Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Snow Patrol – Hamburg Konzert heut live im Netz

Gary Lighbody und seine Jungs von Snow Patrol konnten zwar mit ihrem neuen Album “A Hundred Million Suns” nicht ganz an den Erfolg des Vorgängers “Eyes Open” mit dem Über-Hit “Chasing Cars” anknüpfen, dafür läuft es derzeit für die Band live besser denn je. Nach ausverkaufte Europa-Tournee im Frühjahr stehen nun eine Reihe von Konzerten im Vorprogramm von U2 an. Damit sind sie auch die einzige Band, die nach ihrem letzten Engagement auf der letzten Welttournee der Iren auch dieses Mal wieder dabei sind. Als kleines Warm-Up spielten Snow Patrol nun schon gestern einen T-Mobile Streetgig auf einer Kart-Bahn (ihr wisst schon, “Chasing Cars” und so) und heute ein Open Air im Hamburger Stadtpark. Das könnt ihr auch heute abend ab 20 Uhr im Stream bei Livedome sehen und euch von den Live-Qualitäten von Snow Patrol überzeugen.
Iain Archer – To The Pine Roots
Iain Archer hat nicht nur einen tollen Namen, sondern machte sich auch bereits in den 90er Jahren in Kennerkreisen einen Namen als Singer-Songwriter, spielte eine Weile mit Gary Lightbody in einer Band namens Snow Patrol, um 2004 wieder mit dem Album “Flood The Tanks” seine Solo-Karriere voran zu treiben. Nebenbei griff er Snow Patrol noch einmal für das Album “Final Straw” unter die Arme, mit dem sie dann ihren großen Durchbruch in England feierten, unterstützte Fionn Regan in seiner Tour-Band und betreibt mit Gary Lightbody aktiv das Projekt The Reindeer Section (bekannt u.a. aus Grey’s Anatomy, hier wurde das Stück “You Are My Joy” gefeatured).
Größere Aufmerksamkeit erfuhr er mit seinem 2007er Album “Magnetic North”, unter anderem auch, weil das Stück “Canal Song” in Grey’s Anatomy gefeatured wurde (vermutlich auch, weil die Produzenten ihn und Herrn Lightbody sehr mögen). Mit großer Myspace-Gefolgschaft und dem Glauben an die vielfältigen Möglichkeiten eines erfolgreichen Selbstvertriebs in Zeiten des Web2.0 hat er nun das Album “To The Pine Roots” bereits auf eigene Faust veröffentlicht, sein Label hat das Nachsehen und darf erst im März mit dem offiziellen Release ran. Auf “The Pine Roots” zeigt sich Iain noch reduzierter, als auf seinen ersten beiden Alben. Die elektrische Gitarre hat er in die Ecke seines Studios verbannt, seine tiefgründigen Geschichten erzählt er nur begleitet von einer akustischen Gitarre und dem spärlichen Einsatz von Schlagzeug, teils auch noch einer Flöte und einer Background-Sängerin / eines Background-Chors. Auch wenn der Instrumenten-Einsatz reduzierter ist, ist die Stimmung des Albums noch dichter als auf den Vorgängern, was vor allem auch darin bedingt ist, dass Iain’s fragiler Gesang noch mehr in den Vordergrund gerückt ist. Auch die Schwere, die weiten Teilen seiner Vorgängeralben innewohnte ist einem zum Tagträumen einladenden, erhebendem Optimismus gewichen. Dabei sind Stücke, wie “The Acrobat”, oder “Everest” so schön, dass sie schon beim ersten Albumdurchlauf zum Repeat drücken einladen.
Video zu “Minus Ten” (Album “Magnetic North”)
httpv://www.youtube.com/watch?v=3gcKJupgTdw&NR=1
kostenloser Download von “Boy Boy Boy” (right click) vom Album “Flood The Tanks”.
Iain Archer’s Homepage
Iain Archer’s Myspace
Iain WhiteTapes
Snow Patrol – A Hundred Million Suns
Es ist sicherlich einfach Snow Patrol als glattpolierte U2-Klone abzutun und die Band zu ignorieren, seit sie sich mit “Eyes Open” komplett dem Mainstream geöffnet hat. Man würde sich aber selbst um sehr unterhaltsame Musik betrügen. Den eingeschlagenen Weg setzen Snow Patrol nun auch wenig überraschend auf ihrem mittlerweile fünften Album “A Hundred Million Suns” fort, wieder mit Produzent Jacknife Lee (R.E.M., U2, Bloc Party), dieses mal in den Berliner Hansa Studios eingespielt. Das Ergebnis eine Sammlung kurzweiliger Gitarrenpopsongs im Soundkosmos von Snow Patrol.
In knapp 60 Minuten des Albums haben Snow Patrol das in ihre Songs einfließen lassen, was die Alben “Eyes Open” und “Final Straw” so erfolgreich gemacht hat: Persönliche Texte von Gary Lightbody gepaart mit eingängigen Melodien. Nummern, wie “If There’s A Rocket, Tie Me To It” und “Please Just Take These Photos From My Hands” orientieren sich dabei an den großen Hits “Chasing Cars” und “Run”, klingen aber nach eigenständigen Songs und nicht nach einem simplen Abklatsch. Der größte Teil des Albums siedelt dann auch im Mid-Tempo Bereich mit teilweise sphärischen Gitarrenwänden, rockt aber im Fall von “Take Back The City” auch mal fröhlich geradeaus. Neben diesen echten Highlights des Albums hat die Band mit “The Golden Floor” und “Lifeboats” auch gleich zwei sprichwörtliche Griffe ins Klo gemacht. Wenn man da allerdings drüber hinweghört ist “A Hundred Million Suns” ein Snow Patrol typisches, unterhaltsames Gitarrenpop-Album, mit einem großen Feuerwerk am Ende, da versteckt sich nämlich mit “The Lightning Strike” ein 16-minütiges Stück in drei Akten, bei dem die Band alle Geschütze dramatischen und sphärischen Songwritings zu einem echten Epos auffährt.
Video zu “Take Back The City”:
die gute Tat des Tages…
... kommt heute nur indirekt von uns, ist dafür um so schöner. Auf ihrem Myspace stellen die Jungs von Air Traffic für eine begrenzte Zeit ihren Track “Come On” zum kostenlosen Download bereit. Für Freunde von gut gemachtem Brit-Pop eine gute Gelegenheit die Band besser kennen zu lernen!
Wer mehr auf deutsche Musik steht, kann sich auf dem Myspace von Alarmstufe Ocker ein paar der Tracks der Alarmstufe Ocker EP herunterladen. Gut gemachter Indie-Charme!
Foto von Ariane
Iain WhiteTapes
Air Traffic – Fractured Life
Ok, junge britische Bands mit einer großen Portion Liebe zum Brit-Pop gibt es einige. Eine ähnliche Covergestaltung wie beim Debütalbum “Fractured Life” von Air Traffic hat man auch schon bei Athletes “Tourist” zu sehen bekommen. Dennoch sollte man sich von diesen Aspekten nicht abschrecken lassen und Air Traffic ein wenig Gehör schenken. Nach dem digitalen Release mitte 2007 bringen sie nämlich “Fractured Life” in Deutschland endlich auch physisch heraus.
Air Traffic lieben Brit-Pop, das hört man, davon trieft es in jedem Song, das klingt jetzt aber negativer als es ist. Genaugenommen erfordert es eigentlich viel Mut, in der heutigen Indie Szene, wo die Helden der Bands Joy Division, The Smiths und The Velvet Underground heißen, so ein Album zu veröffentlichen, dessen Einflüsse klar U2, Travis, Blur und Oasis sind. Zur Musik, die ist eindeutig Pop, mit großer Geste und eingängigen Melodien, mal cool abgerockt beim Song “Charlotte”, mal emotional “Shooting Star”, mal mit Stadionambitionen “Come On” und immer schön. Das erinnert mal an Snow Patrol ohne Kommerz, mal an Coldplay ohne übertriebenen Pathos und mal an Athlete ohne elektronische Spielereien. Air Traffic schaffen es trotzdem immer, einen eigenen Sound zu kreieren, ohne dass es nur nach einem Abklatsch der erwähnten klingt. Ein schönes Popalbum, um sich auf den Sommer einzustimmen und vielleicht der nächste verdiente Hype, wenn das neue Coldplay Album floppt, oder einfach nur eine Band gesucht wird, um die Lücke bis zum Release des nächsten Snow Patrol Albums füllen soll. Welche Gründe auch bestehen, diese Band zu entdecken, die Jungs von Air Traffic haben’s verdient.
Video zu “No More Running Away”














