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First Aid Kit – Session für Shoot The Player

Was tun, um nun, wo aller Orten die Jahresbestenlisten erstellt werden nicht übersehen zu werden, wenn man sein Album bereits im 1. Quartal veröffentlicht hat. Ganz einfach, entweder man veröffentlicht eine neue Single, wie es Frightened Rabbit nun taten, oder man lässt sich einfach vor jeder Menge Kameras sehen und spielt Sessions. Das tun gerade eben erwähnte Schotten natürlich auch sehr gern. Bekanntlich sind sie da aber nicht die Einzigen, wäre ja auch langweilig. Auf ihrer US-Tour fanden sich die beiden jungen Schwedinnen von First Aid Kit vor den Kameras von Shoot The Player wieder um zwei Songs ihres Debüts “The Big Black And The Blue” vorzustellen. Und nun an eure Bestenlisten.

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First Aid Kit – Daytrotter Session

Nicht nur in Europa entwickelte sich ein kleiner Hype um die Schwedinnen von First Aid Kit, auch auf dem amerikanischen Kontinent konnten sie sich mit ihren sehr von amerikanischen Sounds beeinflussten Songs auf “The Big Black and The Blue” eine Fangemeinde erspielen. Diese beglückten sie nun auch mit einer frisch eingespielten Session für Daytrotter, die es hier zum Gratis-Download gibt.


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First Aid Kit – Restgeräusch Session

Wir sorgen uns nicht erst um einen einfallsreichen Einleitungstext für die Restgeräusch Session von First Aid Kit, denn genau darum hat sich André eben dort bereits gekümmert, also hier der Text. die gesamte Session gibt’s hier:

Einen Tag vor dem letzten Konzert ihrer Deutschlandtour besuchten uns Klara und Johanna Söderberg alias First Aid Kit im Restgeräusch Studio. Mit ihren wohltuenden Stimmen, harmonischen Melodien und elfenhaftem Charme formvollendeten sie eine faszinierende Session. Mit im Gepäck hatte das Geschwisterpaar drei Songs des aktuellen Albums „The Big Black And The Blue“, welches Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Neben „Heavy Storm” und „Hard Believer” beeindruckte uns das Geschwisterpaar zu guter Letzt noch mit “I Met Up With The King”.


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First Aid Kit – Video zu “I Met Up With The King”

Am Freitag veröffentlichten die beiden Schwedinnen von First Aid Kit ihr Debüt-Album “The Big Black And The Blue”. Pünktlich zum Release wurde auch eine neue Single erkoren und auch direkt mit einem Video versehen. “I Met Up With The King” erscheint am 8. März. Das Video ist ähnlich hübsch geworden, wie das Stück selbst, tauscht nur leider mit fortlaufender Dauer die tolle kreative Idee gegen dann immer noch ganz hübsche Lagerfeuerromantik.


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First Aid Kit – The Big Black And The Blue

Wer sagt eigentlich, dass ein Youtube Video immer besonders originell und witzig sein muss, damit es hohe Klickzahlen erreicht und eine Band so mit einem schmissigen Song einen Hit landen kann. Eigentlich niemand, ist schon klar, aber OK Go sind eben ein Musterbeispiel für viralen Erfolg über diese Google-Videoplattform. Dass inzwischen jegliches Einbetten von OK Go Videos vom Label verboten ist sehen wir einfach einmal als intelligenten Marketingschachzug und nicht als seltsame Maßnahme. Aber auch egal, hier soll es um ein anderes Youtube Video gehen, nämlich um eines von zwei blutjungen Schwedinnen. Im August 2008 setzen sich die Schwestern Klara und Johanna Söderberg in einen Wald und spielen ein Cover des Fleet Foxes Songs “Tiger Mountain Peasant Song”.

Das taten sie so herrlich und allerliebst, dass sich das Video wie ein Lauffeuer durch die Blogosphäre verbreitet und First Aid Kit zu heimlichen Youtube-Stars. Kein Wunder, dass nach heimischen Labels nun auch international A&R Manager auf sie aufmerksam werden. Aber nichts da, die beiden jungen Damen standen zu dieser Zeit schon beim britischen Bloc Party Label Wichita unter Vertrag, wie sie uns im Interview erzählten. Die merkten nun natürlich, dass sie mit dem Duo einen echten Glücksgriff gelandet haben. Denn diese Mädels haben nicht nur tolle Coverversionen der Fleet Foxes, sondern auch ganz eigenes Folksongs zum schwelgen und träumen. Die Zutaten sind identisch zu denen der bärtigen Amerikaner, Harmoniegesang, spärliche Instrumentierung und dieses gewisse pastorale Flair. Beim Opener “In The Morning” und dem folgenden “Hard Believer” wirkt das Anfangs verdächtig nahe an den Fleet Foxes. In der Folge wenden sich die beiden Schwestern aber mehr in Richtung amerikanischer Folk-Tradition und emanzipieren sich damit ein wenig von den Geistern, die sie riefen. Die werden sie zwar nie richtig los, beweisen mit schönen Gesangsmelodien und tollem Erzählstil aber ein gutes Gespür für Folknummern mit einer wunderbar herzerwärmenden Note.

★★★★★★★☆☆☆
First Aid Kit

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First Aid Kit – Interview

Der Trend geht zur Familie. Wo kommen plötzlich all diese Bands her, die ihre Geschwisterliebe auf Platten und Bühnen ausleben? Abgesehen von Muchuu, die ihre Heimat mit England angeben, scheint aktuell vor allem Schweden der Ort zu sein, wo zarte Familienbande bevorzugt im Studio geknüpft wird: Piroth, die ihren Nachnamen gleich zum Bandnamen gemacht haben, Taxi Taxi!, eine der spannendsten neuen Bands auf dem Kult-Indie-Label Fierce Panda, und nun gesellen sich auch First Aid Kit in diese Reihe. Doch Klara und Johanna Söderberg müssen sich keinesfalls hinten anstellen. Sie mischen ganz vorne mit.

Wie hat hat die Geschichte von First Aid Kit überhaupt angefangen?

Klara: “Als ich ungefähr 13 oder 14 war, habe ich angefangen Songs zu schreiben. Johanna hat dazu gesungen und wir haben recht schnell gemerkt, dass das ziemlich gut funktioniert. Das ganze passierte sehr selbstverständlich.”

Country und Folk ist nichts was man traditionell zwingend in Schweden suchen würde. Wie kommt es das eure Musik trotzdem diesen Einschlag hat? Spiegelt das einfach euren privaten Musikgeschmack wieder oder wie sieht der aus?

Johanna: “Es gibt natürlich auch schwedischen Folk, aber das steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Wir hören selber auch sehr viel Musik von Geschwistern.”

Klara: “Alte amerikanische Folk und Country Sachen wie die Louvin Brothers. Es gibt sehr viele Duos, die aus Brüdern bestehen. Es gibt diese eine Band, Jim and Jesse, die tatsächlich die einzige Brüderband ist, die bis zu ihrem Karierreende ein freundschaftliches Verhältnis hatte. Alle anderen haben irgendwann angefangen sich zu hassen oder wurden Feinde. Jim and Jesse sind großartig.”

Mögt ihr denn auch aktuellere Musik?

Klara: “Unser wahrscheinlich größter Einfluss und gleichzeitig auch der Anstoß für diese komplette Musiksache, war in jedem Falle, Bright Eyes. Musikalisch hat Bright Eyes auf jeden Fall die Tür zu unserem musikalischem Universum aufgestoßen. Abgesehen davon mögen wir jede Art von Country/Folk, nicht nur Duos, wir mögen zum Beispiel auch die Carter Family, was schon wieder eine Familie ist, wie der Name schon sagt. Bill Monroe mögen wir auch gerne.”

Also könnt ihr es selber auch nachvollziehen, dass sich Menschen schnell fasziniert davon zeigen, dass Geschwister zusammen Musik machen?

Klara: “Ich finde es völlig okay, dass man sich sehr auf dieses Geschwister-Ding stürzt, besonders wenn Stimmen so gut harmonieren, weil sie sich so ähneln, wie bei uns oder auch bei Taxi Taxi!. Das wäre halt nicht so, wenn wir keine Schwestern wären.”

Ist es wirklich einfacher zusammen mit seiner Schwester in einer Band zu spielen oder funktioniert das im Grunde nur, wenn die Schwester auch gleichzeitig enge Freundin ist?

Klara: “Wir sind natürlich auch Freunde auf eine Art. Aber ich denke andersherum werden Freunde, die Bands gründen auch sehr schnell zu einer Familie, da sie soviel Zeit miteinander verbringen.”

Johanna: “Wir haben halt den Vorteil, dass wir uns nicht erst kennenlernen mussten. Von daher passiert alles wahrscheinlich alles etwas schneller und ist einfacher, als bei Bands, die nicht aus Geschwistern bestehen. Wir haben die gleichen Assoziationen, somit ist es sehr einfach für uns gemeinsam Songs zu schreiben.”

Genau diese Songs scheinen zu verblüffen. Das ist zumindest die Reaktion die den beiden Schwestern oftmals entgegen gebracht wird. Zum einen ist der Country/Folk Einschlag, mit dem sich die Musik von First Aid Kit schmückt, nicht unbedingt typisch für ihre Heimat Schweden, und zum anderen unterstellt man den wenigsten 16 und 19 jährigen eine Vorliebe für eben diese Musikrichtung. Aber halten Johanna und Klara das selber auch für so unüblich?

Klara: “Ich würde nicht zwingend sagen, dass wir uns von anderen Teenagern unterscheiden. In unserem Freundeskreis wird ähnliche Musik gehört, wie die, die wir hören und unsere eigene Musik wird auch von vielen jungen Leuten gehört. Es ist nicht besonders schwierig unsere Texte zu verstehen oder sich in das hinein zu versetzen worüber wir singen, auch wenn man vielleicht nicht genau das gleiche erlebt hat. Das ganze ist einfach nur eine Verallgemeinerung von dem, wie Teenager in den Augen vieler sind.”

Vor allem gibt es anscheinend ein vorherrschendes Bild, das beschreibt wie bestimme Altersgruppen über zwischenmenschliche Beziehungen zu schreiben und singen zu haben. Eure Texte werden gerne als sehr reif für euer Alter bezeichnet.

Johanna: “Wir mögen vielleicht nicht auf die Art über Liebe singen, wie die meisten anderen Bands oder KünstlerInnen, aber das macht uns nicht zu etwas anderem oder etwas besseren als andere 16 und 19-jährige. Das ist alles nur Verallgemeinerung. Jeder ist schließlich anders. Wir wollen einfach nicht so sehr auf unsere Alter reduziert werden. Es geht um die Musik, um nichts anderes. Wir wollen nicht dass unsere Reife, wie es gerne genannt wird, zum Phänomen wird.”

Klara: “Da haben wir auch überhaupt nicht drüber nachgedacht, als wir anfangs die Songs geschrieben hatten. Wir waren uns nicht sicher, ob die überhaupt jemals jemand hören wird, und jetzt sind das die Songs über die alle sagen, sie klängen so erwachsen und gar nicht als wären sie von Teenagern geschrieben worden. Das ist schon etwas komisch für uns.”

Vor ungefähr einem Jahr habt ihr Fleet Foxes’ „Tiger Mountain Peasant Song“ gecovert. Bis zum heutigen Tage haben fast eine Million Menschen sich dieses Video auf Youtube angeschaut. Habt ihr damit auf irgendeine Art und Weise gerechnet und würdet ihr sagen, dass das eure Karriere ins Rollen gebracht hat?

Klara: “Wir haben damit überhaupt gar nicht gerechnet!”

Johanna: “Es hat nicht wirklich alles ins Rollen gebracht, da wir schon vorher eine EP veröffentlicht hatten und einen Haufen Shows in Schweden gespielt hatten.”

Klara:”Es hat auf jeden Fall vieles für uns beschleunigt. Vor allem international hat es wohl unsere Fanbase enorm vergrößert.”


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Ich habe gehört, dass ihr den Satz “We aim for the hearts, not for the charts.” zu eurem Motto gemacht habt. Würdet ihr mir also zustimmen, wenn ich sage, dass es für einen Künstler erstrebenswerter ist, eine kleine aber leidenschaftliche Gruppe Fans um sich zu scharen, als kommerziell erfolgreich zu sein? Oder ist ein Mix aus beidem eher die Wunschvorstellung?

Klara: “Ja, in jedem Falle. Aber du willst als Künstler natürlich auch irgendwie überleben. Ein One Hit Wonder will niemand sein.”

Johanna: “Für uns ist es in jedem Falle wichtig, dass unsere Musik gemocht wird, weil sie auf irgendeine Art berührt. Wir versuchen nicht krampfhaft Hits zu schreiben oder trendy zu sein.”

Klara: “Wir wollen wirklich einfach nur Musik machen.”

Euer erstes Full-Length Album erscheint Anfang nächsten Jahres auf Wichita. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Klara: “Wichita stand eigentlich von Anfang an an unserer Seite. Ich denke es war im September 2007, das ich das erste Mal mit ihnen in Kontakt stand. Anfangs war das nur über Myspace. Letztes Jahr haben wir dann den Vertrag unterschrieben und unsere EP veröffentlicht. Wir sind sehr glücklich darüber. Wichita ist so ein großartiges Label und das Dach über dem Kopf vieler großartiger Band. Wir fühlen uns sehr geehrt.”

Fotos: Myspace der Band