Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Wavves – King Of The Beach
Letztes Jahr trat ein gewisser Nathan Williams auf den Plan. Zusammen mit einem Kumpel an den Drums bildete er das Projekt Wavves und veröffentlichte das zweite Album der Band, ganz einfach “Wavvves” genannt, nachdem das Debüt auch bereits ganz einfach “Wavves” hieß. Aus irgendeinem Grund rief dieses diffuse Werk mit seiner Mischung aus Garage- und Surf-Rock einen Hype hervor, den wir nicht einmal in geringster Weise gerechtfertigt sahen. Aber Hypes haben eben ihre ganz eigene Dynamik. Nathan Williams auch und so machte er während der begleitenden Tourneen eher durch kleine Skandälchen auf sich aufmerksam. Einer davon war eini handfester Streit mit seinem Drummer, den er daraufhin aus der Band schmiss.
Jetzt ist Nathan Williams jedenfalls zurück mit Wavves und hat eine neue Band im Gepäck. Die von Jay Reatard (R.I.P.). Bei den Aufnahmen zu “King Of The Beach” griffen sie Nathan zusammen mit Produzent Dennis Harring (u.a. Modest Mouse) unter die Arme und gaben dem Wavves Sound eine veränderte Ausrichtung. Die Grundthemen sind geblieben, kiffen, rumhängen, surfen, Party machen und noch mehr kiffen. Das zeigt ja auch bereits das Albumcover. Der Sound hat sich jedoch ein wenig geändert. Der Hall ist deutlich zurück gefahren, der Gesang deutlicher wahrnehmbar und die Kompositionen etwas weiter weg vom Surfrock, etwas näher zum Punk. Dazu passt, dass Williams “King Of The Beach” selbst als sein “Nevermind” beschreibt. Ein Vergleich, der zwar mehr als hinkt, aber eine Spur Grunge meint man doch rauszuhören. Das ergibt einen sonnigen, gut gelaunten Mix, der zum in der Sonne rumhängen einlädt. Es lässt sich also attestieren, dass irgendwo in Nathan Williams doch ein Songwriting-Talent schlummert, das gute, sommerliche Musik schreiben kann. Vermutlich wird der Hype dennoch kleiner ausfallen, schließlich ist Wavves irgendwie so 2009. Aber Hypes haben eben ihre ganz eigene Dynamik.










Wavves
Das Album gibt es bei 3voor12.nl im Stream
Wir präsentieren: Wavves – im Juli auf Deutschland-Tour

Im Dezember holte Nathan Williams als Wavves die Tour nach, die er zuvor nach ein paar kleinen Skandalen und einem gebrochenen Arm absagen musste. Das lief gut, auch wenn die sommerlichen Sounds im winterlichen Deutschland vielleicht etwas fehl am Platze wirkten. Dachte sich vielleicht auch Nathan und so wird er nun Mitte Juli kurz nach Ende der Fußball-WM mit Songs seines neuen Albums “Post Acid” nach Deutschland zurück kehren, um die sommerliche Euphorie noch ein wenig weiter zu beflügeln. Mit dabei hat er als Backing-Band nun die alte Band von (R.I.P.) Jay Reatard.
15. Juli, Sonic Ballroom, Köln
16. Juli, White Trash, Berlin
17. Juli, Gleis 22, Münster
18. Juli, Astrastube, Hamburg
26. Juli, Sweat Club, Leipzig
Wavves – Wavvves
Erst 2008 gründete der Gitarrist Nathan Williams zusammen mit Drummer Ryan Ulsh das Projekt Wavves. Seitdem veröffentlichte das Duo bereits 5 Singles, eine EP auf Tape, ein schlicht “Wavves” betiteltes und selbst veröffentlichtes Debüt-Album und nach etwas mehr als einem Jahr Bestehen der Wavves bereits das offizielle Debüt-Album, das auf den Namen “Wavvves” hört. Die Band ging mit ihrem Beach-Punk seit ihrer Gründung also quasi durch die Decke, kein Wunder, dass sie so auch bereits ihren ersten kleinen Skandal hinter sich haben, Sänger Nathan war nämlich durch einen Cocktail aus Valium und Ecstasy während des Primavera Festivals zusammen gebrochen, nachdem er das Publikum und Drummer Ryan aufs übelste beleidigt hatte und das Set abbrechen musste. Es folgte die Tourabsage für ganz Europa und das Geständnis der Alkoholabhängigkeit. Aber Skandale gehören nun einmal zu echten Punks dazu. So auch das Gerücht, das der Roskilde Auftritt abgesagt werden musste, weil Drummer Ryan angeblich die Band verlassen hat. Aber bei allem Hype und Skandalen rund um die Band soll natürlich die Musik nicht in den Hintergrund treten. Seinen Sound sieht Nathan als Verneigung vor seinen großen Idolen Sonic Youth und den Beach Boys.
Das bedeutet, in bester Shitgaze-Tradition hat man es hier mit viel Krach, Feedback und scheppernden LoFi-Sounds zu tun. Laut der BBC ist das Ergebnis nicht nur “schlecht, sondern auch noch dumm”. Auch wenn die BBC im Gegensatz zu den deutschen Öffentlich-Rechtlichen häufig richtig liegt lohnt es sich dennoch einmal weiter zu forschen, was Nathan hier präsentiert. Natürlich zeugen langgezogene “I’m soooooooo boooooooored” Refrains nicht gerade von hoher textlicher Tiefe, aber darum geht es bei Wavves wohl auch nicht. Hier geht es darum eine gute Zeit zu haben. Vielleicht am Besten mit Drogen, die tauchen nämlich nicht gerade selten in den Lyrics auf. Das heißt, wenn man die Lyrics auch versteht, der Gesang wird nämlich hinter lauten schrammelnden Feedback-Gitarren und scheppernden Drums versteckt. So entwickelt sich ein stetiger Kampf zwischen Krach und Melodie, ein Kampf, der wohl die eindeutige Verneigung vor Sonic Youth ist. Unter den Gesang mischt sich zusätzlich noch das Surf-Rock typische “Uuhuhu”. Das ganze wird zusammen gehalten vom Nathan’s Anspruch dem Beachpunk ein gewisses Maß an Tiefe zu verleihen, zu dem man trotzdem Spaß haben kann. Die Grundzutaten sind also vermischt, rechtfertigen sie auch einen Hype? Klares Jein, denn im Grunde ist die geschilderte Mischung zwar durchaus vorzeigbar, schafft es aber nie wirklich den Anspruch des Sängers in Form wirklicher Klassesongs wieder zu spiegeln. Die meisten Songs sind dann auch nur Krach, hinter dem sich eine wenig originelle Melodie versteckt, die zwar Potential besitzt, allerdings so sehr von der beinahe zwanghaft aufgesetzten coolen LoFi-Geste übertönt wird, dass sie kaum eine Chance hat sich fest zu setzen. Einzig “No Hope Kids” scheint sich ein wenig abzusetzen, vielleicht auch, weil dem Gesang hier ein wenig mehr Entfaltungsspielraum gewährt wird. Insgesamt tändelt das Album immer zwischen beinahe toll und ein wenig anstrengend hin und her, wobei das anstrengend dann leider doch häufig überwiegt. Zum Urteil nicht nur “schlecht, sondern dumm” kommen wir dadurch nicht, denn die Songs wirken durchaus clever arrangiert, den Hype rechtfertigen sie aber auch nicht.










Wavves














