Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Coldplay – Prospket’s March
Coldplay befinden sich derzeit in so etwas wie einem Release-Wahn, vor knapp einem Monat veröffentlichten sie die Single “Lost”, nun die neue EP “Prospekt’s March” mit sechs unveröffentlichten und 2 neu abgemischten Stücken, und veröffentlichen zeitgleich ihr Album “Viva La Vida” neu als Bundle mit der EP. So kurz vor Weihnachten sicherlich kein Zufall und wer kann es der Band verdenken, schließlich möchte Chris Martin vor Vollendung seines 33 Lebensjahres mit Coldplay noch so viel schaffen wie möglich (der NME berichtete). Die EP “Prospekt’s March” ist dann glücklicherweise sogar mehr als nur Resteverwertung aus den Albumaufnahmen mit Brian Eno.
Der Albumopener “Life In Technicolor” findet sich nun mit Text und dem Titel “Life In Technicolor II” auf der EP wieder und ist ein typischer Coldplay-Hit. Atmosphärisch dicht verpackt mit einer markanten Gitarre und natürlich ordentlich Dramatik. So könnte es weiter gehen und die Band schafft es mit dem Piano-Stück “Postcards From Far Away” auch die Dramatik noch beizubehalten, das anschließende “Glass Of Water”, wie auch der Opener ein Coldplay-Hit, allerdings geht er direkter nach vorn. Danach folgt ein Fall in die Niederungen schwammiger Strings und breiiger Gitarrensounds mit “Rainy Day”, der Titeltrack “Propekt’s March” will dann eine dieser klassischen Coldplay Balladen in bester Tradition von “Trouble” oder “The Scientist” sein, erreicht aber deren Klasse leider nicht. “Lost+” ist dann mit neu eingebauten Raps der absolute Tiefpunkt der EP, hier wird eines der schönsten Stücke des Albums mutwillig zerstört. So etwas war schon bei den Kaiser Chiefs peinlich. Der “Osaka Sun Remix” von “Lovers In Japan” versöhnt dann aber schnell, denn der ist noch direkter und greifbarer als die Album-Version und verzichtet auf Raps. Den Abschluss bildet “Now My Feet Won’t Touch The Ground” eine akustische Gitarren-Ballade, die so kurz vor Weihnachten und mit dem ersten Schnee noch einmal mehr an Schönheit gewinnt. Natürlich sind Coldplay alles andere als cool, aber ihr Genre beherrschen sie bis auf ein paar Ausreißer immer noch perfekt.
Video zu “Lost”:
httpv://www.youtube.com/watch?v=2-RjMRP5IbI
Coldplay – Prospekts March
Zur Review hier entlang.
Nachdem Coldplay schon mehrmals haben anklingen lassen, dass bei den Aufnahmen zu “Viva La Vida” viel mehr Songs entstanden sind, als letztlich auf das Album fanden, haben sie nun nach der Lost EP, die im November erscheint, für Dezember die EP “Prospekts March” angekündigt. Darauf enthalten die erwähnten unveröffentlichten Tracks, die zusammen mit Produzent Brian Eno eingespielt wurden.
Tracks:
Life In Technicolor II
Postcards From Far Away
Glass Of Water hier schon in einer Live-Version
Rainy Day
Prospekts March / Poppyfields
Lost +
Lovers In Japan (Osaka Sun mix)
Now My Feet Won’t Touch The Ground
Video zu “Viva La Vida”:
Iain WhiteTapes
Coldplay – Lost! EP
Nach quasi Comeback mit ihrem Album “Viva La Vida…” und viel umjubelter Tour veröffentlichen Coldplay im November ihre bereits dritte Single zum Album. Der Song Lost wird zusammen mit drei brandneuen Songs auf der Lost EP vertreten sein, die es ab Mitte November nur in digitaler Form zu erwerben gibt. Auf einen Release des umfangreichen Materials, das die Band bei den Aufnahmen zum vierten Album noch eingespielt hat, müssen wir uns wohl noch etwas gedulden, aber wer weiß, schließlich haben Coldplay für diesen Winter eine weitere EP nur aus neuen Tracks angedeutet.
Video zu “Lost”:
Iain WhiteTapes
Coldplay – Viva la Vida (or Death and all of his Friends)
Oha, Chris Martin & Co. sind zurück. Mit neuem Album und alten Stärken? Die Wahl des Produzenten verspricht schon einmal Großes. Brian Eno saß an den Reglern und der ist spätestens seit U2′s zeitlosem und besten Album “The Joshua Tree” eine feste Größe auch als Produzent. Nach einem halb guten, halb enttäuschenden dritten Album “X&Y” waren die Erwartungen an Coldplay natürlich mal wieder groß. Da war eben dieser Hit über diese Farbe auf dem ersten Album, seitdem haben Chris Martin und Konsorten das “Problem” weltbekannt zu sein und Millionen Fans zu haben.
Groß also auch die Aufgabe, der sich Eno hier angenommen hat. Ihm zu verdanken sei es angeblich auch, dass Coldplay sich während der Aufnahmen noch einmal zusammengerottet haben, statt für immer getrennte Wege zu gehen. So so, also musikalisch und menschlich ein Genie, wie wird dann erst das Album?! Der Titel des neuesten Machwerks ließ dann erst einmal erschaudern. “Viva la Vida”, oh wie lebensbejahend. Etwas erträglicher, wenn nun auch künstlich philosophish final nun mit dem Zusatz “or Death and all of his Friends”. Der Titel laut Chris Martin eine Schachtel Pralinen für die Fans, jeder soll sich wählen, was er mag. Wer ein trauriges Album möchte nennt es “Death and all of his Friends”, die Optimisten nennen es “Viva la Vida”. Ähnlich auch die Verteilung der Song. Die Meisten sind nämlich zwei Songs, die erste Hälfte Powerpop, die zweite Balladen, zum Beispiel “Lovers in JapanReign of Love” und egal bei welcher Hälfte natürlich immer mit großen Gesten. Das Problem mit diesem Album? “Parachutes”, DAS Coldplay Album wurde vor nunmehr zehn Jahren veröffentlicht und war als Album nahezu perfekt. Das können Coldplay nicht mehr toppen, eben so wenig, wie zum Beispiel U2 es niemals schaffen können “The Joshua Tree” zu toppen und die gibt es 20 Jahre später immer noch, immer noch auch mit guten Alben, aber im Vergleich zu “The Joshua Tree” verblassen diese recht schnell. Das ist aber nicht schlimm. Auf dem neuen Machwerk sind mit “Cemetries of London”, “Viva la Vida”, “Violet Hill” und “Death and all of his Friends” große Coldplay Hits, nach denen sich viele aktuelle Bands die Finger lecken würden. Das typische Coldplay-Problem ist hierbei, dass diese Songs so Überlebensgroß sind, dass andere Songs auf dem Album dagegen erblassen und auch recht schnell geskippt werden. Bei Feeder wäre beispielsweise ein Song wie “Yes” vermutlich ein Riesenhit, bei Coldplay fällt er wegen Weltmusikelementen und teils untypischem Coldplay-Soundkleid bei Kritikern schnell durch. Das Soundkleid, das Coldplay hier verpasst kriegen gefällt insgesamt, teilweise aber verklärt Brian Eno dann die Songs doch zu sehr mit klebrigen Schichten von poppigem Soundbrei, wie bei “Strawberry Swing”. “Viva la Vida…” ist das, was Coldplay seit “A Rush of Blood to the Head” immer wieder abliefern. Ein Album mit vielen Coldplay-Stadion/Radio-Hits, zu 60% gut, zu 20% ok und zu 20% na ja. Also für die Zukunft vielleicht EPs und diese Zukunft haben Coldplay garantiert, irgendwer muss ja die Lücke füllen, die U2 in 20 Jahren hinterlassen werden.
Video zu “Violet Hill”















