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Clap Your Hands Say Yeah – Hysterical

clapyourhands

Als Clap Your Hands Say Yeah 2006 ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten, ging ein Hype durch die Musikszene. Die Band gewann durch charmante Kompositionen und einem Schuss Unbekümmertheit die Herzen für sich. Dabei war das charakteristische für sie die verquer arrangierten Songs, die trotzdem nichts von ihrer Hörbarkeit einbüßen mussten. Das zweite Album “Some Loud Thunder” trieb das Verquere etwas mehr auf die Spitze und schenkte trotzdem charmant tanzbare Musik.

Weniger experimentell kommt das dritte Album “Hysterical” der New Yorker daher. Das verknarzte, … Continue Reading

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CSS – La Liberación

CSS

Als CSS 2006 mit ihrem Debüt „Cansei de Ser Sexy“ in die Öffentlichkeit traten, begeisterten sie mit Frauenpower – doch feministisch wirkten die fünf Mädels (und der eine Junge) nicht, sondern frech, punkig und aufregend. Das Album begeisterte mit einprägsamen Melodien und Zeilen wie „Let’s Make Love And Listen To Death From Above“. Dabei schimmerte die Do-It-Yourself -Manier der Gruppe durch.
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Gang Gang Dance – Eye Contact

ganggangdance

Das fünfte Album der New Yorker Gang Gang Dance besticht durch sein schönes Cover, von dem uns ein Insekt anschaut, das über und über mit Wassertropfen geschmückt ist -eine juwelenhafte Erscheinung. Ähnlich glitzernd geht es auch musikalisch zu.

Lautmalerei ist hier das Credo. Es geht um keine eindeutigen und einprägsamen Melodien, sondern um abstrakte Kunst aus Ambient und Electro, angehaucht von traditioneller außereuropäischer Musik (auch Weltmusik genannt). Schon der Opener … Continue Reading

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Miyagi Abschiedskonzert – AMP, Münster, 27. November 2010

Lange versuchte ich diesen Tag einfach zu verdrängen, aber letztendlich kommt man um gewisse Dinge leider nicht herum. Am Samstag war es dann soweit. Miyagi luden ein zum Abschiedskonzert im münsteraner Amp. Die Abendkasse brauchte man an diesem Tag nicht mehr. Das Konzert war kurz vor Beginn ausverkauft, was ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten war.

Ohne Support stürmten die fünf um kurz nach 22 Uhr die Bühne. 250 Gäste. Das Amp platzte aus allen Nähten. Zu Recht. Das, was uns Miyagi in den letzten Jahren live geboten hatten, wollten alle Anwesenden selbstverständlich noch ein letztes Mal erleben… um sich das Konzert so fest ins Gedächtnis einbrennen zu lassen, dass man es zu seinen Lebzeiten nicht mehr vergisst. Wer an diesem Abend das erste Mal in den Genuss gekommen ist Miyagi on Stage zu erleben, wird sich wohl noch Jahre lang ärgern diese Band nicht schon früher gekannt zu haben.

Für Tränen war an diesem Abend aber definitiv nicht viel Platz. Miyagi hauten einen genialen Song nach dem anderen raus und letztendlich musste ich wirklich feststellen, dass sie am Samstag alle Titel gespielt haben, die seit ihrer Gründung veröffentlicht wurden… zusätzlich natürlich auch die neuen Songs, die sie gerade wöchentlich in ihrem Adventskalender verschenken. „Reborn“ und „Hand in mine“ fügten sich perfekt zum Set mit den älteren Titeln ein und wurden genauso mitgesungen, mitgegröhlt, mitgeschrien wie alle anderen Lieder.

Die beiden bis jetzt veröffentlichten neuen Songs lassen erkennen welches Potential noch in dieser Band gesteckt hat. Aber wie die fünf ja auch schon bei der Bekanntgabe der Trennung sagten, ist es definitiv besser Miyagi auf dem Höhepunkt aufzulösen als nicht mehr die notwenige Energie reinstecken zu können, die erforderlich wäre, um die Band auf dem Niveau weiterführen zu können.

Miyagi begleiteten mich nahezu täglich seit ich das erste Mal vor dem Eurocityfest 2008 in ihre Songs reingehört habe. Viele Konzerte folgten und das Abschiedskonzert war neben der Albumreleaseparty ihres Debütalbums „Hydraulic Son“ im November 2008 definitiv das Beste, was ich von den fünfen gesehen habe. Als dann für einen Song auch noch der ehemalige Gitarrist Jörn (I am the Architect) wieder zurück an die Gitarre geholt wurde, war mein Abend perfekt.

Wer behauptet, dass er als Daniel für das ruhige „Chimes“ an die Gitarre wechselte nicht die eine oder andere Träne zurückhalten musste, kann eigentlich nur lügen. Und wer es wagt diese Band nur auf „Whatever 2.0“ zu beschränken, hat einfach keinerlei musikalisches Verständnis, geschweige denn Geschmack. Besonders gefreut habe ich mich über „Holidays in Okinawa“, „Ice Cream“, „Misery/Battery“, „Sideways“ und natürlich über meinen absoluten Favoriten vom Album „Shoot Shoot“.

Das Konzert, der Abschied oder die eigentliche EP-Releaseparty, wie Sänger Stefan so schön sagte, war wirklich das Beste, was ich dieses Jahr auf den Bühnen dieser Welt erlebt habe. Das Ende war kurz und schmerzlos… obwohl die Jungs schon ziemlich traurig aus der Wäsche guckten, als sie von der Bühne verschwanden. Wie ich, haben sie wahrscheinlich auch erst danach realisiert, dass das Kapitel Miyagi nun für immer vorbei ist.

Was bleibt mehr zu sagen? Wer nicht dort war, hat definitiv was verpasst und wer dort war, weiß was im Amp abgegangen ist.

Ihr werdet fehlen. Absolut… aber immerhin hinterlasst ihr der Welt drei geniale EPs und euren hydraulischen Sohn. Vielen, vielen Dank für die schöne Zeit und die Erinnerungen, die ich mit eurer Musik verknüpfe.

Macht’s gut… Miyagi.

Fotos: Chiara WhiteTapes mehr hier

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Warpaint – The Fool

Ein Debüt, das an den Shoegaze Sound der frühen Lush oder Ride erinnert, 80er Goth psychedelisch neu interpretiert und dem Dreampop von Mazzy Star Tribut zollt.

Mit den hyptnotisierenden, elfenartigen, mehrstimmigen Gesängen in „Stars“, den kosmisch aber gleichzeitig eindringlichen Gitarren von „Elephants“ und der großartigen Halb-Cover-Halb-Eigenkreation Billie Holiday (die sich im Vorbeigehen kurz das Beste vom Motown Klassiker „My Guy“ klaut), hatten Warpaint schon mit der EP „Exquisite Corpse“ mehr als überzeugt.

Nachdem ursprünglich Schauspielerin Shannyn Sossamon hinter den Drums saß, sowie nach ihr Josh Klinghoffer, der dann als Gitarrist von den Red Hot Chilli Peppers abgeworben wurde, hält seit Herbst 2009 Stella Mozgawa bei Warpaint die Drumsticks in den Händen. In der LA-Szene schon seit allerspätestens 2008 bekannt, als sie „Exqusite Corpse“ bereits selbst veröffentlichen, bevor Manymal Vinyl sich 2009 der Sache annahm, sollte der Rest der Welt erst 2010 auf Warpaint aufmerksam werden:

Zwei Jahre, einen Rough Trade Plattenvertrag und ein NME Cover später steht „The Fool“ in den Läden und mit ihrem Debüt fordern Warpaint nicht nur einen Stück vom Kuchen, sondern gleich die gesamte Bäckerei. Was mit „Set Your Arms Down“ und „Warpain“ noch relativ zahm eingeleitet wird, findet mit Undertow seinen ersten Höhepunkt. „Now I’ve got you in the undertow“ sorgt dafür dass die seit Sekunde 1 bestehende Gänsehaut nochmal um mindestens 2cm anwächst.

Warpaint entführen in eine Welt in der alles sphärisch und schwebend scheint. Die Stimmen von Emily Kokal und Theresa Wayman wirken so schwerelos wie ihr Gitarrenspiel, die Basslinien von Jenny Lee Lindbergh, die manchmal mehr wie Melodie als Rhythmus scheinen, fließen mühelos in den Klangteppich mit ein, der von Stella Mozgawas präzisem Schlagzeugspiel zusammengehalten wird.

Dieses Album läuft mit Dir durch den Wald und flüstert Dir Geheimnisse ins Ohr.

Warpaint haben mit „The Fool“ ein Album gemacht, das über hippe Elektro Acts oder bärtige Genie-Singer/Songwriter Trends nur lächeln kann und sich durch seine eigene Atmosphäre und Klanglandschaft vermutlich in vielen Jahresbestenlisten 2010 wiederfinden wird.

Um mit einer Zeile aus der Vorab EP zu schließen: „Oh wonderful one, why are you like that?“ Oh Warpaint, zum Glück seid ihr so!

★★★★★★★★★☆
Warpaint

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Tim Kasher – The Game Of Monogamy

Insgesamt ein Dutzend Alben hat der inzwischen 3 Dutzend Jahre alte Amerikaner Tim Kasher nun schon mit seinen Bands Cursive und The Good Life veröffentlicht. Für Album Nr. 13 (Commander Venus und andere Projekte nicht mitgezählt) hat das Saddle Creek Urgestein nun eine Besonderheit überlegt. Er ließ seine Wahlheimat Kalifornien hinter sich, zog sich nach Montana zurück und nahm ein Solo-Album auf. Obwohl erstmals sein Name auf dem Albumcover steht hat er sich thematisch nicht wirkllich neu orientiert. Es sollte in seinen Solo-Kompositionen um die Liebe und die damit verbundenen Irrungen und Wirrungen gehen. Entstanden ist ein Konzept-Album über dieses klassische Musiker-Thema, das sich einem ganz besonderes Aspekt des menschlichen Beisammenseins widmet, der Monogamie. Jenes Konstrukt, bei dem zwei Menschen übereinkommen nur den jeweils anderen zu lieben. Aus eigener Erfahrung, oder auch nur aus dem Freundeskreis wird der ein oder andere sicherlich wissen, dass diese Übereinkunft nicht immer unproblematisch verläuft.

Mancher wird dadurch sogar zum Zyniker, andere bleiben ihr Leben lang hoffnungslos romantisch und suchen nach ihrem Seelenpartner. Mit 36 Jahren hat Tim Kasher sicherlich auch die ein oder andere Erfahrung mit dem “Spiel der Monogamie”, wie er das Album nun genannt hat. Und da die Liebe, bzw. Beziehungen nicht immer nur leise sind, hat er auch einmal eben das Glacier National Symphony-Orchestra ins Studio geladen. Das bedeutet, sein getriebener Gitarren-Pop wird angereichert durch Bläser aller Art, von Trompeten, über Posaunen, Tubas und auch Flöten. Hinzu kommen noch einige Streichinstrumente, wie Geigen und sogar eine Harfe. Das verleiht den Stücken einen gewissen Retrocharme und sorgt teilweise auch für eine ordentliche Swingnote wie etwa bei “I’m Afraid I’m Gonna Die Here”. Beschwingt fröhlich sind auch Songs, wie “Cold Love” und “Bad, Bad Dreams”. Aber auch ruhigere Töne werden angeschlagen, wie etwa beim sanften “Strays”. Kasher’s Analysen der Monogamie sind zumeist zynisch, wie in “I’m Afraid I’m Gonna Die Here”, wo er singt

“Love, it makes you lazy,
you don’t ask questions anymore.
You settle into the furniture,
collecting cobwebs on the porch.”

oder schon beinahe verbittert, wie in “Cold Love”,

“We don’t know
where it’s taking us, but we don’t
know where we wanna go, so we
hold on and hope for happiness.
We hold on so we’re not alone.”

So ironisch, zynisch und beinahe verbittert seine Beschreibungen der Monogamie auch scheinen mögen, der Art, wie er seine kleinen Beobachtungen und Beschreibungen vorträgt kann sich nur schwer entziehen. Das macht “The Game Of Monogamy” zu einem echten Hör-Vergnügen in bester Tim Kasher Manier, auf dem der Wahl-Kalifornier seine Stärken einmal mehr voll ausspielt.

★★★★★★★★½☆
Tim Kasher

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Freelance Whales – Weathervanes

Hört man im Zusammenhang mit einer Indie-Band als Herkunft New York, kommen die Bands in gefühlten 99% der Fälle aus Brooklyn. Vielleicht auch der Grund, warum die nun in Queens heimischen Freelance Whales auch in Brooklyn verortet werden. Aber das dürfte für sie in Ordnung sein, schließlich ist der Buzz um Bands aus Brooklyn immer noch ein wenig größer und Freelance Whales hatten es bisher schwer genug ihr Album erst einmal in den USA zu veröffentlichen und es dann auch noch über den Atlantik nach Europa zu bringen. Mit ihrer Liebe zu vielschichtigen Klangwelten und Geistergeschichten eroberten sie zunächst nur die Herzen einiger Fans, darunter auch amerikanische Blogger. Die lobten das selbst veröffentlichte Debüt “Weathervanes” so über den Klee, dass sie Anfang diesen Jahres eine Heimat bei French Kiss Records fanden und ein halbes Jahr nach dem Eigenrelease einen offiziellen Release feiern durften. Noch ein halbes Jahr später ist das Album nun auch in deutschen Landen zu haben, Sony Music und dem Hamburger Label Devil Duck Records sei Dank.

Ohne einen hiesigen Release wäre deutschen Musikfans nämlich ein kleiner Schatz vorenthalten geblieben. Ein Schatz, den man musikalisch am ehesten irgendwo Richtung Twee- und Dream-Pop verorten kann, wie das mit Brooklyn-Bands ja auch gern gemacht wird. Mit Banjo, Glockenspiel, Harmonium, Laptop-Klängen und kleinen Chören erschaffen sie niedliche Klänge, die mal an Sufjan Stevens, Death Cab For Cutie, Arcade Fire und sogar ein wenig Passion Pit erinnern und immer sanft und verträumt erzählt werden. Was hier erzählt wird ist eine kleine Gespenstergeschichte in musikalischer Form. Die Geschichte eines Mädchens, das sich in einen Gespensterjungen verliebt, erzählt in einfachen, plakativen Worten. Ein wenig, wie “Where The Wild Things Are” als Geistergeschichte, neu im Tim Burton Stil interpretiert. Dazu passen auch die Videos auf der Homepage der Band und vor allem auch die Illustrationen im Booklet, die in einfachen Bleistiftzeichnungen ein paar der Szenen in dunklen Bildern illustrieren. Die träumerischen Klänge bilden einen schönen Gegensatz zur leicht düsteren Geschichte und verstärken damit den positiven Eindruck. Ein wenig schade ist dabei nur, dass “Weathervanes” manchmal, wie bei “Location” zu sehr nach den Einflüssen, in diesem Fall Sufjan Stevens, klingt und gegen Mitte des Albums etwas abflacht. Dafür entschädigt aber das großartige “Generator ^ Second Floor” gegen Ende, das zwar wieder nach Sufjan Stevens klingt, aber eine mitreißende Melodie mit toller Gesangslinie hat. Mit “The Great Estates” haben sie zudem ein echtes kleines Folk-Pop-Schmankerl als letzten Song gesetzt, so dass man gern über die Parallelen zu anderen Bands hinweg sieht und zu einem guten Gesamturteil gelangt. Darüber hinaus gibt es für die niedliche kleine Gespenstergeschichte noch ein paar Extrapunkte, da sie sich hiermit wiederum stark von anderen Bands abheben können, die über die immer gleichen Themen singen. Spannend wird nun sein zu beobachten, wie sich diese New Yorker weiter entwickeln. Jede Menge Potential für einen Erfolg, der über den Status “Sufjan Stevens für kleine Schwestern” hinaus geht bringen sie jedenfalls mit.

★★★★★★★★☆☆
Freelance Whales

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Gregor McEwan – Houses and Homes

Es ist Herbst. Das merkt man nicht nur an den langsam aber sicher kahl werdenden Bäumen, den sinkenden Temperaturen und den stärker werdenden Stürmen, sondern auch an der zunehmenden Release-Dichte sogenannter Herbstmusik. Gern gemacht von jungen Männern mit akustischer Gitarre und sanfter Stimme. Sehr aktuelle Beispiele sind etwa Johannes Mayer, alias The Late Call mit seinem neuen Album “You Already Have A Home”, oder auch das schwedischen Projekt The Grand Opening, deren drittes Album “In The Midst Of Your Drama” ebenfalls ganz frisch in den Läden steht. In Deutschland singen diese jungen Männer vorwiegend auf Englisch, da viele ihrer Vorbilder aus dem englischsprachigen Raum kommen.

Wohl auch, da es deutschsprachige Singer-Songwriter noch ein wenig schwerer haben wirklich ernst genommen zu werden. Hagen Siems, Sänger der mittlerweile aufgelösten Helter Skelter, hat sich deshalb konsequenterweise mit Gregor McEwan auch direkt einen englisch klingenden Künstlernamen zugelegt und präsentiert mit “Houses and Homes” dieser Tage sein Solo-Debüt. Eine Sammlung von Songs, die ihn teilweise bereits seit 2005 begleiten und zusammengewachsen sind zu einem Album, auf dem er jene Geschichten erzählt, die man üblicherweise so bei Herbstmusik findet, nämlich Liebe, Sehnsucht, Melancholie und wie im Fall von Gregor McEwan bereits der Albumtitel zeigt, das Zuhause. Für die Aufnahmen in Berlin und Hamburg hat er jede Menge Freunde im Studio versammelt, darunter etwa Jonas Künne von Black Rust an der Mandoline. Das Ergebnis sind Arrangements, die vor allem von sanften Gitarrenspiel und der ruhigen Stimme von Gregor McEwan getragen werden. Dabei gelingt es ihm aus diesen beinahe jeden Herbst inflationär kombinierten Zutaten wirklich mitreißende Songs zu schaffen, denen man sich nur schwer entziehen kann. Etwa in “Together Alone”, das beinahe etwas an “Be Good Or Be Gone” von Fionn Regan erinnert. Gerade aber, wenn er sich, wie in “Vs” noch von einer zarten Frauenstimme begleiten lässt, ruft das auch die ein oder andere Gänsehaut hervor und man fühlt sich erinnert an Songs von Ryan Adams “Heartbreaker”. In “A Part Of You” erschaffen beide dann eine so dichte Atmosphäre, dass man sich schnell darin bestätigt fühlt, dass auch deutsche Singer-Songwriter mit englischen Texten durchaus internationales Format entwickeln können und mehr sind als nur die Summe ihrer Einflüsse.

★★★★★★★★☆☆
Gregor McEwan

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Sea Wolf – White Water, White Bloom

Was haben Alex Brown Church und John Griffith Chaney gemeinsam? Zunächst wohl nicht so viel, da man beide Namen eher seltener so liest. Letzterer ist bekannter unter seinem Pseudonym Jack London, unter dem er viele Romane und Erzählungen veröffentlichte. Geboren wurde er in Kalifornien. Ebenso, wie Alex Brown Church, der sich für seine musikalischen Ausflüge den Namen Sea Wolf gab, nach einer Romanfigur des ebenfalls aus Kalifornien stammenden Jack London. Kurz zusammengefasst also, ein junger Mann, der seine Erzählungen in Form von Songs vorträgt hat sich nach einer Figur aus einer Erzählung eines verstorbenen Autoren benannt, der ebenfalls aus seiner Heimat stammt. Oder vielleicht doch nur nach einem Meeresbewohner? Okay, lassen wir das. Mit “White Water, White Bloom” wird nun jedenfalls endlich das zweite Sea Wolf Album in hiesigen Gefilden veröffentlicht, nachdem die USA bereits im letzten Jahr in den Genuss kamen.

Produziert wurde das Album von Bright Eyes Mitglied und Saddle Creek Stammproduzent Mike Mogis. Wie sein Namensstifter bedient Church sich einer gewissen Eloquenz und schmückt seine Songs mit lebendigen Bildern aus. Dabei nutzt er vor allem Bilder der Natur, in Form der stetigen Veränderung, der sie durch die Jahreszeiten unterworfen ist. Natürlich spielt auch die See eine gewisse Rolle, schließlich steht sie, wie kaum ein anderer Lebensraum für Weite, Sehnsucht und auch ein gewisses den Naturgesetzen Ausgeliefertsein. Sehr stark eingefangen gleich im beinahe orchestralen Opener “Wicked Blood”, dort singt er “You’re the whispering kind/dark sapphire blood/A vision of veils/all shimmery white/like a backdrop of sails/all aglow from the light/of the wonder behind/at a starry night”. Musikalisch verbindet Church Americana mit Country, Folk und Rock, irgendwo im Dunstkreis von Pete Yorn (dessen Album “Back & Fourth” übrigens auch von Mike Mogis produziert wurde), wahlweise Jakob Dylan und den Wallflowers und ein wenig auch Bright Eyes. Allerdings merkt man den Stücken auch ganz deutlich an, dass Church sich einem gewissen Pop-Appeal und Radiotauglichkeit nie ganz entziehen möchte. Dabei verlässt ihn leider manchmal ein wenig die Experimentierfreude und er zieht sich lieber in seichtere Gewässer zurück. Denen verdankt er es zwar, dass er es auf den Soundtrack zu den unsäglichen Twilight Filmen geschafft hat, ein wirklich über ganze Länge überzeugendes und mitreißendes Album gelingt ihm dadurch aber leider nicht. Mit Volltreffern, wie “Wicked Blood”, dem Titelsong “White Water, White Bloom” und dem tollen “Your’re A Wolf” sind aber immerhin einige Stücke dabei, die man immer mal wieder gern anhört.

★★★★★★☆☆☆☆
Sea Wolf

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The Strange Death Of Liberal England – Drown Your Heart Again

Timing ist manchmal einfach alles. So sehr, dass viele Releases minutiös geplant werden. So erscheint es dann auch fast schon nicht mehr wie ein Zufall, dass The Strange Death Of Liberal England zunächst ihre 2005er Debüt-EP “Stop/Go Happy/Sad Forward/Forward”, dann ihr 2007er Debüt-Mini-Album “Forward March!” im selben Jahr veröffentlichten, wie Arcade Fire ihr Debüt “The Funeral” und in der Folge ihr zweites Album “Neon Bible”. Die Musikszene war also angefixt für den euphorisierendend Sound der Folk-Popper aus Kanada und in diesem Zuge bekam auch die Band aus Leeds wegen ihres doch recht ähnlichen hymnischen Sounds, nebst eigenwilligen Gesangsstils, etwas mehr Aufmerksamkeit, als wohl ohne Arcade Fire drin gewesen wäre. Drei Jahre haben sich die Engländer seitdem für ihr Debüt-Album Zeit gelassen. Was zunächst so wirkt, als hätte die Band einfach nur die Songs reifen lassen wollen, oder es zuvor einfach keinen Vertriebs-Partner gefunden, hat dann doch leider den Beigeschmack von Berechnung, wenn man bedenkt, dass vor ein paar Monaten das dritte Arcade Fire Album “The Suburbs” für großen Trubel und Chart-Erfolge der Kanadier sorgte.

Ausgerechnet also jetzt erscheint dann mit “Drown Your Heart Again” das Debüt von The Strange Death Of Liberal England. Das wäre eigentlich auch kein Problem, wenn sich The Strange Death Of Liberal England nicht in den letzten drei Jahren noch ein wenig mehr dem Sound von Arcade Fire angenähert hätten. Schon klar, normalerweise soll man sich an solchen Auffälligkeiten nicht so aufhalten, aber hier stechen sie doch sehr ins Auge. Auch die Ähnlichkeiten im Sound lassen sich wohl nicht leugnen. Die Band stampft mit opulenten Arrangements und einer extremen Intensität voran und steigert sich in den Refrains des öfteren ins hymnische. Aber diese Qualitäten haben Arcade Fire natürlich nicht allein gepachtet, allerdings wohl ohne Zweifel perfektioniert. Allerdings scheint es The Strange Death Of Liberal England scheinbar ein wenig leichter zu fallen, ihre beinahe orchestralen Arrangements mit einer unbändigen Sehnsucht zu füllen. Jede Gesangslinie Adam Woolway scheint sich zu verzehren. Die Engländer nutzen dabei vorwiegend Vergleiche mit der See. Die steckt schon im Albumtitel “Drown Your Heart Again” versteckt und offenbart sich in Stücken wie “Rising Sea”, “Lighthouse” und “Flagships”. Ob das nun für eine Band, die mitten aus den Midlands stammt nun authentisch ist, sei einmal dahingestellt, gerade bei “Rising Sea” ist diese Sehnsucht so intensiv vorgetragen, dass es einen auch beim Hören beinahe verzehrt. Eine Qualität, die The Strange Death Of Liberal England bei allen Zufälligkeiten, was Termine angeht, auf jeden Fall zu mehr als einem Geheimtipp machen sollte. Und wer weiß, vielleicht ist im Zuge der momentan so angesagten kanadischen Indie-Folk-Popper von Arcade Fire ja nun wirklich etwas mehr Aufmerksamkeit für die Engländer drin.

★★★★★★★½☆☆
The Strange Death Of Liberal England
The Strange Death Of Liberal England auf Tour mit Slut

10.11.10 Köln // Luxor
11.11.10 Stuttgart // Schocken
Support von Slut


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The Strange Death Of Liberal England – Rising Sea by RevolverPromotion

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