Mit bis zu elf Köpfen handelt es sich bei Emanuel …
WhiteTapes Anniversary mit Miyagi & Elias, Münster, AMP, 10. Juli 2009
Genau 11 Tage sind nun schon vergangen, seit wir das einjährige WhiteTapes Jubiläum im AMP feierten und wir können es immer noch kaum glauben, was da los war. Aber von Anfang an. Am 12. Juli 2008 war es also soweit, ein paar musikbegeisterte junge Menschen aus dem Raum Münster schlossen sich zusammen, mit der zwar nicht neuen, dafür aber leidenschaftlich umgesetzten Idee, einmal die Liebe zur Musik in sinnvollerem Output als “find ich toll” zu kanalisieren. Es sollte endlich Schluss sein damit, nur unseren Freundeskreis mit Gesprächen über Musik zu nerven, wir wollten uns mit ganz Deutschland unterhalten. So entstand also WhiteTapes und versorgt euch seitdem in täglichen Updates mit Interviews, Reviews, Konzertberichten und jeder Menge News. Schnell machten sich die ersten Erfolge bemerkbar, immer mehr Labels wollten mit uns zusammenarbeiten und die Besucherzahlen stiegen und steigen auch stetig weiter. Angespornt von diesen Erfolgen und um euch, den Lesern, für eure Treue etwas zurück zu geben, taten wir uns also 1 Jahr später mit Eavo aus unserem Lieblings-Club, dem AMP zusammen, um unseren Geburtstag mit euch zu feiern.

Angesprochen von uns, nahm Eavo es dann gern auf sich mit uns ein Konzert zu organisieren. Schnell war die Idee da, das mit unserer Münsteraner Lieblings-Band Miyagi zu machen und siehe da, die waren bereit, da bedurfte es also nur noch eines Supports, da dachten wir direkt an Elias und die wollten dann auch. An dieser Stelle der erste Dank und zwar an Eavo für die Organisation und Miyagi und Elias für die Bereitschaft. Es war also verdächtig einfach und so bangten wir dem Stichtag entgegen. Würden genügend Leute kommen? Haben wir genug Werbung gemacht? Sind die Bands bei Stimme?
Der Stichtag kam und es wurde noch besser als wir es uns in unseren schönsten Träumen ausgemalt hatten. Bereits bei Elias war das kleine AMP so voll, dass der zweite Bühnenvorhang, der sonst verschlossen bleibt, bereits zur Seite gezogen wurde. Und obwohl es erst das dritte Konzert für die Musiker als Elias war, spielten diese ein absolut souveränes und vor allem höchst unterhaltsames Set. Einzig die Stimme von Sänger Henning ging manchmal etwas unter. Das tat der Stimmung und dem gelungenem Gesamteindruck aber keinen Abbruch und so wurde das Quartett nach knapp 40 Minuten Spielzeit mit viel Applaus verabschiedet.
Elias – Mein Herz ist kein Schlagzeuger

Noch voller und ausgelassener wurde es dann bei Miyagi. Wer bei uns schon einmal das ein oder andere Mal vorbei geschaut hat, kann sich in etwa vorstellen, wie ein Konzert der Jungs aussieht. Die Fans bewegen sich das gesamte Set hindurch wellenartig und auch die Band, insbesondere Sänger Stefan, hält auch nicht soviel vom Stillstehen. So spornten sich Band und Publikum gegenseitig zu Höchstleistungen an. Dabei stolperte Stefan von einer Ecke der Bühne in die andere und machte mehrer Ausflüge ins Publikum. Dass alles heil blieb ist eigentlich ein Wunder. Neben jeder Menge bekannter Songs spielten Miyagi auch eine Reihe neuer Songs, die sich von ähnlich ausgezeichneter Qualität zeigten, wie die Songs des Debüts “Hydraulic Son”.
Nach knapp einer Stunde waren Miyagi dann auch bereits mit ihrem Set durch, allerdings nicht, ohne noch einmal für zwei Zugaben zurück zu kehren, darunter auch das obligatorische “Ice Cream”, bei dem die komplette erste Reihe sich plötzlich auf der Bühne wieder fand. Nach der Stage Invasion war dann leider auch schon Schluss und Miyagi verabschiedeten sich das letzte Mal für dieses Jahr von einer Münsteraner Bühne.
Zusammenfassend ein toller Abend mit zwei tollen Bands aus tollem Anlass mit eben so toller anschließender Party. Wir möchten hiermit noch einmal die Gelegenheit nutzen, uns bei Miyagi, Elias, Eavo und ganz besonders euch für eure große Treue und euer tolles Feedback zu bedanken. Auf hoffentlich viele weitere gemeinsame Jahre mit euch.
Fotos & Videos: Chiara
Eurocityfest Münster, 22. – 24. Mai 2009

Alljährlich verwandelt sich die Münsteraner Innenstadt in eine Party- und Konzertmeile. Auslöser ist ein von Udo Lindenberg Mitstreiter und Münster-Legende Steffi Stefan ins Leben gerufene Eurocityfest, das mit einer großen Anzahl Bühnen und immerhin einer handvoll guter Bands immer gute Unterhaltung bietet. Die Headliner waren wie gewohnt auch in diesem Jahr nicht besonders beeindruckend, dennoch zogen Revolverheld, Klee und Alphaville sicherlich viele Menschen vor die Hauptbühne auf dem Domplatz. Etwas hinter dem Dom, direkt im Schatten der sogenannten Überwasserkirche (die heißt wirklich so, auf Anfrage erklären wir gern warum) gab es dagegen jeden Abend ein kleines Highlight.
Das größte direkt am Eröffnungstag. Nach den Damen von Pristine stürmten nämlich unsere ganz besonderen Münster-Lieblinge von Miyagi die Bühne, die als letzte Band an diesem Abend so etwas wie die Headliner der Bühne waren. Die legten dann auch Punkt 23 Uhr gut gelaunt und Energie geladen los. Beim Heimspiel muss schließlich ja auch alles sitzen. Da verwöhnt man auch gerne die Fans mit ein paar Runden Bier. Holen mussten sie das zwar selbst, auf Sänger Stefan ging es trotzdem, Band-Pass sei Dank. Aber neben jeder Menge Bierkonsum, der ja auch zum guten Ton auf Stadtfesten gehört, gab es vor allem auch jede Menge gute Songs von der Band. Das Set eröffneten sie mit dem Album-Titeltrack “Hydraulic Son”, der mit Stefan am zweiten “Schlagzeug” nahtlos in die aktuelle Single “How To Do It” überging, die dann rein instrumental vorgetragen wurde. Da waren auch schon alle Dämme gebrochen und die ersten Reihen tanzten ausgelassen, wie auch bei einem normalen Miyagi Konzert in Club-Atmosphäre. “Wow, cool dass ihr alle hier seid. Wollt ihr nicht lieber Revolverheld gucken?” spaßte Stefan dann auch gut aufgelegt. Natürlich waren sich aber alle Anwesenden einig mit Miyagi die richtige Wahl getroffen haben, denn bei denen gab es Indie-Disco vom Feinsten. Als besonderer Kracher entpuppte sich dabei auch die “How To Do It” B-Seite “Sideways”, die schon lange Bestandteil des Live-Sets ist und immer wieder abgefeiert wird. Auch toll die kleinen Hits “Misery / Battery” und “Bad Penny”, sowie immer schon der Bandklassiker “Whatever 2.0″, der eigentlich in keinem Set von Indie-DJs fehlen darf.In einem Miyagi Set aber natürlich auch nicht. Entsprechend ausgelassen dabei auch die Stimmung.
httpv://www.youtube.com/watch?v=TnSfe_21Xno
(Weitere Videos hier, einfach zu den Favoriten scrollen). Nach knapp einer Stunde und der üblichen Zugabe “Ice Cream” mussten Miyagi dann auch bereits die Bühne verlassen, da das Ordnungsamt ab Mitternacht den Nachbarn zuliebe Nachtruhe verordnet hatte. Ob sie nicht doch lieber noch ein wenig länger Miyagi gelauscht hätten blieb leider ungeklärt.
Klar dagegen unser Highlight für den zweiten Tag. Da standen auf der gleichen Bühne nämlich die frisch gebackenen Rock Am Ring Teilnehmer Videoclub auf dem sonst an Höhepunkten eher armen Programm. Der Auftritt des Clubs hatte es dafür umso mehr in sich. Die hatten nun nämlich auch noch zwei Trommeln zur Unterstützung mit aufgebaut, die einigen Songs den entsprechenden zusätzlichen Druck verleihen sollten. Mit einem druckvollen Set aus frickeligen Songstrukturen, verschachtelten Melodien und treibenden Rhythmen zauberten die dann auch ein unterhaltsames 45minütiges Set aus dem Hut. Irgendwo spielte parallel auch eine Beatles Coverband, die richtige Wahl war aber natürlich wieder die kleine Bühne an der Überwasserkirche. Besonders der Band-Hit “Dorian” mit gehörigen Ohrwurm-Qualitäten ging dabei in die Beine und bewies, warum die Band bei der Coke-Soundwave Tour ganz vorn mit dabei war und sich für Rock Am Ring qualifiziert hat.
httpv://www.youtube.com/watch?v=fr65Ws0i7SM

Zum Abschluss des Eurocityfest am Sonntag gab es dann auf der versteckten Bühne ein weiteres Highlight. Elias aus Münster feierten nämlich Live-Premiere. Benannt aus einem Insider-Gag und mit zwei Vertretern des Videoclub war eine große Fanbase von Anfang an gelegt und so waren auch trotz früher Stunde nicht wenige anwesend, um die Live-Premiere der Jungs zu begutachten. Zu bieten hatten auch die einiges, neben den vier Tracks ihrer Debüt-EP “German Angst” nämlich noch eine Reihe weiterer sehr unterhaltsamer Indie-Pop-Perlen. Besonders überzeugte live dabei das einschmeichelnde “Neuigkeiten Vom Südpol”, bei dem die Sonne noch ein wenig heller zu stahlen schien. Ein sehr schöner Abschluss für ein tolles Fest also. Irgendwo trat im Anschluss noch eine Metallica Cover-Band auf, für uns war das Eurocityfest aber an seinem Höhepunkt angekommen und Cover-Bands halten wir für so spannend wie die Paarungsgewohnheiten von Galapagos-Schildkröten. Ok, die sind sogar noch interessanter. Bleibt also die Vorfreude auf’s nächste Jahr und ein paar schöne Erinnerungen.
Fotos: Ariane WhiteTapes
Elias – German Angst EP
“Ein Elias geht um in Deutschland”, sagen Elias auf ihrem Myspace. Auch bei uns geht er um, zumindest wenn man den Google-Suchen glaubt, die auf unsere hübsche Seite führen. Kein Wunder, plauderten doch bereits im Frühjahr 2008 die Münsteraner Jungs von Videoclub im Interview mit uns davon, dass sie gern einmal einige Sachen zusammen mit Henning von Neon Sleep aufnehmen möchten, um die perfekte Symbiose von Indie und Elektro zu schaffen. Was das jetzt mit dem Namen Elias zu tun hat? Ganz einfach, im gleichen Interview meinten Videoclub auch, dass Thees Uhlmann, ja der vom Grand Hotel und Tomte, der Band dazu geraten habe auf Deutsch zu singen und sich in Elias umzubenennen.
Kurzerhand wurde also dieser Insidergag zum Projektnamen für Henning (Neon Sleep), Jurek und Ramón vom Videoclub und Holgar, einem guten Freund der Drei. Auch die Idee, die beiden Stile der Bands zu vermengen wird verworfen zu Gunsten einer ganz neuen Idee: melodieverliebter Indiepop mit deutschen Texten. Den präsentieren die vier nun auf ihrer ersten, in Eigenregie veröffentlichten und über alle bekannten Download- und Onlineplatten-Händler erhältlichen, EP “German Angst”. Dabei verknüpfen sie dann die Stärken ihrer Hauptbands zu dichten und vor allem eingängigen Popsongs. Smartes Gitarrenspiel, dem sogar mal das ein oder andere Riff eingeräumt wird, trifft auf verspielte Keyboardsounds und gekonnt eingesetzte Synthieklänge. Dabei ergeben sich schmachtende, immer gut gelaunte Songs, wie “Neuigkeiten vom Südpol” mit tollem Refrain und einem schillernden Popgewand. Besonders hervorzuheben sei dabei auch noch der Song “Mein Herz ist kein Schlagzeuger” mit tollem Titel, schöner Rhythmik und dichtem Spannungsbogen. Das alles ist in Zeiten von Elektro- und Weltmusik-Trends im Indie vielleicht nicht wirklich zeitgemäß, aber sehr unterhaltsam und vielleicht sogar mutig. Fans von Fotos, den Berliner Mikroboy oder sogar Echt werden an Elias sicherlich Gefallen finden, alle anderen sollten sich aber auch unbedingt trauen, denn auch wenn Pop drauf steht ist viel Tiefe drin.
Bei Last.fm in voller Länge hören
Akustikperformance zu “Neuigkeiten vom Südpol”
httpv://www.youtube.com/watch?v=IrFr16fxeZk














