Etwas mehr als ein Jahr nach seinem selbstbetitelten Debüt und …
Frank Turner + Crazy Arm, Zakk, Düsseldorf, 31. März 2010

Es ist ein wenig mehr als ein Jahr her, als Frank Turner das erste Mal in Deutschland spielte. Als Support von The Gaslight Anthem musste er sich schon damals nicht verstecken. Die Gitarre im Gepäck und grundlegend Sympathische im Auftreten. Ein Jahr später ist er nun zum dritten Mal in Deutschland auf Tour. Im scheint es zu gefallen.
Das Zakk in Düsseldorf ist eine Station seiner Deutschland Tour und der Zuspruch wächst von Mal zu Mal. Die Hallenkapazität steigt stetig mit den Zuschauerzahlen. Frank Turner ist aller Munde. Mehr als 600 Zuschauer haben heute den Weg hier her gefunden um zuerst den Support Crazy Arm zu begutachten. Leider haben wir die Band verpasst, dementsprechend spare ich mir mögliche Worte über die Band. Pünktlich als der Zeiger auf die 9 zu geht, steht Frank Turner samt Band auf der Bühne.
Kaum auf der Bühne angekommen, reißen schon die ersten Saiten auf der Gitarre. Eine Leistung das zu schaffen, ohne auch nur einen Ton gespielt zu haben. Ein kleines Lächeln, ein flotter Spruch – Frank Turner weiß, wie er mit dieser Kleinigkeit die Zuschauer auf seine Seite zieht. Es ist die gute Seite. “Reasons not to be an Idiot” steht an Position Eins des heutigen Abends und gibt ein flotten Startschuss zum allgemeinen Tanzvergnügen. Er spielt, redet und siegt auf voller Linie. Die Show ist weder eintönig, noch einschläfernd, vielmehr ein Sprudel an guter Laune und Hits. Vor kurzem hat er die DVD “Take to the Road” veröffentlicht, die genau das auf Film festhält. Ein guter Frank Turner auf der Bühne und eine enthusiastisches Publikum. Auch wenn das Ganze in seiner Heimat spielt, wo er am Starstatus kratzt, sorgt auch Deutschland für Herzförmige Augen beim guten Frank. Ein heimlicher Hit katapultiert sich hierbei besonders an die Spitze. “The Road” vom aktuellen Album “Poetry of the Deed” ist gemeint.
Aufs letzte Album beschränken könnte er sich zwar, aber dafür befinden sich auf den ersten beiden Alben zu viele gute Songs und so findet er die gute Mischung aus alten und neuen Hits. Besonders “Substitute” und “Long live the Queen” finden den direkten Weg ins Herz. Nach leider nur knapp 55 Minuten verabschiedet sich die 5 köpfige Band hinter den riesig blauen Vorhang. Doch zu einer echten Rockshow gehören halt auch Zugaben. “The Ballad of me and my friends” und “Photosynthesis” sind die letzten Songs des heutigen Abends, wo gerade bei letztem nochmal jeder das Letzte aus sich raus geholt hat. So wurden Franks Freunde von Crazy Arm auf die Bühne geholt um den mächtigen Finale noch einmal eine Note zu vergeben und das Publikum drehte noch mal auf und tanzte wild und sang laut. Wenn es auch nur knapp 70 Minuten waren, sie haben alle mal gereicht um zu überzeugen. Und im Sommer findet sich der gute Frank auch wieder auf so einigen Festivalbühnen des Landes wieder. Wir freuen uns.
Fotos: Frank Turner Myspace
Chuck Ragan + Tim Vantol, Zakk, Düsseldorf, 11. März 2010

Ein ganz besonderes Verhältnis hat dieser Mann schon zu Deutschland. Anders kann man es nicht erklären, warum er alle paar Monate Deutschland besucht. Aber anstatt dass uns die Besuche langweilen, wie die der ungeliebten Tante, wird die Anhängerschaft von mal zu mal größer. Nach dem er im September mit einer Big Band da war und im November mit den Jungs von Hot Water Music, beschränkt sich Chuck Ragan diesmal wieder auf den Kontrabass gespielt von Digger Barns und an der Violine Jon Garnt. Für einige Termine sind die Drei nun in Europa unterwegs, einer davon am 11. März in Düsseldorf, im Zakk.
Zu aller erst lässt sich feststellen, dass nicht alle soziokulturellen Einrichtungen wie das Zakk sehr einladend und fördernd wirken. Ein Kloß im Halse bleibt mir schon bei dem Preis von 3,60 Euro für eine Cola stecken. So avanciert man nicht zum Lieblingsclub. Aber wir sind ja nicht wegen des Ambiente hier, das trotz hoher Preise dort recht nett ist. Chuck Ragan steht auf dem Programm. Zuerst betritt der Amsterdamer Junge Tim Vantol die Bühne. Es ist das einfache Prinzip. Er hat früher in einigen Punk- und Hardcorebands gesungen und siedelt jetzt auf Akustikpunkrock um. Weiterhin wütend und anprangert, den Zeigefinger hebend und die Seele aus dem Leib schreiend, aber dies mit einer einfachen Akustikgitarre. Ein Trend der seit Jahren durch die Szene schwappt und seinen Ursprung vielleicht schon bei Joe Strummer gefunden hat. Als Support für Chuck Ragan reicht es vollkommen aus, es ist nett und sein gebrochenes Englisch macht ihn schon sympathisch, aber das große Feuer kann er nicht entfachen.
Dank einer geringen Umbaupause geht es auch fix weiter im Programm und so stehen Chuck Ragan, Digger Barnes und Jon Garnt auf der Bühne. “Gold Country” heßt das aktuelle Album und liefert den Bekannten Mix aus Country, Folk und einer Stimme die weit mehr als nur unter die Haut geht. Schon als erster Song wird der Hit, den er einst seiner Frau widmete, “The Boat” gespielt. Das Publikum singt, streckt die Faust in die Luft, wie bei einem guten Hot Water Music Konzert. Die Sing-a-long Mentalität geht auch hier nicht verloren. Auch wenn sie nur zu dritt sind und kein Schlagzeug sie vorantreibt, treiben sie ihre Songs kräftig nach vorne. “Let it rain” aus besagtem neuen Album folgt. Das “Gold Country” dem Debut “Feast of Famine” in Nichts nachsteht zeigt das Hit-Pontenzial, das man bereit bei “Done + Done” heraushört. Während die einen lieber den Gesang in vollen Zügen genießen wollen und sich in die hinteren Reihen stellen, beginnen die Ersten vorne zu tanzen. Jeder zelebriert auf seine Art und Weise, jeder genießt. “Glory”, “Rotterdem”, “Between the Lines”, “Bloody Shells” sind nur kleine Auszüge aus der gut bespickten Setlist. Selbst Balladen, wie dem seiner Mutter gewidmeten “Geraldine” tut der Stimmung keinen Abbruch. Nach “Symmetry” ist das eigentliche Set beendet und Chuck Ragan spielt zum Abschluss allein zwei Hot Water Music Songs. “God Deciding” und “Old Rules” lassen jeden nochmal die Stimme erheben und lauthals mitsingen. Dann verabschiedet sich der gute Chuck, lässt sich aber natürlich nicht lumpen und kommt für drei Zugaben auf die Bühne. “For broken Ears”, “Do you Pray” und “California Burritos” bringen den Stimmungspegel ein weiteres Mal nach oben und beenden das Konzert nach 75 Minuten auf ihrem Höhepunkt.
Zum Glück, dauert es nicht mehr lange, dann ist Chuck mit den großartigen Hot Water Music wieder in Deutschland und wenn man ihm glauben darf, wird er im Herbst mit der Revival Road auch einen Abstecher nach Deutschland machen. Man darf gespannt sein, aber solche Abende zeigen, dass es sehr wünschenswert wäre.
Und noch eine kleine geheime Info. Ein Tag später in Münster gab Chuck Ragan bekannt, mit seinem Buddy Brian Fallon (The Gaslight Anthem) ein Album aufzunehmen und damit im Frühjahr 2011 nach Deutschland zu kommen. Na wenn das nicht Vorfreude in sich birgt.
Bilder: Chuck Ragan Myspace
BEENDET // Verlosung: Alberta Cross – Karten für Düsseldorf-Konzert gewinnen

Bereits im September veröffentlichten Alberta Cross ihr Debüt-Album “Broken Side of Time”, auf dem sie jovele, psychedelische Folk-Rocker präsentierten. Auch auf ihrer Deutschland-Tour Ende November wurden sie mit ihren Songs warm von ihren deutschen Fans empfangen. Da freuen wir uns natürlich, dass es die Jungs auf ihrer derzeitigen Europa-Tournee im Vorprogramm der Dave Matthews Band auch zu einem Headlining-Termin auf einer deutsche Bühne verschlagen wird. Genau genommen am Samstag den 27. Februar 2010 im Düsseldorfer Zakk.
Wir freuen uns drauf und legen euch diesen Termin nicht nur wärmstens ans Herz, sondern dürfen auch 2×2 Tickets unter euch verlosen. Die Teilnahme ist, wie könnte es auch anders sein, ganz einfach. Schickt dazu eine Email mit dem Betreff “Ich hätt’ am Samstag gern ein Date mit Petter”, eurem Namen und eurer Wunschstadt an ariane@whitetapes.de. Ein Kommentar mit “Gewinnen will” ist natürlich auch möglich, dazu müsst ihr allerdings eure echte Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.Teilnahmeschluss ist Donnerstag der 25. Februar 2010 um 13:47Uhr.
Das Gewinnspiel ist beendet, viel Spaß wünschen wir Jörg und Michael.
Alberta Cross
The Rakes + I Heart Hiroshima, Düsseldorf, Zakk, 03. Mai 2009

In Zeiten der Wirtschaftskrise, der Schweinegrippe und schlechtem Mai-Wetter sind es gerade die Konstanten, die einem Sicherheit, oder auch nur etwas Wärme geben. The Rakes sind eine solche Konstante, nämlich konstant dafür bekannt tolle Konzerte zu spielen. Um so schöner natürlich, dass sie den Start ihrer Deutschland-Tour im Düsseldorfer Zakk feiern. Extra zur Europa-Tour, der ersten ausgedehnten, seit dem Release des neuen Albums “Klang” haben sich die Mannen aus London eine der heißesten Bands Australiens einfliegen lassen. I Heart Hiroshima um genau zu sein. Die besteht aus Matthew und Cameron an den Gitarren und Susie am Schlagzeug. Das Trio veröffentlichte bereits Ende 2007 sein Debüt-Album “Tuff Teef” und sollte nun auch auf europäischen Bühnen sein Können zum Besten geben. Das tat vor allem Schlagzeugerin Susie ab dem ersten Takt. 
Mit schier unbändiger Energie schlug sie auf die Felle ein und gab stiehl den Jungs zu ihrer rechten und linken damit die Show. Als sie dann auch noch anfing ohne die geringsten Atemschwierigkeiten zu singen erinnerte die Band ein wenig an die Blood Red Shoes. Bedingt natürlich auch durch die Kombination Gitarre(n) und Schlagzeug. Insgesamt aber melodieverliebter und nicht ganz so rau. Auch die Männer an der Gitarre übernahmen einige Gesangsparts, am stärksten waren die lauten und rauen Indie-Rock-Stücke allerdings, wenn Susie den Hauptpart übernahm. Etwa bei der Hitsingle “Punks”, den die Bruce Springsteen Fans (Susie trug ein “Born In The USA” Shirt) mit den Worten “If you have heard of us, it might most possibly be because of this song. But I don’t think you have, but feel free to clap!” ankündigte. Hier wurde ganz klar, warum wir keines der Stücke, die wir bei Myspace vorab hörten wieder erkannten. Während bei den Aufnahmen das Schlagzeug sehr weit in den Hintergrund gemischt ist, beherrscht es live, wie bei den Blood Red Shoes den Sound. Das macht die Stücke, die auf CD netter Indie-Rock sind auf der Bühne zu richtigen Rock-Stampfern, was bedeutet, I Heart Hiroshima sind eine Band, die einen live umhauen kann, obwohl sie auf CD beinahe beliebig klingen. Nach knapp 30 Minuten verabschiedete das inzwischen halbvolle Zakk das Trio. Zwar nicht überschwänglich, aber durchaus wohlwollend.

Es folgte natürlich die obligatorische Umbaupause, die aber schnell verstrich, da auf der großen Bühne bereits alles vorbereitet war. Im Gegensatz zum Intro Intim im Januar waren die neuen Songs der Rakes nun bekannt und so waren wir gespannt, diese auch endlich wieder im Live-Gewand zu hören. Noch etwas hatte sich geändert, Chris Ketley, der die Band bisher eher aus dem Hintergrund am Keyboard begleitete, schnallte sich nun auch eine Gitarre um. So waren die Songs der Band von Anfang an viel druckvoller, als man die Band bisher erleben konnte. Auch Lead-Gitarrist Matthew war dadurch sichtlich entlastet. Neu auch eine fesche blonde Strähne, die nun den Schopf von Sänger Alan Donohoe schmückte. Abgesehen von den Äußerlichkeiten und der Umbesetzung hatte sich aber nichts geändert. Von Beginn an setzte die Band ihre zügellose Energie auf der Bühne um. Energie, die sich wie gewohnt in Wellenbewegungen im Publikum immer wieder nach vorn entlud, was bei der unvorteilhaften Bühnenhöhe im Zakk und den spitzen Kanten am Rand der Bühne durchaus auch schmerzhaft sein kann.
Ihr Set starteten die Rakes mit “You’re In It” das sie zackig und gut gelaunt zum Besten gaben. Alan sprang wild in der Bühnenmitte herum und zeigte ganz ohne Mikrofonständer seine eher eigenwilligen Dance-Moves, irgendwo zwischen Roboter und Schlumpf. Schön war dabei auch zu hören, dass seine Stimme nun schön nach vorn gemischt, so dass der Gesang viel klarer zu hören war, als auf früheren Rakes Konzerten.
Mit “Retreat”, “We Danced Together” und “Terror” folgten drei ältere Songs und die Stimmung kochte das erste Mal so richtig hoch. Das anschließende “The Lights From Your Mac” diente im Anschluss als kurze Verschnaufpause, bevor bei “Open Book” wieder das gesamte Zakk mitschrie. Was scheinbar auch die Rakes schwer beeindruckte, die nach jedem Song vor Freude über das ganze Gesicht strahlten und sich häufig bedankten. “That’s The Reason” von “Klang” wurde dann auch bereits gefeiert, als würde die Band es bereits seit Jahren live spielen. Ein klares Indiz wohl dafür, dass die neuen Songs auch beim Publikum perfekt sitzen und akzeptiert sind. Das reguläre Set wurde nach knapp 60 Minuten und 16 Songs mit “The World Was A Mess But His Hair Was Perfect”, der inoffiziellen Hymne zur Wirtschaftskrise, beendet. Im Anschluss ließen sich die Londoner natürlich nicht lang bitten und kehrten für eine letzte Zugabe auf die Bühne zurück. Für “Strasbourg” nämlich, zu dem Publikum und Band noch einmal alles raus ließen, sogar Gitarrist Matthew ließ sich dazu hinreißen ein wenig zu albern und die Arme in die Luft zu reißen. Einziger Wermutstropfen am Set der Band, dass sich “When Tom Cruise Cries” nicht auf der Setlist wieder fand, aber bei der riesigen Hit-Dichte der Rakes kann man nun einmal nicht alles haben.
Fotos: Ariane WhiteTapes
Setlist:
You’re In It
Retreat
We Danced Together
Terror
The Lights From Your Mac
Open Book
Woes Of Working Woman
22 Grand Job
That’s The Reason
Shackleton
Violent
Binary Love
We Are All Animals
1989
The Outdoor Smoker
The World Was A Mess But His Hair Was Perfect
Strasbourg














