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Various Artists – Palermo Shooting (OST)

PalermoLaut Kritikermeinungen hat Wim Wenders mit Palermo Shooting einen der schlechtesten Filme des Jahres abgeliefert. Sei’s drum, der Soundtrack dürfte wohl einer der besten dieses Jahres sein. Das liegt vermutlich auch daran, dass er den Soundtrack schon lange vor dem Drehbuch fertig hatte. Im Klartext, nicht die einzelnen Songs, die wurden größtenteils extra für den Film geschrieben, er wusste aber genau, welche Künstler er auf dem Soundtrack haben möchte. Und dabei bewies er so guten Geschmack, wie vor ihm höchstens Zach Braff bei seinen Filmen Garden State und The Last Kiss.

Im Film spielt Campino einen Fotografen, der viel durch Palermo spaziert und dabei seinen MP3-Player auf “Shuffle” laufen hat. Das macht man am Besten auch mit dem Soundtrack, eine wirklich dramarturgisch sinnvolle Zusammenstellung der Songs scheint bei 21 Stücken und so unterschiedlichen Künstlern schon beim Versuch der Anordnung unmöglich. Hier trifft nämlich Nick Cave mit seiner Band Grinderman auf Portishead, Get Well Soon und Calexico, die wiederum auf Jason Collett, Beirut und Irmin Schmidt (Can). Ein umfassender Querschnitt also durch Wim Wenders’ Musikgeschmack und alle Genres, in Form einer bunten Schachtel Konfekt. Besonders stark dabei “Busy Hope” von Get Well Soon, druckvoll und mitreißend, ein echter Hit. Auch Grinderman, Bonnie Prince Billy und Monta wissen zu glänzen. Eine bunte und kurzweilige Mischung also, die übrigens ab 20. November im Kino zu sehen ist und am 3. Dezember im Berliner Tempodrom mit Lou Reed, Irmin Schmidt, Get Well Soon und einem Orchester eine Live-Widmung erfährt.

Trailer zu Palermo Shooting:

httpv://www.youtube.com/watch?v=XPvS-Q9tVsI

Homepage zum Film
Infos bei City Slang

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Glen Hansard & Markéta Irglová – The Swell Season

Was ist da los? Ich komme aus dem Kino und habe mich wieder in Songs eines irischen Songwriters verliebt. Der Film hieß “Once”, der Musiker Glen Hansard, Frontmann der Frames. Die Geschichte erinnert an Damien Rice, der vor seiner Solokarriere auch bereits mit einer Band (Juniper) großen Erfolg hatte und durch den Film Closer, der wohl erst durch seine Songs so überwältigend wurde, zu einem Weltstar wurde. Jetzt also Glen Hansard, nachdem es mir lange gelungen ist, seiner Band The Frames aus dem Wege zu gehen.

Kurz vor dem Kinostart von “Once”, in dem Glen Hansard auch die männliche Hauptrolle spielt wurde Anfang 2007 dieses Soloalbum zusammen mit seiner Schauspiel- / Sängerkollegin Markéta Irglová veröffentlicht. Die Songs sind für den Film entstanden, wurden aber nicht alle im Film genutzt, es handelt sich auch nicht um einen Soundtrack, sondern um den ernst zu nehmenden Versuch, die Songs, die aus einem Filmprojekt geboren wurden als normal “gewachsenes” Album zu veröffentlichen. Das funktioniert, das Album ist völlig eigenständig und sorgen auch ohne Filmvorlage für schönstes “Kopfkino”. Der Opener “This Low” (im Original von Glen’s Hauptband The Frames) erinnert dann auch in dieser Interpretation gleich an das Vorbild Damien Rice, im Duett mit Markéta Irglová entwickelt sich eine wunderschöne Ballade mit spärlicher Instrumentierung, die so auch nicht besser von Damien Rice und seiner ehemaligen Duettpartnerin Lisa Hannigan vorgetragen werden könnte. Dieser Stil zieht sich durch das gesamte Album, einfach schöner Songwriter-Pop, mal singt Glen ganz allein, auf einem Song auch Markéta solo, größtenteils sind es aber Duette. So ebenfalls der vielleicht größte Song des Albums “Falling Slowly”, der kürzlich verdientermaßen mit einem Oscar für den besten Filmsong ausgezeichnet wurde. Das Einzige, was man dem Album vielleicht vorwerfen kann – wenn man unbedingt etwas negatives sucht – ist, dass es sich stellenweise nicht deutlich genug von Damien Rice abgrenzt, dessen Musik hörbaren Einfluss auf das Songwriting hatte. Ein Ähnliches Problem haben im Übrigen auch The Frames, die sich seit ihrem Karrierebeginn mit U2-Vergleichen rumplagen. Insgesamt aber ein sehr schönes Album zu einem sehr schönen Film (seit Anfang des Jahres auch in hiesigen Kinos) und ideal für Damien Rice Fans, um die Wartezeit auf ein eventuelles drittes Album zu überbrücken.

Youtube-Video mit Szenen aus “Once” unterlegt mit dem Oscar-Prämierten Song “Falling Slowly”:

httpv://www.youtube.com/watch?v=CoSL_qayMCc&feature=related

Myspace mit Hörproben