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Field Music – Live-Mitschnitt von Instore-Gig bei Amoeba Music

Kürzlich erlangte das Field Music Nebenprojekt School Of Language in England unverhoffte Bekanntheit. Die englische Niederlassung des Ford-Konzerns entschied sich nämlich dazu den Song “Rockist Pt. 1″ in der neuen Ford Fiesta Werbung einzusetzen. Ganz unten im Beitrag könnt ihr den gelungenen Spot einmal sehen. Die Qualität von Field Music steht natürlich auch völlig außer Frage und wurde mit dem dritten Album “Field Music (Measure)” auch wieder bestätigt. Dass nicht nur wir in Europa auf die Band abfahren, ist ebenfalls eine gute Nachricht und bringt den hübschen Nebeneffekt, dass die Band auch auf der anderen Seite des großen Teichs zu Instore-Gigs geladen werden. Dort spielten sie bei Amoeba Music einen Instore-Gig aus zehn Songs, den ihr hier, oder direkt bei uns anschauen könnt. Lohnt sich:


Youtube direkt

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Field Music – neues Album 2010

Vor knapp zwei Jahren verkündeten Field Music, dass die Band um die beiden Brewis Brüder erst einmal auf Eis gelegt wird, damit sie sich ihren Soloprojekten widmen können. Den Anfang machte David Brewis mit seinem Projekt School Of Language und dem zugehörigen Album “Sea From Shore”, auf dem auch sein Bruder Peter und Field Music Drummer Andrew Moore vertreten waren. Ähnlich funktionierte das bei Peter Brewis’ Projekt The Week That Was. Das gleichnamige Album, das unter seiner Regie eingespielt wurde erschien im August des letzten Jahres. Nach gemeinsamen Touren mit den Projekten des jeweils anderen werden sich Field Music nun voraussichtlich im Oktober wieder als Band zusammen tun um ein neues Album einzuspielen, das Anfang 2010 erscheinen soll.

Video zu “You’re Not Supposed To”

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[via]

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The Futureheads – Interview

Mit “This Is Not The World” veröffentlichten The Futureheads, nach schwierigen 2 Jahren für die Band, dieses Frühjahr ihr mittlerweile drittes Album. Kurz vor ihrem Konzert in Köln plauderten Gitarrist Ross und Bassist Jaff mit uns über ihr neues Album, die Schwierigkeiten mit der Musikindustrie, die lokale Musikszene in Sunderland, Maximo Park und Field Music.

Hi Ross, Hi Jaff, schön, dass ihr etwas Zeit für uns gefunden habt. Wie war die Anreise?

Ross: War gut, also auch nicht wirklich weit, wir haben gerade ein paar Konzerte in den Niederlanden gespielt.

Nach der Visions Spring Tour im April und einigen Sommerfestivals, ist das hier euer drittes Mal in Deutschland dieses Jahr. Liegt das an einem gewissen Nachholbedarf?

Ross: Ja, wir haben viel, dass wir nachholen müssen. Drei Alben, aber so gut wie keine Zeit in Deutschland. Das hier ist das erste Album, das wir gemacht haben, bei dem wir auch wirklich eine begleitende Tour in Europa machen können. Ich denke, jetzt wo wir unsere Pläne selbst bestimmen können, werden wir hierher kommen, so oft wir können. Weil, wir haben wirklich etwas nach zu holen und wir haben einiges an Zeit verloren, denke ich. Wir hätten das hier so auch gern für die anderen beiden Alben gemacht, wenn es nach uns gegangen wäre, aber Warner mag Amerika sehr, sagte ich schon, sehr!

Mit eurem eben erwähntem Debütalbum habt ihr es bis in die Top 40 geschafft und sogar einen Top 10 Hit, euer zweites Album war auch in den Top 40, danach wurdet ihr von eurem Label vor die Tür gesetzt…

Ross: Oh, das ist eine sehr deutsche Art das zu sagen.

Lachen

… habt ihr zu der Zeit darüber nachgedacht, die Band aufzulösen?

Jaff: Öhm, nö, nicht wirklich. Ich denke wenn du es von den Verkaufszahlen abhängig machst, ob du in einer Band spielst, oder nicht, dann bist zu quasi zum Scheitern verurteilt. Warner hat die Zusammenarbeit beendet, wir haben dass dann dem Gericht überlassen, die Sache auszuräumen. Als wir dann gemerkt haben, dass wir immer noch tolle Songs haben und dass das für uns eine Band ausmacht, stand es für uns auch nie zur Debatte aufzuhören. Wenn du dir etwa die Songs anhörst, die wir geschrieben haben, als es darum ging das neue Album zu schreiben, wie „The Beginning Of The Twist“, oder „Everything’s Changing Today“ oder auch „Walking Backwards“, da war klar, darum sind wir in einer Band, um solche Songs zu schreiben. Du bist in einer Band, um Songs aufzunehmen und sie live vor Menschen zu spielen und nicht, weil du in die Charts willst.

Ross: Ja genau. Ich mag Nick Cave, ich liebe sein letztes Album, ich denke es ist großartig, aber es war nie in den Charts, weil es da eben keinen Platz hat. Das ist das gleiche mit Bands, wie Sonic Youth und so weiter, heutzutage. Die kommen zwar nicht in die Charts, aber sie machen Musik, die viel mehr leistet, ihr Erbe wird viel länger andauern, als das von Bands mit Charterfolg. Manchmal läufts gut in den Charts, manchmal nicht, ich denke, meistens sind aber die Alben, die nie in den Charts waren, die großartigsten. Ich glaube die Geschichte wird entscheiden.

Auf eurem eigenen Label, plant ihr auch Alben anderer Bands zu veröffentlichen?

Ross: Oh, ich denke das wäre zu Vieles womit wir uns da auseinander setzen müssten, weil wir die ganze Zeit auf Tour sind. Da wäre es zu kompliziert sich mit irgendwem auch nur zu beschäftigen, geschweige denn einen Release zu unterstützen. Es wäre so, als würdest du versuchen auf 10 Kinder aufzupassen, wenn du nicht einmal mit einem klar kommst.

Jaff: Yeah, ich denke, was Ross sagen möchte ist, wir haben das Label nicht gegründet, weil wir Geschäftsleute werden wollten, sondern um unser Album zu veröffentlichen. Wenn wir Geschäftsleute hätten werden wollen, würden wir uns nur um unser Label kümmern. Wir wären dann nicht in einer Band.

Ross: Wir wären nicht in der Musik-Industrie, wenn wir Geschäftsleute werden wollten.

Jaff: Auf jeden Fall keine erfolgreichen, eher so Buchhalter.

Ross: Finanzbeamte!

Welches eurer drei Alben mögt ihr am liebsten?

Jaff: Ganz klar dieses, das dritte. Es ist das einzige, bei dem ich, als ich es einlegte nicht dachte, oh das hätten wir anders machen können, warum haben wir das da so gemacht, weißt du? Und weil ich lange Zeit mit dem ersten Album gelebt habe, als wir es gemacht haben, war ich total aufgeregt und meinte, yeah, lasst das ist das perfekte Album! Jetzt hatte wir einen richtigen Plan: wir wollten eine dynamisches Rock Pop Album machen, dass voll von Refrains ist.

Ross: Ja, weißt du, jeder in einer Band, der meint, er hätte das perfekte Album geschrieben muss sich auch im Klaren darüber sein, dass er dann nichts mehr zu geben hat. Ich denke, dass keines unserer Alben perfekt ist, ich denke manchmal sind unsere Shows perfekt und dann wünsche ich mir, wir könnten das auf so auf ein Album packen. Aber ich finde, das dritte Album ist das, das bisher dem, wie unsere Band funktioniert am nächsten kommt. Es ist eine Art Power-Pop Album, sehr melodisch, es hat einige Hooks und es ist treibend. Wegen dieser Dinge haben wir die Band gegründet und ich denke wir nähern uns dem gewissen Maß an Perfektion an, auf das wir aus sind, vielleicht wird ja Album Nr. 4 DAS Album.

Wenn ihr über die einzelnen Alben nachdenkt, was denkt ihr habt ihr von jedem über die Jahre als Band gelernt?

Jaff: Ich denke, wir haben sehr viel von ihnen gelernt, viel mehr, als wir jetzt erklären könnten. Aber kurz gesagt: mit dem Ersten haben wir gelernt das Studio zu benutzen und wie wir unseren Live-Sound verarbeiten können, beim Zweiten wurden wir viel professioneller im Studio, haben also unseren Live-Sound etwas verloren. Auf dem dritten Album konnten wir diese Dinge nun kombinieren. Beim vierten Album werden wir wahrscheinlich genau wissen, wo es hingehen soll und vielleicht auch einige Dinge etwas komplizierter machen. Das ist auch der Grund, warum wir keines der Alben bereuen – wir haben von jedem eine Menge gelernt.

Ross: Die Sache ist, das erste Album hat die schnellsten Songs, aber es hat uns viel Zeit gekostet, sie aufzunehmen. Beim zweiten Album, also wenn ich nun darüber nachdenke, hatte jeder von uns einen kleinen Nervenzusammenbruch, ohne, dass man es sich gegenseitig eingestanden hätte. Es war einfach schwer Musik zu machen, weil wir ewig auf Tour und unterwegs waren, wir hatten keine Pause, bevor wir ins Studio gegangen sind, du verlierst irgendwie den Bezug, du weißt gar nicht mehr, worüber du schreiben sollst. Wir haben nach Strohhalmen gegriffen und über diese Kleinigkeiten unsere Songs geschrieben. Das dritte Album war nun natürlich eine besondere Herausforderung, denn wir wussten, dass es unser letztes sein würde, wenn es nicht einen gewissen Erfolg hätte. Ich denke, wir haben diesen Druck genossen, denn den brauchst du. Manchmal brauchst du etwas Druck, eine kleine Erinnerung daran, dass du in keiner komfortablen Situation bist, dass deine Situation ein gewisses Risiko beherbergt. Ich denke, jede Band sollte diesen Druck verspüren, denn so werden großartige Songs geschrieben. Weißt du, manchmal haben Bands auch diese Gelassenheit, wie die Rolling Stones, die haben ein paar gute Platten gemacht und die nächsten 20 Jahre nur Mist und dass nur, weil sie sich zurücklehnen können. Ich finde, man sollte das Risiko nie aus den Augen verlieren!

Luke Pritchard von den Kooks meinte kürzlich in einem Interview „man kann einen gewissen Geist im Musik-Business spüren, den Labels geht es jetzt nicht mehr so ums Geld, sondern wirklich um die Musik“, wie ist eure Haltung dazu?

Jaff: Der ist ein Trottel.

Ross: Ganz klar, dass ist absoluter Unsinn.

Jaff: Ich denke wir sind uns einig, dass wir nicht zustimmen.

Ross: Ich glaube, heutzutage nehmen sich Menschen die Musik einfach umsonst, das ist eine gute und eine schlechte Sache. Weißt du, keine Band verkauft mehr CDs, es ist, als hätte das seine Romantik verloren. Bands wie unsere, aber auch Luke Pritchard’s Band, machen viel mehr Geld durch Konzerte und Merchandising, als durch CD-Verkäufe, so hat sich die Musikindustrie eben entwickelt. Ich glaube nicht, dass die Labels Geld zu verschenken haben, sie machen sich vielleicht keine Gedanken darum es zu verlieren, aber auf der anderen Seite haben sie es ja auch nicht, um es wieder zu verlieren, es ist eine komische Zeit.

Jaff: Weißt du, das Label, das die Kooks-Platte finanziert hat, kann auf jeden Fall eventuelle Verluste besser kompensieren, als ein kleines Indie-Label das könnte. Aber es geht immer noch ums Geld machen, denn wenn ein Label hunderttausende Pfund durch ein geflopptes Album verliert, dann kann es Alben kleinerer Bands nicht mehr finanzieren. Wie etwa bei Radiohead, die sind in einer super Ausgangsposition. Wenn ich Millionär wäre, würde ich auch vielleicht drüber nachdenken, mein Album zu verschenken. Aber wenn du bedenkst, EMI hat Millionen Pfund mit Radiohead verdient, Geld, dass nun natürlich nicht mehr da ist.

Ross: Ja, so wie bei den Stranglers, die haben immer gesagt, Shirley Bassey sei die Cash Cow des Labels, so lange sie da ist und Millionen Alben verkauft, wandert das Geld auch durch das Label und kommt auch unten bei ihnen an, damit sie ihre Alben aufnehmen können. Die zu der Zeit viel einflussreicher waren, besonders für uns.

Jaff: The Stranglers?

Ross: Ja, weißt du, ohne diese Künstler, die dem Label viel Geld bringen, könnten sie kleineren Bands keine Chance geben und das ist auch das Risiko der aktuellen Situation, je tiefer die Musik-Industrie in die Krise rutscht, desto mehr Bands werden ihre Indie-Labels gründen, es ist so wie „jeder kämpf für sich selbst“, es gibt keine Gemeinschaft mehr. Klar, wir gehören da auch zu, aber wir wurden nicht gefragt, wir wurden ausgestoßen, hatten also gar keine Wahl, es geht im Moment eigentlich nur ums Überleben.

Was ist euch persönlich wichtiger, Alben zu veröffentlichen, oder live zu spielen? Oder geht das eine nicht ohne das andere?

Ross: Hm, weißt du, live spielen, ich meine, Musik ist tausende Jahre alt, es ist eine Tradition, es ist mehr als ein Geschäft. Die Musik-Industrie ist ein reines Geschäft, wir haben als Band angefangen, um Gigs zu spielen, um unsere Songs zu spielen. Wir haben nie daran gedacht, ein Album aufzunehmen, das hat sich dann eben so entwickelt. Ich weiß nicht, wir haben unser eigenes Label gegründet. Das ist einfacher denn je, Plattenfirmen werden zunehmend irrelevanter. Du brauchst eigentlich nur jemanden, der etwas Geld hat, der dir damit helfen möchte, dein Album aufzunehmen. Danach ist es wieder nur spielen und verkaufen. Du gehst auf Tour, dein Name verbreitet sich, es ist eigentlich ein sehr organischer Prozess.

Jaff: Ich denke auch, es ist jetzt viel einfacher an Musik zu kommen. Vor sagen wir mal 5 Jahren, konntest du das noch nicht ganz so einfach, jetzt kannst du dir einfach deine Lieblingsband runterladen, du musst nicht einmal mehr zu deinem Plattenladen. Du gehst einfach nur zu Myspace, hörst dir gratis vier Songs an und entscheidest, ob du ein Album kaufen möchtest, ein T-Shirt oder zu einem Konzert gehen willst.

Ross: Ich denke auch, dass die Musik als Kunstform aufblüht, aber zur gleichen Zeit ist es auch gefährlich, da sind Kids mit einem Laptop und haben so 10.000 Songs, aber die Kids kennen die gar nicht, die kennen vielleicht 50 bis 100 davon. Der Rest ist einfach nur da um gesammelt zu werden, das drückt nichts über den Menschen aus. Ich finde, Leute müssen sich daran erinnern, dass Alben geschrieben werden, um sie zu hören, du kannst nicht einfach nach Laune einzelne Songs auswählen oder Shuffle klicken, das ist keine echte Erfahrung, das ist wie eine Rollschuhdisco, oder so. Es ist einfach manchmal so, als würden Leute überhaupt keinen Unterschied bei dem machen, was sie hören. Weißt du, vielleicht hat Bequemlichkeit die Musik-Industrie ruiniert, aber ich denke auch, es ist eine fantastische Zeit, wenn du einfach nur klicken musst und schon kannst du Bands hören, von denen du noch nie gehört hast.

Und glaubt ihr, es kann heutzutage reichen, eure Songs auf Myspace einzustellen, euch da Freunde zu suchen und darauf zu warten, bis die Labels anklopfen, oder geht es immer noch darum, sich eine Fanbase zu erspielen?

Ross: Es geht immer ums live spielen. Ich denke, das war so als wir angefangen haben und ist immer noch so. Eine Band kann einen Plattenvertrag über viel Geld für zwei drei gute Songs kriegen, weißt du, ein Label hört das vielleicht und denkt sich, die Songs können ganz groß werden, die Band nehmen wir unter Vertrag, aber die Band wird keine dauerhafte Karriere haben, wenn sie live nichts hinkriegt. Die Band würde ein One-Hit Wonder. Eine angesehene Rock-Band muss live gut sein und das Publikum beeindrucken, immer mehr Kids kommen zu Konzerten. Weil sie kein Geld mehr für Platten ausgeben, können sie es nämlich für Konzertkarten, T-Shirts etc. Das Geld ist also noch da, es hat sich nur etwas verlagert.

Würdet ihr eure Songs für Werbung zur Verfügung stellen?

Jaff: Ich denke schon, es ist ein guter Weg Bands zu unterstützen, so lange es kein Produkt ist, das alle hassen. Ich würde nichts für McDonalds hergeben, aber wenn du darüber nachdenkst, du kommst am Ende des Tages nach Hause, hast diese Songs gespielt und jemand sagt dir, dass er deine Songs mag, warum sollte man es nicht für sein Produkt hergeben.

Ross: Jetzt, also 2008, müssen Bands auf sich aufpassen, niemand gibt uns Geld, weißt du, wir können jetzt zum Beispiel nicht in Amerika touren, weil wir dafür nicht genug Geld haben. Ich denke, wenn Kleenex käme und sagen würde, hey wir wollen euren Song!, dann sollen sie ihn haben, wenn das für uns bedeutet, dass wir genug Geld haben, in Amerika zu touren. Die Musik-Industrie ist in dieser schrecklichen Situation, die hoffentlich nicht für immer andauern wird, aber jetzt ist es eben schwer für Bands weiter zu machen, leider hat uns bisher auch noch niemand angeboten, unsere Songs für seine Werbung nehmen zu wollen. Aber ich denke, da ist es natürlich auch eine Frage, die in der Band diskutiert werden müsste. Es ist einfach, wenn man Jack White ist und sagt, ich würde meine Songs nie verkaufen und dann im Coca Cola Spot auftritt. Also lieber Klappe halten, bis sich zufällig eine solche Gelegenheit ergibt. Wir setzen uns auch keine Regeln, um sie dann zu brechen. (grinst)

Eure Herkunft aus Sunderland sorgt dafür, dass ihr in einem Atemzug mit Field Music aus Sunderland und Maximo Park aus Newcastle genannt werdet. Tom English, der Drummer von Maximo Park und Barry (Hyde, Sänger der Futureheads) waren Mitglieder bei Field Music, während Peter Brewis Futureheads Drummer war, steht ihr euch als Bands immer noch so nahe und tauscht euch gegenseitig aus?

Jaff: Ja, das sind alles Freunde von uns beiden, wir teilen uns übrigens auch einen Proberaum mit Field Music. Peter war auch Mitglied in derselben Jugendgruppe, wie ich, da haben wir uns auch kennen gelernt, das müsste so zwölf Jahre her sein. David und Peter Brewis sind zwei meiner besten Freunde und immer wenn wir Maximo Park mal treffen tut das auch gut.

Ross: Nun, klar kreuzen sich die Wege nun nicht mehr so oft, weil alle viel unterwegs sind. Weißt du, Maximo Park leben alle in Newcastle, ich lebe auch in Newcastle, aber wir sehen uns da nicht wirklich. Das letzte Mal hab ich die auf einem Festival getroffen. Aber ich denke, es ist gut für die Gegend aus der wir kommen, denn bevor wir und Maximo Park unsere Alben raus gebracht haben, gab es da noch keine Musik-Szene. Es gab keine Bands, die versucht haben etwas zu erreichen, jetzt gibt es viele kleine ambitionierte Bands, die sich in einer guten Szene organisiert haben, aber das passiert auch in anderen Ecken von England. Für den Nord-Osten sind wir natürlich besonders stolz drauf.

David hat uns erzählt (Interview hier, dass dieser Austausch zwischen den Bands und die Tatsache, dass Peter Brewis und Andy Moore auf seinem School Of Language Album mitgewirkt haben nur daran läge, dass es in Sunderland kaum fähige Musiker gäbe. Stimmt das, oder war es nur eine lahme Ausrede?

Ah, David, der ist sehr wählerisch. lacht

Jaff: Ah, David, der ist sehr wählerisch. lacht

Er hat hohe Erwartungen an Leute mit denen er Musik schreibt. Er ist auch einer dieser Menschen, die sehr komplizierte Musik schreiben und alles selbst spielen können und wollen. Er weiß, wie ein Song klingen soll und wo alles hingehört, das erwartet er natürlich auch von den Leuten, mit denen er zusammenarbeitet. Ich denke, wenn du eine Band gründest hast du schon gewisse Vorstellungen, wie alles sein soll und hast das technische Verständnis, das auf Platte umzusetzen. Weißt du, David hat komplette Kontrolle über das was er tut und was er möchte.

Ross: Ja, ich meine, seine Musik ist makellos, wir alle bei den Futureheads wissen, dass das, was du nicht kannst genau so wichtig ist, wie das was du kannst. Du kannst nicht zu 100% perfekt sein, da macht es keinen Spaß zu zu sehen. Dann wäre man wie die Eagles. Die Leute möchten Ecken und Kanten und nichts glatt gebügeltes.

Jaff: Ja, könnte Ross zum Beispiel höher singen, oder ich tiefer, dann würde einer von uns nicht in der Band singen, oder wenn Dave die Drums nicht so spielen würde, wie er es tut, dann würde es nicht nach ihm klingen. Ich denke, die individuellen Fertigkeiten und Unzulänglichkeiten machen die Band aus. Ohne die wäre man wie die verdammten Eagles „yeah, ich möchte dieses Gitarrensolo perfekt und wie auf Platte hinlegen und das jede Nacht“.

Henry von den Dartz.

Ross: Oh, toller Typ, woher kennt ihr ihn?

Wir haben ihn beim Konzert der Dartz in Münster getroffen.

Ross: Er veröffentlicht bald ein neues Album, oder?

Ja, wir warten auch schon sehnsüchtig.

Ross: Ja, großartig.

Er hat gesagt (Interview hier), dass die Nord-Östliche Musikszene ganz einfach mit der Londoner mithalten könnte, weil Bands sich nun auf die Musik konzentrieren und Ambitionen hätten, (ihr habt das ja jetzt auch schon quasi bestätigt), stimmt das?

Ross: Ja, hier gibt es viele junge Bands, die Konzerte spielen und so. Wir haben uns auch gegründet um Konzerte zu spielen und die Idee weiter an die Menschen zu tragen. Du spielst nicht um einen Plattenvertrag, oder darum, dass die Leute deine Musik kaufen, sondern weil du auf Tour gehen willst. Ich glaube, das Bands wie unsere, Maximo Park oder Dartz gut für die Szene sind, aber wir sind auch schlecht. Denn nun gibt es junge Typen, die denken, nur weil sie eine Band gründen, hätten sie jetzt automatisch das Recht auf einen Plattenvertrag, oder ein Album oder auf eine große Tour zu gehen. Als wir starteten hatten wir noch keine lokalen Vorbilder, wir mussten uns das alles selbst verdienen, wir haben hart gearbeitet. Du musst hart arbeiten, ich finde nämlich, dass junge Musiker nichts über die Musik-Industrie wissen sollten, sie sollen wissen, wie man Musik schreibt und tolle Konzerte gibt, sie sollten aufgeregt sein, weil sie für Menschen spielen. Sie sollten nicht wissen, wie die Musik-Industrie funktioniert, nichts über Verkaufszahlen und Gewinnerwartungen, denn bei all diesen verdammten Verantwortlichen, die dir irgendwelchen Nonsens erzählen wirst du bescheuert. Junge Bands sollten aufgeregt sein, weil sie Konzerte spielen, ich glaube, das ist etwas weggebrochen, als wir und Maximo Park gesignt wurden. Plötzlich dachte jeder, dass er es mit seiner Band auch schaffen kann. Da gibt es Bands, die spielen ihr erstes Konzert und haben plötzlich einen Manager, der von nichts eine Ahnung hat und sie selber wissen nicht wie man einen Song aufnimmt. Es ist also eine gute Szene, aber es ist nicht alles gut. Ich glaube auch nicht, dass es unsere Schuld ist, so ist es eben heute.

Jaff: Ja, ich denke auch, gerade die Anfänge von Bands sind inzwischen verdammt kurz. Es gibt viele Leute, die denken, sie wissen, wie’s läuft, machen ihr Myspace, haben eine Probe, geben ein Konzert, nehmen es auf und setzen das auf ihr Myspace. Es muss aber so laufen: du tourst, du nimmst Demos auf, du lernst, wie man im Studio arbeitet. Das hat mir auch viel Spaß gemacht, weil du da echt viel lernst! Die ersten zehn Male kommst du da raus und hast schreckliche Musik aufgenommen, aber dann geht es so langsam.

Von den Newcomern dieses Jahres, wen mögt ihr besonders?

Ross: Ich mag Glasvegas sehr, ich weiß nicht, ob die jetzt groß durchstarten werden, aber deren Album ist echt großartig, ich mag es, dass die Einflüsse, wie The Jesus and Mary Chain und The Shangri-Las nennen, das finde ich echt genial.

Jaff: Ich mag die Field Music Nebenprojekte sehr, die sind beide gut gemacht.

Hast du einen Favoriten?

Jaff: Nah, ich weiß nicht, ich denke, dafür sind wir zu gut befreundet, ich fand es gut von Peter, dass David sein Projekt „School Of Language“ (Album “Sea From Shore”) zuerst veröffentlichen durfte und es dann auch gut gelaufen ist und ich finde es gut, dass Peter nun die Promo für sein „The Week That Was“ Album bekommt, die es verdient.

Wir haben David in Offenbach getroffen, er musste vor ungefähr 15 Leuten spielen, das war echt schade.

Ross: Ja, das ist traurig, aber manchmal ist es eben so. Für uns könnte es heute genau so laufen, ich meine, es ist toll, dass draußen bereits vier Mädchen auf uns warten, aber es haben trotzdem nicht viele Leute Karten gekauft. So lange wir aber Spaß an der ganzen Sache haben, ist das ok, dann können wir das auch auf der Bühne transportieren und eine tolle Show abliefern, von der die Leute dann ihren Freunden erzählen und uns so weiter empfehlen.

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The Week That Was – The Week That Was (s/t)

Im Mai 2007 kündigten Field Music ihre Bandpause an, die keineswegs eine Bandtrennung sein soll. Erste Trauer über die Pause wurde dann Anfang dieses Jahres durch David Brewis’ Soloalbum “Sea From Shore”, dass er unter dem Projektnamen School Of Language veröffentlichte. Nach David ist nun der ältere Bruder Peter an der Reihe und beglückt die Field Music Fans nun mit seinem neuen Projekt “The Week That Was”. Für sein Soloprojekt verbannte Peter seinen Fernseher aus seiner Wohnung, kapselte sich eine Woche von den Medien ab und analysierte, wie er begann über Sachen zu denken und sich informierte. Seine Gedanken hielt er in einem stark von Paul Auster inspirierten Krimi fest, aus dem er Bruchstücke entnahm und zu Songs für das Album verarbeitet. Eine Art Konzeptalbum also, aber trotz aller Medienkritik zum Glück ohne erhobenen Zeigefinger.

Der Sound des selbst betitelten Debüts ist ganz klar im Kosmos von Field Music angesiedelt, es gibt die typischen vertrackten Melodien und viele kleine Spielereien. Kein Wunder eigentlich, Bruder David und Drummer Andy Moore haben, wie Peter auch bei School Of Language, an “The Week That Was” mit gearbeitet, mit dem Unterschied aber, dass Peter die Marschrichtung vorgab. Wie aber auch schon bei School Of Language, wo David mit seiner Gitarre die Melodien prägte, merkt man auch The Week That Was an, welche Bestandteile des Sounds Peter bei Field Music geprägt hat. So tritt auf “Learn to Learn” das Schlagzeug stark in den Vordergrund, was bei David nicht denkbar wäre, da er sich selbst für einen schrecklichen Schlagzeuger hält. Gitarren sucht man auf dem Album auch fast vergebens, die Melodien werden vielfach getragen durch Streicher, Drums, Xylophon, Piano und viele andere Percussion-Instrumente. Zusammen ergibt das einen etwas dunkleren Klang als auf den Field Music Alben, aber einen genau so schönen, trotz Themen, wie Entführung und Mord, die Peter im Popgewand viel weniger bedrohlich, aber nicht weniger harmlos wirken lässt. “The Week That Was” ist wie “Sea From Shore” von School Of Language ein Musterstück des Brewis’schen Verständnisses von Popmusik und zeigt auf wunderbare Art, dass eine Bandpause nichts schlechtes sein muss.

Field Music Video zu In Context:

httpv://www.youtube.com/watch?v=DBqx9Tpmj-U

Myspace The Week That Was
Homepage des deutschen Labels Cooperative Music

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The Week That Was – Scratch The Surface

Nachdem Field Music sich in einer creativen Schaffenspause hingegeben haben, wartete zunächst in diesem Jahr David Brewis mit seinem Projekt School Of Language auf. Nun zieht sein älterer Bruder Peter nach und lässt dem Single Release von “Scratch The Surface” am 22. August das selbstbetitelte Album folgen. Man darf gespannt sein, waren doch schon Field Music für zwar hübsche, jedoch keinesfalls abgedroschene Melodien und Strukturen bekannt.
“Scratch The Surface” ist am 23. Juni erschienen. Das Video dazu selbst produziert, spielt Peter Brewis auch gleich den Protagonisten – neben seinem Bruder David und weiteren Bekannten der Lokalszene Sunderland (z.B. Field Music Kollege Andy Moore oder Peter Gofton).
Probehören kann man wie immer auf dem zur Band gehörigen MySpace.

“Scratch The Surface”

Ariane WhiteTapes

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School of Language – Hafen 2, Offenbach, 3. Mai 2008

Ein schöner warmer Tag im Mai, eine etwas längere Fahrt nach Offenbach und ein leicht mulmiges Gefühl bezüglich der Zuschauerzahl – so machte ich mich am späten Nachmittag auf den Weg. Würden entgegen aller Befürchtungen doch ein paar Leute ihren Weg in den Hafen 2 finden? War vielleicht der ein oder andere doch neugierig geworden?  Bei Einlass sah es jedenfalls so aus, als seien mein Begleiter und ich die einzigen, die wegen der Musik da sein sollten. Die freundliche Dame am Eingang war für meinen Geschmack auch ein wenig zu erfreut, als wir sagten, wir wollten Karten für das Konzert kaufen. Beunruhigend. Und zu allem Überfluss saß die Band auch immer noch draußen am Plaudern.

Der Club selber war noch leer. Man versorgte sich also mit Getränken und wartete geduldig. Um 20:30 Uhr hatte das Konzert beginnen sollen. Mittlerweile war es nach 21:00 Uhr und nichts tat sich. Auch nicht im Zuschaueerraum – wenn man mal von einem einsamen älteren Herrn absieht, der sich wahrscheinlich eher in den Club verirrt hatte, aber trotzdem auf den Anfang des Abends wartete. Eine weitere gute halbe Stunde später begab sich dann endlich der Support auf die Bühne. Die Castanets. Ein etwas ulkiger, bärtiger Mann und eine zierliche Geigerin, die allerdings kaum zum Einsatz kam. Nicht viel später wurde auch schon wieder umgebaut. School Of Language hatten es wohl aufgegeben, noch länger auf eventuelle Besucher zu warten. Ein Blick in den Zuschauerraum verriet: 11 Leute – wir zwei WhiteTapes.de Vertreter, der ältere Herr, sowie zwei weitere Mutige. Der Rest dürfte der Clubbelegschaft zugehörig gewesen sein. Die Stimmung war trotzdem nicht übel. Es war ruhig. Die wenigen Zuschauer tänzelten sogar auf der Stelle. Es wurde auf die Ansagen David Brewis’ reagiert – man kann auch ein schwierigeres Publikum haben, allerdings auch ein volleres. Die Band schien jedoch ihren Spaß zu haben. Was, denke ich, nicht zuletzt an dem wirklich erstaunlich guten Sound lag! Man kennt das ja, ein kleiner umgebauter Club, mäßiges Equipment. Aber weit gefehlt. Was ich persönlich nicht wirklich erwartet hatte, war der Druck und die Energie, mit dem Stücke des Debutalbums vorgetragen wurden. Das Album wurde bis auf die mittleren zwei “Rockist” Parts in exakter Reihenfolge durchgespielt. Manch einer mag das als langweilig bezeichnen. Fakt ist jedoch, dass sich die Musiker meistens doch auch etwas bei der Reihenfolge der Songs gedacht haben. Dafür, dass es das erste School Of Language (Interview) Konzert überhaupt war, kann man wirklich nicht meckern. Man hat echte vollblut Musiker auf der Bühne gesehen, die voll und ganz hinter ihrer Musik stehen und sich nicht mit mittelmäßigkeit abgeben wollen. Ein wenig schade, dass niemand das Roxy Music-Cover “If There Is Something” zu erkennen schien. War doch das Publikum, bis auf zwei Mittzwanziger, eigentlich im richtigen Alter. Einziger Kritikpunkt (ein persönlicher): das Licht war unakzeptabel. Bei einem solchen Sound allerdings zu verzeihen, hat sich der kleine Club doch vermutlich in Unkosten für diese hochwertige Anschaffung gestürzt. Schön war nach dem Konzert zu erfahren, dass die Band keinesfalls ernsthaft enttäuscht war. David hatte nicht viel erwartet, war in der Tat überglücklich als jemand eine CD von ihm kaufen wollte. Er würde auch für die noch folgenden Konzerte in Hamburg und Berlin nicht viel erwarten. Hauptsache, alles würde zufriedenstellend ablaufen. Und wenn der ein oder andere einen guten Abend verlebt hätte, wäre es alle Mühe wert gewesen. Persönlich bleibt mir zu sagen, dass ich School Of Language (Myspace) nur noch mehr in mein Herz geschlossen habe und hoffe, dass David nicht doch zu enttäuscht war von den ersten Erfahrungen in Deutschland und wie versprochen vielleicht im Herbst tatsächlich wieder kommt.  Ein gelungener Abend, ob mit oder ohne vollem Haus. Und eben das macht eine gute Band aus!

mehr Fotos hier

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School of Language – Interview

Kurz vor seiner Deutschlandtournee hatten wir die Gelegenheit ein wenig mit David Brewis über die anstehende Tournee und sein neues Projekt “School of Language” zu plaudern.

Wärst du zu allererst so freundlich und würdest Dich, sowie School Of Language vorstellen?

Hallo! Ich bin David Brewis. Ich komme aus Sunderland, einer ehemalige Schiffsbaustadt an der Nord-Ost Küste Englands (falls Du es nicht wusstest, Sunderland ist Partnetstadt der deutschen Stadt Essen).

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School Of Language – Sea From Shore

Field Music, das waren die beiden Brüder Peter und David Brewis und Andy Moore aus Sunderland. Anfang 2007 wurde das vorläufige Ende der Band bekannt gegeben. Und das obwohl sie bis zu diesem Zeitpunkt drei wunderbare Platten veröffentlicht hatten, die, ganz objektiv betrachtet, in keinem Plattenschrank eines Musikliebhabers fehlen sollten. Je mehr Aufmerksamkeit der Band, die beharrlich immer wieder von ihren Mitgliedern als „Projekt“ bezeichnet wurde, gezollt wurde, desto unstimmiger schienen sie sich zu werden. Das vorläufige Ende wurde dann damit begründet, dass das Projekt Field Music immer mehr in Genres gesteckt werden würde und dass dies nicht dem Projekt entspreche. Schade. Aber vielleicht gar keine so schlecht Idee sich mal eine Auszeit zu gönnen. In der Zwischenzeit wurden gegen Jahresende schon wieder zwei Konzerte im hohen Norden Englands gespielt.

School Of Language ist das Projekt, das David Brewis nach dem Bekanntgeben der Pause von Field Music aus seinem Märchenschlaf erweckt hat. Wieder ein Projekt also. Eines, das noch nie irgendeine Definition gesehen hatet, geschweige denn, ernsthaft außerhalb des Schlafzimmers existent war.
Am 5. Februar 2008 wird nun das Debut „Sea From Shore“ in Deutschland erscheinen. Wenn man sich die Tracklist anschaut, sticht einem etwas ins Auge. Und zwar, dass der erste Titel „Rockist“ gleich vier mal vertreten zu sein scheint – jeweil mit einem angehängten „Part 1“ bis eben „Part 4“. Ohne etwas vorwegnehmen zu wollen, kann man denke ich sagen, dass „Rockist Part 1“ eine Art Roh- sowie Kurzversion des dann dreiteiligen Songs ist. Man hat das Gefühl, das Demo hat einfach zu gut gefallen. Warum auch nicht. Nun darf man hier aber nicht an Eskapaden a lá Pink Floyd denken. Denn anders als vielleicht erwartet, sind die einzelnen Teile nicht lieblos aneinander geklatsch. Vielmehr schleichen sie sich behutsam wieder in das Gedächtnis des Hörers. Zwei am Anfang, zwei am Ende. Auch wenn es sich nicht so anhört, es funktioniert. Und wenn man die vier Teile zusammen sieht, ergibt sich ein recht hübsches Bild. Eine Rohversion. Ein instrumentaler Teil, in dem nach und nach sämtliche später verwendeten Instrumente in das Gesamtkonstrukt eingeführt werden. Ein dritter Teil, den man getrost als zweite Strophe oder Bridge bezeichnen kann und der Abschluss, das Hoch aller Gefühle, überrascht positiv am Ende der Platte. Wie sollte es anders sein, es ist die perfektionierte Rohversion des Anfangs. Im Allgemeinen kann man sagen, dass David Brewis mit seinem Solo-Debut einen Traumstart hingelegt hat. Zwar könnte man ebenso sagen, dass man eine ähnliche Platte als Nachfolger des letzten Field Music Albums „Tones Of Town“ erwartet hätte. Aber dies ist gerade das schöne. Wer Field Music mochte, wird von dieser Platte begeistert sein. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied zu Field Music. Mit School Of Language traut sich der jüngere der Brewis-Brüder so experimentell zu sein, wie es bei Field Music zum Schluß hin wahrscheinlich nicht mehr im Bereich des Möglichen schien. Ein wenig festgefahren. Vielleicht gerade der Grund warum „Sea From Shore“ eben doch kein viertes Field Music Album hätte sein können. Gleiche Stimme, gleicher Hintergrund (man erinnere sich daran, dass beide Bands ausschließlich als Projekte bezeichnet werden/wurden), den Melodien merkt man an, wer bei Field Music den größeren Einfluss auf die Music hatte… Jedoch sind die Gitarren rauer. Und selbst das Schlagzeug scheint einen „schrammeligeren“ Weg eingeschlagen zu haben. „…What can I do to convince you? …I wasn’t tryin to be your disappointment. I’m sorry if you waited in vain” – „Sea Rom Shore“ ist sicherlich alles andere als enttäuschend und überzeugend ist sie selbstredend. Das David Brewis hier und da seine Falsett-Stimme auspackt und stellenweise als Instrument benutzt, dürfte sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein. Aber: was ist „jedemanns Geschmack“? Das Projekt School Of Language fällt sicherlich nicht darunter. Jedoch sollte diese Platte dem Genre Indie eine Art neue Bedeutung verleihen. So sollte „Indie“ hier nicht für Indepentent, sondern für „Individual“ stehen. Denn wenn die Musik, die Arrangements dieser Platte eines sind, dann individuell!

Video zu “Rockist”

httpv://www.youtube.com/watch?v=Hfi8ZMu1mXM

Myspace der Band
Myspace Field Music