1

Cold War Kids – Behave Yourself (EP)

Die Cold War Kids haben zurück zum Blues gefunden, so einfach lässt sich eigentlich ihre neue EP “Behave Yourself” zusammenfassen. Was nicht heißt, dass sie ihn je richtig verloren hätten, nur rückte er in der immensen Vielfalt an Stilen auf “Loyalty To Loyalty” etwas in den Hintergrund. Das machte das Album natürlich seinerzeit nicht schlecht, aber ein wenig vermisste man eben doch das Markenzeichen der Cold War Kids, den trockenen Ryhthm’n'Blues. 

Der lässt dann auf “Behave Yourself” auch wieder den roten Faden erkennen, der den Cold War Kids auf dem letzten Album etwas verloren gegangen ist. Der Opener “Audience Of One” gibt mit coolem Klavier-Spiel und klarem Rhythmus dann auch lässig die Richtung vor. Ein Stück, dass genau, wie das folgende “Coffee Spoon” mit seiner etwas drängenderen Melodie auch gut auf das Debüt “Robbers & Cowards” gepasst hätte. So wirken die fünf Songs auf “Behave Yourself” im Grunde dann eigentlich auch alle so, als hätte es Album Nummer 2 nie gegeben und die Cold War Kids würden hier direkt an ihr Debüt anschließen. Wie man das für ein neues Album der Band deuten soll lassen wir einmal außen vor, als zwischenzeitliches Lebenszeichen der Cold War Kids ist diese EP jedenfalls ein starkes Statement.

★★★★★★★★☆☆
Cold War Kids

Youtube direkt

Myspace // Homepage // Label // Interview

Behave Yourself – bei Amazon.de kaufen

0

Cold War Kids – neue EP “Behave Yourself” im Januar

Seit dem Release ihres zweiten Albums “Loyalty To Loyalty” haben die Cold War Kids inzwischen schon mehr als ein Jahr ins Land streichen lassen. Außer einer kleinen Tour durch Europa hörte man dann auch nicht viel von der Blues-Hoffnung aus Kalifornien. Damit soll nun vorerst aber Schluss sein, denn mit ihrer neuen EP “Behave Yourself” haben die Cold War Kids wieder eine Sammlung von vier Songs in Vorbereitung, die sie am 19. Januar auf die Welt loslassen. Den Song “Audience Of One” gibt es bei 78s.ch zum Download. Einen kleinen Teaser haben die Jungs auch bereits gedreht:


Youtube direkt

Interview // Myspace // Homepage

0

Cold War Kids – Interview

Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Cold War Kids nach zwei Auftritten in Köln, in der ersten Jahreshälfte 2007 wieder in die Domstadt zurück kehrten. Dazwischen lagen eine große Zahl Konzerte in der ganzen Welt, Chartplatzierungen in Amerika und England und das neue Album “Loyalty To Loyalty”. Dessen Release war dann auch der Grund für die Kalifornier endlich einmal wieder für ein Konzert nach Köln zurück zu kehren. Den Weg dahin fanden sie dann nach einer lang andauernden Buspanne irgendwo im Norden von Rheinland-Pfalz zwar etwas verspätet, das trübte die Laune der Band allerdings wenig und so stand uns Drummer Matt Aveiro kurz vor dem Soundcheck auch bereitwillig Rede und Antwort.

Ich habt dieses interaktive Video zu eurer Single “I’ve Seen Enough” produziert, woher hattet ihr die Idee dazu und wie lange hat es gedauert das alles zusammen zu fügen?

Matt: Das war ein Kerl, mit dem ich und die Jungs schon länger zusammen arbeiten wollten. Wir kennen ihn schon lang und hatten auch schon eine kleine Doku mit ihm gemacht. Dann kam er mit dieser Idee auf uns zu und wir waren sofort begeistert. Das hat dann eine Weile gedauert, die einzelnen Versionen des Songs einzuspielen, das zu programmieren, das man ein- und ausschalten und zwischen den Versionen hin und her switchen kann.

Euer Album “Loyalty To Loyalty” scheint mir insgesamt eine Spur dunkler als sein Vorgänger „Robbers & Cowards“, wie kam es dazu?

Matt: Ich glaube das passiert ganz natürlich beim Songwriting und den Aufnahmen. Wir wollten es nicht dunkler machen, sondern ein wenig zurück geschraubter und konsistenter.

Auf eurer Tour 2007 hattet ihr den Autor Derrick Brown in eurem Vorprogramm, plant ihr noch andere Kollaborationen mit Künstlern außerhalb des musikalischen Bereichs?

Matt: Ja, wir sind da weit vernetzt. Jeder hat so seine eigenen Interessen, der eine macht Design – auch für unsere Platten – der nächste schreibt Kurzgeschichten, ich drehe Kurzfilme. Jetzt werden wir aber erst einmal die Tour und Promo zu diesem Album beenden und dann wieder ins Studio gehen.

Also würdet ihr euch auch wirklich als Künstler bezeichnen, manche Musiker haben ja ein Problem mit diesem Begriff?

Matt: Ja klar, aber manchen Musikern kannst du ja auch keine Kunst unterstellen, da ist das auch verständlich, wenn die sich nicht als Künstler sehen lacht. Aber nein, wir sehen uns schon als Künstler, wie ich ja gesagt hab, Matt macht Design, Nathan und Johnny schreiben Kurzgeschichten, ich mache Kurzfilme.

Nathan hat Ende 2008 in einem Interview gesagt, dass er “Hang Me Up To Dry” nicht mehr so gern spielen würde, da er den Song ziemlich satt hat. Stimmst du ihm zu?

Matt: Nein, ich mag den Song immer noch. Klar ist er einer unserer Hits und war auch schon da, bevor das Album raus kam. Aber er hilft auch, uns zu repräsentieren und Leuten einen Einstieg in die Cold War Kids zu geben. Wir werden ja zum Glück nicht nur auf das Stück beschränkt, deshalb geht das.

Der Song wurde auch in der Serie “Gossip Girl” gespielt. Habt ihr die Serie jemals gesehen, oder war das einfach nur eine gute Gelegenheit euch einmal zu präsentieren?

Matt: Die Serie habe ich noch nie gesehen, nein. Das war einfach eine Chance unsere Musik einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und so vielleicht etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir wurden da von den Machern gefragt und haben einfach zugestimmt. Dafür haben wir nicht wirklich viel Geld bekommen, aber wir haben das einfach mal mitgenommen. Wir verdienen ja auch eh kaum Geld über unsere Musik und müssen eben alle Wege ausloten.

Florence And The Machine hat für eine Single euren Song “Hospital Beds” gecovert, wie gefiel dir die Version?

Matt: Ich kann mich ganz ehrlich gar nicht mehr dran erinnern. Ich hab mir das Stück für die Freigabe angehört, aber auch schon wieder vergessen.

Halb so wild, machen wir einfach mit der nächsten Frage weiter. Ihr mischt ja jede Menge Sounds in eurer Musik, was würdest du niemals in eure Musik aufnehmen, also Steel Drums, oder Reggae Elemente?

Matt: Oh, Steel Drums fänd ich klasse, aber ich denke, Death Metal und Hardcore wären schon komisch. Rap würde auch wohl nicht zu uns passen, aber wir sind da breit gestreut von unseren Interessen und würden nie etwas komplett ausschließen. Aber unsere Musik darf auf keinen Fall cheesy oder kitschig werden, das möchten wir vermeiden.

Danke für das Interview, viel Erfolg beim Soundcheck.

Matt: Danke und euch viel Spaß bei der Show.

Fotos: Myspace der Band

1

Cold War Kids, Köln, Luxor, 22. Juli 2009

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 ging es für die Cold War Kids stetig bergauf. Bis Mitte 2006 nimmt das Quartett vier EP’s auf, mit der sie vor allem einen riesigen Hype in der Blogger-Community auslösen. Besonders der Song “We Used to Vacation” schien sich in der Blogger-Gemeinde zu so etwas die dem Cold War Kids Überhit zu werden. Die Erwartungen an das Debüt “Robbers & Cowards”, das Ende 2006 erscheinen soll waren da natürlich extrem hoch, dennoch gelang es den Cold War Kids ein Album abzuliefern, durch das der Buzz nur noch größer wurde, was wohl vor allem an dem Übersong “Hang Me Up To Dry” lag, der die Band auch weit über die Bloggerwelt hinaus bekannt machte. Es folgten eine Top 50 Platzierung mit der Single und eine Top 40 Platzierung mit dem Album in den englischen Charts.

Es folgten mehrere lange Tourneen, davon eine im Vorprogramm von Clap Your Hands Say Yeah, bei der wir uns im Kölner Gebäude 9 erstmals von der Live-Qualität der Jungs überzeugen konnten. Das an diesem Abend auch noch Elvis Perkins und Clap Your Hands Say Yeah mit auf der Bühne standen geriet zur Nebensache, denn die Songs der Cold War Kids überstrahlten mit ihrer dreckigen Mischung aus Blues-Rock, Rhythm’n'Blues und 50′s Charme alles andere. Als die Cold War Kids knappe zwei Monate später wieder auf der gleichen Bühne spielen sollten war das natürlich auch ein Pflichttermin, zumal sie dieses Mal Headliner sein sollten. Mit diesem Auftritt setzten sie ihrer vorherigen Performance noch einen drauf, voller Energie und Spielfreude gingen die Cold War Kids voll in ihren Songs auf, das ist es nämlich auch worum es bei einem Konzert der Jungs geht, der Song steht im Vordergrund, die Band nimmt sich komplett zurück. Ein Moment der damals sehr beeindruckend war, war als der Kurzgeschichten-Autor und Poetry Slam Meister Derrick Brown zusammen mit den Cold War Kids eine Geschichte vortrug. Dass dieser Live-Moment für mehr als zwei Jahre das letzte Live-Erlebnis mit der Band sein sollte konnte noch keiner ahnen, wurde aber leider traurige Wahrheit.

Erst jetzt, zwei Jahre später kehrten die Cold War Kids zurück in die Domstadt, nun mit neuem Album und fast 400 gespielten Konzerten Erfahrung. Eine andere neue Erfahrung für die Band war auch, dass sie sich in der Zwischenzeit mit ihrem zweiten Album “Loyalty To Loyalty” in den amerikanischen Albumcharts auf Platz 21 wieder fanden und ihre Songs inzwischen den Weg in Fernsehserien wie “Gossip Girl”, “The Hills” und “Burn Notice” gefunden hatten. Zudem begannen nun sogar junge Künstler die Kalifornier zu covern, darunter zum Beispiel die junge Engländerin Florence Welsh (besser bekannt als Florence And The Machine). Die Jungs waren also mittlerweile zu so etwas wie Stars der Indie-Szene geworden, also nun auch Star-Allüren? Nein, der Auftritt in Köln sollte sich wieder genau so anfühlen, wie zwei Jahre zuvor, keine Star-Allüren, nur die Songs und ihre Interpreten.

Interpreten deshalb, weil die Band sich in ihrem Spiel komplett zum Werkzeug ihrer Stücke macht, sie interpretieren diese jeden Abend spielerisch ein wenig anders und scheinen auch im Kölner Luxor voll darin aufzugehen. Sänger Nathan Willet ist dabei ständig auf Achse, wechselt zwischen E-Piano, Keyboard und Gitarre und verausgabt sich dabei stimmlich und körperlich so sehr, dass es beinahe so wirkt, als würde er am Ende des Sets seine Stimmbänder vollkommen aufgebraucht haben. Bassist Matt Maust tänzelt wie gewohnt von einer Ecke die Bühne in die andere und scheint vollkommen in Trance zu verfallen, immer wieder überraschend dabei auch, dass es ihm immer gelingt, weder Nathan, noch Gitarrist Jonnie Russell umzurennen. Nach fast 400 zusammen gespielten Konzerten stimmt die Chemie in der Band immer noch und jeden zusammen vergossener Schweißtropfen scheint die Band nur noch mehr anzuheizen. Einige Songs kristallisieren sich an diesem Abend im Kölner Luxor besonders heraus, darunter natürlich auch der Band-Hit “Hang Me Up To Dry”, die letzten Singles “I’ve Seen Enough” und “Something is Not Right With Me” und natürlich auch das leicht croonende “Hospital Beds”, das kürzlich auch von Florence And The Machine sehr schön interpretiert wurde.

Die Cold War Kids sind also noch immer weit davon entfernt abgeklärt an ihre Live-Sets zu gehen, sie wollen ihren Fans jeden Abend eine schweißtreibende Show bieten und mit ihnen jede Note feiern. Charmant wirkt dabei besonders, wenn man Sänger Nathan Willet, wie beim Soundcheck am frühen Abend immer noch anmerkt, dass ihm ein kleiner Texthänger, eine falsch gespielte Note, oder auch kleine Probleme mit der Technik, für die er eigentlich nichts kann ihm immer noch ein wenig peinlich zu sein scheinen. Wir hoffen nun, dass bis zum nächsten Abstecher der Band nicht wieder zwei Jahre vergehen und behalten bis dahin dieses Konzert in mehr als guter Erinnerung.

Fotos: Michael* von Eightdaysaweek

5

Cold War Kids – Loyalty To Loyalty

Die Weisheit, dass das zweite Album einer Band immer das schwierigste ist, ist wohl so alt, wie die Erkenntnis, dass nach einem erfolgreichen zweiten Album meist das dritte Album einer Band das schwierigste ist, zumindest bis zum vierten Album. Die Weisheit daraus, eigentlich ist jedes Album für eine Band schweirig, aber das zweite immer eine Herausforderung. Eine Band steht bei ihm vor der Aufgabe, Songs zu schreiben, die gleichwertig zu denen des Vorgängers sind und sogar noch eine Weiterentwicklung zeigen. Die besondere Krux, die Songs müssen nun in kurzer Zeit geschrieben werden und sind nicht wie die Songs des Debütalbums jahrelang mit der Band gewachsen. Nun sind also die Cold War Kids an der Reihe ihrem starken Debüt “Robbers & Cowards” ein weiteres Werk folgen zu lassen, das den Erwartungen standhalten kann.

Wer die Cold War Kids kennt, weiß, diese Typen sind coole Säue und natürlich können sie die Erwartungen erfüllen. Wie sie das machen? Nicht signifikant anders, als auf dem Vorgänger, es dominieren weiterhin das bluesige Jaulen von Sänger Nathan Willets, dumpfe Bassläufe, schrammelige Gitarren und das Piano. Auf einen Nenner gebracht typisch amerikanischer Bluesrock, bzw. Rhythm’N'Blues der 50er Jahre, der in der Interpretation der Cold War Kids nicht altmodisch, sondern einfach zeitlos wirkt, ganz deutlich auch am Song “Avalanche B” zu hören, der wirkt, als würde er bereits knappe 40 Jahre so im amerikanischen Radio laufen. Die Cold War Kids haben ihren markanten Sound auf “Loyalty To Loyalty” im Vergleich zum Vorgänger also noch verfeinert und ihn mit Soul und ein wenig Gospel angereichert. Das gibt den Songs noch mehr Tiefe und lässt Willets’ stark christlich geprägten Kurzgeschichten über Selbstmord, Erlösung, häusliche Gewalt und Armut einfach nur ehrlich wirken und nicht aufgesetzt, oder kitschig.

Video zu “Something Is Not Right With Me”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=n2JNE-sgA74

Myspace der Band
Künstlerprofil bei Cooperative Music