Mit bis zu elf Köpfen handelt es sich bei Emanuel …
Ryan Aadms & The Cardinals – Gratis-Dowload “Destroyers”
Wir berichteten ja bereits, in Kürze wird Ryan Adams die beiden nach “Jacksonville City Nights” eingespielten The Cardinals Alben “III” und “IV” veröffentlichen. Die Vorfreude ist bereits groß und so haben wir natürlich auch schon beim nun gestarteten Vorverkauf zugeschlagen. Toll auch, auf der neuen Homepage von Ryan gibt es ab sofort bereits den Track “Destroyers” in WAV-Qualität zum Gratis-Download.
Foto: Pressefreigabe
Neal Casal – Roots & Wings
Das Verdeck runter, den Sitz zurück, die Stereoanlage auf laut gestellt und über den “Superhighway” durch die Sun-States, das dürfte das perfekte Szenario sein, um Neal Casal’s neues Album “Roots & Wings” am zu hören. Die Reise geht gut gelaunt und zurückgelehnt los, mit dem entspannten Americana-Song “The Losing End Again”, bei dem die Sonne lacht und wir weite Felder passieren. Wir nähern uns der Wüste, der Casal’sche Folk-Sound wird etwas spröder und der Himmel färbt sich vanillefarben, die Sonne geht bald unter, Casal fährt weiter, bis er “Tomorrow’s Sky” sieht, einem sehr ruhigem Folk-Song, der so auch Platz auf einer von Ryan Adams früheren Whiskeytown-Platten gefunden hätte. Adams ist unser Stichwort, seit Casal’s Einstieg als Chef der Cardinals ist “Roots & Wings” Neal Casal’s erstes Soloalbum, neben dem Bemühen das Enfant Terrible Ryan Adams auf dem richtigen Pfad zu halten und den Aufnahmen zu “Cardinology” hat Adams’ großes Vorbild nun also auch wieder Zeit für sein Solowerk gefunden. Ob die Cardinals auch ohne Adams weiter machen werden ist noch ungeklärt, klar ist aber, dass Casal weiter macht, neben seiner Soloarbeit hat er auch bereits seine alte Band Hazy Malaze wieder erweckt.
Dabei verspürt Casal auch keinen offensichtlichen Druck, anders als sein Buddy Ryan Adams lässt er sich Zeit. Zeit, die er vor allem den Stücken gönnt, er lässt sie langsam entfalten, baut behutsam Spannungsbögen auf und singt mit lässiger Tonlage. Die Dramarturgie der Stück auf “Roots & Wings” ist dementsprechend zurückgelehnt und durchweg positiv, Casal spricht zwar textlich auch die negativen Seiten des Lebens und der Liebe an, der Silberstreif am Horizont strahlt aber immer hell. Dabei bedient er sich musikalisch bei den Wurzeln des Americana, die er in den letzten knapp 15 Jahren seiner Karriere nicht unwesentlich bereichert und ausgekitzelt hat. Er beflügelt sich sprichwörtlich selbst zu einem durchweg schönem Stück Folk-Musik, dabei übertreffen seine Songs nie die Dringlichkeit der Stücke von Adams, aber dennoch sorgt Casal auf “Roots & Wings” für einige Momente, die selbst Adams so nur ganz selten gelingen. Da spielt auch der Aspekt Zeit wieder rein, Zeit die der manische Workaholic Adams seiner Arbeit nie lassen wollte, die sich Casal aber nur zu gerne nimmt, um sich den Songs gebührend zu widmen. Oder einfach gesagt, Casal ist der Typ Jogi Löw anno 2006, der coole Stratege im Hintergrund, der Klinsmann / Adams den Rücken frei hält und dennoch sicher stellt, seinen Weg gehen zu können. Einen Weg, für den das Cabrio aus der Garage geholt wird, um lässig über die Highways zu cruisen.
Roots & Wings Album-Player:
Ryan Adams – EP zum Valentinstag
Am nächsten Samstag begehen die Pärchen dieser Welt einmal mehr den Tag der Liebenden, einer dieser Tage, der durch die richtige Wahl der Musik noch gelungener begangenen werden kann. Eine gute Wahl ist da natürlich immer Ryan Adams, das weiß auch Mr. Adams und veröffentlicht pünktlich zu diesem Tag die “Extra Cheese EP” bei iTunes. Darauf enthalten neben sechs bekannten Liebesliedern von ihm auch noch das unveröffentlichte “Hey There Mrs. Lovely”. Ein Schelm, der im Zusammenhang mit Adams’ angekündigter Karrierepause Böses dabei denkt.
Two
Blossom
Answering Bell
Evergreen
My Love for You Is Real
Desire
Hey There, Mrs. Lovely
Video zu “Answering Bell”
Jesse Malin – Mercury Retrogade (Live in New York City)
Wenn es keine Belege gäbe würde einem wohl heute kaum jemand glauben, dass Jesse Malin in seiner Vergangenheit bei D Generation Punk-Musik gemacht hat. Inzwischen gilt er, nicht zuletzt dank zweier von Ryan Adams produzierter Alben, als ein sehr begnadeter Singer-Songwriter und ist so etwas wie der Freund der Stars in New York. Früher einmal Weggefährte von Joey Ramone, inzwischen lange Zeit Buddy von Ryan Adams, Duett-Partner von Bruce Springsteen, Jesse scheint sie alle zu kennen und alle scheinen ihn zu lieben. Da ist es kein Wunder, dass zwei Abende, an denen Malin letztes Jahr um Weihnachten zu Konzerten in der New Yorker Mercury Lounge bat ausverkauft waren. Das Besondere an diesen Abenden, die Verstärker blieben aus und alle Songs wurden sozusagen unplugged vorgetragen.
Nach dem Cover-Album “On Your Sleeve” also das nächste Experiment. Einen dieser besonderen Abende hat Malin nun als “Mercury Retrograde” zu seinem ersten Live-Album gemacht. Und seine rockigen, Power-poppigen Stücke funktionieren auch runter gebrochen auf Akustik-Gitarre und Klavier. Seine Balladen werden durch den Verzicht auf die elektrische Gitarre noch mitreißender, wie etwa im Stück “Since You’re In Love”, dass in der Akustik-Version perfekt in den weihnachtlichen Rahmen passt, in dem es aufgenommen wurde. Wer schon einmal auf einem Konzert von Jesse Malin war, der weiß auch, dass er es nicht beim einfachen Spielen seiner Stücke belässt. Nach beinahe jedem Stück hält er kurz inne und erzählt dem Publikum Anekdoten über das Leben auf Tour, darüber, was er von George W. Bush hält und über die Bedeutung einiger Stücke. Das ist auf Konzerten auch immer sehr unterhaltsam, nur erschließt sich der Sinn diese Anekdoten auf das Live-Album zu packen nicht so ganz, abgesehen davon natürlich, dass sie fester Bestandteil einer Jesse Malin Show sind. Als Bonus sind auf “Mercury Retrograde” zusätzlich noch fünf sehr schöne, bei den Aufnahmen zu “Glitter In The Gutter” im Studio eingespielte Weihnachtslieder enthalten. Darunter auch ein Cover von “Fairytale In New York”, einer Liebes-Erklärung an New York.
Video zu “Broken Radio” (feat. Bruce Springsteen):
httpv://www.youtube.com/watch?v=S5KVwj6si3g
Ryan Adams and The Cardinals – Cardinology
Nachdem Ryan Adams’ letztes Album Easy Tiger zwar als Soloalbum angelegt, aber vom Sound dennoch ein Cardinals Album war, trägt das neueste Werk nun wieder den Schriftzug Ryan Adams and The Cardinals und den schmucken Titel “Cardinology”. Das eindeutigste Bekenntnis von Ryan Adams zu einer Band seit seiner Zeit mit Whiskeytown. So bodenständig dieses Bekenntnis zu den Cardinals scheint, so gesetzt klingt das Album. Ryan Adams ist zufrieden, nach Drogeneskapaden und Skandalen ins Reine mit sich selbst gekommen und nun voll auf der Spur. Mit “Cardinology” setzt er nun den auf “Easy Tiger” eingeschlagenen Pfad fort.
Das ist selbst für ihn nach neun Alben ein Novum, denn bisher zeichneten sich seine Alben immer dadurch aus, dass sie nichts mit dem Vorgänger zu tun haben (mal abgesehen natürlich von “Love Is Hell” Part 1 und Part 2). Der Sound ist nun erwachsener, das bedeutet aber noch lange nicht, dass er deshalb auch langweilig geworden ist. Das Siegel “Cardinals” bedeutet einen rockigen Country- / Folksound, der auf Cardinology gekonnt umgesetzt wurde. Die ersten vier Tracks hätten sich auch ähnlich schon auf “Cold Roses”, dem Wendepunkt in Adam’s Solo-Karriere, wiederfinden können. “Born Into The Light” und “Go Easy” in der Fraktion der bluesigen Alt.Country-Rocker, “Fix It” bei den flehenden Folk-Rockern und “Magick” bei verspieltem Garage-Rock. Mit “Cobwebs” ist auch eine wunderschöne Ballade voller Herzschmerz auf “Cardinology” enthalten, die nur noch von “Stop” am Schluss getoppt wird, niemand scheint so schön zu Jammern wie Ryan Adams, allerhöchstens noch Jeff Buckley, aber der ist nun leider schon eine Weile nicht mehr. Tracks wie “Natural Ghost” und “Evergreen” verblassen gegen die restlichen Songs etwas, mindern aber nicht den Eindruck, dass Ryan Adams auch völlig clean und ohne Weltschmerz hervorragende Alben schreiben kann.
Performance von “Fix It” bei David Letterman:
Ryan Adams & The Cardinals – Cardinology
Ryan Adams hat es neben Vorbereitungen für die Veröffentlichung seines literarischen Erstlings und exzessivem Touren in Amerika und England, mit seinen Cardinals geschafft den Nachfolger zum letzten Cardinals-Werk “Jacksonville City Nights” aufzunehmen. “Cardinology” heißt das Werk, erscheint am 24. Oktober und legt ganz offensichtlich den Schwerpunkt noch stärker auf den Cardinals Bandsound, als auf die Solowerke von Ryan Adams legt.
Die vorläufige Trackliste:
Fix It
Magick
Let Us Down Easy
Like Yesterday
Go Easy
Sink Ships
Born Into A Light
Cobwebs
Crossed Out Name
Natural Ghost
Evergreen
Stop
Video zu “Follow The Lights”:
Homepage Ryan Adams
Ryan Adams Myspace
Iain WhiteTapes
Conor Oberst – Conor Oberst (s/t)
Spätestens seit Conor Oberst 2002 sein bisher beeindruckendstes Werk “Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground” veröffentlicthe, gilt er als das Wunderkind der Singer-Songwriter Zunft und hat den Ruf eines labilen Sensibelchens. Eine Art juvenile Mischung aus dem Talent von Bob Dylan und der Sensibilität von Kurt Cobain. Die Vergleiche zu Kurt Cobain dürften inzwischen rarer werden, zum Einen, weil Conor anders als Kurt Cobain das 28te Lebensjahr vollendet hat.
Zum Anderen, weil Conor inzwischen erfolgreich den Drogen, in seinem Fall dem Alkohol, abgeschworen hat und nun zufriedener und glücklicher als noch vor fünf Jahren wirkt. Klarer Beleg für diese Zufriedenheit auch, dass er inzwischen mit dem Publikum witzelt, statt es wie 2005 bei der “I’m Wide Awake It’s Morning”-Tour wüst und betrunken zu beschimpfen. Nach den Erfolgen mit den Alben “Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground” und “I’m Wide Awake It’s Morning” entdeckte Conor den Mystifizismus für sich, was 2007 deutlichen Ausdruck auf “Cassadaga” fand. Wie eine Art Flucht scheint da die Entscheidung von Conor in die Wüste zu gehen, um ein Soloalbum aufzunehmen. Soloalbum bedeutet bei Conor Oberst aber nicht, dass er ganz allein am Album arbeitet. Auf dem selsbtbetitelten Album, seinem ersten Soloausflug seit 1996, sind viele alte Saddle-Creek Bekannte zu hören. Neben Bright-Eyes Trompeter Nate Walcott geben u.a. noch Jason Boesel (Rilo Kiley) und Maria Taylors Bruder Macey als Mystic Valley Band ihr Können zum Besten. Das Album zeigt Elemente Conor’s frühen Songwritings, die er bei Bright Eyes in dieser Art nicht mehr hätte einbringen können. So wirkt das Album wie eine Art Rückbesinnung auf alte Stärken. Das Wort Stärken kann hier dann auch nicht genug betont werden, denn anders als bei “Cassadaga” gibt es auf Conor’s Soloalbum keine Füller. Da gibt es “UpTempo Folkrocknummern”, wie “I Don’t Want To Die (In The Hospital)” oder “Get-Well-Cards”, die riesig Spaß machen und bewschwingt voranpreschen. Daneben gibt es natürlich auch die gewohnt nachdenklichen, ruhigeren Conor Oberst Songs, wie “Eagle On A Pole”, oder “Lenders In The Temple”, mit an Weltschmerz grenzender Traurigkeit. Der Ruf des Wunderkinds jedoch wird Conor Oberst lange nicht mehr gerecht – denn wer es schafft über mehr als 10 Jahre konstant Alben dieser Qualität und selbstzerstörerischen Ehrlichkeit abzuliefern, zählt zu den ganz Großen!
Video zu “Souled Out!!!”
httpv://www.youtube.com/watch?v=bAUV-aZV-EM
Homepage von Conor Oberst mit Album-Stream
Homepage von Conors deutschem Label Cooperative Music
Wilco – Sky Blue Sky
Fragt man in einschlägigen Alternative-Country Internet-Foren nach den drei wichtigsten Musikern des Genres werden drei Namen am häufigsten fallen: Ryan Adams, Conor Oberst und Jeff Tweedy. Letztgenannter den Genre Fans bereits bekannt seit seiner Zeit als Frontmann der 90er Jahre Indie/Folk-Band Uncle Tupelo und einem breiteren Publikum spätestens seit Gründung der Band Wilco und deren Durchbruch 2004 mit Yankee Hotel Foxtrot. Wilco also jetzt nach erfolgreichem Medikamenten-Entzug von Jeff Tweedy zurück mit neuem Album und vielleicht so gut wie nie zuvor.
Pünktlich zu seinem im August anstehenden 40ten Geburtstag scheint Jeff Tweedy nach den experimentelleren Vorgängeralben den Entschluss gefasst zu haben wieder zu den Wurzeln seines Songwritings zurück zu kehren, also zu bodenständigerem, klassischem Alt-Country. Genre-Fans sind in diesem Jahr durch das neue Bright Eyes Album und den bevorstehenden Ryan Adams Release Easy Tiger (22.Juni) sowieso schon in Hochstimmung und erwarten natürlich großes, ein Versprechen, das Sky Blue Sky auch halten kann. Sie Songs auf Sky Blue Sky sind durchweg ruhig gehalten, typische Folk Songs mit eingängigen Melodien, die in jede Situation passen und zu einem Road-Trip ala Elizabethtown, oder einfach nur zum Träumen einladen. Der Hörgenuss wird auch nicht durch den Vergleich der Regierung George W. Bush’s mit Nazi-Deutschland (Impossible Germany) getrübt. Der Song ist einfach zu gut, um ihn aufgrund einer unglücklichen Metapher, wegen der deutsche Justizministerinnen schon ihren Hut nehmen mussten, nicht zu mögen. Auch der Titeltrack ist großes Songwriting und beweist, warum Jeff Tweedy zu den ganz Großen des Genres zählt. Besonders hervor zu heben seien noch Shake it Off, ein Blues-Kleinod, das so auch von Jack White hätte stammen können und Either Way, der vielleicht schönste Song des Albums. Insgesamt ist Sky Blue Sky ein grandioses Album in bester Folk-Tradition und eignet sich besonders für Hardcore Ryan Adams Fans, die Wartezeit bis zu Easy Tiger zu überwinden (noch ein Monat ist eine verdammt lange Zeit) Vielleicht gelingt es ja auch Wilco mit diesem Album endlich die in Deutschland schon lang verdiente Aufmerksamkeit zu erlangen. Verdient hätte es Sky Blue Sky, allein schon wegen des leicht bei Ryan Adams geklauten Titels (Blue Sky Blues einer seiner besten Songs) schon.
Ryan Adams – Easy Tiger
Endlich, Easy Tiger das neue Album von Ryan Adams ist da. Während Ryan’s letztes Album 29 zeitlich noch vor den Cardinals Alben Cold Roses und Jacksonville City Nights entstand, nun also sein erstes Soloalbum nach den Cardinals Platten. Solo heißt in diesem Fall allerdings auch nur, dass nur Ryan Adams auf der Platte steht und nicht Ryan Adams and the Cardinals. Dem Songwriting merkt man eindeutig an, dass die Cardinals mitgewirkt haben. Ganz deutlich wird das bei Tears of Gold und Pearls on a String, der erste ein typischer Cardinals Song, der vor Country Elementen strotzt und so auch auf Jacksonville City Nights (JCN) gewesen sein könnte.
Auch das Älterwerden wird wie bereits auf 29 weiter thematisiert mit I taught myself how to grow old. Einer von Ryan’s großartigsten Songs und jetzt schon einer seiner Klassiker. Einer der Höhepunkte des Albums ist Two, ein Duett mit Sheryl Crow. Fast so schön, wie Ryan’s Duett mit Norah Jones (Dear John) auf JCN, vielleicht sogar schöner, weil Sheryl Crow es zusammen mit Ryan im Studio eingesungen hat. Bei Dear John wurden damals leider nur die Gesangsspuren zusammengemischt, was man dem Song auch leicht anhört. Der Großteil des Albums zeigt jedoch den ruhigen amerikanischen Geschichtenerzähler Ryan Adams, der sich durch Folk-Balladen singt, die sich teilweise spärlich instrumentiert, manchmal aber auch mit voller Bandunterstützung, zumeist wunderschön zeigen und verdeutlichen, das Ryan ganz klar der amerikanische Singer / Songwriter ist. Nicht umsonst lädt ihn David Letterman regelmäßig in seine Show ein. Einen Song hat Ryan sogar seinen Fans gewidmet. Halloweenhead ist ein Name, der sich 2006 für Ryan Adams Fans durchgesetzt hat und jetzt der größte Rocker auf Easy Tiger. Alles in Allem ist Easy Tiger ein Album in bester Ryan Adams Manier, dass seit langem das beste Artwork einer Ryan Adams Platte hat und in bester Tradition seiner Klassiker Gold und Love is Hell steht.














