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Coldplay + Howling Bells + Kilians, Düsseldorf, Esprit-Arena, 27. August 2009

Ich hatte mit dieser Band schon abgeschlossen. Eigentlich. Die letzten beiden Alben kenne ich nicht und die letzten Konzerte die ich von Coldplay sah, liegen schon einige Jahre zurück. Im Palladium und der Philipshalle waren sie seinerzeit und bedeutend kleiner als es die Esprit Arena ist.

Das war noch bevor Coldplay ihr Album “x&y” herausgebracht hatten. An das Philipshallenkonzert erinnere ich mich gerne zurück. Es war ein tolles Erlebnis mit einer fantastischen Lasershow zu, ich glaube, “Yellow”. Wie ich nun am Donnerstag erfahren habe, teile ich dieses Erlebnis mit dem Kilians Sänger Simon den Hartog. Ich hoffe, ich bin ihm damals nicht begegnet, denn als Vor- Vorband (als Sandwichbelag waren noch die australischen Howling Bells mit von der Partie) hinterließen die Kilians an diesem Abend bei mir keinen sympathischen Eindruck. Warum, kann ich nicht näher begründen, aber ich spürte von Beginn an eine leichte Antipathie gegenüber der Dinslakener Ex-Schülerband. Und das, obwohl ich sie persönlich gar nicht kenne. Aber sowas soll’s ja geben.

Die Kleinstadt-Strokes (ich sag das, weil mich der Gesangsstil und Sound der Kilians ungemein stark an die Großstadt-Band erinnern) eröffneten also den Abend und verpassten es nicht, gleich die Schleimspur in Richtung Coldplay und Publikum zu legen. “Mein erstes Konzert war tatsächlich Coldplay, vor sechs Jahren hier in Düsseldorf.” Kann man erzählen, muss man aber nicht. Wichtiger da schon dies: “und ich habe die Vorband gehasst, einfach nur, weil sie da war.” So so. Nun, jetzt seid ihr die Vorband, ähh die Vor- Vorband und ich bin mir nicht sicher, ob euch alle mögen. “Wir haben auch Hits geschrieben”, höre ich später, “jetzt kommt einer davon.” Es folgt ihr Durchbruchsong “When will I ever get home”. Und das ist in der Tat ein Hit. Ihm und dem Debütalbum “Kill the Kilians” verdanken sie die Auszeichnung “Zweitbester Newcomer” bei der Einslive Krone Verleihung 2007. Es ist ein fluffig rockiges Stück Musik, und ihre derzeitige Single “Hometown” steht der in nichts nach. Beide Songs gefallen auch mir sehr gut. Nach einer guten halben Stunde war dann Schluss mit schlechtem Deutsch (“wir schruben ein Lied über unsere Heimatstadt”, mit der eben jenes “Hometown” angekündigt wurde.) und die eigentliche Vorband war an der Reihe. Howling Bells, eine mir völlig unbekannte Band.

Die Australier begleiteten Coldplay schon auf verschiedenen US- Konzerten der Viva la Vida Tour und wurden als Support für die deutschen Konzerte in Düsseldorf und München gebucht. Als ich hörte, dass nicht – wie in Hannover – die White Lies den Support übernehmen würden, war ich ein wenig enttäuscht, doch das war unbegründet, denn die Howling Bells wussten zu überzeugen. Die Band um Sängerin Juanita Stein gründete sich 2005. Gemeinsam mit ihrem Bruder und Gitarristen Joel Stein, dem Schlagzeuger Glenn Moule und Bassist Brendan Picchio zogen sie nach London, um die große Karriere zu starten. Zwei Alben sind bisher dabei herausgesprungen. Der Sound der vier lässt sich gut mit “Indie Noir” beschreiben. Einflüsse so toller Indiekoryphäen wie Siouxsie and the Banshees oder den frühen Cranberries sind erhörbar und die Stimme von Juanita Stein weiß mit ihrem sanften Charme von ganz alleine zu überzeugen. Die Howling Bells sind eine Band, die ich im Auge behalten werde. So langsam wurde es dunkel im nun gut gefüllten Stadienrund. 44 000 Leute sollen anwesend sein. Das ist eine ganze Menge. Gegen 21 Uhr kommen Coldplay auf die Bühne. Und was in den folgenden 2 Stunden passiert, ist nur so zu umschreiben: “Konzertshow des Jahrzehnts!”

“Guten Abend meine Freunde” begrüßte uns Chris Martin, nachdem die letzten Klänge des Openers “Life in Technicolor” verklungen waren. Mit “Violet Hill” und “Clocks” legten Coldplay rechtmäßig los. Chris Martin sprang und hüpfte und rann von einem Bühnenende zur nächsten. Rauf auf den links von der Bühne aufgebauten Laufsteg, zurück und weiter auf den rechts von der Bühne ins Publikum reichenden Steg. Es war ein enormes Laufpensum, was der Frontmann an diesem Abend hinter sich brachte. Erster Höhepunkt “In my Place”, währenddessen das komplette Bühnen-Umlaufen wurde. Beim nachfolgenden “Yellow” wurden erste interaktive Reize gestreut. Unter seichtem Laserlicht wurden große Ballons von allen Ecken des Stadions in den Innenraum geworfen. Ab jetzt war die Stimmung on top. Stand ich dem zwei Tage zuvor gewonnenen Konzerterlebnis anfangs eher emotionslos gegenüber, so packte mich jetzt der Coldplay Kosmos. “Fix you” schleuderte zum ersten Mal Feuerwerksraketen in den Himmel. Sehr schön! Was kann da noch kommen? Ich war gespannt. Berichte von anderen Konzerten der Tour hatte ich absichtlich nicht recherchiert. Ich wollte mir die Überraschungsmomente nicht nehmen lassen.

Den ersten Ausflug unternahm die Band nach einer dreiviertel Stunde. “God puts a smile…” und “Talk” wurden in einem Quasi-Medley auf dem linken Bühnensteg performt. Und wie! In einer passenden Dub Dance Version gingen die beiden Songs nahtlos ineinander über, als ob sie schon immer zusammengehörten. Das passte wunderbarst. Und “Talk” in seinem Dance Mantel kam stark nach Friendly Fires. Die hätten das nicht besser hinbekommen. Toll! Das Szenario auf dem Laufsteg ließ mich an U2 denken. Die hatten das erstmals auf ihrer Zoo TV Tour unter ähnlichem Jubel durchgezogen. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass mir Parallelen zu der irischen Übergruppe in den Sinn kamen. Coldplay hatten auch ihren Anteil daran. U2’s “Magnificent” lief 10 Minuten vor Konzertbeginn vom Band und läutete die heiße Phase ein. Nachdem Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman zu “The hardest part” wieder ihre Positionen auf der Bühnen einnahmen, wurde neben dem Geschehen schon der nächste Ausflug vorbereitet. Absperrgitter wurden postiert und so ein Gang zum anderen Ende des Innenraums geschaffen. Nach den letzten Klängen von “Viva la Vida” verließen Coldplay die Bühne, begaben sich in den Innenraum und liefen händeabklatschend zu ihrer Zweitbühne, die genau am anderen Ende des Innenraums aufgebaut war. Für vier Songs wurde sie die neue Heimat. Und hier die nächste U2 Assoziation: Die akustisch gespielten Songs hatten was von U2s “Rattle and Hum” Ära. Definitiv. Nur leider überkam Coldplay jetzt auch die Idee, Michael Jacksons “Billie Jean” in ihr Set einzubauen. Es war kein guter Gedanke.

Besser war da schon, das Publikum zu einer Handy- La Ola aufzufordern. Also nicht die Hände nach oben, sondern die leuchtenden Displays. Nach drei Fehlversuchen klappte es denn auch ganz gut, und die Mobiltelefone leuchteten entsprechend der Wellenbewegung. Großkonzertästhetik im 21. Jahrhundert. Ein famoses “Politik” leitete den Schluss des regulären Sets ein. Nach Unmengen von Schmetterlingskonfetti zu “Lovers in Japan” und einem Abschlussfeuerwerk nach dem Zugabeblock waren wir definitiv sprachlos. Ein toller Abend mit sehr spielfreudigen Coldplay ging dem Ende entgegen. Mein lieber Mann, ich habe lange kein so perfektes Konzert mehr gesehen. Hier stimmte einfach alles, vom Breakdance tanzenden Roadie zu Beginn der Show bis zum Verteilen der Coldplay CD “leftrightleftrightleft”, die jeder Zuschauer beim Verlassen der Arena in die Hand gedrückt bekam. Zwei Dinge bleiben noch: Wenn Chris Martin demnächst mit Sonnenbrille auf die Bühne kommt, hält ihn nichts mehr auf. Dann ist er der neue Bono und Coldplay die neuen U2.

Und noch der treffende Satz eines Mädchens neben mir, dass auf Chris Martins Äußerung, sein Deutsch sei nicht besonders gut, entgegnete: “Das macht nix. Hauptsache du siehst süß aus.” Recht hat sie!

Setlist:
01: Life In Technicolor
02: Violet Hill
03: Clocks
04: In My Place
05: Yellow
06: Glass Of Water
07: Cemeteries Of London
08: 42
09: Fix You
10: Strawberry Swing
11: God Put A Smile Upon Your Face
12: Talk
13: The Hardest Part
14: Postcards From Far Away
15: Viva La Vida
16: Lost!
17: ….
18: Death Will Never Conquer
19: Billie Jean (Michael Jackson Cover)
20: Politic
21: Lovers In Japan
22: Death And All His Friends

Zugaben
23: The Scientist
24: Life In Technicolor II
25: The Escapist (Outro)

Bericht: Frank – Pretty Paracetamol
Fotos: frank@flickr

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Coldplay – Video zu “Strawberry Swing”

Sso recht scheinen sich Coldplay im Moment nicht mehr so sicher zu sein, aus welchem ihrer aktuellen Releases sie nun Singles auskoppeln sollen. Erst schien es mit dem Video zu “Life In Technicolor II” von der EP “Prospekt’s March” so, als seien die Auskopplungen aus dem vierten Studioalbum “Viva La Vida” abgeschlossen. Doch denkste, nun steht die neue Single an und die stammt wieder vom Album, nicht von der EP und ist ausgerechnet das recht kleisterig unstrukturierte “Strawberry Swing”. Der eher schwache Song wurde aber wie auch schon “Life In Technicolor II” mit einem tollen Video bedacht, das kommt mit witziger Story und hübschen Kreide-Zeichnungen daher. Reinschauen könnt ihr exklusiv bei Babelgum, aber vielleicht funktioniert auch die eingebettete Youtube-Version. Das Live-Album “Left Right Left Right Left” könnt ihr übrigens immer noch hier downloaden.

Video zu “Life In Technicolor II”

Myspace // Homepage // Label

Viva la Vida/Prospekt’s March – bei Amazon.de kaufen

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Coldplay – Video zu “Life In Technicolor II”

Kurz vor Weihnachten veröffentlichten Coldplay mit “Prospekt’s March” so etwas wie eine Nachschau zum Album “Viva La Vida”, mit unveröffentlichten und neuen Stücken. Dabei war auch die neue Version von “Life In Technicolor”, nun mit Text und als Song auf voller Länge das beste Stücke der EP. Kluge Entscheidung nun also von Coldplay dieses Stück noch einmal als limitierte 7 Inch zu veröffentlichen und auch die EP selbst mit einem sehr gelungenem Video zum Song zu promoten. Darin eine Coldplay Show in Form eines Kasperle-Theaters nachgestellt, das ist mindestens genau so unterhaltsam, wie ein echtes Coldplay Konzert, passend übrigens, dass Coldplay im Sommer für eine Stadion-Tour nach Deutschland kommen.

Video zu “Life In Techincolor II”

httpv://www.youtube.com/watch?v=fXSovfzyx28

Myspace // Homepage

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Coldplay – Prospket’s March

prospektsmarchColdplay befinden sich derzeit in so etwas wie einem Release-Wahn, vor knapp einem Monat veröffentlichten sie die Single “Lost”, nun die neue EP “Prospekt’s March” mit sechs unveröffentlichten und 2 neu abgemischten Stücken, und veröffentlichen zeitgleich ihr Album “Viva La Vida” neu als Bundle mit der EP. So kurz vor Weihnachten sicherlich kein Zufall und wer kann es der Band verdenken, schließlich möchte Chris Martin vor Vollendung seines 33 Lebensjahres mit Coldplay noch so viel schaffen wie möglich (der NME berichtete). Die EP “Prospekt’s March” ist dann glücklicherweise sogar mehr als nur Resteverwertung aus den Albumaufnahmen mit Brian Eno.

Der Albumopener “Life In Technicolor” findet sich nun mit Text und dem Titel “Life In Technicolor II” auf der EP wieder und ist ein typischer Coldplay-Hit. Atmosphärisch dicht verpackt mit einer markanten Gitarre und natürlich ordentlich Dramatik. So könnte es weiter gehen und die Band schafft es mit dem Piano-Stück “Postcards From Far Away” auch die Dramatik noch beizubehalten, das anschließende “Glass Of Water”, wie auch der Opener ein Coldplay-Hit, allerdings geht er direkter nach vorn. Danach folgt ein Fall in die Niederungen schwammiger Strings und breiiger Gitarrensounds mit “Rainy Day”, der Titeltrack “Propekt’s March” will dann eine dieser klassischen Coldplay Balladen in bester Tradition von “Trouble” oder “The Scientist” sein, erreicht aber deren Klasse leider nicht. “Lost+” ist dann mit neu eingebauten Raps der absolute Tiefpunkt der EP, hier wird eines der schönsten Stücke des Albums mutwillig zerstört. So etwas war schon bei den Kaiser Chiefs peinlich. Der “Osaka Sun Remix” von “Lovers In Japan” versöhnt dann aber schnell, denn der ist noch direkter und greifbarer als die Album-Version und verzichtet auf Raps. Den Abschluss bildet “Now My Feet Won’t Touch The Ground” eine akustische Gitarren-Ballade, die so kurz vor Weihnachten und mit dem ersten Schnee noch einmal mehr an Schönheit gewinnt. Natürlich sind Coldplay alles andere als cool, aber ihr Genre beherrschen sie bis auf ein paar Ausreißer immer noch perfekt.

Video zu “Lost”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=2-RjMRP5IbI

Myspace der Band
Künstlerseite bei EMI Music

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Snow Patrol – A Hundred Million Suns

Es ist sicherlich einfach Snow Patrol als glattpolierte U2-Klone abzutun und die Band zu ignorieren, seit sie sich mit “Eyes Open” komplett dem Mainstream geöffnet hat. Man würde sich aber selbst um sehr unterhaltsame Musik betrügen. Den eingeschlagenen Weg setzen Snow Patrol nun auch wenig überraschend auf ihrem mittlerweile fünften Album “A Hundred Million Suns” fort, wieder mit Produzent Jacknife Lee (R.E.M., U2, Bloc Party), dieses mal in den Berliner Hansa Studios eingespielt. Das Ergebnis eine Sammlung kurzweiliger Gitarrenpopsongs im Soundkosmos von Snow Patrol.

In knapp 60 Minuten des Albums haben Snow Patrol das in ihre Songs einfließen lassen, was die Alben “Eyes Open” und “Final Straw” so erfolgreich gemacht hat: Persönliche Texte von Gary Lightbody gepaart mit eingängigen Melodien. Nummern, wie “If There’s A Rocket, Tie Me To It” und “Please Just Take These Photos From My Hands” orientieren sich dabei an den großen Hits “Chasing Cars” und “Run”, klingen aber nach eigenständigen Songs und nicht nach einem simplen Abklatsch. Der größte Teil des Albums siedelt dann auch im Mid-Tempo Bereich mit teilweise sphärischen Gitarrenwänden, rockt aber im Fall von “Take Back The City” auch mal fröhlich geradeaus. Neben diesen echten Highlights des Albums hat die Band mit “The Golden Floor” und “Lifeboats” auch gleich zwei sprichwörtliche Griffe ins Klo gemacht. Wenn man da allerdings drüber hinweghört ist “A Hundred Million Suns” ein Snow Patrol typisches, unterhaltsames Gitarrenpop-Album, mit einem großen Feuerwerk am Ende, da versteckt sich nämlich mit “The Lightning Strike” ein 16-minütiges Stück in drei Akten, bei dem die Band alle Geschütze dramatischen und sphärischen Songwritings zu einem echten Epos auffährt.

Video zu “Take Back The City”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=LX94Wu6A0Pk

Myspace der Band
Künstlerinfos bei Vertigo

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Coldplay – Prospekts March

Zur Review hier entlang.

Nachdem Coldplay schon mehrmals haben anklingen lassen, dass bei den Aufnahmen zu “Viva La Vida” viel mehr Songs entstanden sind, als letztlich auf das Album fanden, haben sie nun nach der Lost EP, die im November erscheint, für Dezember die EP “Prospekts March” angekündigt. Darauf enthalten die erwähnten unveröffentlichten Tracks, die zusammen mit Produzent Brian Eno eingespielt wurden.

Tracks:
Life In Technicolor II
Postcards From Far Away
Glass Of Water hier schon in einer Live-Version
Rainy Day
Prospekts March / Poppyfields
Lost +
Lovers In Japan (Osaka Sun mix)
Now My Feet Won’t Touch The Ground

Video zu “Viva La Vida”:

Myspace der Band

Iain WhiteTapes

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Coldplay – Lost! EP

Myspace der Band

Foto: Myspace der Band

Nach quasi Comeback mit ihrem Album “Viva La Vida…” und viel umjubelter Tour veröffentlichen Coldplay im November ihre bereits dritte Single zum Album. Der Song Lost wird zusammen mit drei brandneuen Songs auf der Lost EP vertreten sein, die es ab Mitte November nur in digitaler Form zu erwerben gibt. Auf einen Release des umfangreichen Materials, das die Band bei den Aufnahmen zum vierten Album noch eingespielt hat, müssen wir uns wohl noch etwas gedulden, aber wer weiß, schließlich haben Coldplay für diesen Winter eine weitere EP nur aus neuen Tracks angedeutet.

Video zu “Lost”:

Iain WhiteTapes

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die gute Tat des Tages…

... kommt heute nur indirekt von uns, ist dafür um so schöner. Auf ihrem Myspace stellen die Jungs von Air Traffic für eine begrenzte Zeit ihren Track “Come On” zum kostenlosen Download bereit. Für Freunde von gut gemachtem Brit-Pop eine gute Gelegenheit die Band besser kennen zu lernen!
Wer mehr auf deutsche Musik steht, kann sich auf dem Myspace von Alarmstufe Ocker ein paar der Tracks der Alarmstufe Ocker EP herunterladen. Gut gemachter Indie-Charme!

Foto von Ariane

Iain WhiteTapes

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Feeder – Silent Cry

Nach dem Freitod des Schlagzeugers Jon Lee 2002 war eine deutliche Tendenz zu ruhigeren Tönen bei Feeder zu erkennen. Auf “Comfort in Sound” quasi als tränenreicher Abschied an Jon Lee und auf “Pushing The Senses” dann stark beeinflusst von einer Zusammenarbeit mit Fran Healy von Travis in Richtung modernem, melodieverliebtem Britpop. Das die härteren Töne auf den letzten beiden Alben fehlten mag auch einfach daran liegen, dass Jon Lee – seineszeichens Metaller – sich für diese Elemente verantwortlich zeigte. 2005 folgte dann, vielleicht auch, um sich noch einmal bewusst zu machen, was man in 13 Jahren Bandgeschichte so an Songs geschrieben hat, eine Singles-Collection und im Anschluss eine fast drei-jährige Bandpause.

So kann man das neue Feeder Album fast schon als Comeback bezeichnen, auch als Rückbesinnung? Rückbesinnung, warum das? Man merkt “Silent Cry” schnell an, dass Feeder nicht zurück blicken wollen, unter den alten Songs sind natürlich viele Hits, die von den Fans auch heute noch abgefeiert werden, der ganz große Durchbruch war dennoch nie dabei, auch wenn Feeder seit 1992 vielen jungen Bands, z.B. Coldplay, Travis, Keane, etc. mit ins Rampenlicht verholfen haben, Feeder selbst sind aus irgendeinem Grund immer knapp an eben diesem vorbeigeschlittert. Deshalb würde eine Rückbesinnung für Feeder vielleicht auch eher einem Rückschritt gleichkommen. Zumal mit Mark Richardson von Skunk Anansie längst ein Schlagzeuger fester Bestandteil der Band ist, der nichts mit der Bandvergangenheit zu tun hat. Ist “Silent Cry” also der seit dem Tod Jon Lee lang erwartete längst überfällige Neuanfang dieser Band? Klares Jein. Die Songs auf “Silent Cry” symbolisieren den Sound, den die Band seit dem Einstieg von Mark Richardson entwickelt hat, also erst einmal nichts Neues. Aber die Songs sind auch bei weitem nicht mehr so schwermütig, wie noch auf den letzten beiden Alben, ein Zeichen also, dass mit dem Tod von Jon Lee abgeschlossen wurde und die Band wieder unbeschwert drauf los spielen kann. Was das Waliser Trio um Grant Nicholas hierbei aus dem Hut zaubert ist Stadionrock der besseren Art. Leichtfüßig, rockig, hymnig, britisch, alles andere als cool also, für Coolness gibt es ja heute Foals oder MGMT. Keine Revolution, die dürfte nach 16 Jahren Bandgeschichte vermutlich auch nicht mehr eintreten, aber die optimale Sommer-Brit-Pop-Platte zum Autofahren oder für die eigene Grillparty können Feeder immer noch abliefern.

Video zu “We Are The People”

httpv://www.youtube.com/watch?v=Zr_LgUiFSyg

Homepage der Band

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Athlete – Beyond The Neighbourhood

Spätestens seit ihrer Deutschland-Tour mit Travis dürften Athlete in Deutschland vielen ein Begriff sein. Diese Verbindung zu Travis war auch nicht ganz unschuldig am Erfolg des zweiten Athlete-Albums “Tourist”, das als Nummer 1 Album im UK auch den endgültigen Durchbruch für da Quartett aus dem Londoner Stadtteil Deptford bedeutete. Natürlich wurden Athlete daraufhin von der britischen Musikpresse als neue Coldplay gehandelt und standen somit bei den Aufnahmen zum nächsten Album unter erheblichem Erfolgsdruck. Ein Druck der auch nicht gerade dadurch gemindert wurde, dass Coldplay 2005 mit ihrem dritten Album X&Y auch einen elektronischeren Sound entwickelt hatten, der laut Chris Martin nicht unwesentlich von Kraftwerk (klingt nun mal cool, das in Interviews zu sagen) und eben auch unüberhörbar dem ersten Athlete Album “Vehicles & Animals” inspirieret war.

Casio-Rock nennen Athlete ihren damals entwickelten Stil selbst, was darunter zu verstehen ist, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Eine große Portion 90er Jahre Brit-Pop mit viel Spaß an elektronischen Spielereien. Gute Beispiele dafür kann man auf dem ersten Album “Vehicles & Animals” erhören, mit Songs wie “You got the style” oder “New Project”. Das Ergebnis der Aufnahmen, im eigens dafür neu in London eingerichteten Studio hat nun endlich die Plattenläden erreicht. Anders als bei den Vorgängeralbem lassen es Athlete erst einmal ruhig angehen und eröffnen mit einem Instrumentalsong “In between 2 states”, (der als Teaser auch schon vor Album-Release auf der Homepage runter zu laden war). Danach gehen Athlete aber für ihre Verhältnisse richtig in die Vollen. “Hurricane” ist ein guter radiokompatibler Popsong in Coldplay-Manier, bei dem Athlete aber nicht auf die charmanten kleinen Klangspielereien verzichten, die ihren Sound so besonders machen. “Tokyo”, nach “Hurricane” auch die zweite Singleauskopplung macht an der gleichen Stelle weiter und lässt den Hörer kurz inne halten, ob Athlete nun wechselseitig beschlossen haben Coldplay abzukupfern. Diese Sorge legt sich schnell mit den folgenden Songs, wie “Airport Disco” oder “It’s not your fault”. Athlete liefern ab hier endlich den Sound, den man von Ihnen gewohnt ist und packen ihn geschickt in fast hymnische Popsongs, schrecken auch vor großen Gesten nicht zurück und verlieren sich auch nicht mehr in Spielereien, oder Belanglosigkeiten, wie bei ein paar Songs der Vorgängeralben. Bei „The Outsiders“ liefern Athlete auf ihre Art eine erstklassige REM-Ballade ab, wie sie Michael Stipe leider schon seit Jahren nicht mehr schreiben kann. Hier zeigt sich auch Athlete sind erwachsen geworden. Sie brauchen nicht mehr die übertriebenen Spielereien von „Vehicles & Animals“ und auch nicht den Pathos von „Tourist“. Das zeigt sich besonders in der Nummer „Flying over Bus Stops“, dem vielleicht schönsten Song des Albums, ohne viele Mittel oder aufgesetzten Pathos liefern sie ein authentisches Hörerlebnis, bei dem man einfach nur schwelgen kann. Bleibt nach dem Hören zusammenfassend das Fazit, so klingen Athlete eben (letzter Song „This is what I sound like“). Nach dem ersten Hören wird man deshalb vielleicht auch noch einigermaßen unbefriedigt zurück gelassen, da auf den ersten Blick (äh Hör) die vermeintlichen Ohrwürmer wie „Half Light“, oder „Chances“ fehlen. Die wahre Größe des Albums erschließt sich aber nach mehrmaligem Hören dann bald (deshalb erst im November diese Review, obwohl das Album ja schon seit September im Handel zu haben ist). So lässt sich feststellen, Athlete haben ihren Sound perfektioniert, sind nun endgültig erwachsen geworden und haben sich geschickt um den Ruf als Coldplay-Kopisten herum manövriert.

Video zu “Hurricane”

httpv://www.youtube.com/watch?v=7Yqa9wRUKvU

Myspace der Band