Mit bis zu elf Köpfen handelt es sich bei Emanuel …
Patrick Wolf – neue Single “Time Of My Life” im Stream

Im Mai wird der junge Engländer Patrick Wolf endlich den zweiten Teil von “Battle”, bzw. den Nachfolger von “The Bachelor” veröffentlichen. Der hört nicht mehr auf den Titel “The Conquerer”, sondern wird bald einen neuen Namen erhalten. Auch wenn der Titel also noch unklar ist, gibt es immerhin schon Klarheit über die erste Single. Die heißt nämlich “Time Of My Life” und wird am 6. Dezember erscheinen. Bereits heute, also knapp einen Monat zuvor gibt es das gute Stück zu hören, begleitet von einem kleinen Video, in dem man die Lyrics ein wenig mitlesen kann.
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Patrick Wolf – Video zu “Damaris”
Im Interview mit uns kündigte Patrick Wolf bereits an, dass es bald eine neue Single zu seinem Album “The Bachelor” geben würde und er gerade am Video arbeitete. Vor ein paar Wochen verkündete er nun, dass es sich bei der Single um die Bombast-Ballade “Damaris” handeln würde. Das zugehörige Video wurde nun auch enthüllt und feierte heute beim Guardian Premiere. Das Video wird dem Song absolut gerecht und zeichnet die tragisch romantische Geschichte eines Liebespaares.
Patrick Wolf
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Patrick Wolf – Interview

Der Ruf von Patrick Wolf ist inzwischen quasi legendär, dazu tragen natürlich nicht zuletzt Ausraster und großartige Bühnenshows, oder auch die Verknüpfung von beidem bei. Sein Auftritt in Münster war dann auch die perfekte Gelegenheit den Künstler einmal zum Gespräch zu bitten, um ihn zu seinem neuen Album “The Bachelor”, seinen Bühnenoutfits und anderen Dingen zu befragen. So lernten wir einen offenen und freundlichen jungen Künstler kennen, der glücklicherweise so ganz anders ist als sein Ruf.
Im Juni erschien “The Bachelor”, dein mittlerweile viertes Album. Die Covergestaltung hat uns von der Aufmachung und der Bildsprache her sehr an dein Debüt “Lycantrophy” erinnert. War das beabsichtigt?
Ja und Nein. Als wir das Shooting für das Booklet gemacht haben, haben wir zwei Tage hindurch nur Fotos geschossen. Das war sehr chaotisch und es passierten viele spontane Dinge. Wir versuchten dann möglichst viele Kostüme und Ideen unterzubringen. Ich wollte in den Bildern und bei diesem Album so ein gewisses Bild des Neuanfangs vermitteln. Es ist eben wie bei “Lycantrophy”, ich stehe allein da, bereit zu kämpfen. Als wir dann nach den Shootings so 600 – 700 Photos durchgeschaut haben, stand dieses eine Foto da, auf dem alle Elemente, die Pose und das Licht genau so war, wie ich es wollte. Da wusste ich, dass es dieses Bild sein muss. Es ist aus einem gewissen Chaos entstanden und fühlte sich dann richtig an und sogar so, als hätten wir es so vorgehabt.
Auf “The Bachelor” arbeitest du mit vielen anderen Künstlern zusammen. Wie kam es dazu?
Das passierte recht natürlich. Ich gehe nicht hin und schreibe eine Liste von Leuten, mit denen ich arbeiten möchte. Das ergibt sich eher spontan. Auch auf dem Nachfolger “The Conquerer”, an dem ich gerade arbeite, wird es leider nicht die Kollaborationen geben, die ich wollte, dafür aber viele, die sich spontan ergeben haben. Vieles ergibt sich einfach daraus, wen ich kennenlerne, wenn ich gerade an neuem Material arbeite. Auch wenn mein Name auf dem Album steht, soll sich die Arbeit daran nicht so einsam anfühlen.
“The Bachelor” öffnet mit dem Song “Kriegsspiel”, wieso hast du dich da für einen deutschen Titel entschieden?
Ich habe mir unterschiedliche Bilder für so etwas wie den Beginn eines Kampfes gesucht. Ich hatte dann verschiedene Namen von Sirenen und solchen Dingen, aber das Wort “Kriegsspiel” erschien mir besonders toll. Dieses Bild von Kindern, die einen Krieg simulieren, einen Kampf anfangen. Das ist ja auch das Thema der beiden Alben “The Bachelor” und “The Conquerer”, eine Art romantischer Kampf um die Liebe. Besonders begeistert hat mich daran auch, dass es ein deutsches Wort ist, weil Teile der Aufnahmen für das Album in Berlin mit Alec Empire stattgefunden haben.
Der ist ja auch beim Song “Vulture” mit dabei. In dem nutzt du nur ein akustisches Instrument, möchtest du künftig diesen elektronischen Aspekt deiner Musik weiter ausbauen?
Ich weiß nicht. In dem Song war es so, dass ich das akustische Instrument rein genommen habe, weil ich noch einen menschlichen Touch haben wollte. Zu viel Elektronik wirkt einengend und so hat der Song noch etwas Luft, etwas Emotion bekommen. Mir war es eben wichtig dann diese, was war das noch mal, eine Geige mit nur einer Saite einzusetzen. So eine Art menschlicher Aspekt in der Kälte.
In deinem Video zu “The Magic Position” hast du dich sehr verspielt und ja, fast brav gezeigt, während deine neueren Videos, wie “Vulture” und auch “Hard Times” deutlich erwachsener daherkommen. Wir kam es zu dieser Entwicklung?
Das war keine bewusste Entscheidung. Ich denke nicht konzeptionell über meine Videos nach. Okay, tu ich doch. Die Videos zeigen Bilder, von denen ich zu der Zeit sehr fasziniert bin. Zu “The Magic Position” mochte ich dieses bunte Zirkusthema. Lange bevor Britney Spears mit “Circus” um die Ecke kam. Das strahlte einen gewissen Frieden und eine Unschuld aus. Als ich mit “The Bachelor” anfing hatte ich jegliche Unschuld verloren. Es fühlte sich dann eben richtig an, dieses Sado-Maso Thema zu verwenden. In “Hard Times” wollte ich dann einfach einmal so eine dramatische Show in der Dunkelheit zeigen. Gerade arbeiten wir am dritten Video, da möchte ich dann auch wieder genau das umsetzen, was die Lyrics und mein Gefühl mir sagen. Dazu kommt natürlich auch, dass die Musik von “The Bachelor” sich auch deutlich von “The Magic Position” unterscheidet.
Magst du uns schon sagen, welches die nächste Single sein wird?
Darf ich leider nicht, aber das verraten wir euch bald.
“The Bachelor” gelangte bereits einige Wochen vor dem geplanten Release ins Internet. Wie fühlte sich das für dich an?
Das ist ja eine große Debatte. Ich denke einfach es ist das Recht des Künstlers eine Sache dann zu veröffentlichen, wenn er es will. Es hat schließlich viel Geld und Mühe gekostet das zu verwirklichen. Dann findest du es auf dem Schwarzmarkt, nur weil Leute denken, sie würden dir damit ja kostenlose Werbung geben. Das ist aber Bullshit. Wenn ich Werbung möchte, dann zahle ich auch dafür, so einfach ist das. Es ist auch schwer für jeden Künstler, dessen Album so den Weg an die Öffentlichkeit findet, natürlich besonders, wenn du auch nicht wirklich gut verkaufst. Diese 6000 illegalen Downloads hätten auch 6000 Verkäufe sein können, von denen ich wieder ein halbes Jahr Miete hätte zahlen könnte.
Kommen wir einmal auf deine Kostüme. Wer designt die für dich?
Seit anderthalb Jahren arbeite ich mit einer Designerin namens Ada Zanditon zusammen. Sie hat auch die Kostüme für Bishi gemacht. Ich habe eben eine recht komische Größe, da brauche ich jemanden, der sich darauf einstellen und passende Kostüme gestalten kann. Sie ist ein absolutes Genie und hat tolle Ideen. Ich mag Designer, die mit Musikern zusammen arbeiten möchten und es schaffen den Charakter der Musik in Design und Kleidung zu verwandeln. Ich mag eben dieses futuristische, beinahe postapokalyptische Thema. Ich möchte nicht die Vergangenheit, oder die Gegenwart aufarbeiten, sondern die Zukunft gestalten. Da ist Ada die perfekte Partnerin.

Hast du dein Vulture-Cape eigentlich schon wieder zurück bekommen?
Nein, leider nicht. Irgendwer hat das einfach gestohlen. Wenn du interessante Dinge machst, gibt es immer Leute, die das auch haben wollen und das dann manchmal auch einfach stehlen. Das ist auch ein bisschen mein Schicksal, Leute stehlen meine Musik und meine Kleidung. (lacht) Wahrscheinlich masturbiert derjenige jetzt darauf oder wälzt sich nackt darin.
Wie sehr wird sich “The Conquerer” von “The Bachelor” unterscheiden?
Ich denke, musikalisch gehören sie natürlich zusammen, das hört man auch. Die emotionale Botschaft ist dann aber anders. Die negative Seite von “The Bachelor” wird nicht mehr da sein, es sind zwei sich ergänzende negative Seiten, mit den es sich ein wenig wie, wenn man das so sagen will, mit Yin und Yang verhält.
Du hast ein Konzert mit Owen Pallett gespielt. Besteht die Möglichkeit, dass es da irgendwann eine Kollaboration gibt?
Ich glaube fest daran, dass es eine Zeit und einen Ort gibt, an dem wir zusammenarbeiten werden. Wir sind gute Freunde und ich mache gern Musik mit ihm. Wir haben ähnliche Wurzeln, bedeuten uns gegenseitig aber völlig unterschiedliche Dinge, das macht es spannend.
Vor ein paar Wochen machte James Yuill einen Remix deines Songs “Hard Times”. Wie seid ihr zusammen gekommen?
Das war über einen Freund von mir, der mir James empfohlen hat, er hat das dann auch eingefädelt, dass er den Remix macht. Getroffen hab ich ihn leider noch nicht.
Fotos: Patrick Wolf Myspace
Patrick Wolf + Steve Strange, Köln, Offenbachplatz (c/o pop), 13. August 2009

Mit Köln verbindet Patrick Apps, besser bekannt als Patrick Wolf, schon eine ganze Weile eine besondere Beziehung. Nachdem kein englisches Label ihn im zarten Alter von zwanzig Jahren unter Vertrag nehmen wollte, um 2003 sein Debüt “Lycantrophy” zu veröffentlichen, fand sich das kleine Kölner Indie-Label Tomlab. Dort veröffentlichte er dann auch 2005 das Folgealbum “Wind In The Wires”, währenddessen feilte Patrick auch immer weiter an seinem Ruf als extravagenter Performer. Den sollte er für sein drittes Album “The Magic Position”, das er 2007 auf Loog Records veröffentlichte, perfektioniert haben. So stand im Mai 2007 ein stark angetrunkener und leicht derangierter Patrick Wolf auf der Bühne des Kölner Gebäude 9 um eine schwache und angsterregende Performance zu bieten. Er schien offensichtlich ziemlich fertig zu sein und so wunderte es nicht, dass er in der Nacht nach seinem Konzert den ersten von vielen Rücktritten in seinem Blog bekannt gab. Bei den anschließenden Terminen feuerte er noch seinen Drummer live auf der Bühne und war angeblich in das ein oder andere Handgemenge verwickelt.
Das Karussell drehte sich weiter, Patrick unterschrieb bei Universal, ließ den Deal platzen und finanzierte sein neues Album “The Bachelor” über Bandstocks. Im Anschluss sah man immer wieder einen quasi neugeborenen Patrick Wolf. Der war gut gelaunt bei seinen Shows, gab freundliche Interviews und machte auch nur noch mit Handgemengen bei Madonna Konzerten von sich Reden. So freuten wir uns diesen Patrick Wolf bei einem Konzert in Köln sehen zu können, nun unter besseren persönlichen Umständen des Künstlers. Die Umstände des Konzerts hätten auch besser nicht sein können, für das Vorprogramm waren Micachu & The Shapes, das Projekt der britischen Musikerin Mica Levi angekündigt, die im März mit “Jewellery” ein tolles Debüt-Album vorlegte. Leider sagte die doch in letzter Minute ab und die Besucher mussten mit Visage Sänger Steve Strange vorlieb nehmen, der sich mit seinem Solo-Projekt angekündigt hatte. Parallel wurde dann kurzerhand noch der Beginn des Konzerts, der ein paar Tage zuvor auf 19 Uhr vorverlegt wurde wieder auf 20 Uhr verlegt.
Das Gute daran, die Frühkommer konnten Patrick noch beim Soundcheck zu hören, bevor sie um 19 Uhr dann auf den Offenbachplatz gelassen wurden. Der ist ein schöner Platz an der Kölner Oper, umgeben von den Operterassen und dem Operngebäude an dessen Ende eine kleine Festivalbühne aufgebaut war. Pünktlich zum neuen Start um 20 Uhr wankte dann auch Steve Strange in pinken Stöckelschuhen und blauem Kostüm auf die Bühne. Seinen Kopf zierte ein putziger Federhut und eine mit Glitzersteinchen besetzte Sonnenbrille. Wie sich Steve Strange dann so an sein Mikro stellte, wirkte er, als würde er jeden Augenblick nach vorne über kippen. Steve erklärte erst einmal warum er zurück sei, was er nun vorhabe und stellte dann seine beiden Co-Musiker vor. Da war zum Einen ein junger Mann an den Synthies, der sich hinter seiner Sonnenbrille versteckte und eine junge Dame im knappen Kleid mit noch opulenterem Federhut als Steve. Die Befürchtung, die viele schon aufgrund des Anblicks des mehr als derangiert wirkendem Steve Strange hatten, sollte sich bewahrheiten und das zum Besten gegebene Material war absolut unerträglich. Aus den Boxen kamen Beats und Synthies, die von der Backgroundsängerin und Steve Strange mit Gesang versehen wurden. Steve selbst schlug sich dabei eher schlecht als recht und schaffte es kaum mit dem Playback, dass parallel auch noch aus den Boxen kam, mitzuhalten und ließ auch häufiger mal die ein oder andere Zeile aus. Als er dann nach ein paar Songs die Bühne verließ, um dem Musiker an den Synthies für ein Solo die Bühne zu überlassen schien das Schlimmste überstanden. Denn nach dem Solosong kam Steve eine ganze Weile nicht zurück und der Synthiespieler wirkte ziemlich ratlos. Das Publikum quittierte den Abgang dann auch erst mit einem Lachen und die Erleichterung war greifbar. Nach knapp 10 Minuten kam Steve Strange allerdings doch zurück, nun im karierten grauen Anzug mit schwarzem Hut und ohne Sonnenbrille. Neben den beiden erwähnten Musikern kamen dann noch zwei Keyboarder mit auf die Bühne. Steve entschuldigte sich dann kurz für die lange Pause zwecks Kostümwechsel und gab dann noch ein paar Songs zum Besten. Seine Probleme mit dem Playback blieben die Gleichen. Auch seine Band schien den herum wankenden 50jährigen nicht allzu ernst zu nehmen und so grinsten sich die beiden neuen Keyboarder, von denen einer nicht einmal spielte, immer breit an. Zum Abschluss seines Sets spielte Steve Strange dann noch den Visage Klassiker “Fade To Grey”, bei dem Steve auch keine gute Figur machte. Es war alles in allem eine absolut traurige Vorstellung eines Musikers, der nach jeder Menge Drogenproblemen ganz offensichtlich am Ende ist. Steve Strange konnte einem bei aller Bedrohlichkeit, die er derangiert und im Kostüm ausstrahlte eigentlich nur leid tun, ein solch unwürdiges Schauspiel hätte er sich (wie auch immer die Umstände zum Zustandekommen waren) nicht antun dürfen.

Nach einer kurzen Umbaupause, bei der die Erinnerung an Steve Strange von vielen mit einem Extra-Bier ausgelöscht wurde, betrat Patrick Wolf zum Intro von “Vulture” dann die Bühne in einem schmuckem roten Kostüm, über dem er ein rotes Bolero ähnliches Etwas mit starken Schulterpolstern trug, . Seinen Kopf schmückte ein Pferdegeschirr mit allerlei Gebommel dran. Zu “Vulture” lief er damenhaft herum, posierte vor den Kameras und räkelte sich auf dem Boxenturm, wobei er auch den schwarzen Überwurf auszog. Besonders schön anzusehen war das breite Grinsen, das Patrick die meiste Zeit auf seinem Gesicht trug. Der Eindruck, Patrick Wolf sein nun ein anderer, schien sich zu bewahrheiten. Der Musiker war gut gelaunt und schien sich absolut wohl zu fühlen in seiner Haut und seinem Kostüm. In Richtung Publikum bedankte er sich immer wieder für die tolle Unterstützung und erläuterte auch kurz einmal seine besondere Beziehung zu Köln. Die eigentliche Setlist unterbrach er mit seiner Band dann immer wieder durch ältere Songs, wie zum Beispiel “Tristan”, das vom Publikum laut mitgeschrien wurde. Zwischendurch verließ er dann auch kurz die Bühne für einen Kostümwechsel, den nutzte die Band für ein Solo, das so dann in das nächste Stück überging, bei dem Patrick aus dem Backstage Bereich dann auch seinen Gesang einsetzte. Er war in Partylaune und das Publikum ganz offensichtlich auch und so feuerten sich Publikum und Musiker gegenseitig immer weiter an. Bei “Battle” stürmte Patrick Wolf dann ins Publikum, nachdem dieses seine Idee des Crowdsurfing wohl nicht so toll fand und lief durch die Menge. Dabei sang er mit den Anwesenden den Song, küsste ein paar junge Männer, die seinen Weg kreuzten auf die Wange und reichte das ein oder andere Mal das Mikro an ein paar junge Damen in der ersten Reihe. Nach dem tollen und live besonders rockigen “Hard Times” sagte einer der Techniker Patrick Bescheid er habe nur noch vier Minuten, dann sei Zapfenstreich.
Das quittierte er nur mit dem Spruch “They said, I’ve only got four minutes left, which for me means two songs”. Das würden zwar eigentlich acht Minuten sein, Patrick schien aber zuversichtlich und hetzte durch “Accident & Emergency”. An dessen Ende fragte Patrick “Can you still hear me?”. Dann tauchte wieder ein Mann von hinten auf und sagte, dass ihm nun der Strom abgestellt würde, wenn er weiter macht. Hier nahm der Abend dann auch eine unerwartete Wendung.
Zunächst provozierte Patrick ironisch die Stage Managerin mit Worten wie “Bitch” und “Motherfucker”, hier wirkte das aber noch alles mehr wie Spaß. Nach dieser Beleidigungsorgie setzte er sich an sein Keyboard und versuchte die ersten Takte von “Magic Position” zu spielen, was ihm aber verwehrt blieb, weil ihm ob drohendem Zapfenstreich der Saft abgedreht wurde. Das quittierte er dann mit einem Mikrowurf, dem ein weiteres Mikro, ein Hocker, zwei Mikroständer und Feuchtigkeiten aus seiner Mundhöhle folgten. Cooler wäre natürlich gewesen einfach Acapella weiter zu machen, aber da Patrick Wolf in Teilen doch noch der alte Hitzkopf ist folgte der übertriebenen Vorsicht der Stage Manager drei Minuten vor 22 Uhr den Saft abzudrehen eine absolut nicht gut zu heißende Überreaktion des Musikers, der in Kauf nahm auch unbeteiligte zu verletzten. Die Reaktion des Publikums war irgendwo zwischen Schock, Enttäuschung und Wut, so dass auch noch einige Becher und eine Menge Buh-Rufe Richtung Bühne flogen. Ein unwürdiger Abschluss also für ein tolles Konzert, der zum Beispiel dadurch hätte vermieden werden können, dass man wirklich so früh beginnt wie geplant. Die Auflage nur bis 22 Uhr zu dürfen war den Veranstaltern schließlich vorher bekannt, also kann man auch ein Konzert entsprechend planen, insbesondere wenn der Künstler dafür bekannt ist nicht immer nachvollziehbare Reaktionen zu zeigen.
Fotos: Ariane WhiteTapes
Setlist (laut Ausdruck, zusätzlich spielte er auch noch u.a. “Tristan”, “Bluebells”, “Accident & Emergency” u. “Blackdown”)
Vulture
Oblivion
Teignmouth
Count Of Casualty
Damaris
Who Will
The Bachelor
The Libertine
Battle
Hard Times
(Magic Position)
Patrick Wolf – Daytrotter-Session

Mit seinem neuen Album “The Bachelor” hat sich Patrick Wolf nach seinem eher durchwachsenen dritten Album “The Magic Position” wieder direkt zurück in unser Herz gespielt. Da nehmen wir natürlich gerne jede Gelegenheit wahr, immer mal wieder über Patrick zu berichten. Abgesehen davon, dass Patrick kürzlich dem NME erzählte, er hätte Maggy Thatcher durch sein Abflussrohr gehört, gibt es da mit seiner Daytrotter-Session auch glücklicherweise etwas von echtem Nachrichtenwert, denn die Aufnahmen sind wirklich gelungen.
Patrick ist auch auf Tour:
18. Juli, Gräfenhainichen, Melt-Festival
13. August, Köln, c/o-Pop
14. August, Hamburg, Dockville
29. September, Münster, Gleis 22
30. September, Frankfurt, Mousonturm
01. Oktober, Berlin, Lido
03. Oktober, Nürnberg, tba
04. Oktober, München Ampere (Muffathalle)
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Patrick Wolf
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Patrick Wolf – Deutschland-Tour im Herbst
Patrick Wolf’s viertes Album “The Bachelor” ist bereits jetzt eines unserer Alben des Jahres. Eine gute Nachricht, denn so zahlte sich die Investition über Bandstocks für uns bereits umso mehr aus. Zu einem wahrhaft tollen Album gesellen sich nun auch noch einige großartige Tour-Daten, Patrick Wolf macht nämlich zur Tour-Eröffnung Halt in unserer schönen Heimat Münster. Alle bisher bestätigten Daten:
29. September, Münster, Gleis 22
30. September, Frankfurt, Mousonturm
01. Oktober, Berlin, Lido
03. Oktober, Nürnberg, tba
04. Oktober, München Ampere (Muffathalle)
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Patrick Wolf – The Bachelor
Eigentlich kaum zu glauben, dass gerade einmal zwei Jahre zwischen “The Magic Position” und dem neuen Patrick Wolf Album “The Bachelor” liegen. Zwei Jahre, in denen er von Universal gesignt und wieder fallen gelassen wurde, in denen er mehrmals das Ende seiner Karriere über seinen Blog verkündete und in denen er seine neue Liebe fand. Das alles in einem scheinbar rasenden Tempo, in dem er auch noch das Doppel-Album “Battle” aufnahm und über Bandstocks Investoren suchte, um einen Release über sein Label Bloody Chamber Music verwirklichen zu können. Seine Fans ließ er auf diese Art so nah an sich heran, wie es wohl kaum andere Musiker machen. Da verwundert er fast nicht, dass “Battle” sein bisher persönlichstes Album geworden sein soll. Davon kann man sich nun selbst überzeugen, auch wenn er sich auf den letzten Metern nun entschied beide Hälften von “Battle” getrennt zu veröffentlichen. In Form von “The Bachelor”, das Patrick’s Leben als unglücklicher und an der Welt erkrankter Single betrachtet und in Form von “The Conquerer”, in dem Patrick sein neu gefundenes Glück mit seinem Lebensgefährten William beschreibt.
Chronologisch korrekt wird also “The Bachelor” zuerst veröffentlicht. Gleich fällt die Bildkomposition des Covers auf, die der von Patrick’s Debüt “Lycantrophy” doch sehr ähnelt. Das soll sich nicht als Zufall herausstellen, denn nach dem sehr polierten und poppigen “The Magic Position” besinnt er sich wieder auf sein Frühwerk, das heißt, wenn man bei einem 25 jährigen überhaupt von einem “Frühwerk” sprechen kann. Zumindest davon, dass er in seiner gerade einmal sechsjährigen Karriere, seit Release des Debüts mehr Facetten von sich, respektive der Künstlerpersönlichkeit Patrick Wolf, zeigte, als es manche Künstler in einer ganzen Karriere nicht schaffen. Da posiert er mal als Dandy mit sauber gekämmtem Scheitel und räkelt sich im nächsten Moment in Lack und Leder durch seine Videos. Kein Zufall, ist er doch auch bekennender Madonna Fan. Auch wenn wir ihn er als die David Bowie des Indie sehen, ist der Vergleich mit Madonna auch nicht so falsch. Musikalisch schlägt er auf “The Bachelor” deshalb natürlich noch lange nicht in die Pop-Schiene. Eröffnet wird das Album mit dem Song “Kriegspeil”, was wohl die Falschschreibung von “Kriegsspiel” sein soll, ein kurzes Intro mit Sirenen wie bei einem Luftangriff, die nahtlos in das Intro von “Hard Times” übergehen. “Hard Times” zeigt sich mit schweren Geigen, einem dunklen Beat und dem gewohnt tiefem und mitreißendem Gesang Patrick Wolf’s, dessen geforderter Revolution man sich beinahe sofort anschließen möchte. Verdientermaßen wurde der Song auch als erste Single in Deutschland auserwählt und stellt mit tollem Spannungsbogen und bombastischem Chor eindeutig einen der Songs des Jahres dar. Er steigert sich aber noch weiter und zeigt mit dem düsteren “Oblivion”, einen Song von ähnlicher Güte, mit kleinen Elektro-Spielereien, der etwas minimalistischer so auch auf’s Debüt gepasst hätte. Folkiger wird es mit dem Titeltrack “The Bachelor”, der eigentlich den einzigen kurzen Durchhänger des Albums darstellt.
Danach beweist sich Wolf aber direkt bei mit “Damaris” in einer hinreißenden von Irish-Folk geprägten Ballade mit Gänsehaut erzeugender Atmosphäre. In dem ebenfalls ruhigen “Thickets” präsentiert sich dann auch das erste Mal Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton mit einem Spoken-Word-Beitrag. Der Song selbst ist eine schöne Ballade geprägt von klagenden Geigen und einer mitreißenden Piano-Melodie. Nach diesen schönen Schauern wird es mit “Count The Casuality” noch etwas düsterer, Patrick klagt zu einem Elektro-Beat und wird von einem dunklen Chor begleitet. “Who Will” ist dann die wunderschönste Ballade des Albums, eine Orgel untermalt Patrick’s Gesang, in der Folge gesellen sich noch ein pochender Elektro-Beat und ein ganzer Chor hinzu. Das alles steigert sich zu einem einmal mehr Gänsehaut erzeugenden Finale. Der Wechsel zwischen Balladen und Elektro-Songs ist auf “The Bachelor” so konsequent durchgezogen, dass ein Dance-Song wie “Vulture”, bei dem Wolf von Alec Empire untersützt wird, nach einer Ballade kein Stück stört. Vielmehr sorgt das für die zusätzliche Abwechslung und erzeugt eine extrem dichte und spannende Gesamtatmosphäre. In jedem Ton zeigt sich die völlige Hingabe von Patrick Wolf an seine Musik. Kein Ton ist zuviel, jeder Flöteneinsatz perfekt getimed und über die Gesangsleistung von Patrick Wolf müssen wir wohl gar nicht mehr philosophieren. Das macht in der Summe der Teile das bisher stärkste Patrick Wolf Album, mit wunderschönen, herzzerreißenden Balladen und düsteren Elektro-Krachern. So sind wir natürlich nur um so gespannter, wie er mit “The Conquerer” nach diesen 14 Stücken noch eins draufzusetzen vermag. Sorry, nicht einfach nur 14 Songs, sondern 14 mit “Album des Jahres” Charakter.










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Patrick Wolf – Video zu “Hard Times”

Nur noch ein neun Mal schlafen, dann steht mit “The Bachelor” nach langem Warten endlich das neue und sehr gelungene neue Patrick Wolf Album in den Läden. Um die Warteziet zu verkürzen gab es ja bereits das erste Video zur UK-Single “Vulture” und nach wie vor den Album-Stream auf Patrick’s Myspace. Zur zweiten Single “Hard Times”, der ersten offiziellen in Deutschland, gibt es nun auch Futter in sehr gelungener Video-Form.
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Patrick Wolf – “The Bachelor” im Stream

Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Patrick Wolf’s “The Bachelor” irgendwann gestreamt wird. Dass es knappe drei Wochen vor Release bereits so weit ist, freut uns natürlich um so mehr und so könnt ihr ab sofort auf dem Patrick Wolf Myspace das wirklich großartige Album in voller Länge streamen. Live könnt ihr Patrick dieses Jahr bereits im Sommer sehen, bevor er im Herbst bestimmt für eine komplette Tour kommen wird:
19. Juli, MELT! Festival, Ferropolis
13. August, Opernterrassen, Köln
14. August, Dockville, Hamburg
23. August, Highfield, Erfurt
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James Yuill – verschenkt Remix von Patrick Wolf’s “Hard Times”

Passend zum Release des vierten Patrick Wolf Albums “The Bachelor” gab es hier ja inzwischen die ein oder andere Meldung. Mal abgesehen von der traurigen Nachricht, dass auch Patrick nicht vor einem Leak nicht gefeilt war, gibt es auch wieder positives zu berichten. James Yuill hat sich vor Kurzem der neuen Single “Hard Times” angenommen und dem Song seinen eigenen Stempel verpasst. Den Remix kann man sich direkt hier auf Yuill’s Blog runter laden. Tolle Sache das, wir wünschen euch viel Spaß damit. Die Single wird am 12. Juni erscheinen, wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.















