Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Tegan and Sara + Astronautalis, E-Werk, Köln, 28. November 2009

Das E-Werk platzt aus allen Nähten, so könnte man meinen, wenn man das zweifelhafte Glück hat im vorderen Drittel der Halle zu stehen. Eine Sardine in ihrer heimischen Büchse kann sich nicht viel anders fühlen. Schafft man allerdings das Kunststück den Kopf halb um die eigene Achse zu drehen, erkennt man dass das eigentliche Problem nicht die Anzahl der Mädchen (und vereinzelt Jungs) ist, die an diesem Samstagabend den Weg nach Köln-Mühlheim gefunden haben. Vielmehr beschreibt es sich so: Jede(r) möchte so nahe wie möglich an die Bühne und es darf kein einziger Zentimeter verschenkt werden. Schließlich könnte man verpassen wie Tegan sich ein Haar aus dem Gesicht streicht, oder wie Sara sich räuspert.
Bevor es dazu allerdings kommen kann, betritt zunächst Astronautalis die Bühne. Astronautalis besteht aus Andy Bothwell und seinem Laptop. Nicht genug für die große Bühne des E-Werks? Sicherlich wäre Andy Bothwells Show im, verglichen mit dem E-Werk, kuscheligen Gloria, wo das Konzert zuerst stattfinden sollte, wirksamer gewesen – doch irgendwie schafft er es auf der großen Bühne nicht völlig verloren zu wirken. In seinen Raps rät er zu erstrebenswerten Dingen wie das Bestehlen der eigenen Familie oder das Erpressen von Arbeitskollegen. Dabei ist Andy ungefähr der letzte, der sich ernst nimmt. Der Applaus bleibt verhalten, aber es hat ja auch niemand behauptet als Support Act von Tegan and Sara hätte man es leicht.
Als diese nach einer kurzen Umbaupause zu “Sunshine, Lollipops and Rainbows” von Lesley Gore endlich mit ihrer Band die Bühne betreten, machen ihre Gesichter dem Songtitel keine wirkliche Ehre. Auch während der Show soll sich das nicht ändern. Die Zwillingsschwestern wirken erschöpft. Köln ist der vorletzte Stop vor Kanada, und zu Hause scheinen die Beiden gedanklich auch schon zu sein. Ein wenig zumindest.
KonzertbesucherInnen, die zum ersten Mal die Ehre haben, eine Tegan and Sara Show zu besuchen, mag es nicht sonderlich auffallen. Die beiden ziehen ihre Show gekonnt durch und ihre Gitarren-Pop-Perlen funktionieren live immer. Denn wenn Tegan and Sara in den letzten Jahren eines geworden sind, dann unglaublich professionelle (Live-) Musikerinnen.
Abgesehen von einer handvoll älterer Stücke, bei denen sich hauptsächlich auf Singleauskopplungen verlassen wird, bilden die neuen Songs des neuen und sechsten Albums „Sainthood“ den Hauptteil der Show. Bis auf „Don’t Rush“ wird das komplette Album gespielt, und dieses führt fort, was die erste Single „Hell“, die es sich mittlerweile in der deutschen Radiolandschaft mehr als gemütlich gemacht hat, schon andeutet: Tegan and Saras Songs verlieren immer mehr genau die Ecken und Kanten, die sie über Jahre zu etwas besonderem gemacht haben. Live wird deutlich, dass das nicht zuletzt an der unglaublich poppigen Produktion (wie schon auf „The Con“ wieder Chris Walla von Death Cab For Cutie) von „Sainthood“ liegen mag, weshalb sich die neuen Songs live viel besser als auf Platte entfalten.
Doch auch genau das, was ihre Live-Shows so speziell macht, hakt an diesem Abend. Die Interaktion mit dem Publikum, ihr berühmt berüchtigtes vor Spontaneität jeden Abend aufs neue sprühende In-Between-Song-Banter, was dank leidenschaftlich mitfilmender Fans in millionenfacher Ausführung auf Youtube zu begutachten ist, wirkt angestrengt. Sara quält sich gefühlte zwei Sätze heraus und auch Tegan scheint zwischen den Songs zunächst ihre Stimme verloren zu haben.
Irgendwann scheint es als würde sich Tegan ein wenig berappeln. Sie kramt eine Anekdote aus Saras und ihrer Kindheit hervor und erzählt von dem ersten Date auf dem Sara und sie waren, im zarten Alter von 15, mit Jungs. Sie holt aus zu einem kurzen Monolog, in dem sie klar stellt, dass Jungs zwar auch nicht zu verachten um am Ende aber zu der Überzeugung zu kommen, dass Mädchen generell einfach viel anziehender sind. Die Zustimmung und der Applaus des Publikums, das ohnehin zum Großteil aus Mädchen besteht, die mit anderen Mädchen Händchen halten und dabei wahlweise Tegan oder Sara anschmachten, sind ihr gewiss.
“Wir haben über die Jahre einfach rausgefunden, was unseren Fans gefällt, und auch was uns selber am Besten gefällt”, sagte Sara unlängst in einem Interview zu dem im Januar erscheinenden neuen Album “Sainthood”. Diese Aussage lässt sich scheinbar übertragen.
So macht die Tegan and Sara Maschine im Jahr 2009 vor allem eins: Sie funktioniert. Beim nächsten Mal platzt das E-Werk wirklich aus allen Nähten. Ich bin mir fast sicher.
Setlist:
01. The Con
02. Walking With A Ghost
03. I Bet It Stung
04. Where Does The Good Go
05. Arrow
06. Sentimental Tune
07. The Ocean
08. Paperback head
09. Alligator
10. Someday
11. So Jealous
12. Nineteen
13. Soil, Soil
14. Night Watch
15. Hell
16. On Directing
17. Red Belt
18. The Cure
19. Northshore
20. Speak Slow
21. Living Room
22. Back In Your Head
23. Call It Off
Fotos: Myspace der Band
Green Day, Köln, E-Werk, 9. Mai 2009

Die Punkrockoper ist zurück. Nach fast 4 Jahren Live-Pause melden sich Green Day endlich wieder auf deutschen Bühnen zurück. Nachdem sie einen ersten Gig in Berlin gespielt haben, spielten sie nun ein exklusives Radiokonzert für EinsLive im Kölner E-Werk. Die Karten waren ausschließlich zu gewinnen und so sah man knapp 2.000 strahlende Gesichter.
Natürlich war die Nachfrage beim Radiosender EinsLive riesig, so dass das ursprünglich geplante Konzert im Gloria ins E-Werk verlegt worden war um den Anspruch einigermaßen nachzukommen.
Knapp 2.000 Besucher waren an diesem Abend in der (wohl) ausverkauften Halle und durften sich endlich nach 4 Jahren wieder auf Green Day live freuen. “21st Century Breakdown”, das bald erscheinende Album ist hier wesentlicher Bestandteil, haben Green Day doch den langen Weg gemacht um das Album entsprechend zu promoten. So sah auch die erste Dreiviertel Stunde des wahnsinngen Konzertes aus. Alle Songs waren ausschließlich vom neuen Album. Umso verwunderlicher, die Textsicherheit bei dem Großteil der knapp 2.000 Besucher. Billie Joe Armstrong, sympatischer Frontmann bemerkt dies mit einem nicht so ernst gemeinten: “Ihr ladet euch doch nicht alle das Album aus dem Netz?” Als Opener dient an diesem Abend der Titelsong des Album “21st Century Breakdown” dicht gefolgt von der neuen Single “Know your enemy.” Man könnte es sich schlecht reden, dass das neue Album fast ausschließlich gespielt wird. Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tre Cool verpacken dieses aber auf eine angenehme Art und Weise, da jeder tanzen will und sich gut fühlt. Sie sprühen einfach so vor Energie und ihnen ist die Spiellaune nach so langer Zeit deutlich anzumerken. Hervorzuheben aus diesem bunten Mix, den Green Day im Anfangsteil anboten ist der Song “Little Girl”, eine Green Day untypische Nummer begleitet vom Klavier. Ein Song der eine unheimliche Kraft entwickelt und mehr und mehr zeigt, dass Green Day so langsam zur Punkoper werden.

Nach knapp mehr als 50 Minuten verabschieden sich Green Day mit “See the Light” von der Bühne um mit einen gigantischen Zugabenblock wieder zu kommen. Den Anfang macht der Bombastsong vom letzten Album “American Idiot.” Es folgt der kleine 6 Minuten Epos “Jesus of Surburbia.” Beim Song “Longview” zeigt Green Day die typische Verbundheit zum Publikum und lässt einen Jungen aus der ersten Reihe singen, der sich erstaunlicherweise sehr gut schlägt und Applaus erntet. Billie Joe schickt mit einem leicht neidischen Blick von der Bühne. “She” vom 94er “Dookie” Album ist eher hierbei als Rarität in der Setlist anzusehen, wird jedoch dem entsprechend euphorisch vernommen. Natürlich darf auch “Basket Case” nicht fehlen und verlangt dem Publikum das Letzte ab. “King for a Day” wächst hier mal wieder zu einem Spektakel ran und macht durch die vorhandene Improvisation vor allem eine Menge aus. Das Publikum tanzt, das Publikum singt, es klatscht, springt und sitzt um dann vollkommen Auszuflippen. “Minority” bildet einen glänzenden Abschluss und nach 1 Stunde und 40 Minuten gehen sowohl Band als auch Publikum zufrieden nach Hause. Man darf gespannt sein, ob “21st Century Breakdown” für ein ähnliches Aufsehen sorgt, wie der Vorgänger “American Idiot.” Potenzial hat es allemal und Green Day besteigen weiteren den Punkrocktron. Green Day are back – und das ist auch gut so.
Setlist:
21st Century Breakdown
Know Your Enemy
East Jesus
Before the Lobotomy
Last of the American Girls
Murder City
Little Girl
Static Age
American Eulogy
See the Light
American Idiot
Jesus Of Suburbia
Longview
She
Basket Case
King For A Day
Minority
Fotos: Martin WhiteTapes, mehr hier
The Swell Season – Verlosung
Nach einem Oscar für den besten Filmsong, dem fantastischem Soundtrack zum Film “Once” und dem Projekt-Album “The Swell Season” als Ergänzung, machen sich Markéta Irglová und The Frames Sänger Glen Hansard nun mit ihrem Projekt “The Swell Season” auf zu ihrer zweiten Deutschland-Tour, die sie durch vier Städte führen wird.
07. November, BERLIN, Schillertheater (ausverkauft)
16. November, DRESDEN, Metropolis
17. November, MÜNCHEN, Postpalast
18. November, KÖLN, E-Werk
Für das Konzert am 18. November im Kölner E-Werk verlosen wir nun einmal zwei Karten. Teilnehmen geht ganz einfach, schreibt eine Mail an iain(at)whitetapes.de, mit der Antwort auf folgende Frage: In welchem Film feierte Glen Hansard als Gitarrist Outspan Foster 1991 sein Kino-Debüt? Einsendeschluss ist der 07. November 2008. Viel Glück und viel Spaß bei einem Abend mit toller Musik.
Ariane WhiteTapes
Hellacopters + Bloodlight, Köln, E-Werk, 27. September 2008

“WE WILL ROCK YOU, TONIGHT”
Grundgütiger! Ausverkaufte Hallen, ein neues Album, ein bis an den Rand mit Hits gefüllter Tourbus und fünf Schweden auf ihrer Abschiedstour. “This is not a funeral, it..s a Party”, war das Motto des Abends und so sollte es auch kommen! Es lag etwas Besonderes in der Luft als das E-Werk am 27.09. seine Tore öffnete. “The Tour before the fall” und zugleich auch das nun nahende letzte Deutschlandkonzert der Hellacopters waren der Grund dafür. … Continue Reading














