Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
…And You Will Know Us By The Trail Of Dead, Centralstation, Darmstadt, 17. August 2011
Die zur Zeit Vier-Mann Gruppe aus Texas ist eine besondere Band, die auf Literatur, Kunst, Musik, Mythen und antike Kulturen gleichermaßen sehr viel Wert legt. Das gesamte Artwork für die Gruppe erstellt Sänger und Gitarrist Conrad Keely. So wurden verschiedenste Drucke mitsamt Autogramm während des Konzertes verkauft. Manche waren Teil des Band-Artworks, andere nicht, wie eine Zeichnung mit einem rockenden Heino. Richtig, der deutsche Schlagermusiker Heino.
Bevor …And You Will Know Us By The Trail Of Dead die Bühne betraten standen zwei Vorbands auf dem Programm. Die erste waren die Darmstädter Bluesrocker Okta Logue. Danach betraten Ringo Deathstarr die Bühne, eine Shoegaze-Pop-Gruppe, die wie Trail Of Dead ebenfalls aus Austin kommen. … Continue Reading
Black Rust, Blue Shell, Köln, 19. November 2010

Direkt im Anschluss an die beiden Gregor McEwan-Konzerte folgte ich ihm weiter nach Köln, wo er am Freitag im Stadtgarten auftrat. Allerdings betrat ich nicht den gleichen Club wie er. In nicht all zu weiter Entfernung lud nämlich Black Rust zu einem der letzten Konzerte in diesem Jahr. Im Rahmen des Today’s Empires Festival spielten Sie zusammen mit Tobey Trueblood und Tim Vantol im Blue Shell.
Tobey Trueblood begrüßte uns als erstes auf der kleinen Bühne. Die Kölner Band sorgte beim größtenteils Kölner Publikum au f jeden Fall für eine ausgelassene Feierstimmung. Auf der MySpace-Seite der Band steht auf Platz 1 der Top-Freunde Chuck Ragan und dieser Einfluss war auch sehr deutlich raus zu hören, was aber keinesfalls negativ gemeint sein soll. Allerdings stehe ich persönlich nicht ganz so auf raue, durch (wahrscheinlich) Whiskey und Zigaretten stark beanspruchte Stimmen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Zwei Gitarren und eine Cajon.
Direkt im Anschluss folgte Tim Vantol aus den Niederlanden. Auch hier war der Einfluss von Chuck Ragan erkennbar und leider unterschieden sich die beiden Musiker nicht nur optisch sondern auch musikalisch kaum voneinander. Tim Vantol stand allerdings ganz allein auf der Bühne und schaffte es trotz rauchiger Stimme mich doch irgendwie mitzureißen.
Nach einer kleinen Pause erklangen dann die mir inzwischen so gut bekannten Töne des Black-Rust-Intros, das natürlich bei keinem ihrer Konzerte fehlen darf. Bei den letzten Klängen füllte sich dann die kleine Bühne im Blue Shell mit den fünfen. Wie wir später erfuhren konnte Norbert Künne, der ja normalerweise als Special Guest an den Percussions zugegen ist, aus gesundheitlichen Gründen nicht mit nach Köln reisen. Gute Besserung an dieser Stelle.
Black Rust waren dieses Jahr ja hauptsächlich mit den Aufnahmen ihres dritten Albums beschäftigt. Die Konzerte waren also rar gesät. Seit dem Eurocityfest in Münster habe ich die Jungs nicht mehr live gesehen und war umso mehr gespannt wie die neuen Songs klingen, die sie uns ja bestimmt präsentieren würden. Einige neue kannte ich bereits von ihren Auftritten im Amp im März und vom Eurocityfest, wie zum Beispiel „Rain and Roses“ und „Having panic about a new world war“, der ganz zum Schluss zum Besten gegeben wurde und auch mein persönliches Highlight des Abends in Köln war. Ein klasse Abschluss also.
Die Songs waren einfach perfekt durchmischt… alte, neue und alte, die es endlich auf die dritte Platte geschafft haben, wie zum Beispiel das live immer wieder grandiose „Still“, bei dem die Band es vorzieht die Bühne zu verlassen und sich samt Kontrabass und Gitarren in die Mitte des Publikums zu begeben. Da wurden selbst die vorher ziemlich lauten Gäste des Blue Shells ganz still und lauschten den leisen Klängen.
Ich meine auch den Black Rust-Song wiedererkannt zu haben, den Jonas kürzlich mit den Aerobatics in Dortmund performte… nur klang der an diesem Abend natürlich komplett anders. Neben „Having panic about a new world war“ begeisterte mich natürlich wie bei jedem Konzert „Bottom of the glass“. Die neue Mandoline der Band macht sich in den Händen von Julian einfach unglaublich gut.
Die Kölner schienen auch ziemlich begeistert zu sein. Die Stimmung hatten die beiden Supporte auf jeden Fall gut angeheizt und das zog sich auch weiter durch in den etwas ruhigeren Black-Rust-Teil des Abends. Jonas versuchte wie bei jedem Konzert einen Moshpit auf die Beine zu stellen, was allerdings auch diesmal nicht gelang. „Schreib ‘nen Metalsong, dann pogen und moshen wir auch“ rief eine Zuschauerin. Getanzt wurde aber trotzdem ausgelassen. In den ersten Reihen blieb auf jeden Fall kein Bein still am Boden verhaftet.
Das war ein wieder mal unglaublich toller Abend mit Black Rust.
Ich bin wirklich gespannt auf das neue Album, das am 4. März 2011 veröffentlicht werden wird. Und hoffentlich werden sie dann auch wieder häufiger auf den Bühnen Deutschlands und vielleicht auch mal Europas zu sehen sein. In Indien sind sie ja schon getourt. Danach sollte dann wohl auch der Rest der Welt folgen. Verdient hätten sie es auf jeden Fall. Wenn ihnen schon ihre Heimatstadt den Rücken kehrt und lieber ein kleines Popstars-Sternchen zu ihrer musikalischen Botschafterin erklärt, sollten die fünf bzw. sechs einfach genauso engagiert weiter machen und dem Bürgermeister der Stadt mal zeigen, was wirkliche Willenskraft und wirklicher Kampfgeist bedeutet. Beides haben sie nämlich in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt.
Fotos: Chiara WhiteTapes mehr hier
Miyagi Abschiedskonzert – AMP, Münster, 27. November 2010

Lange versuchte ich diesen Tag einfach zu verdrängen, aber letztendlich kommt man um gewisse Dinge leider nicht herum. Am Samstag war es dann soweit. Miyagi luden ein zum Abschiedskonzert im münsteraner Amp. Die Abendkasse brauchte man an diesem Tag nicht mehr. Das Konzert war kurz vor Beginn ausverkauft, was ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten war.
Ohne Support stürmten die fünf um kurz nach 22 Uhr die Bühne. 250 Gäste. Das Amp platzte aus allen Nähten. Zu Recht. Das, was uns Miyagi in den letzten Jahren live geboten hatten, wollten alle Anwesenden selbstverständlich noch ein letztes Mal erleben… um sich das Konzert so fest ins Gedächtnis einbrennen zu lassen, dass man es zu seinen Lebzeiten nicht mehr vergisst. Wer an diesem Abend das erste Mal in den Genuss gekommen ist Miyagi on Stage zu erleben, wird sich wohl noch Jahre lang ärgern diese Band nicht schon früher gekannt zu haben.
Für Tränen war an diesem Abend aber definitiv nicht viel Platz. Miyagi hauten einen genialen Song nach dem anderen raus und letztendlich musste ich wirklich feststellen, dass sie am Samstag alle Titel gespielt haben, die seit ihrer Gründung veröffentlicht wurden… zusätzlich natürlich auch die neuen Songs, die sie gerade wöchentlich in ihrem Adventskalender verschenken. „Reborn“ und „Hand in mine“ fügten sich perfekt zum Set mit den älteren Titeln ein und wurden genauso mitgesungen, mitgegröhlt, mitgeschrien wie alle anderen Lieder.
Die beiden bis jetzt veröffentlichten neuen Songs lassen erkennen welches Potential noch in dieser Band gesteckt hat. Aber wie die fünf ja auch schon bei der Bekanntgabe der Trennung sagten, ist es definitiv besser Miyagi auf dem Höhepunkt aufzulösen als nicht mehr die notwenige Energie reinstecken zu können, die erforderlich wäre, um die Band auf dem Niveau weiterführen zu können.
Miyagi begleiteten mich nahezu täglich seit ich das erste Mal vor dem Eurocityfest 2008 in ihre Songs reingehört habe. Viele Konzerte folgten und das Abschiedskonzert war neben der Albumreleaseparty ihres Debütalbums „Hydraulic Son“ im November 2008 definitiv das Beste, was ich von den fünfen gesehen habe. Als dann für einen Song auch noch der ehemalige Gitarrist Jörn (I am the Architect) wieder zurück an die Gitarre geholt wurde, war mein Abend perfekt.

Wer behauptet, dass er als Daniel für das ruhige „Chimes“ an die Gitarre wechselte nicht die eine oder andere Träne zurückhalten musste, kann eigentlich nur lügen. Und wer es wagt diese Band nur auf „Whatever 2.0“ zu beschränken, hat einfach keinerlei musikalisches Verständnis, geschweige denn Geschmack. Besonders gefreut habe ich mich über „Holidays in Okinawa“, „Ice Cream“, „Misery/Battery“, „Sideways“ und natürlich über meinen absoluten Favoriten vom Album „Shoot Shoot“.
Das Konzert, der Abschied oder die eigentliche EP-Releaseparty, wie Sänger Stefan so schön sagte, war wirklich das Beste, was ich dieses Jahr auf den Bühnen dieser Welt erlebt habe. Das Ende war kurz und schmerzlos… obwohl die Jungs schon ziemlich traurig aus der Wäsche guckten, als sie von der Bühne verschwanden. Wie ich, haben sie wahrscheinlich auch erst danach realisiert, dass das Kapitel Miyagi nun für immer vorbei ist.
Was bleibt mehr zu sagen? Wer nicht dort war, hat definitiv was verpasst und wer dort war, weiß was im Amp abgegangen ist.
Ihr werdet fehlen. Absolut… aber immerhin hinterlasst ihr der Welt drei geniale EPs und euren hydraulischen Sohn. Vielen, vielen Dank für die schöne Zeit und die Erinnerungen, die ich mit eurer Musik verknüpfe.
Macht’s gut… Miyagi.
Fotos: Chiara WhiteTapes mehr hier
Ólafur Arnalds / Kiasmos, Gleis 22, Münster, 22. November 2010

Ganz überraschend kündigte das Gleis 22 am 15. November an, dass bereits eine Woche später der junge Isländer Ólafur Arnalds seinen freien Tourtag nutzen würde, um eine exklusive Solo-Show im Münsteraner Kultladen zu spielen. Was genau zu erwarten war, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Normalerweise spielt Ólafur Arnalds nämlich nicht solo, sondern mit Streichquartett. So geisterte denn auch der Name seines Nebenprojekts Kiasmos mit durch die Ankündigungen, schließlich ist Janus Rasmussen, die 2te Hälfte von Kiasmos auch Mitglied von Ólafur’s Tourtruppe und dort unter anderem für elektronische Effekte verantwortlich.
So recht schien auch der Isländer nicht zu wissen, was er da so vor hatte und schrieb vor dem Konzert bei Facebook “trying to prepare some vague ideas for my first full improvised solo set in Munster tonight. Janus will join me for a bit of it to do some sounds as well”. Wobei, eigentlich beschrieb er damit dann doch ganz gut, was den Besucher erwarten sollte. Die füllten zwar das Gleis 22 dann nicht bis zum Anschlag, waren aber dennoch zahlreich erschienen, ließen aber so viel Platz, das man gemütlich am Boden Platz nehmen konnte. Etwa eine 3/4 Stunde nach Einlass ging dann auch schon der Vorhang auf, hinter dem zuvor bereits einige flackernde Lichter zu sehen waren. Ólafur Arnalds betrat die Bühne und begann erst einmal die gesamte, auf der Bühne versammelte Technik zu erklären. Neben seinem Piano hatte er dort jede Menge Effektgeräte, Loops und sein Notebook aufgebaut. Auf dem hatte er bereits einige Notizen und Sounds gespeichert, die in der Folge in die Show einfließen sollten.
Nach dieser kurzen Einführung begann er dann bereits mit einer ersten Improvisation, die sich als ein typisches Ólafur Arnalds Stück mit gefühlvollem Piano und geschickt gesponnenem Spannungsbogen entpuppen sollte. In den Songpausen überspielte der Isländer seine Unsicherheit immer wieder mit kleinen Witzchen und weiteren Erklärungen, dessen, was nun passiere und welche technischen Geräte er dafür einsetzen würde. Für einige Songs holte er dann auch schon Janus und eine seiner Geigerinnen auf die Bühne, die ihren freien Tag nun also auch mit Arbeit verbrachten. Gerade Janus gab den Stücken einen deutlich elektronischeren Touch und bereitete so das vor, was später noch folgen sollte. Nach knapp 60 Minuten, die sich eher wie 20 anfühlten, war Ólafur Arnalds nämlich auch schon mit seiner Show fertig und verabschiedete sich kurz von der Bühne. Nicht aber, ohne kurze Zeit später wieder aufzutauchen und zusammen mit Janus den Bühnenaufbau ein wenig zu ändern, um im Anschluss mit ihm gemeinsam einige Kiasmos Songs vorzustellen. Aus schwelgerischer Stimmung wurde nun Tanzlaune und die zuvor auf der Bühne aufgestellten Kerzen ausgeblasen und durch Stroboskop-Licht ersetzt.
Ein Abend also mit viel Abwechslung, der wohl einer der experimentellsten freien Tage von Ólafur Arnalds gewesen sein dürfte. Sollte er also auf seiner nächsten Deutschland-Tour wieder nicht nach Münster kommen, findet sich ja vielleicht ein freier Tag. Wir wären jedenfalls gern wieder dabei.
Foto: Myspace
Verlosung: The Pains Of Being Pure At Heart – Tickets für Deutschland-Tour

Wir deuteten es ja bereits an, im März veröffentlichen die Brooklyner Dream-Poppper von The Pains Of Being Pure At Heart ihren Zweitling “Belong”. Die erste Single “Heart Your Heartbreak” könnt ihr hier hören und noch mehr sicherlich bald auf der Deutschland-Tour. Auf die seit ihr sicherlich auch schon ganz kribbelig. Wir auch und zum gemeinsamen Kribbelgefühl haben wir nun das Vergnügen 2×2 Tickets für jeden Termin der Deutschland-Tour der Band unter euch zu verlosen.
Die Teilnahme ist dabei wieder einmal denkbar einfach. Schickt einfach eine Email mit dem Betreff “Ich bin klein, mein Herz ist rein”, eurem vollständigen Namen und eurem Wunschort an ariane@whitetapes.de. Ein Kommentar mit “Gewinnen will” und eurem Wunschort ist natürlich auch möglich, dazu müsst ihr allerdings eure echte Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.Teilnahmeschluss ist Mittwoch der 24. November 2010 um 14:38 Uhr. Die glücklichen Gewinner werden dann direkt benachrichtigt.
Die Termine:
27. November, München, Backstage
28. November, Köln, Luxor
29. November, Berlin, Lido
30. November, Hamburg, Grünspan
Tickets gibt es ab EUR 15,- zzgl. Gebühren an den bekannten Vorverkaufsstellen, unter der bundesweiten Tickethotline 01805 – 570 000 (14Ct./Min., Mobilfunkpreise max 42Ct./Min) oder im
Internet unter www.eventim.de.
Foto 1: Ariane WhiteTapes
Ólafur Arnalds / Kiasmos – nächsten Montag im Gleis 22

Das ist mal eine schöne Überraschung. Da ärgert man sich erst, es nicht zu einem Konzert der kürzlich beendeten Deutschland-Tour des jungen Isländers Ólafur Arnalds geschafft zu haben, da kündigt das Münsteraner Gleis 22 ganz überraschend ein Konzert mit dem Neo-Klassiker an. Das findet am nächsten Montag, den 22. November 2010 zur gewohnten Gleis 22 Zeit statt. Vorverkauf wird es nicht geben, also pünktlich an der Abendkasse erscheinen, 10 Euro Eintritt bereithalten und sich auf einen herrlich schwelgerischen Abend freuen. Mehr zum Event bei Facebook, dort heißt es:
“LAST MINUTE!!! Der Isländer ÓLAFUR ARNALDS ist bekannt für seine neo-klassischen Kompositionen, die den Zuhörer in andere Atmosphären schicken. Heute präsentiert Ólafur Arnalds einige seiner Songs vom neuen Album solo. Ein einmaliges und einzigartiges Ereignis auf deutschen Bühnen! Danach geht es nahtlos weiter mit ihm und seinem Projektpartner Janus, die als KIASMOS das Elektro-Pferd satteln und im kühnen Galopp auf die Tanzflächen treiben. Spread the word!!!”
Paul Smith, Gebäude 9, Köln, 10. November 2010

Es ist gerade erst einen Monat her, dass Maxïmo Park Frontmann Paul Smith die derzeitige Pause seiner Hauptband nutzte, um mit “Margins” sein erstes eigenes Album zu veröffentlichen. Ein Album, mit dem der junge Brite einige neue Facetten seines Songwritings offenbarte und dabei seine Stärken voll ausspielte. Da waren wir natürlich sehr gespannt, wie die Live-Umsetzung der Songs des Nord-Engländers gelingt. Große Zweifel an der Qualität hegten wir allerdings nicht, da er mit seiner Haupt-Band Maxïmo Park live eine Bank ist. Also folgten wir natürlich gern dem Ruf ins Kölner Gebäude 9, in dem Paul Smith knappe eineinhalb Jahre zuvor mit Band neue Songs des dritten Maxïmo Park Albums “Quicken The Heart” vorstellte. Dieses Mal standen seine eigenen Stücke auf dem Programm. Die Zahl derer, die sich im Gebäude 9 einfanden war auch dieses Mal wieder hoch und der Club gut gefüllt.
Die Band, die er dieses Mal dabei hatte, war natürlich eine andere und spielte in dieser Formation bisher vielleicht etwas mehr als 10 Mal zusammen. Von Unsicherheit aber nichts zu spüren, als Bassistin Claire Adams, Gitarristin Rachel Lancaster und Drummer Andy Hodson, der sich auch für die Produktion von “Margins” verantwortlich zeigte, die Bühne betraten und das erste Stück anstimmten. Ein wenig nervös wirkte hingegen der Mittelpunkt des Abends, Paul Smith.
Mit dieser leichten Verlegenheit hatte man ihn seit den ersten Deutschland-Auftritten mit Maxïmo Park Anfang 2005 nicht mehr gesehen. Dennoch gelang ihm aber zunächst allein eine starke Eröffnung des Abends mit dem gefühlvoll vorgetragenen “While Your In The Bath”. Mit dem Stück “North Atlantic Drift”, das es vor Release des Albums zum Gratis-Download gab, gab es dann das erste Mal am Abend etwas rockigere Töne. Die bestimmen bei Maxïmo Park bekanntlich ein Konzert, sollten aber an diesem Abend rar gesät sein. Was in Anbetracht des Albums natürlich keine Überraschung darstellte.
Paul Smith mit umgeschnallter Gitarre gab dabei vielleicht zunächst ein ungewohntes Bild ab, aber den Sechssaiter meisterte er ohne größere Verspieler. So entwickelte sich auch mit den ruhigeren Stücken, die Paul Smith an diesem Abend präsentierte, eine fesselnde, intime Stimmung, in der man die ganze Zerbrechlichkeit der Songs noch mehr spüren konnte, als auf dem Album. Aber nicht nur mit den Album-Tracks schaffte er es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Gerade bei der Cover-Version von Arthur Russell’s “A Little Lost” schien die Spannung so groß, dass man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Spätestens nach diesem Vortrag hätte der Abend beendet werden können und jeder Besucher hätte höchstwahrscheinlich zufrieden den Heimweg angetreten. Ende war aber noch lange nicht, denn mit dem tollen “I Drew You Sleeping” und der aktuellen Single “Our Lady Of Lourdes” warteten unter den restlichen Songs des Abends noch mindestens zwei große Highlights auf die Zuschauer, bevor sich Paul Smith und Band kurz von der Bühne verabschiedeten.

Es sollte aber nicht lange dauern, bis zunächst Paul und Andy für den Album-Abschluss “Pinball” auf die Bühne zurückkehrten, ein ruhiges Stück, bei dem Paul auf dem Album allein von Ukulele und Cello begleitet wird. In der Live-Fassung gab es leider nur die Ukulele, die Andy am Ende zurückstellte, um Paul für die letzten beiden Songs ganz allein auf der Bühne zurückzulassen. Und wer nun dachte, das Set würde nicht mehr allzu viel bereit halten, da bereits alle Songs von “Margins” durch waren, der hat sich auch dieses Mal geirrt. Denn mit “Tanned”, einem Stück von “Quicken The Heart” hielt Paul eine ganz besondere Überraschung bereit. Mit dem größten Highlight verabschiedete der Nord-Engländer dann das Kölner Publikum in die Nacht. Er wartete nämlich mit einer ganz speziellen Version von “By The Monument” auf, die in der Bridge nahtlos in “Apply Some Pressure” überging, um am Ende wieder mit dem Refrain von “By The Monument” zu schließen. Das Ganze derart reduziert auf Stimme und seine Fender, dass man sich an die Sin-é Sessions von Jeff Buckley erinnert fühlte – bemerkenswerterweise sogar stimmlich. Gänsehaut war vorprogrammiert und der Applaus am Ende des Sets verdient laut. Der wäre vielleicht sogar noch größer ausgefallen, wenn nicht recht schnell Licht und Musik angegangen wären. Am Ende gingen alle mit der Erkenntnis, dass nicht nur ein Maxïmo Park Konzert ein einzigartiges Erlebnis ist, sondern das Paul Smith alleine ebenfalls eine ganz besondere Atmosphäre zaubern kann.
Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr vom Abend hier
Villagers & Daniel Benjamin, Luxor, Köln, 9. November 2010

Auf dem diesjährigen Haldern Pop Festival gehört der Auftritt von Conor J. O’Brien und seinen Villagers am Sonnabend sicherlich zu den Highlights des Festivals. Beim knapp 1stündigen Auftritt der Iren entwickelte sich eine ganz eigene Magie, die auch die Band kürte und den Auftritt zu ihrem bisher liebsten erklärten. Natürlich war der Auftritt der Band in Köln da mehr als nur ein Pflichttermin.
Der für Köln ausgewählte Support schaffte sodann auch eine weitere Verbindung zum Haldern Pop. Daniel Benjamin ist nämlich eng verbandelt mit dem Festival und auch beim Haldern Pop Label unter Vertrag. Derzeit nimmt er sein neues Album auf, folgte aber gemeinsam mit einer Gastmusikerin dem Ruf von Villagers, um ein paar Support-Shows zu
spielen. Als er sein Set einige Minuten nach 21 Uhr begann, war das Kölner Luxor bereits gut gefüllt und so kam Daniel Benjamin zu dem Vergnügen seine Songs einem größeren Publikum vorzustellen. Von denen und an denen gab es auch ein paar Neuerungen, ein Cembalo auf der rechten Bühnenseite war wohl die markanteste. Mit seinen Folk-Pop-Stücken sorgte er für eine dichte Atmosphäre und erntete mehr als nur ein wenig Anstandsapplaus. Gerade durch das Cembalo erhielten die Stücke einen angenehm altmodischen Folk-Touch, der gerade beim neuen “The Heart Of The Rainbow” an Fleet Foxes erinnerte. Knappe 30 Minuten dauerte sein Set, in denen er unter anderem noch scherzhaft erläuterte, dass er neben Gitarre und Drums bald noch Basspedal mit den Füßen und Geige mit seinem Ellbogen spielen wolle, damit er einen noch volleren Klang erzielt. Darauf warten wir dann einmal gespannt, denn nach diesem tollen Support-Auftritt freuen wir uns dann schon auf die Tour zum nächsten Album. Die Umbaupause nach Daniel Benjamin gestaltete sich dann beinahe etwas lang, war aber um 22:15 Uhr auch überstanden.

Die Spannung war zu diesem Zeitpunkt bereits greifbar und die Vorfreude auf den Auftritt von Conor J. O’Brien und seinen Jungs wohl nicht nur bei uns groß. Die eröffneten den Abend mit “The Meaning Of The Ritual” vom Villagers Debüt “Becoming A Jackal”. Von der ersten Sekunde an war das Publikum gefangen von den Songs. Jeder im gut gefüllten Luxor schien an den Lippen von Conor zu hängen, der in seinem Gesangsstil eher erzählt, als singt. Das passt natürlich gut zur Intention der Songs, in denen der junge Ire viel wert auf die Geschichten legt, die er dort erzählt. Die handeln vom Erwachsenwerden verpackt in das Bild einer Metamorphose vom Menschen zum Schakal. Recht früh im Set, nämlich bereits an vierter Stelle, feuerten Villagers mit “Pieces” eines ihrer größten Highlights heraus. Im Laufe des Songs steigerte sich die Band immer mehr, bis Conor am Ende mit den Schakalen jaulet. Im anschließenden “Set The Tigers Free”, das beinahe ein wenig daher plätscherte, fuhr die Band ihr Tempo wieder deutlich runter und setzte diesen Prozess in der Folge fort, da sie Conor für einige Songs allein auf der Bühne zurückließen.
Allein intonierte er dann rein akustisch unter anderem das tolle “27 Strangers”. Leider war nach dem atmosphärisch dichten “Pieces” die Tempo-Bremsung so stark, dass der Bruch mit den ruhigeren Songs etwas zu stark war und die Stimmung ein wenig abflachte. Dennoch lauschten alle gern dem neuen Stück “Cecilia and Her Selfhood”, das Conor zunächst A Capella und später mit Gitarre vortrug. Hier wurde die Stille auf die Spitze getrieben, was auch dank des starken narrativen Vortrags von Conor einen ganz eigenen Charme hatte. In der Folge zog das Tempo dann zunächst mit einem Begleitmusiker am Keyboard und dann mit der ganzen Band wieder an, um sich im abschließenden “Ship Of Promises” mit ganzer Macht zu entladen. Nach großem Applaus kamen Villagers noch einmal für zwei letzte Songs auf die Bühne des Luxor zurück und verabschiedeten sich am Ende mit dem tollen “On A Sunlit Stage”. Zufrieden verließen die Besucher im Anschluss an ein unterhaltsames Set das Luxor. Zwar konnten Villagers nicht ganz die Magie ihres Haldern Auftritts heraufbeschwören, aber das was sie ablieferten, war mehr dennoch ganz großes Kino.
Fotos: Ariane WhiteTapes,
mehr von Villagers hier,
mehr von Daniel Benjamin hier
Aerobatics, Happy Happy Ding Dong, Dortmund, 28. Oktober 2010

Als ich las, wo am Donnerstagabend letzter Woche die Aerobatics spielen würden, musste ich schon ein wenig schmunzeln. Was ist das auch für ein merkwürdiger Name? Happy Happy Ding Dong? Ich habe hier in Dortmund ja schon die eine oder andere Kneipe von innen gesehen und war deshalb äußerst gespannt, was mich erwarten würde. Als ich die Lokalität betrat, war ich wirklich positiv überrascht. Okay, ich liebe rot und die Wände im Happy Happy Ding Dong sind es und hinter der Bar stapelt sich bis unter die Decke das Hochprozentige. Wer würde sich dort nicht wohlfühlen?
Einlass war um 20 Uhr. Die Aerobatics kamen um kurz nach 21 Uhr auf die Bühne. Das Happy Happy Ding Dong war für einen Donnerstag doch recht voll, soweit ich das beurteilen kann. Nur irgendwie traute sich mal wieder niemand der Bühne zu nah zu kommen, wie das bei kleinen Konzerten meistens der Fall ist.
Neben den bereits bekannten Songs von ihrer Fidelity EP gab es natürlich auch einige neue Titel. Unter anderem ein Song namens „Promises and Presents“, der mir schon bei meinem letzten Konzert der Aerobatics im FZW sehr positiv aufgefallen war. Ich bin also gespannt auf eine neue EP oder ein Album – warten wir einfach mal ab, was uns die Fünf in Kürze präsentieren werden.
Als sich die Aerobatics dann nach ihrem Set von der Bühne verabschiedeten, schienen die Zuschauer es wohl für selbstverständlich zu halten, dass sie nochmal für eine Zugabe zurückkehren und deshalb stand der Großteil einfach nur rum, guckte auf die Bühne, sagte aber nichts. Na, so wird eine Band wohl nicht wieder kommen wollen. Vielleicht lag es daran, dass Donnerstag war. Da sind die Menschen vielleicht noch nicht ganz so ausgelassen. Aber da gab es ja noch Steve, der der Dortmunder Truppe wohlgesonnen war und einfach auf die Bühne sprang und die Leute dazu bewegte doch endlich mal „Zugabe“ zu rufen.

Was da beim Publikum los war, weiß ich auch nicht. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Fair finde ich so ein Verhalten nicht, selbst wenn es nur mittelmäßig gewesen wäre, was es allerdings nicht war.
Dank Steve, traute sich die Band dann doch nochmal auf die Bühne und spielte noch ein paar Zugaben. Und wie gut, dass sie das taten.
Sänger und Gitarrist Jonas Künne dürfte ja dem ein oder anderen auch von Black Rust bekannt sein. Durch die Zugabe der Aerobatics bekam das Publikum im Happy Happy Ding Dong nämlich ganz unerwartet einen kleinen Einblick in das dritte Album von Black Rust, das im März 2011 erscheinen wird. Wie es dazu kam, darf ich allerdings nicht verraten.
Warten wir einfach bis das neue Black Rust Album da ist und dann wird Jonas das Geheimnis um den Song vielleicht enthüllen.
Insgesamt war es ein wirklich toller Abend. Meine Highlights waren definitiv „Closer“, „Promises and Presents“ und der Titel, der eigentlich Black Rust gehört. Der Sound war für einen so kleinen Laden wirklich gut. Da habe ich schon weitaus schlimmeres erlebt. Zusätzlich habe ich mit dem Happy Happy Ding Dong eine erstklassige Dortmunder Szene-Kneipe entdeckt, in der ich nun wohl häufiger anzutreffen sein werde.
Fotos: Chiara WhiteTapes
Verlosung: Frightened Rabbit – Karten für Deutschland-Tour

Wow, wie die Zeit vergeht. Schon nächste Woche sind die großartigen Schotten von Frightened Rabbit wieder auf Deutschland-Tour. Mit im Gepäck haben sie ihr neues Album “The Winter Of Mixed Drinks” und natürlich jede Menge alter Hits. Dass Konzerte der Band großartig sind müssen wir wohl nicht betonen, also kommen wir gleich zur Sache. Wir haben nämlich das Vergnügen 2×2 Karten je Tourstopp der Band unter euch zu verlosen.
Die Teilnahme ist dabei wieder einmal denkbar einfach. Schickt einfach eine Email mit dem Betreff “Angsthasen und Mischgetränke”, eurem vollständigen Namen und eurem Wunschort an ariane@whitetapes.de. Ein Kommentar mit “Gewinnen will” und eurem Wunschort ist natürlich auch möglich, dazu müsst ihr allerdings eure echte Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.Teilnahmeschluss ist Freitag der 05. November 2010 um 14:38 Uhr. Die glücklichen Gewinner werden dann direkt benachrichtigt.
Frightened Rabbit auf Tour, die Termine:
07. November, Hamburg, Molotow
08. November, Erlangen, E-Werk
10. November, Heidelberg, Karlstorbahnhof
16. November, Offenbach, Hafen 2
17. November, Münster, Gleis 22
Wer kein Glück haben sollte, Tickets gibt es ab EUR 13,- zzgl. Gebühren an den bekannten Vorverkaufsstellen, unter der bundesweiten Tickethotline 01805 – 570 000 (14Ct./Min., Mobilfunkpreise max 42Ct./Min) oder im Internet unter www.eventim.de. (alle Angaben ohne Gewähr)














