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Snow Patrol – A Hundred Million Suns

Es ist sicherlich einfach Snow Patrol als glattpolierte U2-Klone abzutun und die Band zu ignorieren, seit sie sich mit “Eyes Open” komplett dem Mainstream geöffnet hat. Man würde sich aber selbst um sehr unterhaltsame Musik betrügen. Den eingeschlagenen Weg setzen Snow Patrol nun auch wenig überraschend auf ihrem mittlerweile fünften Album “A Hundred Million Suns” fort, wieder mit Produzent Jacknife Lee (R.E.M., U2, Bloc Party), dieses mal in den Berliner Hansa Studios eingespielt. Das Ergebnis eine Sammlung kurzweiliger Gitarrenpopsongs im Soundkosmos von Snow Patrol.

In knapp 60 Minuten des Albums haben Snow Patrol das in ihre Songs einfließen lassen, was die Alben “Eyes Open” und “Final Straw” so erfolgreich gemacht hat: Persönliche Texte von Gary Lightbody gepaart mit eingängigen Melodien. Nummern, wie “If There’s A Rocket, Tie Me To It” und “Please Just Take These Photos From My Hands” orientieren sich dabei an den großen Hits “Chasing Cars” und “Run”, klingen aber nach eigenständigen Songs und nicht nach einem simplen Abklatsch. Der größte Teil des Albums siedelt dann auch im Mid-Tempo Bereich mit teilweise sphärischen Gitarrenwänden, rockt aber im Fall von “Take Back The City” auch mal fröhlich geradeaus. Neben diesen echten Highlights des Albums hat die Band mit “The Golden Floor” und “Lifeboats” auch gleich zwei sprichwörtliche Griffe ins Klo gemacht. Wenn man da allerdings drüber hinweghört ist “A Hundred Million Suns” ein Snow Patrol typisches, unterhaltsames Gitarrenpop-Album, mit einem großen Feuerwerk am Ende, da versteckt sich nämlich mit “The Lightning Strike” ein 16-minütiges Stück in drei Akten, bei dem die Band alle Geschütze dramatischen und sphärischen Songwritings zu einem echten Epos auffährt.

Video zu “Take Back The City”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=LX94Wu6A0Pk

Myspace der Band
Künstlerinfos bei Vertigo

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Brett Anderson – Wilderness

Die goldenen Zeiten von Suede sind nun schon eine Weile vorbei, die Tears für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt und auch Sänger Brett Anderson steht mittlerweile, trotz mitreißendem selbstbetiteltem ersten Soloalbum von 2007, ohne Plattenvertrag da. Aber um solche Hindernisse hat sich Brett Anderson, sowieso noch nie geschert und so präsentiert er nun schon sein zweites Soloalbum “Wilderness” – in 7 Tagen aufgenommen und gemischt. Eingespielt nur mit Piano, Cello und ganz sanft eingesetzter Gitarre. Gesanglich lässt sich Brett nun von Emmanuelle Seigner unterstützen.

“Wilderness” ist somit Brett Anderson’s Songwriting komprimiert auf ganz wenige Elemente, 30 Minuten Länge und mit viel mehr Tiefe als noch auf seinem Solodebüt. Die eingesetzte Instrumentierung verspricht natürlich große Theatralik und entsprechendes Pathos, was man von Brett Anderson auch schon aus seiner gesamtem Laufbahn gewöhnt ist. Die Versprechen werden gehalten und geraten dabei glücklicherweise nicht kitschig. Weit abseits vom großen Pomp der Suedschen Popmusik erschafft er mitreißende Stücke, die vor allem von seiner gefühlvollen Stimme leben. Bei Stücken, wie “A Different Place” und “Blessed” meint man dann sogar förmlich das Herz von Brett Anderson bluten zu hören, so ergreifend verpackt er das auf dem Album immer wiederkehrende Thema Liebe, Herzschmerz und Trennung, kein Wunder, verarbeitet er auf “Wilderness” doch eben das, eine schmerzhafte Trennung. Ein Wermutstropfen für den Hörer ist allerdings, dass das Album aufgrund seiner kurzen Einspielzeit so homogen wirkt, dass es im Prinzip mehr ein Song in 9 Interpretationen ist, als 9 wirklich eigenständige Stücke. Das und der etwas lieblos dahin gereimte Text beim Stück “Clowns” lassen das Gesamtwerk dann beinahe etwas Richtung Belanglosigkeit abdriften, aber allein das wunderschöne Duett “Back To You” weiß dafür zu entschädigen. So zeigt “Wilderness”, dass Brett Anderson noch lange nicht am Ende seiner Karriere steht, sondern sich eher zu so etwas wie dem legitimen Nachfolger von Brian Ferry entwickelt.

“Back To You” live:

httpv://de.youtube.com/watch?v=JjaSkY4-PhE

Myspace von Brett Anderson
weitere Infos und ausführliche Bio bei Revolver Promotion

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The Verve – Forth

“I Took A Step To The Left, I Took A Step To The Right. I Keep It Together” so endet das neue The Verve Album “Forth” im Song “Appalachian Springs”, was nach einer Verarbeitung der letzten 12 Jahre von Richard Ashcrofts Karriere klingt, ist wohl eindeutig auch das, verpackt in einem großen Song. Nach dem Ende von The Verve folgte eine durchwachsene Solokarriere mit drei Alben und vielen Songs, die ganz nach dem klangen, was Richard Ashcroft bei The Verve vielleicht immer durchsetzen wollte, aber wegen Nick McCabe nicht durfte. Aber erst einmal von vorne. Groß war die Freue, als The Verve letztes Jahr ihre Live-Reunion feierten und kurz darauf sogar Gerüchte über ein Album die Runde machten, genährt natürlich durch Richard Ashcroft.

Die Vorabsingle Love Is Noise zeigte The Verve dann zwar auch nicht von einer innovativen, dafür von ihrer eingängigen Seite. Zurück zu den Wurzeln also? Die Antwort ein gewaltiges Ja von Richard Ashcroft. Das bedeutet auch, dass die Songs weniger poppig abdriften, wie auf Ashcrofts Soloalben und sich dafür Nick McCabe’s Gitarrenspiel den Weg in den Vordergrund bahnt. Das gemahnt bei “Sit And Wonder” and die frühen The Verve Klassiker und wächst bei “Noise Epic” zu sphärischen, bzw. epischen Ausmaßen heran. The Verve haben nicht umsonst Brit-Pop Mitte der 90er mehr als mitgeprägt, da überrascht es natürlich nicht, dass sie perfekte Brit-Pop Songs schreiben können. “Forth” ist ein Album, dass The Verve 1998 aber so nicht hätten schreiben können, dafür waren die Songstrukturen und der Sound der Band nach “Urban Hymns” zu fest gefahren und die Band auf der Jagd nach der unvergesslichen Brit-Pop-Hymne. Davon waren auf “Urban Hymns” natürlich einige, ein großer Teil des Albums war dann aber rückblickend recht durchwachsen. “Forth” hat dieses Problem nicht, Richard Ashcroft und Nick McCabe haben sich knapp 10 Jahre mit ihren Soloprojekten ausgetobt und ihre Ideen zu Popmusik verarbeitet. Mit Blick auf die Ashcroft Soloalben wirkt das wie ein Warm-Up, um sein handwerkliches Geschick bis zur The Verve Reunion zu perfektionieren. Das ist ihm gelungen und so ist “Forth” das stärkste Brit-Pop Album der 2000er, auch wenn Songs, wie “Mover”, welches klingt, als wäre es vom neuen Oasis-Album entflohen, oder “Chic Dub” (gleiche Aussage, tausche Oasis gegen U2), teilweise in die Mittelmäßigkeit abdriften. Bleibt zu hoffen, dass das in “Appalachian Springs” besungene Vorhaben “I Keep It Together” gelingt und uns The Verve bei dieser zweiten Reunion länger erhalten bleiben.

Video zu “Love Is Noise”
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The Week That Was – The Week That Was (s/t)

Im Mai 2007 kündigten Field Music ihre Bandpause an, die keineswegs eine Bandtrennung sein soll. Erste Trauer über die Pause wurde dann Anfang dieses Jahres durch David Brewis’ Soloalbum “Sea From Shore”, dass er unter dem Projektnamen School Of Language veröffentlichte. Nach David ist nun der ältere Bruder Peter an der Reihe und beglückt die Field Music Fans nun mit seinem neuen Projekt “The Week That Was”. Für sein Soloprojekt verbannte Peter seinen Fernseher aus seiner Wohnung, kapselte sich eine Woche von den Medien ab und analysierte, wie er begann über Sachen zu denken und sich informierte. Seine Gedanken hielt er in einem stark von Paul Auster inspirierten Krimi fest, aus dem er Bruchstücke entnahm und zu Songs für das Album verarbeitet. Eine Art Konzeptalbum also, aber trotz aller Medienkritik zum Glück ohne erhobenen Zeigefinger.

Der Sound des selbst betitelten Debüts ist ganz klar im Kosmos von Field Music angesiedelt, es gibt die typischen vertrackten Melodien und viele kleine Spielereien. Kein Wunder eigentlich, Bruder David und Drummer Andy Moore haben, wie Peter auch bei School Of Language, an “The Week That Was” mit gearbeitet, mit dem Unterschied aber, dass Peter die Marschrichtung vorgab. Wie aber auch schon bei School Of Language, wo David mit seiner Gitarre die Melodien prägte, merkt man auch The Week That Was an, welche Bestandteile des Sounds Peter bei Field Music geprägt hat. So tritt auf “Learn to Learn” das Schlagzeug stark in den Vordergrund, was bei David nicht denkbar wäre, da er sich selbst für einen schrecklichen Schlagzeuger hält. Gitarren sucht man auf dem Album auch fast vergebens, die Melodien werden vielfach getragen durch Streicher, Drums, Xylophon, Piano und viele andere Percussion-Instrumente. Zusammen ergibt das einen etwas dunkleren Klang als auf den Field Music Alben, aber einen genau so schönen, trotz Themen, wie Entführung und Mord, die Peter im Popgewand viel weniger bedrohlich, aber nicht weniger harmlos wirken lässt. “The Week That Was” ist wie “Sea From Shore” von School Of Language ein Musterstück des Brewis’schen Verständnisses von Popmusik und zeigt auf wunderbare Art, dass eine Bandpause nichts schlechtes sein muss.

Field Music Video zu In Context:

httpv://www.youtube.com/watch?v=DBqx9Tpmj-U

Myspace The Week That Was
Homepage des deutschen Labels Cooperative Music

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Travis – Album und neue Single im September

Gerade erst haben Travis mit ihrer EP “J. Smith” die Herzen erwärmt, da kommt schon die Meldung einer weiteren Single und das Releasedatum des Albums.
“Something Anything” wird die Single heißen und am 15 September in den Läden stehen. Mit einer 12 tägigen UK Tour wird die Band wie es sich gehört das dazugehörige Album “Ode To J. Smith” vorstellen, das am 29. September dem Singlerelease folgt und wie die Singles auch auf dem Bandeigenen Label “Red Telephone Box” erscheint.
Man kann sich schon mal auf ähnlich energiegeladene Konzerte und eine elektrisierte Atmosphäre wie im Herbst des vergangenen Jahres freuen, denn wie gemunkelt wird, soll eine Deutschlandtour nicht weit sein!

Foto: Pressefreigabe

Ariane WhiteTapes

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die gute Tat des Tages…

... kommt heute nur indirekt von uns, ist dafür um so schöner. Auf ihrem Myspace stellen die Jungs von Air Traffic für eine begrenzte Zeit ihren Track “Come On” zum kostenlosen Download bereit. Für Freunde von gut gemachtem Brit-Pop eine gute Gelegenheit die Band besser kennen zu lernen!
Wer mehr auf deutsche Musik steht, kann sich auf dem Myspace von Alarmstufe Ocker ein paar der Tracks der Alarmstufe Ocker EP herunterladen. Gut gemachter Indie-Charme!

Foto von Ariane

Iain WhiteTapes

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Feeder – Silent Cry

Nach dem Freitod des Schlagzeugers Jon Lee 2002 war eine deutliche Tendenz zu ruhigeren Tönen bei Feeder zu erkennen. Auf “Comfort in Sound” quasi als tränenreicher Abschied an Jon Lee und auf “Pushing The Senses” dann stark beeinflusst von einer Zusammenarbeit mit Fran Healy von Travis in Richtung modernem, melodieverliebtem Britpop. Das die härteren Töne auf den letzten beiden Alben fehlten mag auch einfach daran liegen, dass Jon Lee – seineszeichens Metaller – sich für diese Elemente verantwortlich zeigte. 2005 folgte dann, vielleicht auch, um sich noch einmal bewusst zu machen, was man in 13 Jahren Bandgeschichte so an Songs geschrieben hat, eine Singles-Collection und im Anschluss eine fast drei-jährige Bandpause.

So kann man das neue Feeder Album fast schon als Comeback bezeichnen, auch als Rückbesinnung? Rückbesinnung, warum das? Man merkt “Silent Cry” schnell an, dass Feeder nicht zurück blicken wollen, unter den alten Songs sind natürlich viele Hits, die von den Fans auch heute noch abgefeiert werden, der ganz große Durchbruch war dennoch nie dabei, auch wenn Feeder seit 1992 vielen jungen Bands, z.B. Coldplay, Travis, Keane, etc. mit ins Rampenlicht verholfen haben, Feeder selbst sind aus irgendeinem Grund immer knapp an eben diesem vorbeigeschlittert. Deshalb würde eine Rückbesinnung für Feeder vielleicht auch eher einem Rückschritt gleichkommen. Zumal mit Mark Richardson von Skunk Anansie längst ein Schlagzeuger fester Bestandteil der Band ist, der nichts mit der Bandvergangenheit zu tun hat. Ist “Silent Cry” also der seit dem Tod Jon Lee lang erwartete längst überfällige Neuanfang dieser Band? Klares Jein. Die Songs auf “Silent Cry” symbolisieren den Sound, den die Band seit dem Einstieg von Mark Richardson entwickelt hat, also erst einmal nichts Neues. Aber die Songs sind auch bei weitem nicht mehr so schwermütig, wie noch auf den letzten beiden Alben, ein Zeichen also, dass mit dem Tod von Jon Lee abgeschlossen wurde und die Band wieder unbeschwert drauf los spielen kann. Was das Waliser Trio um Grant Nicholas hierbei aus dem Hut zaubert ist Stadionrock der besseren Art. Leichtfüßig, rockig, hymnig, britisch, alles andere als cool also, für Coolness gibt es ja heute Foals oder MGMT. Keine Revolution, die dürfte nach 16 Jahren Bandgeschichte vermutlich auch nicht mehr eintreten, aber die optimale Sommer-Brit-Pop-Platte zum Autofahren oder für die eigene Grillparty können Feeder immer noch abliefern.

Video zu “We Are The People”

httpv://www.youtube.com/watch?v=Zr_LgUiFSyg

Homepage der Band

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Athlete – Beyond The Neighbourhood

Spätestens seit ihrer Deutschland-Tour mit Travis dürften Athlete in Deutschland vielen ein Begriff sein. Diese Verbindung zu Travis war auch nicht ganz unschuldig am Erfolg des zweiten Athlete-Albums “Tourist”, das als Nummer 1 Album im UK auch den endgültigen Durchbruch für da Quartett aus dem Londoner Stadtteil Deptford bedeutete. Natürlich wurden Athlete daraufhin von der britischen Musikpresse als neue Coldplay gehandelt und standen somit bei den Aufnahmen zum nächsten Album unter erheblichem Erfolgsdruck. Ein Druck der auch nicht gerade dadurch gemindert wurde, dass Coldplay 2005 mit ihrem dritten Album X&Y auch einen elektronischeren Sound entwickelt hatten, der laut Chris Martin nicht unwesentlich von Kraftwerk (klingt nun mal cool, das in Interviews zu sagen) und eben auch unüberhörbar dem ersten Athlete Album “Vehicles & Animals” inspirieret war.

Casio-Rock nennen Athlete ihren damals entwickelten Stil selbst, was darunter zu verstehen ist, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Eine große Portion 90er Jahre Brit-Pop mit viel Spaß an elektronischen Spielereien. Gute Beispiele dafür kann man auf dem ersten Album “Vehicles & Animals” erhören, mit Songs wie “You got the style” oder “New Project”. Das Ergebnis der Aufnahmen, im eigens dafür neu in London eingerichteten Studio hat nun endlich die Plattenläden erreicht. Anders als bei den Vorgängeralbem lassen es Athlete erst einmal ruhig angehen und eröffnen mit einem Instrumentalsong “In between 2 states”, (der als Teaser auch schon vor Album-Release auf der Homepage runter zu laden war). Danach gehen Athlete aber für ihre Verhältnisse richtig in die Vollen. “Hurricane” ist ein guter radiokompatibler Popsong in Coldplay-Manier, bei dem Athlete aber nicht auf die charmanten kleinen Klangspielereien verzichten, die ihren Sound so besonders machen. “Tokyo”, nach “Hurricane” auch die zweite Singleauskopplung macht an der gleichen Stelle weiter und lässt den Hörer kurz inne halten, ob Athlete nun wechselseitig beschlossen haben Coldplay abzukupfern. Diese Sorge legt sich schnell mit den folgenden Songs, wie “Airport Disco” oder “It’s not your fault”. Athlete liefern ab hier endlich den Sound, den man von Ihnen gewohnt ist und packen ihn geschickt in fast hymnische Popsongs, schrecken auch vor großen Gesten nicht zurück und verlieren sich auch nicht mehr in Spielereien, oder Belanglosigkeiten, wie bei ein paar Songs der Vorgängeralben. Bei „The Outsiders“ liefern Athlete auf ihre Art eine erstklassige REM-Ballade ab, wie sie Michael Stipe leider schon seit Jahren nicht mehr schreiben kann. Hier zeigt sich auch Athlete sind erwachsen geworden. Sie brauchen nicht mehr die übertriebenen Spielereien von „Vehicles & Animals“ und auch nicht den Pathos von „Tourist“. Das zeigt sich besonders in der Nummer „Flying over Bus Stops“, dem vielleicht schönsten Song des Albums, ohne viele Mittel oder aufgesetzten Pathos liefern sie ein authentisches Hörerlebnis, bei dem man einfach nur schwelgen kann. Bleibt nach dem Hören zusammenfassend das Fazit, so klingen Athlete eben (letzter Song „This is what I sound like“). Nach dem ersten Hören wird man deshalb vielleicht auch noch einigermaßen unbefriedigt zurück gelassen, da auf den ersten Blick (äh Hör) die vermeintlichen Ohrwürmer wie „Half Light“, oder „Chances“ fehlen. Die wahre Größe des Albums erschließt sich aber nach mehrmaligem Hören dann bald (deshalb erst im November diese Review, obwohl das Album ja schon seit September im Handel zu haben ist). So lässt sich feststellen, Athlete haben ihren Sound perfektioniert, sind nun endgültig erwachsen geworden und haben sich geschickt um den Ruf als Coldplay-Kopisten herum manövriert.

Video zu “Hurricane”

httpv://www.youtube.com/watch?v=7Yqa9wRUKvU

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Foals – Antidotes

Die Foals sind wohl im Moment die Band auf die sich jeder einigen kann. 2005 in Oxford gegründet brauchten sie nicht lange sich einen Plattenvertrag zu erspielen und mit ihrer Single “Mathletics” einen der Sommerindiehits des letzten Jahres in England zu veröffentlichen. Heiß ersehnt also dieses Debütalbums der wilden Fohlen, deren Name keine Anspielung auf die ungestüme Jugendlichkeit ist mit der sie hier zu Werke gehen, sondern sich ganz einfach vom Nachnamen des Sängers Yannis Philippakis ableitet.

Für einiges Erstaunen sorgt erst einmal, dass die Foals bei Ihrem Debüt auf ihre Hitsingles “Hummer” und “Mathletics” verzichten, den geneigten Käufer erwarten also nur brandneue Tracks. Mutig für ein Debütalbum, aber die Taktik scheint aufzugehen. Der Eröffnungstrack “The French Open” groovt schon ordentlich los und bei “Cassius” kann dann niemand mehr still sitzen. Den Hörer erwarten knackige Dancerhythmen mit zackigen Gitarren, treibenden Drums und vielen kleinen elektronischen Verspieltheiten. Der Gesang spielt eine Nebenrolle, Rhythm is king scheint die Devise zu sein. Die Songs machen Spaß, nicht alle sind zwingend, aber jeder will den Hörer auf die Tanzfläche ziehen, immer ziemlich elektronisch, vielfach sogar mit Swingelementen, manchmal auch in Richtung Weltmusik. Alles andere auf jeden Fall als der größte Teil der derzeitigen britischen Indieszene, wohl auch der Grund für den derzeitigen Fohlenhype mitsamt ausverkaufter Deutschlandtour. Am Ehesten kann man die Foals wahrscheinlich als eine Mischung aus Bloc Party und Klaxons beschreiben, was ihnen aber nicht wirklich gerecht wird, da diese sympatischen Fohlen im Gegensatz zu der Truppe um Kele und diese anderen arroganten New Rave Heinis wirklich Spaß machen. Die Grundaussage des Albums liefern die Foals dann auch im Track “Balloons” selbst: “Get on the dancefloor”.

Video zu “Balloons”

httpv://www.youtube.com/watch?v=PGrZkUQ6_r8

Myspace der Band

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The Last Shadow Puppets – The Age Of Understatement

Mitte 2007 war es, als die Arctic Monkeys zusammen mit der Band The Little Flames mit Gitarrist Miles Kane auf Tour waren. Die Little Flames sind auf Eis gelegt, dafür wird Miles Kane’s neue Band The Rascals in England bereits ohne Ende gehypt und als neue Arctic Monkeys gehandelt. Alex Turner, Kopf der Arctic Monkeys freundete sich auf dieser Tour mit Miles an und beide entdeckten ihre Liebe zu Scott Walker und zum frühen David Bowie. So fanden sich beide im August 2007 in Südfrankreich zusammen, um gemeinsam an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

Das Produkt hört nun auf den Projektnamen “The Last Shadow Puppets”, das Album trägt den vielsagenden Titel “The Age of Understatement”. Für das Abmischen und das Orchesterarrangement haben sich die Beiden dann auch noch einen Herzenswunsch erfüllt und sich Owen Pallett dafür ins Studio geholt. Klingt nach Zutaten zu einem Hitalbum. Mit ordentlich Vorschusslorbeeren wurde das Projekt auch schon sowohl in England als auch Deutschland bedacht. Der Sound der Last Shadow Puppets ist auf alle Fälle anders als der der Arctic Monkeys oder der Rascals. Beide Musiker wollten offensichtlich einen erwachseneren Sound erschaffen, den sie wegen der Erwartungen an den Sound ihrer Hauptbands so nicht hätten erschaffen können. Das Ergebnis klingt auch tatsächlich völlig anders als die Arctic Monkey oder die Rascals. Das Orchester ist immer sehr präsent, der gemeinsame Gesang fast immer im Vordergrund, so entwickelt sich ein beinahe altmodischer Klang, in den bombastischen Momenten fast militärisch, in den ruhigeren Momenten fast wie in Chansons. Insgesamt ist das Ganze recht unterhaltsam und die Kompositionen sitzen recht perfekt und kommen scheinbar dann zum Punkt, wann sie sollen. Im Prinzip also alles gut, nur der viel beschworene finale Funke will einfach nicht zünden. Alex und Miles haben nichts offensichtlich falsch gemacht und scheinen ihr Handwerk zu verstehen. Liegt vielleicht einfach an den Bildern im Kopf, irgendwie klingt “The Age of Understatement” nach einem Western in der UDSSR, nach Kaltem Krieg und Lagerfeuer, oder Cowboys auf Panzern, interessante Mischung eigentlich aber so recht will das eben dann doch nicht zusammenpassen.

Video zu “The Age Of Understatement”

httpv://www.youtube.com/watch?v=XGV8xCkpXjE

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