundet sich schnell damit an. Freunde von Black Flag und der alten Hardcore Schule finden gefallen am wohl besten was gerade aus Los Angeles kommt. 11 Songs auf die Fresse mit purem Genuss. Sie machen wenig anders als auf den vorherigen Alben, sie sind so brutal wie ihr Name vermuten lässt und sie haben Spaß daran, auch wenn es ein wenig monoton klingt, bitte weiter so.

Video zu “Young Bloods”

httpv://www.youtube.com/watch?v=SeGvilbY5Yg

Anfang 2009 wird es auch in den heimischen Gefilden wild. The Bronx beehren einige deutsche Clubs. In folgenden Städten:
16. Februar, KÖLN, Underground
17. Februar, HAMBURG, Logo
20. Februar, BERLIN, Kato
22. Februar, FRANKFURT, Batschkapp

Myspace der Band
Homepage Cooperative Music (dt. Label der Band)

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Choo Choo – Choo Choo (s/t)

Viel Musik aus der Schweiz ist wohl hierzulande, wenn es gestattet ist DJ Bobo einmal charmant zu übergehen, nicht bekannt. So ist es erfreulich einmal auf ein Album einer Schweizer Band der jüngeren Generation zu treffen. Diese heißen Choo Choo, was dann allerdings von alleine den scheinbaren Faible der Schweizer für Babysprache wieder aufdrängt. Wenn man diesen Namen dann doch einmal ernst nimmt, so bleibt einem wohl die Konnotation einer Dampflok und ähnlich brettert dann auch Choo Choos selbstbetiteltes Debütalbum voran.

Im September 2007 bereits sind die 11 Stücke des Albums der vierköpfigen Band aufgenommen worden. Allerdings nicht in ihrer Berner Heimat, sonder in Detroit unter Wirken von Produzent Jim Diamond, der schon bei dem Beginn der White Stripes zugegen war. Dieses Jahr erschien dann die CD, deren Stil als Garage Rock mit 60-ies Anleihen beschrieben wird. Eine gewisse Unbeschwertheit der Sechziger gepaart mit der Lok eigenen Kraft des Namen und des Garage Rock ist dann auch von Beginn an zu hören. „A Little Wiser Now“ erfüllt als Eröffnungsstück schon alle Ohrwurmqualitäten. Ähnlich treiben Schlagzeug und Gesang auch die nächsten Lieder hinterher. Musik, die nicht nur zum Kopfnicken, sondern zum tanzen auffordert. Es wird geklatscht und lalala gesungen. Eine fröhliche Mischung, die durch den nicht ganz so gewohnten Klang einer Orgel etwas interessanter gemacht wird und Choo Choo so etwas abzuheben vermag. Doch trotz der nicht zu leugnenden Eingängigkeit der einzelnen Lieder, bleiben diese leider eher banal und vergessbar. Die Texte verharren beim Status der Liebesliedchen und der Klang bleibt im Großen und Ganzen stetig der gleiche. So schafft es von Anfang an kein Stück herauszustechen, obwohl gute Ansätze, vor allem in „Losing Balance“ (durch Orgelsolo und ruhigen Schlussteil), durchaus da sind. Jemanden der gerade nach einem Album mit möglichst hohem Spaß- und Tanzbarkeitsfaktor ohne Rücksicht auf Verluste auf der Suche ist, sei Choo Choo’s Debüt also durchaus empfohlen, während dessen Eingängigkeit vielen anderen wohl eher gerade den Spaß rauben könnte.

Homepage der Band

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The Smiths – The Sound Of The Smiths

smithsWer hätte das gedacht, Johnny Marr und Stephen Patrick Morrissey haben es knappe zwanzig Jahre nach der endgültigen Trennung der Smiths nun doch noch geschafft gemeinsam etwas Produktives zu verwirklichen. Das beschränkte sich zwar darauf, dass Morrissey die Stücke für das nun veröffentlichten “The Sound Of The Smiths” auswählte und Marr im Studio das digitale Remastering überwachte, sie sich dafür vermutlich nicht einmal gesprochen haben, aber was zählt ist nun einmal das Endprodukt. Und das ist eine zweieinhalb Stunden umspannende Werkschau aus fünf Jahren Bandgeschichte, die beweist, warum The Smiths heute eine der wichtigsten (Referenz-)Bands der britischen Musikgeschichte sind.

Beim Hören fällt schnell auf, wie altmodisch, aber doch zeitlos diese Songs über Liebe, (homo)erotische Fantasien, Verzweiflung und die britische Gesellschaft sind. Es wirkt fast, als wäre die Popmusik vor dem Erscheinen der Smiths Schwarz-Weiß gewesen, wie im Joy Division Film “Control” zu sehen, und The Smiths hätten sie mit Farbe angereichert. Dabei zeigt CD 1 der Deluxe-Edition den Facetten-Reichtum der Band anhand der großen Hits, wie “How Soon Is Now”, “Bigmouth Strikes Again”, “There Is A Light That Never Goes Out”, etc. pp. Die Zusammenstellung ist dabei sehr kurzweilig und gibt einen guten Überblick, besonders für The Smiths Einsteiger. Ein besonderes Highlight der Deluxe-Edition ist allerdings CD 2. Eine Sammlung aus B-Seiten, Live-Versionen und anderen Raritäten, die in dieser Zusammenstellung sehr viel Spaß macht und auch für langjährige Fans eine Fundgrube darstellen dürfte. Das macht “The Sound Of The Smiths” zur wohl besten Smiths Compilation seit “Louder Than Bombs”, als Einstieg ist sie zudem günstiger als der Kauf der Studioalben, die im Gegensatz zu dieser Zusammenstellung auch durchaus ihre Längen haben. Unser Tipp für den Weihnachtsbaum.

Video zu “This Charming Man”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=kGnjrTkv1gs

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The Killers – Day & Age

killers_day_ageEines muss man den Killers lassen, auch mit ihrem mittlerweile dritten Album “Day & Age” beweisen die Knaben aus Las Vegas, dass der Schlager kein rein deutsches Phänomen ist. Dabei strafen sie jeden Lügen, der behauptet, The Killers hätten ihre Überzeugungen verraten und sich dem Mainstream verkauft. The Killers zielten von Beginn an auf den Mainstream ab, anders lässt sich die große Geste von Tracks wie “Mr. Brightside” und “Bones” nicht erklären. Auf “Day & Age” überlassen sie nun nichts mehr dem Zufall, die Devise im Studio lautete wohl, Alles oder Nichts. Dafür wählten sie Produzent Stuart Price, der auch schon Madonna, Depeche Mode und No Doubt polierte.

So ist “Day & Age” ein Album wie die Heimat der Killers, Las Vegas. Groß, schillernd, glänzend und oberflächlich. Wie so eine Mischung aus den Bühnenauftritten der verschiedenen Epochen von Las Vegas Casino Shows, über glorreich schillernd bei Frank Sinatra, zu trashig abgewrackt bei Elvis Presley, bis hin zum familienfreundlichen Hausfrauenschwarm Tom Jones. Bedeutet, “Day & Age” ist durchaus abwechslungsreich gehalten und ein lupenreines Popalbum. Nur mögen muss man es nicht unbedingt. Wem “Sam’s Town” zu protzig war, der wird bei “Day & Age” wahrscheinlich Ohrenkrebs vor lauter Schmalz und großer Geste bekommen. Wer sich dennoch nicht von Saxophonen, hochpolierten Keyboards, Männerchören und kitschig weihnachtlichen Rhythmen (“Neon Tiger”, “The World We Live In”) abschrecken lässt, der könnte sogar Spaß an “Day & Age” haben. Eure WhiteTapes gehen derweil kollektive die Ohren waschen und hoffen, dass dieses Rauschen bald nachlassen möge.

Video zu “Human”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=n6r4KT8-VX0

Myspace der Band
The Killers bei Vertigo.FM

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Angil + Hiddntracks – Ouliposaliva

angilhiddntracksUm das zweite Album von Angil & The Hiddentracks zu verstehen bedarf es erst einmal ein wenig Hintergrundwissen. “Oulipo” ist eine Abkürzung für “Ouvroir de littérature potentielle”, einer französischen Literatenbewegung der 60er Jahre, die sich für ihre Projekte immer Selbstbeschränkungen auferlegte. Georges Pérec, eines der Mitglieder veröffentlichte in diesem Rahmen den Roman “La Disparition”, in dem er vollständig auf den Buschstaben “E” verzichtete. Das ist nun auch die Idee hinter dem Album “Ouliposaliva”. Angil & The Hiddentracks verzichten hierbei nicht nur vollständig auf den Buchstaben “E” in ihren Texten, sondern auch vollständig auf die Note “E”.

Letzteres muss man wohl einfach als gegeben hinnehmen, da sich die Prüfung hier sehr schwer gestaltet, wenn man nicht gerade selbst ein Instrument spielt, bei den Lyrics findet sich allerdings wirklich nicht ein “E” im Textbuch. So viel also zur Geschichte hinter dem Album, aber wie klingt so etwas? Verschroben wie die Geschichte dahinter. Aber das ist vermutlich noch untertrieben. Das Album wurde komplett auf einem leicht verstimmten Klavier von 1904 geschrieben. Dazu gesellen sich noch Trompeten, ein Saxophon und sanfte Geigen, untermalt von Mickael Mottet’s (Kopf hinter Angil) leicht leierndem Gesang. Die Anfangs eingesetzte Gitarre fehlt nach ein paar Tracks völlig. Aus dieser Mischung entwickeln sich Soundgebilde zwischen Folk, Chanson, Indie-Pop, Hip-Hop und Indie-Rock. Alles andere als leichte Kost also, insbesondere, da der Kunst-Aspekt bei den besten Tracks noch sehr dezent hintergründig, bei vielen Tracks zu gewollt in den Vordergrund gerückt wurd. Ein verschrobenes Album also, das gewiss seine Liebhaber finden wird.

Video zu “Narrow Minds”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=43WYO1yFAmM&e

Myspace der Band
Angil & The Hiddentracks bei Chemikal Underground Records