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Jeremy Warmsley – verschenkt “5 Songs” EP

Gestern erst hatten wir die Meldung um den Gratis-Song von Jeremy Warmsley’s Bandprojekt Acres, Acres. Heute geht es um seine Solo-Karriere, denn Jeremy verschenkt seine EP “5 Songs”, die er zuletzt auf seiner Tour verkauft hat. Darauf gibt es übrigens auch eine Cover-Version von Abba’s “One Of Us”. Runter laden könnt ihr die EP hier gegen Angabe eurer Mail-Adresse.


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Jeremy Warmsley – Gratis-Download von neuem Projekt Acres, Acres

Falls ihr euch fragt, was Jeremy Warmsley eigentlich in letzter Zeit musikalisch so macht ist das natürlich ein Frevel, denn der gute Jeremy verdient eigentlich eure ständige und ungeteilte Aufmerksamkeit. Aber da das bei vielen leider immer noch nicht in den Köpfen ist und wir diesen Frevel auch manchmal begehen, stellen wir nun mit einem Monat Verspätung fest, dass Jeremy Warmsley eine neue Band hat. Die heißt Acres, Acres und veröffentlicht im März 2010 ihre erste Single “Diamonds From Coal”. Knappe 4 Monate vorher könnt ihr die auch schon über das Widget unten, oder auch über die Bandcamp Seite von Acres, Acres downloaden.

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Jeremy Warmsley – Interview

Ende November veröffentlichte Jeremy Warmsley sein mittlerweile zweites Album “How We Became” und festigte damit seinen Ruf als einer der begnadedsten Songwriter Englands. Bei seinem ersten Konzert-Abstecher ins schöne Münster, trafen wir ihn unter warmer Nachmittagssonne zum netten Plausch.

Jetzt, da “How We Became” schon eine Weile raus ist, welches deiner Alben sieht du als deinen Favoriten?

Das kommt drauf an, ich mag sie aus unterschiedlichen Gründen. Ich denke “How We Became” ist viel polierter und perfektionierter und auf “The Art Of Fiction” ist mehr jugendlicher Ausbruch. In ein paar Jahren werde ich “The Art Of Fiction” wahrscheinlich mehr mögen als “How We Became”, aber im Moment mag ich sie beide. Ich hör sie mir aber auch nicht an.

Patrick Wolf hat kürzlich, wir nehmen mal an im Scherz, gesagt, er würde gern mit Girls Aloud transsilvanische Verse aufnehmen. Hast du ähnliche Träume?

Ich glaube auch, das war mehr ein Scherz, er wollte wohl nur cool klingen. Brian Wilson hat kürzlich ein neues Album raus gebracht, das ich nicht mochte, da hab ich mir gedacht, ich könnte ihm helfen das besser zu machen. Aber ich glaube, er ist glücklich mit der Musik, wie er sie macht. Im Moment mache ich aber auch viel Produktionsarbeit, in sofern bin ich recht nah dran an so was.

Wir haben den Eindruck, du bist perfekt organisiert und beinahe ein Control-Freak, wenn es um deine Musik und deine Arbeit geht, ist das auch der Grund, warum du dich für eine Solo-Karriere entschieden hast?

Das ist eher eine Sache, die sich ergeben hat. Als ich gestartet bin, waren wir noch eine Band, ein Freund hat unsere Demos an ein Label weiter gegeben. Die haben dann mich auf Grundlage dieser Demos unter Vertrag genommen und ich dachte mir, hmm ich hab ne Band, na gut, “Bye guys”. Das war etwas unglücklich. Das witzige ist aber, dass ich die besten Ergebnisse erziele, wenn ich mich im Studio mal etwas gehen lasse und Dinge einfach passieren lasse. Es wäre auch langweilig alles einfach nur durch zu organisieren und zu planen. Ich tobe mich dann gern mit meinen Ideen aus. Live ist das dann eine echte Kollaboration aus uns drei Musikern.

Also live spielst du lieber mit Band, als nur mit Laptop und Gitarre?

Ja, du kannst live nicht mit einem Laptop spielen. Mit einem Laptop zu spielen bedeutet kontrolliert zu werden. Du hast keinen Einfluss, du kannst den Song nicht länger machen, kein Solo spielen. Wenn ich das mit den Jungs möchte, dann kann ich das einfach machen. Das ist ungleich cooler als nur mit Laptop.

Interessant, James Yuill sagte nämlich letzte Woche im Interview mit uns, er könne es sich nicht vorstellen mit einer Band zu spielen.

Klar kann es frustrierend sein, wenn jemand einen Fehler macht, oder so spielt, wie du es nicht magst, aber die angenehmen Überraschungen überwiegen. Der größte Vorteil ist, dass du mit deine Clique auf Tour bist.

Und im Studio bist du allein für dich?

Meistens ja, aber ich arbeite auch mit anderen Musikern zusammen. Die forme ich dann so, dass sie das machen, was ich auf meinem Album möchte (lacht). Das klappt ganz gut.

Denkst du da auch an Kollaborationen?

Klar, das mache ich ständig. Ich habe kürzlich mit den Mistery Jets gearbeitet, mit Emmy The Great und Daniel Johnston. Ich produziere auch viel.

Wir dachten an eine Kollaboration mit Eugene McGuinness.

Oh ja, ich liebe seine Musik, aber ich hab mich bisher nicht getraut ihn zu fragen. Aber ich möchte unbedingt mal etwas mit ihm machen, klar.

Auf “How We Became” ist auch dieses tolle Cover von “Temptation” von New Order.

Ja, eigentlich nein. Es ist nur auf der Bonus- und der Amerika-Version. Das spiele ich aber auch schon länger. Da waren wir auf einem Festival und ich wollte noch irgendetwas besonderes, da haben wir beschlossen das zu covern. Seitdem gehört es dazu für uns. Das Label hatte dann die Idee es zwischen den beiden Alben als limitierte Single raus zu bringen, das haben wirdann getan. Und als wir dann das Album planten haben wir beschlossen, dass auch da drauf zu packen. Ich mache gern Cover-Versionen. Deshalb habe ich auch eine kleine Tour-EP aufgenommen, mit Akustik-Versionen von meinen Songs und einem Cover von Abba’s “One Of Us”. Ich finde es spannend Lieder von anderen zu singen, um zu sehen, was ich daraus machen kann.

Du hast deine Musik als “Obscurely straightforward pop” beschrieben, was bedeutet das genau?

Oh ja, das habe ich vor langer Zeit getan, muss in einem Interview gewesen sein, ich sollte meine Musik in drei Worten beschreiben glaube ich. Ich mag Musik, die kompliziert und mysteriös ist, ich mag aber auch Musik, die direkt und poppig ist. Ich mag Xiu Xiu und liebe Abba.

Du wirst häufig mit Rufus Wainwright verglichen, wie findest du das?

Schwierig, da ich das nicht beurteilen kann. Ich kenne zwei Songs von ihm, aber jetzt auch nicht beim Namen. Aber ich denke, wir haben ähnliche Stimmen, zumindest sagen das manche. Ich glaube seine Musik ist sehr direkt und persönlich, so ist das ja auch bei mir. Seine Arrangements sind auch toll, aber die sind um echte klassische Musiker herum, meine ist häufig elektronischer.

Und zum Abschluss, wir suchen derzeit das Album des vergangenen Jahrzehnts, welches ist dein Lieblings-Album, oder das, von dem du denkst, dass es nachhaltig in Erinnerung bleiben wird?

Hmm… Oh ja, da habe ich eins, das beides abdeckt, “Kid A” von Radiohead. Ohne gäbe es vermutlich TV On The Radio oder Grizzly Bear nicht.

Fotos: Jeremy Warmsley Myspace

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Jeremy Warmsley + Mein Mio, Münster, AMP, 25. April 2009

Foto: Ariane WhiteTapes

Mit Album Nummer 2 in den Läden, nach jeder Menge Produktionstätigkeiten mit unter anderem Emmy The Great und vielen Konzerten in England und Japan, machte sich Jeremy Warmsley das gefühlte erste Mal in seiner Karriere endlich auch auf, deutsche Bühnen zu bespielen. Der vierte Abend seiner Deutschland-Tour sollte ihn in Münster’s Kuschelecke, das AMP führen. Ein Abstecher, den er wie die gesamte Tour nicht allein, sondern mitsamt Band bestritt. Bevor die Dreiergruppe allerdings die Bühne betreten durften, war diese erst eine ganze Weile belegt durch die Berliner Indiepopper von Mein Mio. Die lieferten ein gefühlt endloses Set seichten Knoppers-Pops, der in der dargebotenen Form auch ideal in einem Spot für die Deutsche Bahn, Merci, oder ein anderes deutsches Unternehmen gepasst hätte. Unaufdringlich und ziemlich austauschbar plätscherte das Set dahin, schien aber beim Publikum durchaus gut anzukommen. Warum auch nicht, auch zu Schlagerpop kann man gute Laune haben. Das tat nicht weh, blieb nicht hängen, belästigte höchstens durch die extreme Länge des Sets. Warum Mein Mio letztlich eine knappe Stunde spielten, obwohl sie nur als Support da waren wissen wohl nur sie selbst, für uns wurde der Abend trotz einigem Jubel für die Band, musikalisch auf jeden Fall um einiges interessanter, als sie die Bühne verließen.

Foto: Ariane WhiteTapes

Zu vorgerückter Stunde vertrödelten Jeremy Warmsley und seine Begleiter dann auch nicht viel Zeit, steckten zügig ein paar Instrumente um und begannen mit ihrem Set. Im ersten Stück, dass Jeremy dann nur mit seinem Drummer Russel bestritt zeigte er sein gesamtes Talent als Performer. Nach einem kurzen Gesangspart setzte er sich das erste und einzige Mal am Abend ans Klavier und spielte ein längeres Solo. Nach diesem tollen Intro-Song stößt auch der Rest der Band, in Form eines Bassisten mit 80er Jahres Gedächtnis-Frisur zu ihm, den Jeremy selbst später als “The Wolfman” vorstellt. Zusammen verwandelten sie Jeremy’s verschroben folkige Kompositionen in eingängigere Indie-Rock-Tracks. So gewannen die Songs, die besonders auf “The Art Of Fiction” herrlich verkopft und sperrig wirken, einiges an Direktheit, was ihnen live extrem gut tat. Eine besondere Verwandlung machte dabei “Lose My Cool” durch, dessen markante Piano-Melodie gänzlich über Jeremy’s Gitarre dargeboten wurde und dadurch noch rockiger geriet, als auf dem Album. Besonders schön auch die Songs “5 Versions” von “The Art Of Fiction” und der Titeltrack von Album Nr. 2 “How We Became”. Durch das gekonnte Zusammenspiel der drei Musiker fiel es nicht einmal auf, dass die kleinen elektronischen Spielereien und Beats der Studio-Versionen gänzlich wegfielen. Zwischen den Stücken konnte der groß gewachsene Jeremy Warmsley einem dann schon leid tun, stand er doch direkt am vorderen Rand der Bühne, mit Scheinwerfern gefühlt direkt über seinem Kopf. So fragte er auch höflich wie er ist immer wieder, ob das Licht nicht etwas runter gedreht werden könne. Diesen Nachfragen folgte häufig im Laufe der Stücke ein erneutes hochdrehen  der Lichtintensität. Das schien Warmsley aber nicht sehr zu ärgern, der fragte einfach nach den Stücken wieder, ob das Licht nicht herunter gedreht werden könne. Das charmante Set des jungen Briten wurde beendet von seiner Interpretation des New Order Klassikers “Temptation”, dass sich auch als Bonus auf “How We Became” wieder fand und live auch von Jeremy sichtlich genossen wurde. Eher spontan folgte nach einer kurzen Pause dann noch die Zugabe “Modern Children”, das er als “our killer Disco track” ankündigte. Damit beendeten die drei dann auch ihr kurzweiliges Set und hinterließen jede Menge gute Laune.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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Jeremy Warmsley – How We Became

jwhwbTreffender hätte Jeremy Warmsley sein zweites Album “How We Became” wohl nicht benennen können, schäumt seine Musik doch quasi über vor Referenzen darauf, wie die heutige Popmusik das geworden ist, was sie heute ist. In jedem Stück hört man, wie auch schon auf seinem 2006er Debüt “The Art Of Fiction” seine Wegbereiter, wie David Bowie und Brian Eno, um nur zwei zu nennen. Diese Einflüsse verband er schon 2006 mit einer solchen Fülle unbändiger Ideen und Spielereien, dass er schon als die englische Antwort auf Rufus Wainwright gehandelt wurde und Künstler, wie Daniel Johnston, Iron & Wine, Beirut und The Shins ihn unbedingt für Kollaborationen haben wollten.

Für “How We Became” hat er nun auch erstmals mit einem Co-Produzenten gearbeitet, statt alles selbst zu machen. Diese Rolle übernahm Markus Dravs, der auch schon mit The Arcade Fire, Björk, Brian Eno und Coldplay zusammen gearbeitet hat. Eine Zusammenarbeit, die Warmsley sehr gut tat, die überschäumenden Ideen, die “The Art Of Fiction” teilweise schwer zugänglich machten, oder in einigen Songs ins Nichts führten, sind nun gebündelt und gut durch strukturiert. “I wanted it to be an album that you’d get on first listen” erklärt Warmsley zur Arbeit an “How We Became”. Das ist ihm gelungen, schon der Opener “Lose My Cool” ist ein fröhliches Liebeslied mit überraschenden Tempowechseln und einem mehr als eingängigen Refrain. In “Sins (I Try)” schickt er David Bowie auf die Musical-Bühne, begleitet von einem sanften Piano und einem rhythmisch marschierenden Background-Chor. Am markantesten bei allen Songs ist Warmsleys leicht quäkender und sehr akzentuierter Gesang, der ihm auch die meisten Vergleiche mit Wainwright beschert hat. Mit dem Unterschied, dass Warmsley sich nicht so stark dem Pathos hingibt und Wainwright eine Ballade wie “I Keep The City Burning” nicht so dramatisch und zugleich mitreißend intonieren könnte. Neben Eugene McGuinness dürfte Warmsley mit seinem 14 Songs umspannenden “How We Became” eines der stärksten britischen Singer-Songwriter Alben des Jahres abgeliefert haben. Ganz besonderer Hörtipp auch noch der Bonus-Track “Temptation”, ein mehr als gelungenes und mitreißendes New Order Cover.

Video zu “Lose My Cool”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ojfbAvu8CuM

Jeremy Warmsley bei Myspace
Homepage des Labels Rough Trade
Gelungene Album-Review bei The Lipster UK