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Dear Reader – neue Tour-Daten & Video zu “Great White Bear”

Foto: Myspace der Band

Bald schon spielen Dear Reader auf dem Haldern-Pop 2009. Wie es nun aussieht muss man auch danach nicht all zu lange auf die Band aus Südafrika verzichten, denn bereits im September kehren Dear Reader für ihre bisher umfangreichste Deutschland-Tour in die nördliche Hemisphäre zurück. Eine andere schöne Nachricht hatte Sängerin Cheri auch bereits im Interview mit uns angedeutet, die Band veröffentlichte nämlich heute ihr Video zur neuen Single “Great White Bear”, dem Besten Song ihres Albums “Replace Why With Funny”, der mit einem hübschen Animationsvideo geehrt wurde. Die Tour-Daten gibt’s unter dem Video.

Die Tour-Daten

08. August, Berlin, Berlin Festival
09. August, Rothenburg ob der Tauber, Taubertal Festival
15. August, Halden, Haldern Pop Festival

26. September, Hamburg, Reeperbahnfestival
27. September, Münster, Gleis 22
28. September, Düsseldorf, ZAKK Club
30. September, Dresden, Scheune
01. Oktober, Bremen, Lagerhaus
02. Oktober, Hannover, Café Glocksee
03. Oktober, Leipzig, Schaubühne
04. Oktober, Weinheim, Cafe Central
05. Oktober, Freiburg, Kamikaze
06. Oktober, Marburg, KFZ

* Support Sep/Okt-Tour Ramona Falls


Discover Dear Reader!

Myspace // Homepage // Label

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Dear Reader, Köln, Gebäude 9, 18. April 2009

Foto: Stephanie Schorre

“Hier kommen abends mehr neue Leute zu unseren Konzerten, als wir in Süd-Afrika auf einer ganzen Tour treffen”, erzählte uns Darryl vor dem Konzert im Kölner Gebäude 9 im Interview. Bei 200 Leuten, die im Durchschnitt auf ein Dear Reader Konzert in ihrer Heimat kommen und beinahe doppelt so vielen, die ins Gebäude 9 passen eine gut nachvollziehbare Zahl. Die Rechnung scheint Darryl aber ohne das Samstagabendprogramm in Köln gemacht zu haben und so standen Dear Reader gut 200 Menschen gegenüber, als sie um ca. 22 Uhr die Bühne betraten. 200 Menschen sind im Gebäude 9 aber dennoch schon eine gute Zahl. 200 von denen auch wohl höchstens 20% ebenfalls beim Dear Reader Konzert im Kölner Museum Ludwig im Vorprogramm von Sophia anwesend waren. Bedeutet eine 500 prozentige Zuschauervermehrung für die Band innerhalb weniger Monate, das muss ihnen erst einmal jemand nachmachen. Okay, ein etwas hahnebüchenes Zahlenspiel, kommen wir lieber zu den Fakten.

Foto: Stephanie Schorre

Dear Reader haben sich seit ihrem ersten Deutschland-Besuch im November 2008 in die Herzen vieler Musikfreunde, uns nicht ausgeschlossen, gespielt. Ihr Debüt “Replace Why With Funny” rotiert noch immer stark in unseren CD-Playern und auch im angesprochenen Interview zeigten sich Darryl und Cheri von ihrer freundlichsten Seite. Da ist die Vorfreude auf ein Konzert der Band natürlich groß. Noch größer war die Freude, als die Band auf die Bühne kam und sich neben Darryl und Cheri auch noch eine Viola-Spielerin und Schlagzeuger Mike auf die Bühne gesellten. Hier wurde auch klar, dass die Band als Quartett den Sound des Albums möglichst verlustfrei auf die Bühne transportieren wollte. Einem herzzereißenden Start machte die Band mit dem Song “Never Goes”, auf den unmittelbar das leichte und unbekümmerte “Way Of The World” folgte, in dem für den Hintergrund-Chor Cheri’s Stimme gelooped wurde. Ein zwar bereits durch diverse andere Bands, insbesondere Final Fantasy, bekannter, aber immer wieder schöner Effekt. Noch schöner dann aber das folgende folkige “Bend” und das auch live wunderschöne “The Same”, zu dem Drummer Mike kurz ans Mikro trat, um Background-Vocals zu liefern.

Foto: Stephanie Schorre

Überhaupt war das Zusammenspiel der Band während der Stücke perfrekt abgestimmt und Dear Reader wirkten wie eine eben vollwertige Band und nicht wie das Duo mit Gastmusikern. Da war die Viola-Spielerin genau so wichtig, wie Darryl. Die allerschönsten Minuten des Abends folgten dann mit dem schönsten Lied des Albums, nämlich in Form von “Great White Bear”. Zu diesem Zeitpunkt hätten Dear Reader die Bühne verlassen können und wir hätten beseelt das Gebäude 9 verlassen. Die Band spielte aber noch einen Song, um danach sogar noch für zwei Zugaben zurück zu kehren und die Gewissheit zu hinterlassen, dass man eines der schönsten Konzerte seit langem gesehen hat. So würde es uns auch nicht wundern, wenn beim nächsten Dear Reader Konzert wieder 5 x so viele Fans anwesend sind, The Arcade Fire spielen schließlich inzwischen auch im Palladium und nicht mehr wie anfangs im Gebäude 9.

Fotos: Stephanie Schorre, mehr hier

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Dear Reader – Interview

Dear Reader haben sich Ende Februar mit ihrem Debüt “Replace Why With Funny” direkt aus Süd-Afrika in unsere Herzen gespielt. Klingt kitschig, aber genau darauf zielt ihre Musik nun einmal ab. Was sie damit noch so ausdrücken möchten und wie es sich anfühlt als Indie-Band aus einem Land zu kommen, dass keine Indie-Szene hat, erzählten sie uns ausführlich in einem kleinen Interview.

Hi, wie geht’s?
Darryl (auf deutsch): Kalt!
Cheri: Ja, als wir vor einer Woche hier in Deutschland ankamen war es schön warm aber das hat sich leider geändert.

Foto: Myspace der Band

Nächste Woche spielt ihr mit Get Well Soon, die ja auch auf eurem Label sind, mit denen habt ihr schon gespielt, wenn wir richtig informiert sind. Mögt ihr deren Musik?

Cheri: Ja, wir haben im November in der Schweiz zusammen gespielt und uns einige Male in Berlin getroffen.
Darryl: Wir freuen uns da sehr drauf, ich finde auch das Album richtig klasse.
Cheri: Wir gehen auch danach nach Italien und Frankreich, da freuen wir uns drauf.

Euer Album wurde jetzt im Februar hier veröffentlicht, könnt ihr uns den Titel erklären?

Cheri: Im Prinzip ist das ein kleines persönliches Wortspiel von mir. Ich bin eine eher nachdenkliche Person und habe häufig Angst vor Entscheidungen. Dann mache ich mir einen Kopf und frage, warum muss etwas so sein, wie mache ich das und so weiter. Das zieht mich dann häufig runter. Irgendwann habe ich mir einfach gedacht, du kannst auf viele Fragen eh keine zufrieden stellende Antworten finden, also habe ich beschlossen einfach mehr über Dinge zu lachen und alles nicht ganz so ernst zu nehmen. Auf dem Album geht es um einen Kerl, der mir das Herz gebrochen hat und viele Songs habe ich dann geschrieben, als ich deshalb echt traurig war. Als wir dann ins Studio gegangen sind, war schon wieder einige Zeit vergangen und ich habe schon wieder etwas anders über die Dinge gedacht. Ich habe alles vielleicht etwas melodramatisch gemacht und übertrieben, aber gerade das haben wir dann auch dem Album, besonders heraus gestellt, weil es einfach passte. Ich glaube, dadurch hat das Album auch ein wenig diese bittersüße Note. Ich habe also gelernt über mich selbst zu lachen und darum geht es im Titel.

In eurem Artwork benutzt ihr diese wirklich tollen Cartoons, von wem stammen die?

Cheri: Die stammen von einer wirklich guten Freundin von mir. Sie hat auch schon das Artwork für uns gemacht, als wir noch Harris Tweed waren.

Das Video zu „Dearheart“ zeigt euch auf einer Art Road-Trip, würdet ihr auch gerne einmal ein Video mit diesen Cartoons machen?

Cheri lacht: Da kommt mir doch spontan eine Idee. Nein, wir haben da was in Planung, aber da müsst ihr noch etwas warten. Es wird völlig anders als das erste Video. Wir mögen es mit Cartoons zu arbeiten, da fühlen wir uns wohler, als mit Fotos und Video und diesem Zeug.

Darryl, du hast vor deiner “Pop-Karriere” mit dem Soweto Gospel Choir gearbeitet, wie bist du zur Popmusik gekommen?

Darryl: Als Toningenieur war ich immer mit Popmusik konfrontiert. Da habe ich mit einer Reihe Künstler gearbeitet. Das mit dem Soweto Gospel Choir war beinahe Zufall. Die suchten jemanden, ich war zufällig da und dann hat sich das entwickelt.
Cheri: Und dann hast du einen Grammy gewonnen.
Darryl schaut leicht verschämt nach unten: Ja hab ich.

Foto: Myspace der Band

Ihr habt schon ein Album unter dem Namen Namen als Harris Tweed veröffentlicht und mit Dear Reader einen leicht anderen Weg eingeschlagen. War es euch beim Namenswechsel klar, dass ihr auch euren Stil überdenken wollt?

Darryl: Als wir angefangen haben, das neue Album auf zu nehmen, haben wir bereits ein wenig die Art geändert, wie wir über Musik denken und vor allem wie wir an Musik heran gehen. Als wir dann den Brief bekamen, dass wir Harris Tweed nicht mehr nutzen dürfen, war das ganz gut. Wir haben unsere Denkweise bereits geändert, dann kann ein Namenswechsel auch nicht schaden. Das war natürlich auch traurig, dennoch aber gut für uns.
Cheri: Das war aber natürlich auch schwer, wir haben einige Jahre echt hart gearbeitet, um als Harris Tweed Anerkennung in unserer Heimat zu bekommen und gerade an dem Punkt, wo wir echt schon etwas Erfolg hatten, kam dieser Brief. In Europa macht das natürlich keinen Unterschied, hier hat noch nie jemand von Harris Tweed gehört, also ist es egal, wenn wir plötzlich Dear Reader sind. Der Neuanfang ist auch was tolles. In Süd-Afrika ist das aber anders. Da musst du allen klar machen, Harris Tweed ist jetzt Dear Reader. Dabei musst du die Leute dann auch von der leicht veränderten Richtung überzeugen, die die Musik nun eingeschlagen hat. Es war aber gut, dass uns diese Nachricht während der Aufnahmen erreicht hat, so konnten wir den Wechsel noch etwas klarer vollziehen.
Darryl: Letzten Monat haben wir da noch eine tolle Myspace-Nachricht von einem Fan erhalten, wie ging die noch.
Cheri: Ja, das Mädchen meinte, wir sollten nicht aufgeben, nur weil wir den Namen nicht mehr nutzen dürfen.
Darryl: Sie dachte auch wir hätten uns getrennt, als wir ihr dann schrieben, Harris Tweed sei jetzt Dear Reader, hat sie sich echt gefreut, das war schön.

Foto: Myspace der Band

Cheri, du hast einmal gesagt, „wir machen Folk-Pop, Folk, weil unsere Musik emotional und rau ist und von echten Emotionen handelt. Pop, weil sie zugänglich ist und die Menschen ansprechen soll“. Weißt du noch, wann du das gesagt haben könntest?

Cheri: Das ist bestimmt nicht lang her, ich würde das heute noch genau so sagen.

Du hast das vor ein paar Jahren über Harris Tweed gesagt, aber das auch noch wahr für Dear Reader?

Cheri: Ja natürlich, also es ist wahr Harris Tweed und Dear Reader. Es ist natürlich auch nicht so, dass wir uns komplett neu erfunden haben, wir haben uns nur anders ausgerichtet.
Darryl: Echt, das war für Harris Tweed, cool!
Cheri: Ich möchte eigentlich immer emotionale Musik machen, die ehrlich ist. Das würde ich so unterschreiben.

Darryl, du hast kürzlich gesagt, dass ihr in Süd-Afrika immer die selben 200 Menschen bei Indie-Events trefft. Ändert sich das langsam, oder ist das immer noch so?

Darryl: Die Industrie, bzw. die Menschen, die unsere Musik mögen, das sind sehr wenige. Bei Facebooks hast du immer die gleichen Leute, auf den Konzerten treffen wir immer die gleichen, wir sind alle befreundet mit einer Hand voll anderen Musikern und das ist dann schon die Szene. Das ist schon nett, weil es eine kleine Familie ist.
Cheri: Ja, wir sind eine winzige Familie, die aber auch nicht viel wachsen kann. Um in Süd-Afrika erfolgreich zu sein müssten wir schon Pop-Musik machen, also richtigen Pop, im Grunde einfach Musik die wir nicht mögen.
Darryl: Zu Hause können wir auch nur in drei Städten spielen, mehr gibt’s nicht. Jetzt haben wir schon drei Konzerte hier gespielt und unsere Tour hat gerade mal angefangen. Hier kommen abends so mehr neue Leute zu unseren Konzerten, als wir in Süd-Afrika auf einer ganzen Tour treffen. Das ist eine völlig andere Welt für uns.
Cheri: Das ist auch schon ein Privileg hier arbeiten zu dürfen.

Foto: Myspace der Band

Da wir Verwandte in Süd-Afrika haben, hören wir häufiger auch positive Dinge über das Land, in der Presse sieht das häufig anders aus. Könnt ihr uns etwas positives nennen, das jeder von Süd-Afrika wissen sollte?

Darryl: Das Wetter ist toll!
Cheri: Es gibt da so eine Art „Schaffungs-Geist“, oder auch einfach Schaffenskraft. Die Leute erhalten überhaupt keine Hilfe vom Staat und viele haben absolut gar nicht, außer der Luft zum Atmen und einer dennoch positiven Lebenseinstellung. Daraus schaffen sie sich dann etwas. Nehmen die Dinge in die Hand und bauen sich ihr Leben.
Darryl: Ja, Süd-Afrikaner haben diese innewohnende Freude. Die meisten Menschen lächeln immer und stehen ihrem Leben gegenüber positiv da.

Arbeitet ihr eigentlich zwischen den Touren und auch auf Tour an neuen Songs?

Cheri: Ich hab ein Stück geschrieben, ja. Aber das ist schwer, da wir noch sehr damit zu tun haben, das Debüt zu promoten. Seit November machen wir eigentlich nichts anderes. Das ist aber toll, du hast diese verschiedenen Phasen, in einer lebst du zurück gezogen im Studio und konzentrierst dich auf das Schreiben, in der nächsten bist du auf Tour und präsentierst den Leuten deine Arbeit. Das macht beides Spaß und die Tour genieße ich unglaublich.

Habt ihr es eigentlich je in Erwägung gezogen afrikanische Elemente in eure Musik einzubauen?

Cheri: Das ist schwer, jeder denkt zwar, das würde bei uns nahe liegen. Zu hause würde uns aber jeder unterstellen, dass es aufgesetzt wäre. Wir haben da nicht diesen kulturellen Hintergrund, wie traditionelle afrikanische Musiker. Wenn es aus einer Verbindung mit einem afrikanischen Musiker käme, wäre das okay, aber so würde es wirken, als würden wir kommerziell werden wollen. Da gibt es natürlich viele tolle Musiker, aber mit denen haben wir keine Verbindung. Viele sind während der Apartheid aufgewachsen, in Slums und konnten sich über Musik ein Leben sichern. Wir kommen aus der weißen Mittelklasse und haben darüber keine Verbindung zu traditioneller afrikanischer Musik. Das entwickelt sich aber jetzt so langsam, wo Schwarze auch in der Mittelklasse angekommen sind, es gibt nun so langsam Verständigung. Darüber wird es in Süd-Afrika auch in der Zukunft mehr darum gehen, aus welcher Klasse du stammst und nicht, welche Hautfarbe du hast.

Letzte Frage, wir suchen das Album des Jahrzehnts, da es ja nun beinahe vorbei ist. Was ist euer Album des Jahrzehnts?

Darryl: Hmm, schwer. Es gab verdammt viele. Für mich wäre es aber wohl Arcade Fire “Neon Bible”. Ja, das würde ich nehmen.
Cheri: Oh, du hast das zweite Album gewählt, sehr interessant. Hmm, ich nehme “Year Of Meteors” von Laura Veirs. Oder Moment, kann ich noch ein zweites nehmen? Dann nehme ich noch “Friend and Foe” von Menomena, das ist auch toll.

Fotos: Myspace der Band und Homepage der Band

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Dear Reader – Video zu “Dearheart” + Tourdaten

Foto: Pressefreigabe

Vor knapp acht Wochen erschien mit “Replace Why With Funny” das bezaubernde Debüt-Album des Duos Dear Reader aus dem südafrikanischen Johannesburg. Neben Exotenbonus hielt ihre Musik auch kritischer Betrachtung stand und ist aus der Heavy Rotation unseres iPods nicht mehr wegzudenken. Die erste Single “Dearheart” ist nun auch schon eine Weile auf dem Markt, wurde nun aber auch endlich mit einem Video versehen. In diesem kann man die Band auf einem Road-Trip durch Südafrika begleiten, sieht schöne Landschaften, ulkige Menschen und Mutproben, untermalt von toller Musik. Den Song kann man auch noch hier gratis downloaden (“Rechtsklick”, “Ziel speichern unter”) und die Band seit gestern auch live auf deutschen Bühnen sehen, alle Daten stehen weiter unten.

15. April, Berlin – Lido
16. April, Hamburg – Molotow
17. April, Bielefeld – Forum
18. April, Cologne – Gebäude 9
19. April, Munich – 59:1
20. April, Heidelberg – Karlstorbahnhof
21. April, Wiesbaden – Raeucherkammer
22. April, Stuttgart – Schocken
25. April, Nijmegen – Lux Theatre (mit Get Well Soon)


Discover Dear Reader!

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Dear Reader – Replace Why With Funny

dearreaderreplacewhywithfunnyBuschtrommeln und Weltmusik-Einflüsse waren im verganenen Jahr einer der Hypes in der Indieszene. Da ist klar, was der Hörer erwartet, wenn jetzt eine Indie-Band aus Südafrika daher kommt. Eben auf diese Einflüsse bauen Dear Reader aber nicht, Buschtrommeln und Weltmusik haben mit dem Sound der Band in etwa so viel zu tun, wie Howard Carpendale mit guter Musik. Die klanglichen Referenzen des Duos bestehend aus Sängerin Cherilyn McNeil und Bassist / Keyboarder (und Grammy-Gewinner) Darryl Torr finden sich eher im kanadischen Indie-Folk, bei The Arcade Fire, oder beim Amerikaner Sufjan Stevens und in der englischen Pop-Musik. Ein Gegensatz in Klang und Herkunft, der perfekt zu Dear Reader passt. In ihrer Heimat sind sie zwar Bestandteil der dominierenden weißen Minderheit, gehören dieser als Nachfahren von Engländern aber dennoch nicht an. Kein Wunder also, dass sich Dear Reader als Fremde in ihrer eigenen Heimat fühlen.

Aufgenommen haben sie ihr Debüt zusammen mit dem Labelkollegen Brent Knopf von Menomena, mit dem sie sich zwei Wochen in einem ehemaligen Hochsicherheitstrakt verschanzten, um an ausgefeilten Arrangements in einfachen Popsongs zu arbeiten. Wieder ein Gegensatz? Ja, aber einer, der sich im Hören erschließt, denn von Beginn an schillert und funkelt “Replace Why With Funny”. Schon im Opener “Way Of The World”, der ruhig beginnt und sich, wie die meisten Stücke zu einem Stück wunderschönem Pop mit leicht schrägen Geigen und eingängiger Melodie entwickelt. Dabei immer im Vordergrund Cherylin’s markante Stimme, in die sich der Hörer von der ersten Silbe an verliebt. Eine Stimme, die sie mal sanft und zart in die Songs haucht, mit der sie aber auch lautstark lamentiert. So gestalten sich auch die stärksten Songs des Albums, wie “Great White Bear”, oder “What We Wanted”, die ruhig beginnen und sich zu orchestral, bombastischen Indie-Pop-Meisterwerken hochschaukeln, letzteres sogar mit einem mehrstimmigen Chor verbunden. Ähnlich wie die Songs entwickelt sich auch das Album vom sanften Folk zu Beginn zu immer bombastischeren, orchestraleren Klängen. Immer zwischen poppig schillernd und verschroben knarzend wächst das Album in die Höhe, bis zum finalen Knall im Hidden Track am Ende des Albums, in dem sich die Instrumente druckvoll, eins nach dem anderen auftürmen und sich mit einem Chor zum versönlichen Showdown treffen. Danach bleibt nur eins, Repeat drücken und weiterhören, zu fesselnd sind die Dramatik und das Gesamtarrangement des Albums, als dass man sich mit 10 Stücken begnügen möchte. Für uns schon jetzt eines der Alben des Jahres und eines, dass auch nach dem 10ten Durchlauf einfach nicht langweilig werden will.

Myspace // Label

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Dear Reader – Album jetzt schon in voller Länge vorhören!

Am Freitag ist es endlich so weit, dann erscheint mit “Replace Why With Funny” das Debüt-Album des südafrikanischen Indie-Folk Duos Dear Reader. Ab heute kann man das Album auch dank schmucker E-Card in voller Länge streamen und sich davon überzeugen, warum Dear Reader einer der heißesten Newcomer des Jahres sein werden.

Einfach hier entlang und toll finden.

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