Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Frank Turner + Crazy Arm, Zakk, Düsseldorf, 31. März 2010

Es ist ein wenig mehr als ein Jahr her, als Frank Turner das erste Mal in Deutschland spielte. Als Support von The Gaslight Anthem musste er sich schon damals nicht verstecken. Die Gitarre im Gepäck und grundlegend Sympathische im Auftreten. Ein Jahr später ist er nun zum dritten Mal in Deutschland auf Tour. Im scheint es zu gefallen.
Das Zakk in Düsseldorf ist eine Station seiner Deutschland Tour und der Zuspruch wächst von Mal zu Mal. Die Hallenkapazität steigt stetig mit den Zuschauerzahlen. Frank Turner ist aller Munde. Mehr als 600 Zuschauer haben heute den Weg hier her gefunden um zuerst den Support Crazy Arm zu begutachten. Leider haben wir die Band verpasst, dementsprechend spare ich mir mögliche Worte über die Band. Pünktlich als der Zeiger auf die 9 zu geht, steht Frank Turner samt Band auf der Bühne.
Kaum auf der Bühne angekommen, reißen schon die ersten Saiten auf der Gitarre. Eine Leistung das zu schaffen, ohne auch nur einen Ton gespielt zu haben. Ein kleines Lächeln, ein flotter Spruch – Frank Turner weiß, wie er mit dieser Kleinigkeit die Zuschauer auf seine Seite zieht. Es ist die gute Seite. “Reasons not to be an Idiot” steht an Position Eins des heutigen Abends und gibt ein flotten Startschuss zum allgemeinen Tanzvergnügen. Er spielt, redet und siegt auf voller Linie. Die Show ist weder eintönig, noch einschläfernd, vielmehr ein Sprudel an guter Laune und Hits. Vor kurzem hat er die DVD “Take to the Road” veröffentlicht, die genau das auf Film festhält. Ein guter Frank Turner auf der Bühne und eine enthusiastisches Publikum. Auch wenn das Ganze in seiner Heimat spielt, wo er am Starstatus kratzt, sorgt auch Deutschland für Herzförmige Augen beim guten Frank. Ein heimlicher Hit katapultiert sich hierbei besonders an die Spitze. “The Road” vom aktuellen Album “Poetry of the Deed” ist gemeint.
Aufs letzte Album beschränken könnte er sich zwar, aber dafür befinden sich auf den ersten beiden Alben zu viele gute Songs und so findet er die gute Mischung aus alten und neuen Hits. Besonders “Substitute” und “Long live the Queen” finden den direkten Weg ins Herz. Nach leider nur knapp 55 Minuten verabschiedet sich die 5 köpfige Band hinter den riesig blauen Vorhang. Doch zu einer echten Rockshow gehören halt auch Zugaben. “The Ballad of me and my friends” und “Photosynthesis” sind die letzten Songs des heutigen Abends, wo gerade bei letztem nochmal jeder das Letzte aus sich raus geholt hat. So wurden Franks Freunde von Crazy Arm auf die Bühne geholt um den mächtigen Finale noch einmal eine Note zu vergeben und das Publikum drehte noch mal auf und tanzte wild und sang laut. Wenn es auch nur knapp 70 Minuten waren, sie haben alle mal gereicht um zu überzeugen. Und im Sommer findet sich der gute Frank auch wieder auf so einigen Festivalbühnen des Landes wieder. Wir freuen uns.
Fotos: Frank Turner Myspace
Chuck Ragan + Tim Vantol, Zakk, Düsseldorf, 11. März 2010

Ein ganz besonderes Verhältnis hat dieser Mann schon zu Deutschland. Anders kann man es nicht erklären, warum er alle paar Monate Deutschland besucht. Aber anstatt dass uns die Besuche langweilen, wie die der ungeliebten Tante, wird die Anhängerschaft von mal zu mal größer. Nach dem er im September mit einer Big Band da war und im November mit den Jungs von Hot Water Music, beschränkt sich Chuck Ragan diesmal wieder auf den Kontrabass gespielt von Digger Barns und an der Violine Jon Garnt. Für einige Termine sind die Drei nun in Europa unterwegs, einer davon am 11. März in Düsseldorf, im Zakk.
Zu aller erst lässt sich feststellen, dass nicht alle soziokulturellen Einrichtungen wie das Zakk sehr einladend und fördernd wirken. Ein Kloß im Halse bleibt mir schon bei dem Preis von 3,60 Euro für eine Cola stecken. So avanciert man nicht zum Lieblingsclub. Aber wir sind ja nicht wegen des Ambiente hier, das trotz hoher Preise dort recht nett ist. Chuck Ragan steht auf dem Programm. Zuerst betritt der Amsterdamer Junge Tim Vantol die Bühne. Es ist das einfache Prinzip. Er hat früher in einigen Punk- und Hardcorebands gesungen und siedelt jetzt auf Akustikpunkrock um. Weiterhin wütend und anprangert, den Zeigefinger hebend und die Seele aus dem Leib schreiend, aber dies mit einer einfachen Akustikgitarre. Ein Trend der seit Jahren durch die Szene schwappt und seinen Ursprung vielleicht schon bei Joe Strummer gefunden hat. Als Support für Chuck Ragan reicht es vollkommen aus, es ist nett und sein gebrochenes Englisch macht ihn schon sympathisch, aber das große Feuer kann er nicht entfachen.
Dank einer geringen Umbaupause geht es auch fix weiter im Programm und so stehen Chuck Ragan, Digger Barnes und Jon Garnt auf der Bühne. “Gold Country” heßt das aktuelle Album und liefert den Bekannten Mix aus Country, Folk und einer Stimme die weit mehr als nur unter die Haut geht. Schon als erster Song wird der Hit, den er einst seiner Frau widmete, “The Boat” gespielt. Das Publikum singt, streckt die Faust in die Luft, wie bei einem guten Hot Water Music Konzert. Die Sing-a-long Mentalität geht auch hier nicht verloren. Auch wenn sie nur zu dritt sind und kein Schlagzeug sie vorantreibt, treiben sie ihre Songs kräftig nach vorne. “Let it rain” aus besagtem neuen Album folgt. Das “Gold Country” dem Debut “Feast of Famine” in Nichts nachsteht zeigt das Hit-Pontenzial, das man bereit bei “Done + Done” heraushört. Während die einen lieber den Gesang in vollen Zügen genießen wollen und sich in die hinteren Reihen stellen, beginnen die Ersten vorne zu tanzen. Jeder zelebriert auf seine Art und Weise, jeder genießt. “Glory”, “Rotterdem”, “Between the Lines”, “Bloody Shells” sind nur kleine Auszüge aus der gut bespickten Setlist. Selbst Balladen, wie dem seiner Mutter gewidmeten “Geraldine” tut der Stimmung keinen Abbruch. Nach “Symmetry” ist das eigentliche Set beendet und Chuck Ragan spielt zum Abschluss allein zwei Hot Water Music Songs. “God Deciding” und “Old Rules” lassen jeden nochmal die Stimme erheben und lauthals mitsingen. Dann verabschiedet sich der gute Chuck, lässt sich aber natürlich nicht lumpen und kommt für drei Zugaben auf die Bühne. “For broken Ears”, “Do you Pray” und “California Burritos” bringen den Stimmungspegel ein weiteres Mal nach oben und beenden das Konzert nach 75 Minuten auf ihrem Höhepunkt.
Zum Glück, dauert es nicht mehr lange, dann ist Chuck mit den großartigen Hot Water Music wieder in Deutschland und wenn man ihm glauben darf, wird er im Herbst mit der Revival Road auch einen Abstecher nach Deutschland machen. Man darf gespannt sein, aber solche Abende zeigen, dass es sehr wünschenswert wäre.
Und noch eine kleine geheime Info. Ein Tag später in Münster gab Chuck Ragan bekannt, mit seinem Buddy Brian Fallon (The Gaslight Anthem) ein Album aufzunehmen und damit im Frühjahr 2011 nach Deutschland zu kommen. Na wenn das nicht Vorfreude in sich birgt.
Bilder: Chuck Ragan Myspace
BEENDET // Verlosung: Alberta Cross – Karten für Düsseldorf-Konzert gewinnen

Bereits im September veröffentlichten Alberta Cross ihr Debüt-Album “Broken Side of Time”, auf dem sie jovele, psychedelische Folk-Rocker präsentierten. Auch auf ihrer Deutschland-Tour Ende November wurden sie mit ihren Songs warm von ihren deutschen Fans empfangen. Da freuen wir uns natürlich, dass es die Jungs auf ihrer derzeitigen Europa-Tournee im Vorprogramm der Dave Matthews Band auch zu einem Headlining-Termin auf einer deutsche Bühne verschlagen wird. Genau genommen am Samstag den 27. Februar 2010 im Düsseldorfer Zakk.
Wir freuen uns drauf und legen euch diesen Termin nicht nur wärmstens ans Herz, sondern dürfen auch 2×2 Tickets unter euch verlosen. Die Teilnahme ist, wie könnte es auch anders sein, ganz einfach. Schickt dazu eine Email mit dem Betreff “Ich hätt’ am Samstag gern ein Date mit Petter”, eurem Namen und eurer Wunschstadt an ariane@whitetapes.de. Ein Kommentar mit “Gewinnen will” ist natürlich auch möglich, dazu müsst ihr allerdings eure echte Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.Teilnahmeschluss ist Donnerstag der 25. Februar 2010 um 13:47Uhr.
Das Gewinnspiel ist beendet, viel Spaß wünschen wir Jörg und Michael.
Alberta Cross
Maxïmo Park + Blood Red Shoes, Philipshalle, Düsseldorf, 22. Oktober 2009 und Pier 2, Bremen, 23. Oktober 2009

Kurz vor dem Start ihrer Deutschland-Tour spielten Maxïmo Park bereits einige Daten in den Benelux-Staaten, darunter auch ein Konzert in Brüssel. Trotz großartigem Vorprogramm mit Pete And The Pirates und einer schönen Location war das Ancienne Belgique nur knapp zur Hälfte ausverkauft. Mit Hinblick auf die Deutschland-Termine, die in Hallen mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Leuten angesetzt waren, versuchten wir das nicht als schlechtes Vorzeichen zu sehen, bekamen diesen Gedanken aber auch nicht wirklich aus dem Kopf. So waren wir dann auch leider wenig überrascht, als zum Einlass vielleicht hundert Fans an den Türen warteten. In der Philipshalle waren dann auch die Oberränge komplett abgehängt, die hintere Tribüne ein ganzes Stück nach vorn geschoben und im hinteren Teil auch einige Bereiche mit Vorhängen abgetrennt. So war die nur wenig ausverkaufte Halle dann während des Einlasses auch nicht ganz so traurig anzusehen. Warum Maxïmo Park überhaupt in eine Halle dieser Größe gebucht wurden war uns bereits im Vorfeld ein Rätsel, sollte unsere Stimmung aber nicht weiter trüben. Lieber den Blick nach vorn und auf die Vorgruppe gewartet. Ursprünglich waren für diesen Part die Friendly Fires vorgesehen, die vielleicht noch für einen etwas größeren Ansturm gesorgt hätten.
Allerdings waren wir wenig traurig, als die Friendly Fires absagten, denn als Ersatz waren die tollen Blood Red Shoes gebucht. Im Sommer beim Festival de Affaire in Nijmegen hatten die schon einige neue Songs vorgestellt, auf die wir uns an diesem Abend besonders freuten.
Zu Beginn des Sets sagte Schlagzeuger Steven dann auch “Wir haben die Songs unseres ersten Albums jetzt schon so oft gespielt, dass wir heute lieber nur neue Stücke spielen möchten”. Taten sie auch und legten von Beginn an mit einer Energie los, als wäre das ihr Headlining-Konzert. Besonders Steven drosch beherzt auf die Tierhäute ein. Laura-Mary zeigte sich an der Gitarre zu Beginn noch etwas zurückhaltender, taute mit fortschreitendem Set aber immer mehr auf. Die neuen Stücke der Blood Red Shoes machten auch beim zweiten Hören eine gute Figur und liefern einen schönen Vorgeschmack auf das zweite Album der Band, das Anfang 2010 erscheinen soll. Abgerundet wurde der Auftritt der 2 durch das starke “I Wish I Was Someone Better” vom Debüt der Band, das auch das erste Lied sein sollte, bei dem das Publikum schon zu Beginn freudig jubelte. Nach dem Set folgte dann eine 30-Minütige Umbaupause, in der sich die Halle noch Kleckerweise ein wenig mehr füllte. So warteten dann vielleicht 4.000 Musikfreunde auf den ersten Auftritt von Maxïmo Park in Düsseldorf seit vier Jahren.

Damals trug Paul Smith noch keinen Hut, sondern noch einen streng gegelten Seitenscheitel. Der Anzug ist jedoch geblieben, das Haar aber nicht mehr gegelt, sondern allein durch seinen Borsalino gebändigt. Eines hat sich auch nicht geändert, die Energie nämlich, mit der die Band ab der ersten Minute die Bühne füllen. Dafür hatten sie zur Eröffnung auch gleich einen Klassiker mitgebracht, “A19″ nämlich vom 2005er B-Seiten Album “Missing Songs”. Die Energie wollte allerdings nicht so ganz auf das Publikum überspringen, das tanzte eher verhalten für sich auf der Stelle. Aber das ist auch kein Problem, schließlich fragten wir uns schon immer, wie man eigentlich zu einem eher ruhigen Song, wie “Books From Boxes” ernsthaft moshen kann. Das tat auch erst einmal kleiner, dennoch sah man während der ersten Minuten in viele glückliche Gesichter. Besonders “Russian Literature” vom zweiten Album “Our Earthly Pleasures” erntete direkt Szenenapplaus, wenn man das bei einem Lied so nennen kann. Noch toller dann “Signal And Sign”, der Opener des Debüts “A Certain Trigger”. Nettes zusätzliches Detail am Rande dazu noch kleine Filmchen, die auf die Leinwand hinter der Band projeziert wurden. Was die Jungs dazu geritten hat für “Signal And Sign” gerade eine
Spinne zu filmen, die sich in einer Lampe verkriecht, wissen wohl nur sie selbst, aber sei’s drum.
Paul Smith selbst war jedenfalls sichtlich stolz als er auf die Filmchen hinwies und fragte, ob sie auch jedem gefielen. Aber wer konzentrierte sich schon darauf, der Hüpffrosch aus Newcastle war doch viel interessanter. Mit ihm mithalten konnte nur Lukas Wooller am Keyboard, der in seinen Spielpausen immer wieder umhersprang, bei seinem Spiel sein Keyboard schräg stellte und sogar auch drauf herumsprang. Sogar der sonst so ruhige Bassist Archis Tiku ließ sich zu ausgelassenen Tanzschritten hinreißen. Die Band war also sichtlich gut gelaunt und bemühte sich durch ihr Spiel die Halle so wirken zu lassen, als sei jeder Platz gefüllt. Bei “The Unshockable” schienen dann auch die Dämme zu brechen und das Publikum begann sich wellenförmig zu bewegen. Dem standen Maxïmo Park natürlich besonders durch die Bühnenpräsenz von Paul Smith in nichts nach und so tanzte er, wie ein wildgeworderner Aerobic-Vorturner vor der Menge. Die zweite Konzerthälfte zeigte sich dann auch mit einer größeren Hit-Dichte und dürfte dank Songs, wie “Apply Some Pressure”, “Girls Who Play Guitars” und “Our Velocity” eigentlich keine Wünsche offen gelassen haben. Nach knapp 75 Minuten verabschiedete sich das Quintett dann durchgeschwitzt (im Falle von Sänger Paul Smith so sehr, dass sein blaues Hemd nun eher schwarz war) und mit einem breiten Grinsen. Für uns blieb die Gewissheit, dass auch vier Jahre nach ihrem letzten Besuch in Düsseldorf die Band zu überzeugen wusste. Einzig den Umstand, warum es ihnen gelang nur so wenige Leute in diese riesige Halle zu ziehen wollten wir nicht so recht begreifen. Aber das bedeutet dann eben, dass Maxïmo Park auf ihrer nächsten Deutschland-Tour nicht in ganz so großen Locations spielen, was auch gut so ist.

Einen Tag später in Bremen sollte sich die Szenerie ähnlich gestalten. Wie erwartet war auch das Konzert im Pier 2 leider nicht einmal zur Hälfte ausverkauft, was bedeutete, dass der Balkon nicht zugänglich gemacht wurde und sich vielleicht 2.000 Menschen im Innenraum drängten. Gut, drängten ist eindeutig der falsche Ausdruck, denn es gab viel Raum zur freien Entfaltung für jeden der Anwesenden. Unter denen schien es noch nicht die Runde gemacht zu haben, wer als Ersatz für die Friendly Fires das Vorprogramm bestreiten würde, so riefen dann einige der Fans nach dem ersten Lied laut “What’s your name?”, was die Blood Red Shoes aber wohl überhörten. Natürlich stellte Steven dann doch irgendwann die Band vor, das tat er auch fast genau wie am Vortag: “Hallo, wir sind die Blood Red Shoes und wir spielen heute einige neue Lieder”. Ein paar Lieder später wieder die Frage von hinten “What’s your name?”, was die Band wohl wieder nicht hörte, aber Steven’s Vorstellung hat ja auch offensichtlich nichts gebracht gehabt. Steven schien an diesem Abend in
Bremen noch etwas besser drauf als am Vortag, nur Laura-Mary wirkte etwas abwesend und starrte die meiste Zeit an einen Punkt weiter hinten in der Halle.
Während des Sets von Maxïmo Park kam sie kreidebleich aus dem Backstage-Bereich, was wohl auch die Erklärung dafür ist, warum sie während ihres Sets nicht wirklich auf der Höhe schien. Umso höher ist es dem Duo anzurechnen, dass sie wieder ein energiegeladenes Set spielten. Diesmal sogar mit 2 alten Songs, neben “I Wish I Was Someone Better” hat es auch noch “It’s Getting Boring By The Sea” ins Set geschafft. Anders bei Maxïmo Park, deren Setlist war wieder identisch mit der vom Vortag. Die Energie auch, zumindest bei Sänger Paul Smith und so ging das Publikum ab der ersten Minute ausgelassen mit. Einzig seine Band schien etwas reservierter als noch in Düsseldorf, bei Duncan und Archis fanden die Bewegungen in einem weitaus kleineren Radius statt, selbst Lukas nahm sich an seinem Keyboard etwas zurück. Paul rannte dafür umso mehr, als wolle er diesen Umstand kompensieren. So japste er dann bei der letzten Zugabe “Our Velocity” gegen Ende nur noch Textfetzen ins Mikro und ließ sich an dessen Ende erschöpft zu Boden sinken. Erstaunlich war auch wieder, wie es eine Band an zwei Tagen hintereinander mit der identischen Setlist immer noch schaffen kann so zu begeistern. So freuen wir uns denn nun auch auf das Konzert in Frankfurt. Eindrücke vom Konzert in Berlin gibt’s übrigens bei Nicorola nachzulesen.
Setlist Maxïmo Park:
A19
The Penultimate Clinch
Wraithlike
Russian Literature
Signal And Sign
Questing, Not Coasting
Roller Disco Dreams
Karaoke Plays
A Cloud Of Mystery
The Kids Are Sick Again
That Beating Heart
Going Missing (akustisch)
I Haven’t Seen Her In Ages
The Unshockable
Let’s Get Clinical
Books From Boxes
Apply Some Pressure
Girls Who Play Guitars
Calm
Acrobat
Our Velocity
Fotos: Frank (Pretty Paracetamol)
Bildergalerie Bremen bei Bremen Vier
Coldplay + Howling Bells + Kilians, Düsseldorf, Esprit-Arena, 27. August 2009

Ich hatte mit dieser Band schon abgeschlossen. Eigentlich. Die letzten beiden Alben kenne ich nicht und die letzten Konzerte die ich von Coldplay sah, liegen schon einige Jahre zurück. Im Palladium und der Philipshalle waren sie seinerzeit und bedeutend kleiner als es die Esprit Arena ist.
Das war noch bevor Coldplay ihr Album “x&y” herausgebracht hatten. An das Philipshallenkonzert erinnere ich mich gerne zurück. Es war ein tolles Erlebnis mit einer fantastischen Lasershow zu, ich glaube, “Yellow”. Wie ich nun am Donnerstag erfahren habe, teile ich dieses Erlebnis mit dem Kilians Sänger Simon den Hartog. Ich hoffe, ich bin ihm damals nicht begegnet, denn als Vor- Vorband (als Sandwichbelag waren noch die australischen Howling Bells mit von der Partie) hinterließen die Kilians an diesem Abend bei mir keinen sympathischen Eindruck. Warum, kann ich nicht näher begründen, aber ich spürte von Beginn an eine leichte Antipathie gegenüber der Dinslakener Ex-Schülerband. Und das, obwohl ich sie persönlich gar nicht kenne. Aber sowas soll’s ja geben.
Die Kleinstadt-Strokes (ich sag das, weil mich der Gesangsstil und Sound der Kilians ungemein stark an die Großstadt-Band erinnern) eröffneten also den Abend und verpassten es nicht, gleich die Schleimspur in Richtung Coldplay und Publikum zu legen. “Mein erstes Konzert war tatsächlich Coldplay, vor sechs Jahren hier in Düsseldorf.” Kann man erzählen, muss man aber nicht. Wichtiger da schon dies: “und ich habe die Vorband gehasst, einfach nur, weil sie da war.” So so. Nun, jetzt seid ihr die Vorband, ähh die Vor- Vorband und ich bin mir nicht sicher, ob euch alle mögen. “Wir haben auch Hits geschrieben”, höre ich später, “jetzt kommt einer davon.” Es folgt ihr Durchbruchsong “When will I ever get home”. Und das ist in der Tat ein Hit. Ihm und dem Debütalbum “Kill the Kilians” verdanken sie die Auszeichnung “Zweitbester Newcomer” bei der Einslive Krone Verleihung 2007.
Es ist ein fluffig rockiges Stück Musik, und ihre derzeitige Single “Hometown” steht der in nichts nach. Beide Songs gefallen auch mir sehr gut. Nach einer guten halben Stunde war dann Schluss mit schlechtem Deutsch (“wir schruben ein Lied über unsere Heimatstadt”, mit der eben jenes “Hometown” angekündigt wurde.) und die eigentliche Vorband war an der Reihe. Howling Bells, eine mir völlig unbekannte Band.
Die Australier begleiteten Coldplay schon auf verschiedenen US- Konzerten der Viva la Vida Tour und wurden als Support für die deutschen Konzerte in Düsseldorf und München gebucht. Als ich hörte, dass nicht – wie in Hannover – die White Lies den Support übernehmen würden, war ich ein wenig enttäuscht, doch das war unbegründet, denn die Howling Bells wussten zu überzeugen. Die Band um Sängerin Juanita Stein gründete sich 2005. Gemeinsam mit ihrem Bruder und Gitarristen Joel Stein, dem Schlagzeuger Glenn Moule und Bassist Brendan Picchio zogen sie nach London, um die große Karriere zu starten. Zwei Alben sind bisher dabei herausgesprungen. Der Sound der vier lässt sich gut mit “Indie Noir” beschreiben. Einflüsse so toller Indiekoryphäen wie Siouxsie and the Banshees oder den frühen Cranberries sind erhörbar und die Stimme von Juanita Stein weiß mit ihrem sanften Charme von ganz alleine zu überzeugen. Die Howling Bells sind eine Band, die ich im Auge behalten werde. So langsam wurde es dunkel im nun gut gefüllten Stadienrund. 44 000 Leute sollen anwesend sein. Das ist eine ganze Menge. Gegen 21 Uhr kommen Coldplay auf die Bühne. Und was in den folgenden 2 Stunden passiert, ist nur so zu umschreiben: “Konzertshow des Jahrzehnts!”

“Guten Abend meine Freunde” begrüßte uns Chris Martin, nachdem die letzten Klänge des Openers “Life in Technicolor” verklungen waren. Mit “Violet Hill” und “Clocks” legten Coldplay rechtmäßig los. Chris Martin sprang und hüpfte und rann von einem Bühnenende zur nächsten. Rauf auf den links von der Bühne aufgebauten Laufsteg, zurück und weiter auf den rechts von der Bühne ins Publikum reichenden Steg. Es war ein enormes Laufpensum, was der Frontmann an diesem Abend hinter sich brachte. Erster Höhepunkt “In my Place”, währenddessen das komplette Bühnen-Umlaufen wurde. Beim nachfolgenden “Yellow” wurden erste interaktive Reize gestreut. Unter seichtem Laserlicht wurden große Ballons von allen Ecken des Stadions in den Innenraum geworfen. Ab jetzt war die Stimmung on top. Stand ich dem zwei Tage zuvor gewonnenen Konzerterlebnis anfangs eher emotionslos gegenüber, so packte mich jetzt der Coldplay Kosmos. “Fix you” schleuderte zum ersten Mal Feuerwerksraketen in den Himmel. Sehr schön! Was kann da noch kommen? Ich war gespannt. Berichte von anderen Konzerten der Tour hatte ich absichtlich nicht recherchiert. Ich wollte mir die Überraschungsmomente nicht nehmen lassen.
Den ersten Ausflug unternahm die Band nach einer dreiviertel Stunde. “God puts a smile…” und “Talk” wurden in einem Quasi-Medley auf dem linken Bühnensteg performt. Und wie! In einer passenden Dub Dance Version gingen die beiden Songs nahtlos ineinander über, als ob sie schon immer zusammengehörten. Das passte wunderbarst. Und “Talk” in seinem Dance Mantel kam stark nach Friendly Fires. Die hätten das nicht besser hinbekommen. Toll! Das Szenario auf dem Laufsteg ließ mich an U2 denken. Die hatten das erstmals auf ihrer Zoo TV Tour unter ähnlichem Jubel durchgezogen. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass mir Parallelen zu der irischen Übergruppe in den Sinn kamen. Coldplay hatten auch ihren Anteil daran. U2’s “Magnificent” lief 10 Minuten vor Konzertbeginn vom Band und läutete die heiße Phase ein. Nachdem Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman zu “The hardest part” wieder ihre Positionen auf der Bühnen einnahmen, wurde neben dem Geschehen schon der nächste Ausflug vorbereitet. Absperrgitter wurden postiert und so ein Gang zum anderen Ende des Innenraums geschaffen. Nach den letzten Klängen von “Viva la Vida” verließen Coldplay die Bühne, begaben sich in den Innenraum und liefen händeabklatschend zu ihrer Zweitbühne, die genau am anderen Ende des Innenraums aufgebaut war. Für vier Songs wurde sie die neue Heimat. Und hier die nächste U2
Assoziation: Die akustisch gespielten Songs hatten was von U2s “Rattle and Hum” Ära. Definitiv. Nur leider überkam Coldplay jetzt auch die Idee, Michael Jacksons “Billie Jean” in ihr Set einzubauen. Es war kein guter Gedanke.
Besser war da schon, das Publikum zu einer Handy- La Ola aufzufordern. Also nicht die Hände nach oben, sondern die leuchtenden Displays. Nach drei Fehlversuchen klappte es denn auch ganz gut, und die Mobiltelefone leuchteten entsprechend der Wellenbewegung. Großkonzertästhetik im 21. Jahrhundert. Ein famoses “Politik” leitete den Schluss des regulären Sets ein. Nach Unmengen von Schmetterlingskonfetti zu “Lovers in Japan” und einem Abschlussfeuerwerk nach dem Zugabeblock waren wir definitiv sprachlos. Ein toller Abend mit sehr spielfreudigen Coldplay ging dem Ende entgegen. Mein lieber Mann, ich habe lange kein so perfektes Konzert mehr gesehen. Hier stimmte einfach alles, vom Breakdance tanzenden Roadie zu Beginn der Show bis zum Verteilen der Coldplay CD “leftrightleftrightleft”, die jeder Zuschauer beim Verlassen der Arena in die Hand gedrückt bekam. Zwei Dinge bleiben noch: Wenn Chris Martin demnächst mit Sonnenbrille auf die Bühne kommt, hält ihn nichts mehr auf. Dann ist er der neue Bono und Coldplay die neuen U2.
Und noch der treffende Satz eines Mädchens neben mir, dass auf Chris Martins Äußerung, sein Deutsch sei nicht besonders gut, entgegnete: “Das macht nix. Hauptsache du siehst süß aus.” Recht hat sie!
Setlist:
01: Life In Technicolor
02: Violet Hill
03: Clocks
04: In My Place
05: Yellow
06: Glass Of Water
07: Cemeteries Of London
08: 42
09: Fix You
10: Strawberry Swing
11: God Put A Smile Upon Your Face
12: Talk
13: The Hardest Part
14: Postcards From Far Away
15: Viva La Vida
16: Lost!
17: ….
18: Death Will Never Conquer
19: Billie Jean (Michael Jackson Cover)
20: Politic
21: Lovers In Japan
22: Death And All His Friends
Zugaben
23: The Scientist
24: Life In Technicolor II
25: The Escapist (Outro)
Bericht: Frank – Pretty Paracetamol
Fotos: frank@flickr
The Rakes + I Heart Hiroshima, Düsseldorf, Zakk, 03. Mai 2009

In Zeiten der Wirtschaftskrise, der Schweinegrippe und schlechtem Mai-Wetter sind es gerade die Konstanten, die einem Sicherheit, oder auch nur etwas Wärme geben. The Rakes sind eine solche Konstante, nämlich konstant dafür bekannt tolle Konzerte zu spielen. Um so schöner natürlich, dass sie den Start ihrer Deutschland-Tour im Düsseldorfer Zakk feiern. Extra zur Europa-Tour, der ersten ausgedehnten, seit dem Release des neuen Albums “Klang” haben sich die Mannen aus London eine der heißesten Bands Australiens einfliegen lassen. I Heart Hiroshima um genau zu sein. Die besteht aus Matthew und Cameron an den Gitarren und Susie am Schlagzeug. Das Trio veröffentlichte bereits Ende 2007 sein Debüt-Album “Tuff Teef” und sollte nun auch auf europäischen Bühnen sein Können zum Besten geben. Das tat vor allem Schlagzeugerin Susie ab dem ersten Takt. 
Mit schier unbändiger Energie schlug sie auf die Felle ein und gab stiehl den Jungs zu ihrer rechten und linken damit die Show. Als sie dann auch noch anfing ohne die geringsten Atemschwierigkeiten zu singen erinnerte die Band ein wenig an die Blood Red Shoes. Bedingt natürlich auch durch die Kombination Gitarre(n) und Schlagzeug. Insgesamt aber melodieverliebter und nicht ganz so rau. Auch die Männer an der Gitarre übernahmen einige Gesangsparts, am stärksten waren die lauten und rauen Indie-Rock-Stücke allerdings, wenn Susie den Hauptpart übernahm. Etwa bei der Hitsingle “Punks”, den die Bruce Springsteen Fans (Susie trug ein “Born In The USA” Shirt) mit den Worten “If you have heard of us, it might most possibly be because of this song. But I don’t think you have, but feel free to clap!” ankündigte. Hier wurde ganz klar, warum wir keines der Stücke, die wir bei Myspace vorab hörten wieder erkannten. Während bei den Aufnahmen das Schlagzeug sehr weit in den Hintergrund gemischt ist, beherrscht es live, wie bei den Blood Red Shoes den Sound. Das macht die Stücke, die auf CD netter Indie-Rock sind auf der Bühne zu richtigen Rock-Stampfern, was bedeutet, I Heart Hiroshima sind eine Band, die einen live umhauen kann, obwohl sie auf CD beinahe beliebig klingen. Nach knapp 30 Minuten verabschiedete das inzwischen halbvolle Zakk das Trio. Zwar nicht überschwänglich, aber durchaus wohlwollend.

Es folgte natürlich die obligatorische Umbaupause, die aber schnell verstrich, da auf der großen Bühne bereits alles vorbereitet war. Im Gegensatz zum Intro Intim im Januar waren die neuen Songs der Rakes nun bekannt und so waren wir gespannt, diese auch endlich wieder im Live-Gewand zu hören. Noch etwas hatte sich geändert, Chris Ketley, der die Band bisher eher aus dem Hintergrund am Keyboard begleitete, schnallte sich nun auch eine Gitarre um. So waren die Songs der Band von Anfang an viel druckvoller, als man die Band bisher erleben konnte. Auch Lead-Gitarrist Matthew war dadurch sichtlich entlastet. Neu auch eine fesche blonde Strähne, die nun den Schopf von Sänger Alan Donohoe schmückte. Abgesehen von den Äußerlichkeiten und der Umbesetzung hatte sich aber nichts geändert. Von Beginn an setzte die Band ihre zügellose Energie auf der Bühne um. Energie, die sich wie gewohnt in Wellenbewegungen im Publikum immer wieder nach vorn entlud, was bei der unvorteilhaften Bühnenhöhe im Zakk und den spitzen Kanten am Rand der Bühne durchaus auch schmerzhaft sein kann.
Ihr Set starteten die Rakes mit “You’re In It” das sie zackig und gut gelaunt zum Besten gaben. Alan sprang wild in der Bühnenmitte herum und zeigte ganz ohne Mikrofonständer seine eher eigenwilligen Dance-Moves, irgendwo zwischen Roboter und Schlumpf. Schön war dabei auch zu hören, dass seine Stimme nun schön nach vorn gemischt, so dass der Gesang viel klarer zu hören war, als auf früheren Rakes Konzerten.
Mit “Retreat”, “We Danced Together” und “Terror” folgten drei ältere Songs und die Stimmung kochte das erste Mal so richtig hoch. Das anschließende “The Lights From Your Mac” diente im Anschluss als kurze Verschnaufpause, bevor bei “Open Book” wieder das gesamte Zakk mitschrie. Was scheinbar auch die Rakes schwer beeindruckte, die nach jedem Song vor Freude über das ganze Gesicht strahlten und sich häufig bedankten. “That’s The Reason” von “Klang” wurde dann auch bereits gefeiert, als würde die Band es bereits seit Jahren live spielen. Ein klares Indiz wohl dafür, dass die neuen Songs auch beim Publikum perfekt sitzen und akzeptiert sind. Das reguläre Set wurde nach knapp 60 Minuten und 16 Songs mit “The World Was A Mess But His Hair Was Perfect”, der inoffiziellen Hymne zur Wirtschaftskrise, beendet. Im Anschluss ließen sich die Londoner natürlich nicht lang bitten und kehrten für eine letzte Zugabe auf die Bühne zurück. Für “Strasbourg” nämlich, zu dem Publikum und Band noch einmal alles raus ließen, sogar Gitarrist Matthew ließ sich dazu hinreißen ein wenig zu albern und die Arme in die Luft zu reißen. Einziger Wermutstropfen am Set der Band, dass sich “When Tom Cruise Cries” nicht auf der Setlist wieder fand, aber bei der riesigen Hit-Dichte der Rakes kann man nun einmal nicht alles haben.
Fotos: Ariane WhiteTapes
Setlist:
You’re In It
Retreat
We Danced Together
Terror
The Lights From Your Mac
Open Book
Woes Of Working Woman
22 Grand Job
That’s The Reason
Shackleton
Violent
Binary Love
We Are All Animals
1989
The Outdoor Smoker
The World Was A Mess But His Hair Was Perfect
Strasbourg
Oasis + Everlaunch, Düsseldorf, Philipshalle, 04. Februar 2009
Heute, mit kleiner Verspätung und als Vorbereitung auf den letzten Deutschland-Termin von Oasis, blicken wir einmal auf das Konzert vor drei Wochen, also am 04.02.09 in der Düsseldorfer Philipshalle zurück,wo der Ersatztermin für das aus Krankheitsgründen verschobene Oasis-Konzert vom 19.Januar stattfand. Das Oasis ein Konzert verschieben, gehört ja nun fast schon zum guten Ton, in diesem Fall war jedoch keine etwaige Ungereimtheit, sondern ein Ödem an Liam’s Stimmbändern schuld.
Die Ersatz-Vorband Everlaunch , die pünktlich die Bühne betrat, bot dann grundsoliden, leichten Poprock mit Britpopanklängen aus norddeutschen Landen. Als geneigter Zuhörer darf man durchaus Anwandlungen von Nada Surf und wesentlich offensichtlicher noch Placebo wahrnehmen. Zweifelsohne setzt die Band auf die stimmliche Ähnlichkeit des Sängers mit Brian Molko, denn der Höhepunkt des halbstündigen Sets war tatsächlich auch ein Placebo Coversong. Soweit so gut. Eine Vorband sollt ja auch keinesfalls das Licht des Hauptact unter den Scheffel stellen. Davon konnte in diesem Fall auch keineswegs die Rede sein, denn Oasis lieferten pünktlichst mit einem standesgemäß dahin geschmetterten “Fucking in The Bushes” den Opener zu einem grandiosen “Rock´n Roll Star”. Das generationsübergreifende Publikum in der randvollen Philipshalle honorierte dies mit dem üblichen Bierbechergeklapper und einigen “beer-supernovas”.
Mit “Lyla”, sowie einem gnädigen “sorry, better now than never” von Liam, als Entschuldigung für seine krankheitsbedingte Konzertverschiebung, bekam der Oasis-Fan gleich zu Beginn mehr als zu erwarten war. Der ersten Singleauskopplung des nunmehr 7. Studioalbums “The Shock of the Lightning”, folgte “Cigarettes & Alcohol”, “The meaning of Soul” (absoluter live favourite) und mit “To be where there´s life” und “Waiting for the rapture” zwei weitere Songs von Dig out your Soul.
Liam legte, wie üblich, während des gesamten Konzerts peinlichst Wert darauf, bei keinem Noelsong auf der Bühne anwesend zu sein. Die brüderlichen Hierarchiekämpfe scheinen demnach weiterhin aktuell zu sein. Man darf gespannt bleiben. Leider performten die Herrn aus Manchester nur einen Song vom 2002er Heathen Chemistry Album, und zwar den mit Abstand gefälligsten – “Songbird”. Persönliches Highlight und Überraschungsmoment war eindeutig “Slide Away”, so noch nie im Liveset gehört. Es folgten ein fast schon nostalgisches “Morning Glory”, in gelungenem, auch stilistischem Kontrast zum brandneuen “Ain’t Got Nothin”. Im letzten Drittel wurden einmal mehr die Beatlesanleihen der Gallaghers hörbar. Zunächst “The importance of being idle”, meiner Meinung nach der vertonte Bauplan schlechthin für einen Britpopsong, vom oft unterschätzten Don’t believe the Truth-Album. Fortgeführt wird diese Honoration mit der 2. Single von Dig Out Your Soul “I´m Outta Time”. Die Lennon Interview Tonspur, mit welcher dieser Song ,von Liam selbst als “John Lennon Tribute Song” bezeichnet, in der Studioversion unterlegt ist, wurde live nicht eingespielt. Dennoch eines der Highlights, aus Liams Feder und mit größter Mühe von selben gesungen. Mühe, leider weil Liams Stimme,wohl noch immer leicht angeschlagen, nicht zur Bestform finden konnte.

Auch die im Übrigen weniger textsicheren unter den Besuchern kamen beim obligatorischen “Wonderwall” voll und ganz auf ihre Kosten. “Wonderwall”, hier gestern mal wieder ganz klassisch – (leider) nicht in der Ryan Adams Version von 2002, die in den vergangenen UK-Sets von Oasis auch selbst performed wurde. Den Abschluss bildete ein unvergleichliches “Supersonic”. Nach einem schlichten “You’re welcome” von Noel gab’s zu dem auch ansonsten eher wortkargen, von Understatement beherrschtem Konzert noch vier dicke Zugaben. Vom Feinsten. Mit “Don´t look back in anger” sang sich Noel zu musikalischer Höchstform und toppte einmal mehr Liam. Jeder Skeptiker Noels gesanglicher Künste wurde an dieser Stelle eines besseren belehrt. Es folgten “Falling Down”, “Champagne Supernova” und als abschließender Leckerbissen, das Beatlescover vom Masterplanalbum “I am the Walrus”!
Fazit: Oasis haben die ohnehin schon hochgesteckten Erwartungen solide erfüllt. Liam wird einmal mehr Recht behalten: “We will surely see us again!”
Fotos: Myspace der Band, viele tolle Bilder vom Konzert bei Eins Live
Turbostaat + NEIN NEIN NEIN, Düsseldorf, Stone im Ratinger Hof, 03. Oktober 2008

Was ist eng, klein und schwitzig? Einer kleiner Club inmitten der Altstadt von Düsseldorf. Da wo sich Kneipe an Kneipe reihen versteckt sich das kleine Stone. Ein winziger Club, in dem die Toten Hosen aufgewachsen sind und den sie des Öfteren auch noch heute besuchen. Heute aber nicht. Zumindest sieht man sie nicht, denn das Gedränge ist groß. Der Turbostaat spielt vor. Seit ca. einem Jahr wird der Arsch abgetourt. Jeden kleinsten Winkel dieses Landes bespielen Turbostaat. Und jeder Laden ist bis an den Rand gefüllt. So auch im viel zu kleinen Stone in Düsseldorf in dem sich normalerweise die Helden des Punkrocks die Klinke in die Hand drücken.














